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Alkohol am Steuer
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Seite 1 von 5

Autor:  runesfar [ 23.02.2010, 12:35 ]
Betreff des Beitrags:  Alkohol am Steuer

Aus aktuellen Anlass - so zu sagen - eine Frage. Ich habe mich schon lange gewundert: Mein Eindruck ist, das Alkohol am Steuer viel härter gesehen wird in Dänemark, während es in Deutschland fast ein "Kavaliersdelikt" ist.

Lege Ich falsch - oder sind die Deutschen hier viel toleranter?

Autor:  galaxina [ 23.02.2010, 14:10 ]
Betreff des Beitrags: 

so siehts aus in deutschland:
"wasser predigen, aber wein trinken"

http://www.sueddeutsche.de/,tt6m1/panor ... 04041/text

Autor:  frosch [ 23.02.2010, 14:38 ]
Betreff des Beitrags:  Toleranz bei Suff am Steuer ?

Ich würd das nicht Toleranz nennen, wenn Suff am Steuer auf die leichte Schulter genommen wird. Die Folgen sind zu oft zu verheerend.

Ich finde es gut, wenn dies in DK, anderen skandinavischen Ländern oder auch in der Schweiz streng geahndet wird.

Autor:  DagmarP. [ 23.02.2010, 15:20 ]
Betreff des Beitrags: 

Wenn man es an den Strafen bemisst, ist es in Deutschland leider eher ein "Kavaliersdelikt"
http://www.kfz.net/bussgeldrechner/alkohol.php

http://www.sikkertrafik.dk/I%20bil/Alko ... ersel.aspx

Ich finde die Strafberechnung gemessen am Einkommen/Promille gerechter als die Einheitsstrafen in D. Ich habe leider 2 Chefs i D erlebt, die ihre Strafe lächelnd aus der Portokasse bezahlt haben. Lerneffekt gleich null :(
Für den "Normalverbraucher" wiegt das dann schon schwerer.

Merkwürdigerweise ist die Reaktion auf Alkoholdelikte oft mehr Spott für das Erwischtwerden als Ablehnung des Tatbestandes.

Autor:  runesfar [ 23.02.2010, 18:25 ]
Betreff des Beitrags: 

DagmarP. hat geschrieben:
Merkwürdigerweise ist die Reaktion auf Alkoholdelikte oft mehr Spott für das Erwischtwerden als Ablehnung des Tatbestandes.


Das ist auch meine Eindruck. In Dänemark hätte Ich sofort die 112 angerufen, wenn irgendeiner betrunken fahren wollte - auch wenn der Fahrer mein Bruder gewesen wäre. Deswegen wundert es mich auch so, das die Frau immer noch nicht zurückgetreten ist. Hans Engell lässt grüssen.

Autor:  cimberia [ 23.02.2010, 19:00 ]
Betreff des Beitrags: 

Man müsste dann mal die Probe aufs Exempel machen!
Sagen wir, es wird in DK eine Alk kontrolle im ländlichen Raum X gemacht.
Ich wette, von 100 kontrollierten Autofahrern sind 5 dabei, die mehr als 0,5 Promille aufweisen!
Ich wette weiter, das in DE diese 5% unterboten werden.
Warum? Weil in DE viel mehr Polizei unterwegs ist.

Also bitte keine Einzelfälle aufbauschen.

Autor:  Sydstien [ 23.02.2010, 21:15 ]
Betreff des Beitrags: 

Hej Dagmar,

du bringst in deinem Beitrag etwas durcheinander: Bußgelder und Geldstrafen. Bußgelder gibts für Ordnungswidrigkeiten. Dafür gilt der bekannte Bußgeldkatalog; ihre Höhe ist tatsächlich einkommensunabhängig. Im strengen Sinne sind sie auch keine "Strafe", denn sie werden ja von der Verwaltung (den Behörden) festgesetzt.

Eine Geldstrafe kann nur ein Richter verhängen. Hier muss eine Straftat vorliegen. Die Geldstrafe wird i.d.R. nach den sog. Tagessätzen berechnet und steht so natürlich in Relation zum persönlichen Einkommen.

In dem link, den du gesetzt hast, ist die Abgrenzung beim Thema "Alkohol im Straßenverkehr zwischen "leichten" Ordnungswidrigkeiten und "schweren" Straftaten ja auch gut zu erkennen.

Wahrscheinlich sind deine Chefs mit einem Bußgeld davongekommen. Es sei denn, sie hätten sich vor dem Richter mit Erfolg "arm gerechnet".

Ich habe überhaupt nicht den Eindruck, dass Alkohol im Strassenverkehr von den Behörden in D als Kavaliersdelikt angesehen wird, wenn etwa eine Bischöfin von der Polizei zur Blutalkoholbestimmung mit zur Wache genommen wird.

Abendliche Grüße
Heinz-Dieter

Autor:  reimund1012 [ 23.02.2010, 21:38 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo,

die Bußgelder in Deutschland sind für ausländische Augen paradisisch niedrig.
Was richtig wehtut sind die Punkte, und selbst ein reicher Chef wird auf der Hut sein wenn der "Lappen" kurz davor ist in Flensburg "Urlaub" zu machen.

Was die Bestrafung bei Alkoholmißbrauch betrifft, so kommen da ziemlich saftige Summen auf die Delinquenten zu.
Der Lappen ist definitiv für etliche Monate weg, und die Geldstrafe wird nach dem Einkommen in Form von Tagessätzen fetgelegt.

Kommen noch ein Unfall oder gar Verletzte zum Straftatbestand der Trunkenheit am Steuer hinzu, dann wird es richtig teuer und Freiheitsstrafen sind auch drin.

Na ja was unsere "Durstige Bischöffin" angeht, so sollte man die Kirche im Dorf lassen.
Warum haben denn die meisten Firmenchefs und Manager einen Chauffeur ?
Doch oft genug nur deshalb, weil sie auch schon Erfahrungen mit einem vollen Punktekonto oder einem vorüberghend entzogenen Führerschein gemacht haben.

Und wie steht schon in der Bibel:
"Lieber ein reuiges schwarzes Schaf als lauter Selbstgerechte"
Man sollte sich wünschen das die "andere Fraktion" genauso einsichtig gegenüber dem Mißbrauch kleiner Jungs zeigen würde.

Gruß

Reimund

Autor:  Lars J. Helbo [ 25.02.2010, 08:11 ]
Betreff des Beitrags: 

http://www.kristeligt-dagblad.dk/artike ... ritkoersel

Autor:  DagmarP. [ 25.02.2010, 10:29 ]
Betreff des Beitrags: 

Sydstien hat geschrieben:


Ich habe überhaupt nicht den Eindruck, dass Alkohol im Strassenverkehr von den Behörden in D als Kavaliersdelikt angesehen wird, wenn etwa eine Bischöfin von der Polizei zur Blutalkoholbestimmung mit zur Wache genommen wird.

Abendliche Grüße
Heinz-Dieter



Nein, ich meinte nicht die Behörden, sondern oft "Volkes Stimme". Irgendwie schwingt bei einigen Leuten da immer Bewunderung mit, dass es manche schaffen, mit Promille-xy noch zu fahren!
Eine bizarre Tendenz, denn sobald jemand als Alkoholiker geoutet ist, sinkt die gesellschaftliche Akzeptanz erheblich.
o.k. die Sache mit dem Bußgeld und Geldstrafe ist natürlich differenzierter zu betrachten.

Zitat:
Wahrscheinlich sind deine Chefs mit einem Bußgeld davongekommen. Es sei denn, sie hätten sich vor dem Richter mit Erfolg "arm gerechnet".


Dazu muss ich anmerken: Kölner Klüngel! man glaubt gar nicht, was alles geht, wenn z.B. der Richter der Schwager vom Neffen usw... :mrgreen:

Gruss
Dagmar

Autor:  galaxina [ 25.02.2010, 13:45 ]
Betreff des Beitrags: 

Waere die Frau K. ein Mann gewesen, dann waere sie vielleicht noch im Amt. Maenner lassen sich nicht so schnell aus dem Amt treiben.

Gutes Beispiel ist derzeit die katholische Kirche in Deutschland, die sich mit zahlreichen sexuellen Missbrauchsfaellen konfrontiert sieht.

Und wenn ich beide Tatbestaende vergleiche, finde ich das Vergehen der Frau K. minderbedeutend.

Natuerlich weiss ich auch, dass etwas schlechtes durch etwas noch schlechteres nicht zum guten wird.

Autor:  runesfar [ 25.02.2010, 14:06 ]
Betreff des Beitrags: 

Galaxina - Ich finde die Kommentaren in die Nachrichten hier ziemlich abartig. Die Trunkenheit am Steuer wird relativiert in eine Form das Ich nie in Dänemark gesehen habe.

Wie Ich am anfang gesagt habe, sieht es aus, als ob die Dänen hier eine härtere gangart haben. Es ist also nicht nur eine Frage von die Inhalt der Gesetze - sondern viel mehr was die Leute denken. Hier gibt es eine merkwürdige Lässigheit in Deutschland.

Autor:  galaxina [ 25.02.2010, 14:42 ]
Betreff des Beitrags: 

Ich denke auch, dass das in Deutschland wie ein Kavaliersdelikt gesehen wird.
In Tønder gab es ja den hier : http://da.wikipedia.org/wiki/Vagn_Therkel_Pedersen

Immerhin haben die ihn aus der Partei geschmissen, weil er keine Alkoholtherapie machen wollte und kurz darauf haben sie ihn dann mit Alkohol im Blut "abgekellt". Nach einigem "ueberlegen" hat der dann sein Amt aufgegeben.

Autor:  cimberia [ 25.02.2010, 17:24 ]
Betreff des Beitrags: 

Lässige Gangart mit Alkohol in DE ???? Mitnichten!
Ein Beispiel.
Ich habe mal in Kolding bei einer Spedition gearbeitet.
Da stand in der Firma ein Getränkeautomat, wo jeder zu jeder Zeit sein 0,33l Dös'chen ziehen konnte.
Die Firmenleitung hat dann eine Alkoholpolitik erlassen: vor 16 Uhr bitte kein Alkohol!
Aber es war grundsätzlich Gang und Gebe, dass zum Feierabend ne Hülse gerissen wurde und anschliessend mit PKW nach Hause. Unterwegs wurde von dem einen oder anderen auch noch ein Bierchen getrunken.

Der Unterschied zu DE? Der Däne macht um seinen Suff kein Palaber.

Autor:  Lars J. Helbo [ 25.02.2010, 17:34 ]
Betreff des Beitrags: 

galaxina hat geschrieben:
Ich denke auch, dass das in Deutschland wie ein Kavaliersdelikt gesehen wird.
In Tønder gab es ja den hier : http://da.wikipedia.org/wiki/Vagn_Therkel_Pedersen


Ja, und es gab auch einige mehr oder weniger "indirekte" Rausschmiss:

Hans Engel
Flemming Knudsen (Bürgermeister in Århus)
Peter Brixtofte

Alle drei sind letztendlich wegen Alkoholprobleme aus dem Amt geschieden. Der Fall Hans Engel kann man eigentlich sehr gut mit Margot Käßmann vergleichen. Einzige Unterschied, sie wurde von der Polizei angehalten, er hatte ein Unfall (ohne Fremdbeteiligung) und ging dann selber zur Polizei.

Er ist aber sofort zurückgetreten.

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