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BeitragVerfasst: 22.09.2020, 12:15 
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gerdson hat geschrieben:
Ich kenne eigentlich niemanden (auch nicht aus der Jägerschaft) der gegen den Wolf "hetzt". Wir weisen nur darauf hin, dass er (leider!!!) einfach nicht mehr in unsere Kulturlandschaft passt.
Wissenschaftlich ist die Aussage nicht haltbar - und praktisch auch nicht, denn der Wolf ist seit mehr als 20 Jahren in Deutschland zurück, ohne dass ein Rotkäppchen zu Schaden gekommen wäre. Jede Autofahrt ist riskanter als ein Waldspaziergang.
Zitat:
Der Wolf in der Kulturlandschaft
Das Bild vom Wolf, der unberührte Wildnis und weiträumige menschenleere Gebiete braucht, entspricht nicht der Realität. Wölfe leben heute in unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft in direkter Nähe zum Menschen. Wie Untersuchungen in Nordamerika und Europa zeigen, kommt es nur extrem selten zu Übergriffen von Wölfen auf Menschen und nur unter sehr speziellen Umständen (z.B. mit Tollwut infizierte oder durch Fütterung an den Menschen gewöhnte Individuen). Es gibt jedoch eine Unsicherheit bei der Einschätzung des Gefährdungspotenzials durch Wölfe für den Menschen seitens der Bevölkerung aber auch bei Behörden. Daher ist hier der Austausch zwischen Fachbehörden und Wolfsforschenden sowie die breite Information der Bevölkerung über das Wolfsverhalten von großer Bedeutung.


Bundesamt für Naturschutz, 22.11.2018: Pressehintergrund Artenschutz - Der Wolf (Canis lupus) – Bestand, Prävention und Einschätzung von Wolfsverhalten https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/presse ... _final.pdf


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BeitragVerfasst: 22.09.2020, 15:46 
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Es ist ohne weiteres wissenschaftlich nachweisbar, dass mit der Anzahl der Begegnungen zwischen Mensch und Wolf die Eintrittswahrscheinlichkeit einer "Rotkäppchen-Situation" steigt. Aber mir geht es eher um die betroffenen Nutztierhalter.


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BeitragVerfasst: 23.09.2020, 23:33 
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Zum Thema Nutztierhalter hatte ich berichtet.
Macht es einen Unterschied, ob es ein estnischer Schaftierhalter oder ein deutscher ist?

https://www.geo.de/natur/tierwelt/19945-rtkl-tausende-tote-laemmer-raben-fuer-mehr-tote-schafe-verantwortlich-als
Nun, das ist kein nationales Problem.

Zudem gibt's sicher zuhauf noch andere Probleme deutscher Landwirte. Die auch ohne den Wolf kaum ihr Zubrot aus bekannten Gründen verdienen.

Meine Güte, ich möchte kein einziges gerissenes Tier schön reden aber Missstände bei Landwirten löst sicher kein Wolf aus.


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BeitragVerfasst: 24.09.2020, 01:25 
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Der Verweis Nichtbetroffener darauf, dass es „Schlimmeres“ gäbe, ist leider in dieser Diskussion leider nicht selten.
Ein Übel macht das andere allerdings nicht besser.

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H. C. Andersen
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BeitragVerfasst: 24.09.2020, 10:07 
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25örefan hat geschrieben:
Ein Übel macht das andere allerdings nicht besser.

Solche allgemeine Feststellung helfen einer Diskussion auch nicht weiter. Ich kann nachvollziehen das ein Hirte alles andere wie begeistert ist wenn er Tiere an den Wolf verliert, aber solange der gesetzliche Schutz so ist was soll der Staat mehr machen wie Entschädigung zu zahlen und Zuschüsse für relativ sichere Zäune bereit zu stellen?

Med venlig hilsen
Hendrik77

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BeitragVerfasst: 24.09.2020, 11:24 
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Hendrik77 hat geschrieben:
...aber solange der gesetzliche Schutz so ist was soll der Staat mehr machen wie Entschädigung zu zahlen und Zuschüsse für relativ sichere Zäune bereit zu stellen?

Es gibt weitere Möglichkeiten, denn eine Regulierung per Jagd inkl. wolfsfreier Zonen zum Schutz von u.a. Deich-, Marsch- , Alm- und anderen Kulturlandschaften ist rechtlich möglich:
Zitat:
->Die Artenschutz-Richtlinie der EU lässt die Schutzjagd schließlich ausdrücklich zu „zur Verhütung ernster Schäden insbesondere an Kulturen und in der Tierhaltung sowie an Wäldern […] sowie an sonstigen Formen von Eigentum“. Und „im Interesse der Volksgesundheit und der öffentlichen Sicherheit oder aus anderen zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses. Einschließlich solcher sozialer oder wirtschaftlicher Art oder positiver Folgen für die Umwelt“.

->Deutschland hat die Option der Schutzjagd bisher nicht in nationales Recht umgesetzt. Im Gegensatz zu anderen Mitgliedsländern, wie etwa alle baltischen Staaten, die bereits in den Beitrittsverhandlungen die Option der Bejagung großer Beutegreifer festgeschrieben haben...

->Die nördlichen Teile des [schwedischen]Staatsgebiets werden – mit dem Segen aus Brüssel – [...]wolfsfrei gehalten, um die Rentierweide als Kulturgut zu schützen....
->Nicht nur das [...] Baltikum, sondern auch die Mitgliedsländer Südosteuropas, lassen sich ihren Umgang mit Raubtieren nicht aus Brüssel vorschreiben....
->Alle bisherigen Rügen und Strafandrohungen aus Brüssel betreffen die sogenannte „Lizenzjagd“, aber nicht die Schutzjagd. Schweden und Finnland nützen Ausnahmen, die das EU-Artenschutzrecht ausdrücklich zulässt...

https://www.outfox-world.de/news/die-sc ... ezept.html

Deshalb hat sich auch Dänemark mit Umweltministerin Lea Wermelin gemeinsam mit Frankreich, Italien, Estland und Lettland gegenüber der Europäischen Kommission zur Notwendigkeit einer weiteren Flexibilität im Wolfsmanagements mit Regulierung des Wolfes per Jagd positioniert und Finnland, Spanien, Bulgarien, Lettland, Litauen, Estland und Polen sowie die Slowakei unterliegen seit deren EU-Beitritt vertraglich vereinbart bereits gültig einer Lockerung des strengen Schutzes des Wolfes durch die Habitatrichtlinie.
Quelle: FB-Seite „Her er ulven i Danmark“
https://www.facebook.com/10313939070067 ... 125498253/
Falls jemand auf FB nicht registriert ist hier der Text:
Zitat:
Umweltministerin Lea Wermelin wird bei einer bevorstehenden Konsultation im Umwelt-und Lebensmittelausschuss des dänischen Parlaments einen Status für die Arbeit unter der Schirmherrschaft der EU geben, um die Möglichkeiten der Regulierung des Wolfes in Dänemark zu verbessern und Dänemark zu erklären Bündnisse mit anderen Ländern?".

Die Frage wurde auf Antrag der Bundestagsabgeordneten Pia Kjærsgaard (DF) und Erling Bonnesen (V) gestellt.

Hintergrund der Frage ist der Erhalt des Wolfes durch die EU-Habitatrichtlinie. Dänemark hat zusammen mit Frankreich, Italien, Estland und Lettland die EU-Kommission über ′′ die Notwendigkeit einer weiteren Flexibilität bei der Bewältigung von Wolf ′′ angesprochen, wie der Umweltminister am 6. in einer Antwort auf den Ausschuss sagte. Juni.

Hier erklärte der Minister, dass ′′ Finnland, Spanien, Bulgarien, Lettland, Litauen, Estland, Polen und die Slowakei beim Beitritt zur EU ganz oder teilweise vom strengen Schutz der Lebensraumrichtlinie profitiert haben, was es ermöglicht, Importjagd. Die Bewältigung des Wolfes einschließlich der Jagd muss jedoch weiterhin so erfolgen, dass die Arten nicht daran hindert, einen günstigen Erhaltungsstatus zu erhalten oder zu erhalten ".

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BeitragVerfasst: 24.09.2020, 12:44 
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gerdson hat geschrieben:
Es ist ohne weiteres wissenschaftlich nachweisbar, dass mit der Anzahl der Begegnungen zwischen Mensch und Wolf die Eintrittswahrscheinlichkeit einer "Rotkäppchen-Situation" steigt.
Wundert uns nicht, dass dafür keine Quellenangabe mitgeliefert wurde. Aber wir hätten da was:
Zitat:
Eine häufig vertretene Meinung ist, dass Wölfe in unbejagten Populationen früher oder später ihre Vorsicht gegenüber dem Menschen verlieren und in Konsequenz für den Menschen gefährlich werden. Dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg. (...) Die wenigen nach 1950 aus Europa bekannten Fälle, in denen nicht tollwütige wilde Wölfe Menschen getötet haben, geschahen in einer bejagten Population (Spanien).

I. Reinhardt, P. Kaczensky, J. Frank, F. Knauer, G. Kluth: Konzept zum Umgang mit Wölfen, die sich Menschen gegenüber auffällig verhalten - Empfehlungen der DBBW - Bundesamt für Naturschutz, Skript 502, Seite 14 https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/servic ... ipt502.pdf
Und auch, was die Nutztierschäden betrifft, korreliert die Zahl der Übergriffe nicht mit der Zahl der Wölfe.
Zitat:
Vergleiche der Nutztierschäden in verschiedenen europäischen Ländern zeigen, dass das Ausmaß der Schäden an Nutztieren weder von der Größe des Wolfsbestandes in einem Land noch von der Anzahl der Nutztiere abhängen. Entscheidend ist, wie gut oder schlecht vor allem Schafe und Ziegen vor Wolfsübergriffen geschützt werden (Kaczensky 1996, Linnell & Cretois 2018).

DBBW Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf: Wolfsverursachte Schäden, Präventions-und Ausgleichszahlungen in Deutschland 2019, Seite 2 https://www.dbb-wolf.de/mehr/literatur- ... erschaeden
Die immer wieder aus den gleichen Kreisen geforderte Wolfsbejagung als vermeintlich einfache Lösung für die Probleme der Nutztierhalter funktioniert nicht und bewirkt im schlechtesten Fall sogar das Gegenteil mit allen negativen Konsequenzen für die Tierhalter und ihre Tiere.
Zitat:
[...] wobei heutzutage in der Regel Elektrozäune für Koppeln und Nachtpferche verwendet werden. Im Gegensatz dazu können Nutztierschäden nicht durch eine allgemeine Bejagung von Wölfen reduziert werden. Trotz Bejagung würden weiterhin schlecht geschützte oder ungeschützte Weidetiere von Wölfen gerissen. Langfristig können Schäden an kleineren Nutztieren nur durch korrekt angewandten Herdenschutz minimiert werden.

Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Empfehlungen zum Schutz von Weidetieren und Gehegewild vor dem Wolf - Konkrete Anforderungen an die empfohlenen Präventionsmaßnahmen BfN-Skripten 530, 2019, Seite 6 https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/servic ... ipt530.pdf
Zitat:
Wolfsabschüsse schützen keine Nutztiere. (...) Ganz im Gegenteil: getötete Wölfe führen in fast einem Drittel der untersuchten Fälle zu mehr Nutztierschäden.

VET-MAGAZIN, 19.09.2016: Wolfsabschüsse schützen keine Nutztiere https://vet-magazin.de/wissenschaft/wil ... tiere.html
Es ist ziemlich unfair, auf dem Rücken der Weidetierhalter diesen vermeintlich einfache Lösungen zu verkaufen, die sich bei näherem Hinsehen und nach Beleuchtung der wissenschaftlichen Faktenlage als genaues Gegenteil entpuppen.


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BeitragVerfasst: 24.09.2020, 13:53 
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@25örefan
Du wiederholst Dich u.a. mit Werbung für eine zweifelhafte FB Seite. Tatsache ist das sich die Gesetzeslage der EU bis jetzt nicht geändert hat und wann sie das evtl. tun wird ist reine Spekulation. Laut dem Link von DjM ist die EU ja nicht gewillt den Schutz des Wolfes auf zu geben. Faktisch gibt es von der Seite also nichts Neues.

Med venlig hilsen
Hendrik77

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BeitragVerfasst: 24.09.2020, 15:05 
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Hendrik77 hat geschrieben:
@25örefan
Du wiederholst Dich u.a. mit Werbung für eine zweifelhafte FB Seite.

Dass die FB-Seite „Her er ulven i Danmark“, auf der sowohl Wolfsbefürworter als auch Wolfskritiker zu Wort kommen bzw. Mitglieder sind, auf der u.a. sogar touristische Wolfsexkursionen angeboten werden „zweifelhaft“ sei, ist hier zunächst einmal Deine Auffassung.
Was Wiederholungen anbelangt, kannst Du nicht davon ausgehen, dass hier jeder den Thread von Anbeginn verfolgt hat bzw. den gesamten Thread mit allen Beiträgen zurückverfolgt.
In sofern ist „ Du wiederholst Dich “ relativ.

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