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BeitragVerfasst: 24.05.2019, 11:35 
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Ronald hat geschrieben:
Wie kommt man nur zu so einer seltsamen Vermutung, denn mehr ist es ja nicht.
Natürlich steigt mit Anzahl der Wölfe auch die Anzahl der Risse.
Um es mal ganz simpel auszudrücken:
Als Deutschland noch "wolfsfrei" war, war die Anzahl der Wolfsrisse null. :idea:
Wenn mal 0 Risse will, braucht man die erneute Ausrottung der Wölfe, das ist richtig. Das versuchen wir dem 25örefan ja die ganze Zeit zu erklären. Dann sollte man das böse Wort "Ausrottung" aber auch nicht scheuen.

Ansonsten ist Deine Idee, Ronald - denn mehr ist es ja nicht - von einem zwangsläufigen Anstieg der Risse proportional zu einem Anstieg der Zahl der Wölfe nachweislich vollkommen falsch:

Beispiel Niedersachsen:

Zahl der Wolfsterritorien¹
2016/2017: 17 (10 Rudel, 6 Paare, 1 Einzeltier)
2017/2018: 24 (15 Rudel, 9 Paare, 0 Einzeltier)

Zahl der getöteten Nutztiere²:
2017: 428
2018: 327

Ronald hat geschrieben:
Natürlich steigt mit Anzahl der Wölfe auch die Anzahl der Risse.
Definitiv NEIN.
Während die Zahl der Wolfsterritorien um 41% stieg, und die Zahl der Rudel und Paare um 50%, war die Zahl der von Wölfen gerissenen Nutztiere um 24% rückläufig.

Zitat:
Niedersachsens Schafhalter besaßen den Angaben zufolge 2018 insgesamt 233.685 Schafe. Demnach sind im vergangenen Jahr rund 0,13 Prozent des Schafbestandes im Bundesland Opfer von Wolfsangriffen geworden. Die Zahl der totgeborenen Schafe liegt laut Landvolk um ein Vielfaches höher. Die Rate könne je nach Schafrasse zwischen fünf und zehn Prozent pro Betrieb liegen, sagte Breustedt-Muschalla. Lämmer kommen etwa wegen Fehllagerungen in der Gebärmutter tot zur Welt. Weitere Gründe für Totgeburten seien Infektionen oder Erbkrankheiten.

MK Kreiszeitung, 29.03.2019: Zahl der Nutztierrisse durch Wölfe zuletzt deutlich rückläufig https://www.kreiszeitung.de/lokales/nie ... 99744.html
Lediglich 0,13% des Schafbestandes sind also Opfer wölfischer Angriffe geworden, während allein die Zahl der Totgeburten bei 5% - 10% liegt. Vor dieser Relation muss man die Problematik betrachten und sich fragen, warum dem Umgang mit dem Wolf eine so übertriebene Aufmerksamkeit zukommt.

Und während Dänemark groteske Wildschwein-Schutzzäune errichtet und Deutschland seine Jäger großzügig mit Steuermillionen für Wildschweinabschüsse subventioniert, érweist sich der Wolf als fleißiger Helfer im Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest:
Zitat:
Das Reh stellt die häufigste Nahrungskategorie dar, es kommt in 47,7 % der Losungen vor, gefolgt von Wildschwein in 31,6 %, Rothirsch in 17,9 % und Damhirsch in 8,8 %.

Landesjagdbericht Niedersachsen 2017/2018: Untersuchungen zur Nahrungsökologie des Wolfes (canis lupus) in Niedersachsen, Seite 106 https://www.ljn.de/fileadmin/dateien/lj ... _18Web.pdf
Nutztiere stellen dem Landesjagdbericht Niedersachsen zufolge nur einen Anteil von 0,4% an den einzelnen Nahrungskategorien in den untersuchten Kotproben von Wölfen dar; bei den Anteilen einzelner Nahrungskategorien an der Gesamtbiomasse 0,49%.
Also worüber reden wir hier eigentlich?

Niedersachsen zeigt zudem auf, dass die Vermehrungsrate der Wölfe nicht linear zunimmt - wie immer so gern von den Wolfsgegenern behauptet wird, die Weltuntergangsszenarien ausmalen, wenn Wölfe nicht sofort bejagt würden.
Ganz ohne offizielle Bejagung sank die Zahl der Wolfsterritorien 2018/2019 von 24 auf 23 (-4%) und die Zahl der Rudel von 24 auf 20 (-17%) und die Zahl der Paare von 9 auf 2 (-78%).¹

¹ Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf: Wolfsterritorien, Niedersachsen https://dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/terr ... &Jahr=2017
² MK Kreiszeitung, 29.03.2019: Zahl der Nutztierrisse durch Wölfe zuletzt deutlich rückläufig https://www.kreiszeitung.de/lokales/nie ... 99744.html


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BeitragVerfasst: 24.05.2019, 12:25 
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25örefan hat geschrieben:
Insofern ist das Hervorheben der 100%- Förderung für viele, die sich nicht damit beschäftigen irreführend und führt daher vielerorts zu der irrigen Auffassung „Was wollen die (Weidetierhalter) denn, was regen die sich auf, die bekommen doch eh alles bezahlt“.

Für alle die die sich damit beschäftigen wollen gibt es ausreichend Links hier im Thread und / oder im Internet, warum man davon ausgeht das andere zur irrigen Auffassung kommen das 100% aller Kosten übernommen wird erschließt sich mir jedenfalls nicht.

https://www.n-tv.de/wissen/frageantwort ... 81688.html Es kann sich ggf. jeder selbst eine Meinung bilden z.B. wie gefährlich der Wolf für den Menschen ist oder eben nicht.

Hendrik77


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BeitragVerfasst: 24.05.2019, 12:32 
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DjM schrieb:
Zitat:
Das "Experiment" läuft seit mittlerweile rund zwei Jahrzehnten, ohne dass das Rotkäppchen gefressen worden wäre - allein die PR-Bemühungen der finanziell bestens ausgestatteten und in Politik und Medien gut vernetzten Jagd- und Agrarlobby sind massiv gesteigert worden, um ein im Vergleich zu den sonstigen Herausfordferungen - insbesondere für die Landbevölkerung - geringes Problem wie den Wolf künstlich aufzuplustern. Dabei geht es nur um die Eigeninteressen von Kleinstminderheiten, während das rasante Artensterben zum zunehmenden Problem der Gesamtbevölkerung wird.

Dann sehe ich das so:
Das "Experiment" läuft seit mittlerweile rund zwei Jahrzehnten, allein die PR-Bemühungen der finanziell bestens ausgestatteten und in Politik und Medien gut vernetzten NGOs sind massiv gesteigert worden, um ein zusätzliches Problem zu sonstigen Herausforderungen - insbesondere für die Landbevölkerung - wie den Wolf zu verharmlosen. Dabei geht es um Eigeninteressen von Kleinstminderheiten derer, die unter dem Deckmantel von Tiermoral und - ethik am Wolf treffllich verdienen, während Prophezeiungen zu angenommen, kurz bevorstehenden Ökokatastrophen zu einem Problem der Gesamtbevölkerung aufgeblasen werden.
PS
Bitte unterlasst im Zukunft Eure Nabu-Rotkäppchen-Polemik.
Rotkäppchen lügt nicht!
„Das arme Märchen hat keine Möglichkeit, sich gegen den Rufmordversuch des Nabu zu wehren, der den Tag des Wolfes unter das Motto „Rotkäppchen lügt!“ gestellt hat. Wenn Naturschutz mit Kulturbanausentum einhergeht, wird es unangenehm. Märchen lügen nicht. Das sollte man eigentlich wissen. Sie spiegeln Erfahrungen und meinen am allerwenigsten das explizit Gesagte. Mit Wölfen hat Europa jahrhundertelang Erfahrungen gemacht. Dazu gehört, dass Kinder von Wölfen getötet wurden. Noch in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts ist das in Spanien passiert, in Indien noch in jüngster Zeit.“ (E. Fuhr, Autor des Buches Rückkehr der Wölfe)

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"Es sieht der Mensch die Welt fast immer durch die Brille des Gefühls, und je nach der Farbe des Glases erscheint sie ihm finster oder purpurhell."
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BeitragVerfasst: 24.05.2019, 12:52 
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Hendrik77 hat geschrieben:
25örefan hat geschrieben:
Insofern ist das Hervorheben der 100%- Förderung für viele, die sich nicht damit beschäftigen irreführend und führt daher vielerorts zu der irrigen Auffassung „Was wollen die (Weidetierhalter) denn, was regen die sich auf, die bekommen doch eh alles bezahlt“.

Für alle die die sich damit beschäftigen wollen gibt es ausreichend Links hier im Thread und / oder im Internet, warum man davon ausgeht das andere zur irrigen Auffassung kommen das 100% aller Kosten übernommen wird erschließt sich mir jedenfalls nicht.
...
Es kann sich ggf. jeder selbst eine Meinung bilden z.B. wie gefährlich der Wolf für den Menschen ist oder eben nicht.

Hendrik77

Das erschließt sich Dir also nicht?
Du selbst hast es doch auch so gesehen und meine gegenteiligen Hinweis anhand meines gepusteten Erfahrungsbericht bezweifelt und somit die unrichtige Behauptung, der Zaunbau würde zu 100% übernommen werden für bare Münze genommen. Um so sclimmer, da diese Behauptung gern dafür hergenommen wird um zu beweisen, dass es nicht die erheblichen Kosten sind, die Weidetierhalter davon abhalten zusätzlichen Zaunbau zu betreiben, sondern ein bloßes Nichtwollen.
Am 24.05.2019, 08:08 schrieb Hendrik77 :
Zitat:
Warum sollte das Zitat aus einem anderen Forum glaubhafter sein wie Aussagen von hier angemeldeten Usern z.B. was die Kostenübernahme angeht ?

PS
Was sich mir hingegen nicht erschließt, ist Dein wiederholter Hinweis auch zu anderen Themen, dass
„ ...sich ggf. jeder selbst eine Meinung bilden kann“.
Wozu immer wieder der Hinweis auf diese Selbstverständlichkeit?

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BeitragVerfasst: 24.05.2019, 13:55 
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25örefan hat geschrieben:
Ich zumindest habe nichts gemeldet aber soweit ich es nachvollziehen kann, ging es wohl nicht um die Formulierung „absurd“, sondern die Bezeichnung „bullshit“, Ein Bezeichnung, die ich im Gegensatz zum Beschreibung „dogmatisch“ für sehrwohl problematisch und löschungswürdig halte."
Wir haben keine Löschung der Bezeichnung "dogmatisch" beantragt - wir als erwachsene Menschen sehen auch keinerlei Notwendigkeit für Versuche, unliebsame gegenteilige Meinungen per Meldung an die Moderation auszuschalten. Die Meldung des dann offensichtlich anonymen Melders betraf die Begrifflichkeit der Absurdität einer Äußerung. Denn entgegen Deiner Einschätzung ist der Kommentar mit der Formulierung "Bullshit" - dessen Synonyme laut Duden "Unsinn, Ärgerliches, Abzulehnendes" oder laut "Bullshitalarm" mit "Humbug" angegeben werden, auf Seite 75 vom 23.05.2019 um 8:36 Uhr noch vorhanden. Der "Humbug" bezog sich auf folgende pauschale Unterstellung von Dir:

25örefan hat geschrieben:
Das Leid von Weidetieren, denen der Wolf vorzeitig ein Ende bereitet , teilweise bei lebendigem Leib halbverendet ligengelassen wird von Ihnen doch auch als Kollateralschaden akzeptiert.


Warum das Humbug ist? Niemand hat behauptet, dass Nutztierrisse als "Kollateralschaden akzeptiert" würden. Ob Nutztierrisse auftreten, liegt zunächst einmal in der Verantwortung der Tierhalter. Der Steuerzahler kommt für die Herdenschutzmaßnahmen auf und entschädigt gerissene Tiere im Schadensfall. Einige Wolfsschutz- und Naturschutzorganisationen bieten auch finanzielle Hilfe, praktische Hilfe beim Zaunbau oder eine "schnelle Eingreiftruppe" mit Beratung und ggf. dem Einsatz von Herdenschutzhunden an. Hier pauschal zu unterstellen, dass die Nutztierrisse "als Kollateralschaden akzeptiert" würden, entbehrt jeglicher Grundlage. Freiwillige Helfer können den Tierhaltern ihre Hilfe immer nur anbieten, sie ihnen aber nicht aufzwingen oder gar ohne deren Genehmigung einfach errichten.

Da das Modell der Bejagung von Wölfen zu Lasten des flächendeckenden Herdenschutzes trotzdem Nutztierrisse generiert, könnte man gleichermaßen unterstellen, dass auch von den Befürwortern dieser Variante Nutztierrisse als "Kollateralschaden akzeptiert" würden - als Preis dafür, regelmäßig Wolfsabschüsse realisieren zu können, denn um Ausrottung soll es ja nicht gehen, wie Du versichert hast.


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BeitragVerfasst: 24.05.2019, 15:26 
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25örefan hat geschrieben:
Bitte unterlasst im Zukunft Eure Nabu-Rotkäppchen-Polemik.
Rotkäppchen lügt nicht!
„Das arme Märchen hat keine Möglichkeit, sich gegen den Rufmordversuch des Nabu zu wehren, der den Tag des Wolfes unter das Motto „Rotkäppchen lügt!“ gestellt hat. Wenn Naturschutz mit Kulturbanausentum einhergeht, wird es unangenehm. Märchen lügen nicht. Das sollte man eigentlich wissen. Sie spiegeln Erfahrungen und meinen am allerwenigsten das explizit Gesagte. Mit Wölfen hat Europa jahrhundertelang Erfahrungen gemacht. Dazu gehört, dass Kinder von Wölfen getötet wurden. Noch in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts ist das in Spanien passiert, in Indien noch in jüngster Zeit.“ (E. Fuhr, Autor des Buches Rückkehr der Wölfe)"
Und der Froschkönig ist eine ernstzunehmende Dokumentation über Biologie, Lebensraum, Verhalten und Nahrungsökologie der Amphibien.
Bei den Bremer Stadtmusikanten handelt es sich um eine wissenschaftliche Untersuchung vom Wanderverhalten von Haus- und Nutztieren und dem weitreichenden Sprektrum der Tierlaute. Beim gestiefelten Kater wurden die Bekleidungsprioritäten der Hauskatze untersucht.
:mrgreen:

Wenn der Jäger Eckhard Fuhr "Kulturbanausentum" moniert, das den Realitätsgehalt vom bösen Wolf, dem naiven Kind und dem edlen Waidmann als Retter in Frage stellt, lohnt sich vielleicht ein Blick auf die reale Kulturgeschichte des Märchens.
Zitat:
Eine der ältesten bekannten schriftlichen Fassungen stammt von dem Franzosen Charles Perrault und wurde 1697 unter dem Titel Le petit chaperon rouge veröffentlicht. [...] Perrault schreibt weniger ein Märchen als eine moralische Abschreckungsparabel. In seiner Version sind zahlreiche Anspielungen auf Sexualität zu finden (so legt sich Rotkäppchen auf dessen Aufforderung hin nackt zum Wolf ins Bett). Ans Ende ist zudem ein kleines Gedicht angehängt, das kleine Mädchen vor Sittenstrolchen warnt. Perrault hatte die Absicht, mit der Erzählung explizit Verhaltensmaßregeln festzulegen, und griff dabei zum Mittel der Abschreckung.

Wikipedia, Rotkäppchen https://de.wikipedia.org/wiki/Rotkäppchen
Zitat:
Gut hundert Jahre später, Anfang des 19. Jahrhunderts, betrat der Wolf zum ersten Mal auch in Deutschland die Welt der Kindermärchen, in der er bis heute, durchaus imageschädigend, unterwegs ist. Die Gebrüder Grimm bereinigten Perraults Vorlage von den sexuellen Untertönen, versahen sie mit einem glücklichen Ende und machten aus Rotkäppchen endgültig ein hilfloses Kind, das die Folgen seines Abweichens vom rechten Weg eindrücklich zu spüren bekommt.

Petra Ahne: Wölfe, Wie ein Tier böse wurde, Seite 28, Naturkunden Verlag, 2016
Zitat:
Im weiteren Verlauf des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts blieb das Märchen in seiner Struktur weitgehend unverändert, einige Autoren entfernten jedoch auch noch die wenigen übriggebliebenen Gewaltszenen (z. B. das Verschlingen des Rotkäppchens) und Stellen mit sexuellem Unterton, die sie als zu roh empfanden. Meist blieb Rotkäppchen in ihrer naiven und hilflosen Position und wurde vom männlichen Jäger gerettet, was das Frauenbild der Zeit widerspiegelt.

Wikipedia: Rotkäppchen https://de.wikipedia.org/wiki/Rotkäppchen
Hierbei geht es folglich nicht um Realitäten, sondern um Tiermetaphern.
Zitat:
Eine Tiermetapher ist ein sprachlicher Ausdruck, mit dem ein tatsächlicher oder auf Stereotypen basierender Bedeutungszusammenhang aus dem Tierreich auf einen anderen, oft menschenbezogenen Bereich übertragen wird. Je nach Zeit, Gesellschaft und Kulturkreis werden die zugrundeliegenden Sinnzuschreibungen unterschiedlich ausgedeutet und verwendet. Tiermetaphern dienen meist der Abwertung durch Entmenschlichung – seltener auch der Aufwertung. Sie werden insbesondere zur Konstruktion und Festschreibung von Feindbildern genutzt, das heißt als Dysphemismus. In der hohen Wirksamkeit von Tiermetaphern wird die Macht sozialer Stereotype erkennbar und zugleich analysierbar.
Wikipedia: Metapher https://de.wikipedia.org/wiki/Metapher


Das verklärte Bild vom edlen Waidmann, der das Rotkäppchen rettet, konnte den von dem Jäger Eckhard Fuhr benannten Kindern in Spanien jedenfalls nicht helfen - die Vorfälle ereigneten sich in einer bereits bejagten Population. Auch hier wird deutlich, dass eine Bejagung keine 100%ige Garantie bietet, dass es niemals zu Vorfällen kommen kann. Wer etwas anderes behauptet, ignoriert die wissenschaftlichen Fakten und täuscht seine Mitmenschen.
Zitat:
Eine häufig vertretene Meinung ist, dass Wölfe in unbejagten Populationen früher oder später ihre Vorsicht gegenüber dem Menschen verlieren und in Konsequenz für den Menschen gefährlich werden. Dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Wölfe in der Kulturlandschaft gefährlicher sind als ihre Artgenossen, die in menschenleeren Gebieten leben oder bejagt werden. Dreiste Individuen können in jeder Population auftreten (Fritts et al. 2003, McNay 2002). [...] Die wenigen nach 1950 aus Europa bekannten Fälle, in denen nicht tollwütige wilde Wölfe Menschen getötet haben, geschahen in einer bejagten Population (Spanien).

Bundesamt für Naturschutz, Reinhardt, Kaczensky, Frank, Knauer, Kluth: Konzept zum Umgang mit Wölfen, die sich Menschen gegenüber auffällig verhalten - Empfehlungen der DBBW -, Seite 14 https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/servic ... ipt502.pdf
Zitat:
Aus jüngerer Zeit gibt es aus Europa und Nord-Amerika nur wenige belegte Wolfsangriffe. Die einzigen bekannten Fälle in Europa nach 1950 ereigneten sich in Spanien in den 1950er und 1970er Jahren. In drei Episoden wurden hier vier Kinder getötet und vier verletzt (Linnell et al. 2002). [...] Prädatorische Wolfsangriffe, wie in Spanien in den 1950er und 1970er Jahren oder in den letzten Jahrzehnten in Indien (Linnell et al. 2002), sind in der Regel mit sehr speziellen Umweltbedingungen assoziiert. Dies ist in Gebieten mit stark fragmentiertem Habitat, mit extrem niedrigen Beutetierbeständen, mit Wölfen, die sich von Nutztieren und Abfall ernähren, möglich. In diesen Umständen befinden sich Kinder in einer sehr angreifbaren Situation, wenn sie etwa Vieh im Wald hüten. Im heutigen Europa ist das Risiko, dass Wölfe ein solches Verhalten erlernen, sehr gering (Linnell et al. 2002, Linnell & Alleau 2016).

Bundesamt für Naturschutz, Reinhardt, Kaczensky, Frank, Knauer, Kluth: Konzept zum Umgang mit Wölfen, die sich Menschen gegenüber auffällig verhalten - Empfehlungen der DBBW -, Seite 17 https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/servic ... ipt502.pdf
Besondere Situation in Indien
Zitat:
In Indien werden in jedem Jahr Hunderte von Menschen durch Wildtiere verletzt oder getötet: So betrug die Anzahl der Wildtierangriffe im Staat Madhya Pradesh in einem Zeitraum von nur fünf Jahren: 735 Angriffe durch Bären, 138 durch Leoparden, 121 durch Tiger, 24 durch Elefanten, 29 durch Wildschweine, 13 durch Wölfe und drei durch Hyänen.

Elli H. Radinger: Wolfsangriffe - Fakt oder Fiktion? Seite 42, Books on Demand 2014
Der indische Wildbiologe Dr. Yadvendradev Jhala hat die Angriffe von Wölfen auf Kinder untersucht.
Zitat:
Diese Untersuchungen gehören zu den am besten dokumentierten Vorfällen über nicht-tollwütige Wolfsangriffe auf Menschen. [...] Zum Zeitpunkt des Todes waren die Kinder unbeaufsichtigt, vielleicht auch von ihren Kindern vernachlässigt. Weil die indische Regierung Eltern, die ihre Kinder durch wilde Tiere verloren haben, mit mehr als einem durchschnittlichen Jahresgehalt entschädigt, glauben manche indische Biologen, dass dies ein Anreiz für die Eltern gewesen sein könnte, ihre Kinder nicht so genau zu beaufsichtigen.

Elli H. Radinger: Wolfsangriffe - Fakt oder Fiktion? Seite 41, Books on Demand 2014
Wer möchte, darf unseren faktenbasierten Beitrag jetzt wegen "Rotkäppchen-Verunglimpfung" melden. :wink:


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BeitragVerfasst: 24.05.2019, 20:12 
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Ein Schrittvin die richtige Richtung.
Brief von Julia Klöcker zum Kabinettsbeschluss, das Bundesnaturschutzgesetz zu ändern:https://lookaside.fbsbx.com/file/brief_kloeckner_23.05.2019.pdf?token=AWy0Li-WjApi7DoroC0w34MMu3FldECT4FgAO2wmNL7XN20AjykCDy1hhb4_qBnwgB5FvZcSqExz6ksVv2mDxy_sjs29uZeRnATyHDQaqjfXP6M0V9w0jLWEz7zjOF1cSJPSAHvInpweJ-pK61TYYfkFD_qFlv2gMokw486gOlBkJQ9wxjbUuweRzUgsHdn7xGj0cvuCYvscDiALAKPLkHR4

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BeitragVerfasst: 24.05.2019, 21:31 
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DjM schrieb
Zitat:
Da das Modell der Bejagung von Wölfen zu Lasten des flächendeckenden Herdenschutzes trotzdem Nutztierrisse generiert, könnte man gleichermaßen unterstellen, dass auch von den Befürwortern dieser Variante Nutztierrisse als "Kollateralschaden akzeptiert" würden - als Preis dafür, regelmäßig Wolfsabschüsse realisieren zu können, denn um Ausrottung soll es ja nicht gehen, wie Du versichert hast.

Nein, die Weidetierhalter akzeptieren freiwillig überhaupt keinen Riss. Sie werden dazu gesetzlich gezwungen. Es geht darum, diese und andere Beeinträchtigungen auf ein Minimum, welches das Überleben der Art garantiert zu reduzieren. Dass auch Ausrottung im Sinne einiger?/ vieler? Weidetierhalter nicht nur in Deutschland/ Europa wäre, ist kein Geheimniss. Dies teile ich jedoch nicht.
Weniger Wöfe, weniger Schäden. Daher keine ungehemmte Verbreitung kein Hoffen auf Selbstregulation, wolfsfreie Zonen, Regulation durch gesetzlich geregelte Jagd wie bei jedem anderen Wild auch.
Für Letzteres findet bezogen auf den Fuchs zum Schutze andere Tierarten ja selbst der NABU Rechtferigungen in seinem Interesse.
Warum sollte, was für den Fuchs recht ist, für den Wolf nicht billig sein?
Zitat:
Der NABU bekennt sich zu einer naturverträglichen Jagd – vorausgesetzt, sie entspricht den Kriterien der Nachhaltigkeit und den ethischen Prinzipien....
Der NABU bekennt sich ausdrücklich zu einer naturverträglichen Jagd als eine legitime Form der Landnutzung, wenn sie den Kriterien der Nachhaltigkeit entspricht und ethischen Prinzipien nicht widerspricht. So muss das erlegte Tier sinnvoll genutzt werden, die bejagte Art darf in ihrem Bestand nicht gefährdet sein und zum Zweck der Jagd nicht aktiv gefördert werden, Störungen in der Brut- und Aufzuchtzeit von Wildtieren sind zu reduzieren und natur- und artenschutzrechtliche Regelungen zu beachten....
Die Jagd auf Füchse kann aus Sicht des NABU Baden-Württemberg in Form eines lokalen bis regionalen Wildtiermanagements auf der Grundlage von Artenschutzkonzepten angemessen sein, sofern dies aus naturschutzfachlicher Sicht nachgewiesenermaßen zielführend ist. Manche Bestände geschützter Arten sind so klein, dass es selbst bei einer Aufwertung ihrer Lebensräume notwendig ist, die Bestände der dort vorkommenden Prädatoren, wie etwa die des Fuchses, zeitlich und räumlich begrenzt zu regulieren.
https://baden-wuerttemberg.nabu.de/natur-und-landschaft/wald-wild-jagd/position-zur-jagd/index.html
PS
Dass es keinen 100%igen Schutz für Weidetiere gibt, müßt Ihr nicht immer wieder betonen, da dies wohl jedem bewußt ist.
Genauso wenig müßt Ihr immer wieder hervorheben, dass Prävention zu 100% gefördert wird, was wie ich nachweislich dargelegt habe nicht der Fall ist und wohl so nicht jedem bewußt ist.

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BeitragVerfasst: 25.05.2019, 09:52 
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25örefan hat geschrieben:
Hendrik77 hat geschrieben:
25örefan hat geschrieben:
Insofern ist das Hervorheben der 100%- Förderung für viele, die sich nicht damit beschäftigen irreführend und führt daher vielerorts zu der irrigen Auffassung „Was wollen die (Weidetierhalter) denn, was regen die sich auf, die bekommen doch eh alles bezahlt“.

Für alle die die sich damit beschäftigen wollen gibt es ausreichend Links hier im Thread und / oder im Internet, warum man davon ausgeht das andere zur irrigen Auffassung kommen das 100% aller Kosten übernommen wird erschließt sich mir jedenfalls nicht.

Das erschließt sich Dir also nicht?
Du selbst hast es doch auch so gesehen und meine gegenteiligen Hinweis anhand meines gepusteten Erfahrungsbericht bezweifelt und somit die unrichtige Behauptung, der Zaunbau würde zu 100% übernommen werden für bare Münze genommen.


Jetzt wird mir schon erzählt wie ich was gesehen habe bzw. was ich für bare Münze genommen habe :roll: und somit lieferst Du auch gleich den Grund warum ich schreibe das User sich selbst eine Meinung bilden können, auch ohne Zitate aus anderen Foren.
Wer schrieb denn hier in der irrigen Annahme das 100% aller Kosten für ein dementsprechenden Zaun immer und überall in Deutschland übernommen wird und das nicht nur für den Aufbau, sondern auch für die Instandhaltung?
Das es je nach Tier, Haltung und Bundesland Unterschiede gibt ob und in welchem Umfang Kosten übernommen werden, ja darüber kann man hier gerne informieren und das geht auch ohne wie ich finde reißerisches Zitat aus einem anderen Forum.

Hendrik77


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BeitragVerfasst: 25.05.2019, 10:58 
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Hendrik77 schrieb
Zitat:
Wer schrieb denn hier in der irrigen Annahme das 100% aller Kosten für ein dementsprechenden Zaun immer und überall in Deutschland übernommen wird und das nicht nur für den Aufbau, sondern auch für die Instandhaltung?

Was soll die Wortklauberei?
Es wurde hier geschrieben (von DjM), dass Präventionsmaß zu 100% übernommen werden. Das ist nicht korrekt und ich habe das anhand eines Erfahrungsberichts aus FB verdeutlicht. Daraufhin hast Du infrage gestellt, dass die Aussage eines hier angemeldeten Users (und damit kannst Du nur DjM gemeint haben) weniger glaubwürdig sei, als die meines Erfahrungsberichtes, d.h. Du hast meine Aussage angezweifelt. Daraufhin habe ich den Sachverhalt, dass Pröventionsmaßnahmen eben nicht zu 100% übernommen werden anhand des betreffenden offiziellen „ Verordnungstextes des Landes Niedersachsen belegt.
Dies ist umso wichtiger, da die unvollständig falsche Angabe „Weidetierhalter bekommen 100% der Kosten für Präventionsmaßnahmen ersetzt“ in der Öffentlichkeit ein falsches Bild entstehen läßt (vielleicht sogar entstehen lassen soll) und in Folge dazu führt, dass es heißt, „die Weidetierhalter sollen sich mal nicht so anstellen, einen finanziellen Nachteil haben die doch nicht...“.
Ich hoffe, dass Du den Sachverhalt jetzt nachvollziehen kannst und Deine Zweifel betreffs der Glaubwürdigkeit meines geposteten Erfahrungsberichtes ausgeräumt sind.

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Mann o mann,

wenn ich so die letzten gefühlten 100 Beiträge und auch deren Länge
und Argumentenaufzählung so verfolge, ohne sie alle in
vollständiger Länge gelesen zu haben, bringt mich nicht weiter,
komme ich zu der Auffassung,
da haben zwei User jede Menge Zeit, um ihre einzig "richtige" Meinung
hier im Forum in epischer Länge darzustellen.
Mensch, es ist Sommer, fast Sommer, macht mal Urlaub vom Forum,
fahrt in die Lüneburger Heide oder auf die ostfriesischen Deiche
und genießt den Blick auf Heidschnucken und Deichschafe.

Detlef

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Wenn jeder Scheinheilige wie eine 60-Watt-Birne leuchten würde, könnte man nachts nicht mehr ohne Augenbinde schlafen.


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BeitragVerfasst: 25.05.2019, 12:52 
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@Tatzel
Mal abgesehen davon, dass das, was Du kritisierst Dir egal sein sollte, weil Dir kein Schaden daraus erwächst und die Kritik zudem nichts nützt:
Was ist denn Deine geschätzte Meinung zu der Thematik?

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H. C. Andersen
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BeitragVerfasst: 25.05.2019, 15:49 
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BeitragVerfasst: 25.05.2019, 19:06 
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In Farbe habe ich auch etwas gefunden:

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Ein Wahl-Slogan ... das ungeschnittene Original klemme ich mir und euch aus verschiedenen Gründen. :roll: Werde es aber parat haben wenn es nötig ist.

@Tatzelwurm
Ich verstehe deinen Grundgedanken aber wer wirklich Interesse hat, wird sich diesen Schlagabtausch gerne antun.
Es ist mühsam alles zu lesen jnd vor allem, es gedanklich aufzurollen. Und so manch einer wird sich denken:" Was soll das Ganze - ist doch nur ein Wolf. Was bringt der uns überhaupt?"



Im Grunde geht es aber nicht nur zu 100% um den Wolf - unsere Grundeinstellung ist hier gefragt.

Und das spiegelt sich.
Es gibt nur eine Grundeinstellung bei den meisten. Und denen ist das Vieh egal. Sie haben nicht einmal den Ehrgeiz oder die Bereitschaft sich auf eine Nachbarschaft mit dem Wolf, generell etwas Neuem einzulassen. So wie mit vielem anderen ...siehe Bargeld oder Karte etc. .


Wir haben jährlich tausende Verluste an Viehbestand. Müssen wir nicht darüber diskutieren.
Wird hingenommen...akzeptiert...totgeschwiegen. Und wie jämmerlich das Vieh verendet oder halbtot im Container aber nicht im Supermarkt-Regal landet ... Schwamm drüber. Ist halt heute so weil Fleisch ja Massenware ist. Nicht der Rede wert.

Aber wenn im Vergleich (!) ein geringer Bestand Schafe gerissen wird, wird es propagiert.

Ich wünschte mir, alle Wolfsgegner wären gleichermaßen Tierschutzaktivisten. Für ALLE Tiere - ein Traum ... .


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BeitragVerfasst: 25.05.2019, 19:38 
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25örefan hat geschrieben:
Weniger Wöfe, weniger Schäden.
Wäre schön, wenn Du auch die Beiträge anderer User liest und die Fakten einfach mal zur Kenntnis nimmst:
Beispiel Niedersachsen:

Zahl der Wolfsterritorien¹
2016/2017: 17 (10 Rudel, 6 Paare, 1 Einzeltier)
2017/2018: 24 (15 Rudel, 9 Paare, 0 Einzeltier)


Zahl der getöteten Nutztiere²:
2017: 428
2018: 327


Während die Zahl der Wolfsterritorien um 41% stieg, und die Zahl der Rudel und Paare um 50%, war die Zahl der von Wölfen gerissenen Nutztiere um 24% rückläufig.

Deine Milchmädchenrechung à là "Weniger Wöfe, weniger Schäden" geht nicht auf. Nicht die Zahl der Wölfe, sondern die Qualität des Herdenschutzes ist ausschlaggebend für die Zahl der Risse. In Cuxhaven stiegen die Risse nach der illegalen Tötung der Elternfähe im September 2016 und dem Verschwundenwerden des Elternrüden kurz darauf sprunghaft an. Das ist der praktische Beweis in Deutschland für die Erkenntnisse der Wissenschaft, die die Wolfsgegner und Jagdbefürworter penetrant und permanent ignorieren:

Zahl der Risse in Cuxhaven
Im Raum Cuxhaven ist der praktische Beweis der wissenschaftlichen Studienergebnisse längst erbracht. Seit die dortige Mutterfähe im September 2016 illegal erschossen worden und kurz darauf auch der Rüde "verschwunden" ist, stiegen die Risszahlen, in denen ein Wolf als Verursacher nachgewiesen oder nicht ausgeschlossen werden konnte, sprunghaft an:

01.01.2012 - 31.12.2012: 3
01.01.2013 - 31.12.2013: 1
01.01.2014 - 31.12.2014: 5
01.01.2015 - 31.12.2015: 1
01.01.2016 - 30.09.2016: 9 - illegaler Abschuss der Fähe September 2016
01.10.2016 - 30.09.2017: 36 (!)

Da hat der Jäger den Tierhaltern mit dem illegalen Abschuss aber einen Bärendienst erwiesen!!!

Zitat:
Wolfsabschüsse schützen keine Nutztiere. [...] Ganz im Gegenteil: getötete Wölfe führen in fast einem Drittel der untersuchten Fälle zu mehr Nutztierschäden. [...] Nur in 29 Prozent der untersuchten Fälle konnte ein minimaler und nur kurzfristiger Rückgang der Übergriffe auf Nutztiere durch eine Wolfstötung erzielt werden. Bei 71 Prozent wurden hingegen keine Effekte oder sogar mehr Nutztierschäden festgestellt. Herdenschutzmaßnahmen und visuelle Abschreckungen wie Flatterbänder hingegen erfreuen sich großer Wirksamkeit. In 80 Prozent der untersuchten Fälle nahmen die Risse deutlich ab.

VET-MAGAZIN, 19.09.2016: Wolfsabschüsse schützen keine Nutztiere https://vet-magazin.de/wissenschaft/wil ... tiere.html


¹ Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf: Wolfsterritorien, Niedersachsen https://dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/terr ... &Jahr=2017
² MK Kreiszeitung, 29.03.2019: Zahl der Nutztierrisse durch Wölfe zuletzt deutlich rückläufig https://www.kreiszeitung.de/lokales/nie ... 99744.html


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