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 Betreff des Beitrags: Der einsame Held
BeitragVerfasst: 01.01.2008, 22:59 
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Registriert: 27.12.2007, 20:23
Beiträge: 21
Wohnort: Flensburg
Lob an den Deutschen: Ihr habt wirklich etwas bewundernwertes geleistet was die Vergangenheitsbewältigung betrifft. Die Dänen haben da noch viel zu tun.

Aber: Wieso gibt es nicht in jeder deutschen Stadt eine Georg-Elser-Straße? Bismarckstraßen und Konrad-Adenauer-Straßen gibt es ja Massenhaft.

Der einsame Held aus Süddeutschland - ein einfacher Mann, der schon 1938-39 erkannt hatte, was Nationalsozialismus war. Er hatte - so der Publizist Ralph Giordano - seine humane Orientierung nicht verloren. Und das kann man keineswegs von allen Deutschen damals sagen.

Jede deutsche Stadt braucht also eine Georg-Elser-Straße oder ein Georg-Elser-Platz. Sowie ein Platz der Deserteure. Oder?

Hans-Christian Davidsen
Flensburg


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 02.01.2008, 00:06 
Stimmt! Warum weiss ich aber auch nicht. Eigentlich schade, diejenigen, die aber dafuer z.B. an der Uni demonstrieren, werden runtergemacht.
Keiner will da irgendwie mitmischen. Und Vergangenheitsbewaeltigung
gibt es unter Aerzten kaum - das wird gleich vom Dekan erstickt.
Hat ein Schmuddelimage - aber ich glaube es gibt keine Freislerstrasse oder Gøringallee. Gudskelov.
D.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 02.01.2008, 15:58 
Offline
Mitglied

Registriert: 18.04.2002, 13:33
Beiträge: 767
Wohnort: Kopenhagen, Danmark
Es gab leider sehr viel Widerstand gegen eine Ehrung derer, die aktiv opponierten, und noch viel schärfer gegen die, die sich "nur" entzogen. Denn diese Ehrungen sprechen den Selbstrechtfertigungen und Lebenslügen all derer Hohn, die taten, "wie sie mussten". Nur wer eine soziale Exkulpationsfunktion hatte, wie die Offiziere d. 20.07., wer mächtige politische Interessen hinter sich hatte, wie Kommunisten und Nichtdeutsche, oder wer seinen Idealismus literarisch und weiterverwertbar bezeugte, wie die Weisse Rose, wurde irgendwann weithin akzeptiert. Hunderttausende dagegen liegen vergessen und verachtet in ihren Gräbern.

Ganz im Gegenteil, schon in der Literatur der unmittelbaren Nachkriegszeit, aber auch bis heute gibt es Schilderungen der Anfeindungen von Deutschen gegen deutsche Widerständler nach dem Krieg. Selbst die Amerikaner, Briten usw. betrachteten Deserteure und ihre eigenen deutschen Helfer in Krieg und Nachkriegszeit scheinbar regelmässig als Verräter.

Umgekehrt ist es heute, nach all den vergangenen Jahren, gleichgültig bis lächerlich, noch Strassen nach Widerständlern und Opfern zu benennen, Gedenkstätten und Museen einzurichten, usw.

Und wenn dann vor lauter Begeisterung über die Oppositionellen jede Selbstzweifel ablegt werden, wie scheinbar in Österreich und anderen Ländern, dann sind diese Gedenken sogar eher kontraproduktiv.

Gruss
Michael


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