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Der Wolf in Deutschland / Pro u. Contra
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Seite 5 von 81

Autor:  Lyset-1 [ 23.06.2015, 09:52 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wolfshysterie bekommt neue Nahrung

25örefan hat geschrieben:
Wenn jemand Wolfsberater wird und Jäger ist, warum ist der
dann dem Vorwurf der Parteilichkeit ausgesetzt?
Wolfsberater setzt eine pro Wolf Einstellung voraus, Jäger sein beinhaltet nicht per es eine anti Wolf Einstellung.


Ich kann Dinas Skepsis sehr gut verstehen. Vor allem, was die dänischen Jäger angeht: http://nyhederne.tv2.dk/2015-05-12-jaeg ... av-dem-ned
"Jäger wollen die Sache selbst in die Hand nehmen: "Schiesst die Wölfe und vergrabt sie."

Dazu passt der Brief eines anonymen Jägers, der in TV MidtVest im März 2015 veröffentlicht wurde:
http://www.tvmidtvest.dk/indhold/anonym ... ulve-skudt

Anonym brevskriver: Tre ulve skudt
En anonym afsender påstår i et brev til seniorforsker Thomas Secher på Naturhistorisk Museum i Aarhus, at tre ulve er skudt og dræbt i Midtjylland.(Arkivfoto)
LÆS MERE...
Forskere opdager endnu en ulv
Nye ulve i landet
Seniorforsker Thomas Secher, der har været meget profileret i debatten om ulvens indtog i Danmark, modtog efter vinterferien et noget usædvanlig brev, det skriver Århus Stifttidende.
Brevet var maskinskrevet og lød således:
- Hej Thomas Secher. Jeg kan fortælle dig, at bare her i det midtjyske så er der blevet skudt tre hanulve. Ingen jægere eller lodsejere har sympati for ulven. Den hører ikke hjemme i lille Danmark. Mvh. En af de gæve jyske jægere. Thomas Secher har ikke kunne finde ud af andet omkring brevet, end at det er poststemplet i Østjylland.
- Suk, tænkte jeg. Hvad får dog en mand til at skrive et brev som det til mig?, siger Thomas Secher til Århus Stifttidende.
Ulvens eksistens i Danmark har været meget omdiskuteret, og mange landmænd og lodsejere har udtrykt deres modstand. Frygten er, at ulven vil dræbe landmændenes dyr, og derfor har Thomas Secher tidligere hørt historier om, at jægere har skudt en ulv. Men det er første gang, at han modtager et brev fra en jæger.
- Det er trist at sådan noget rygtes. Jeg kan godt få mistanken, at det er endnu en vandrehistorie, men hvis manden virkelig har set tre døde ulve, så er det rigtig interessant, siger Thomas Secher til Århus Stifttidende.
Ulven er fredet, og det er ulovligt at skyde den. Det kan straffes med fængsel i op til to år og en fratagelse af jagttegnet.



Für alle, die kein Dänisch können in aller Kürze:
Ein Jäger hat in einem Brief an Forscher Thomas Secher vom Naturhistorischen Museum behauptet, er habe drei Wölfe erschossen, da sie nicht in die dänische Natur gehörten.

Die Leserzuschriften (im Artikel nachzulesen) darauf sind vielfältig :mrgreen:
"Entfernt die Jäger aus der Natur" bis zu Empfehlungen, Schalldämpfer zu benutzen (beim Abknallen der Wölfe).

Aus der Jägerschaft in Deutschland höre ich ebenfalls sehr verschiedene Stimmen, die Schiesswütigen freuen sich schon auf das neue Wild, da sie in Gemeinschaft mit dem Strassenverkehr die Hasen fast ausgerottet haben, aber es gibt auch erfreulich viele, die sich über die Bereicherung der Arten freuen und den økologischen Nutzen verstanden haben.

Lyset

Autor:  hanno [ 23.06.2015, 09:59 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wolfshysterie bekommt neue Nahrung

Zitat:
Der LJV Hessen hat bereits einen Jäger zum „Wolfsbeauftragten“ ausgebildet und wird in diesem Frühjahr den Zweiten ausbilden lassen. Das Wissen dieser beiden Fachleute aus unseren Reihen soll nun schrittweise auf die Ebene der Landkreise und damit in den Bereich der Jagdvereine erweitert werden.
Dazu planen wir im Frühjahr 2015 drei Schulungskurse in Nord-, Mittel- und Südhessen, in denen die beiden „Wolfsbeauftragten“ ihre Kenntnisse weitergeben werden. Interessierte Jäger/Jägerinnen würde der LJV zu einem solchen eintägigen Kurs nach Kranichstein, Bad Nauheim oder Alsfeld-Eudorf einladen.
Nach der Schulung sind dann diese Jäger „Wolfsberater“ und sollen in ihrer Region ehrenamtliche Ansprechpartner für die Thematik Wolf sein und Bürgern/Tierhaltern/Freizeitsportlern Informationen geben und aufklären.


Quelle :http://www.kreisjagdverein-hersfeld.de/648/schulung-wolfsberater/

Danke dina für diesen Link, das könnte man ja schon als Comedy pur betrachten, da passt das Sprichwort, " da hat man den Bock zum Gärtner gemacht" !
Ob das der Sache mit den Wölfen wirklich dienlich ist, wage ich doch sehr stark zu bezweifeln, wenn Lobbyisten als Berater für ihr Feindbild auftreten,da fehlen mir schon ein bisschen die Worte.

Autor:  dina [ 23.06.2015, 10:31 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wolfshysterie bekommt neue Nahrung

Auch die "Länge" der "Ausbildung" ist ein Witz :?

LG Tina

Autor:  25örefan [ 23.06.2015, 10:55 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wolfshysterie bekommt neue Nahrung

Die Ausbildung zum Wolfsberater ist tatsächlich zu bemängeln. Es zeigt die deutlich die Unkenntnis der politisch Verantwortlichen sowie deren Berater.
Zu Kritisieren ist allerdings auch die Haltung, die Jäger unter Gemeralverdacht der Schießwürogkeot stellt.

Autor:  hanno [ 23.06.2015, 11:01 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wolfshysterie bekommt neue Nahrung

Was für Argumente auch von der Jägerschaft immer wieder gebracht werden, zeigt dieser Artikel in der TAZ !

http://www.taz.de/!5049310/

Zitat:
Wahr sei hingegen, dass Beamte auf einem Transporter Ende November einen „Steppenwolf“ sichergestellt hätten. Doch dabei habe es sich nicht um ein Tier, sondern „um ein Rad des gleichnamigen Fahrradherstellers“ gehandelt – „eines von 14 Fahrrädern, die als Hehlerware nach Osteuropa gebracht werden sollten.“

Doch so schnell gibt sich Jäger-Chefredakteur Lucas von Bothmer nicht geschlagen. Im RBB-Radio sagte er, sein Informant habe nicht nur erklärt, dass die importierten Wölfe zur Auswilderung auf deutschen Truppenübungsplätzen vorgesehen seien. Sondern auch „glaubwürdig versichert, dass dieser Akt der Sabotage strenger Geheimhaltung unterliegt“.


So etwas muss erst mal jemanden einfallen und das dann auch noch öffentlich machen, einfach herrlich !! :wink:

Autor:  dina [ 23.06.2015, 11:21 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wolfshysterie bekommt neue Nahrung

@ Gerald:

25örefan hat geschrieben:
Bei dem geringen Besatz mit Wölfen in DK mag das gelten.
In Wolfsgebieten in D sieht das anders aus:
http://www.wolfsregion-lausitz.de/index ... sstatistik


Jetzt lass ich auch mal den Oberlehrer raushängen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Besatz

Sind in deinem Link DNA-Proben genommen worden,oder ist das nur eine Annahme?

LG Tina

Autor:  Touri [ 23.06.2015, 12:14 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wolfshysterie bekommt neue Nahrung

Es ist unstrittig, dass Wölfe Schafe reißen, wenn sich dazu die Gelegenheit bietet. Das liegt sozusagen in der Natur der Sache. Es ist sicherlich auch unstrittig, dass das Wolfsmanagement weiterentwickelt werden muss. Bisher nahm ich übrigens an, dass Wolfsberater wirkliche Experten sind, da ich nun aber weiß, dass diese faktisch gar keine Ausbildung (diesen Minikurs kann man nicht Ausbildung nennen) haben, nehme ich deren Kritik , auf die hier in einigen Links hingewiesen wurde, auch nicht ganz so ernst. Eine Weiterentwicklung des Wolfmanagements kann aber nicht die Forderung nach dem Abschießen von Wölfen bedeuten, sondern die Intensivierung von Herdenschutzmaßnahmen etc. Das Reißen von „Nutztieren“ ist sehr bedauerlich, aber für den Wolf ist z. B. ein Schaf auch ein „Nutztier“. In dem von 25örefan angegebenen Link wird auch darüber informiert, dass in einigen Fällen die Schafe etc. unzureichend geschützt waren. Mit ist aber auch klar, dass es trotz einer möglichen Verbesserung und Weiterentwicklung von Herdenschutzmaßnahmen keine vollkommene Sicherheit für die sogenannten Nutztiere gibt. Mir tut es leid , wenn Lämmer etc. gerissen werden, aber mir tut auch leid, wenn z. B. Tiertransporter mit „Nutztieren“ verunglücken etc. Das ist kein OT. Wenn ein Wolf ein Schaf reißt, ist die Medienaufmerksamkeit sehr groß, wenn es Unfälle mit Tiertransportern gibt und die betroffenen Tiere zu Tode kommen, dann ist das meistens eine Alltagsmeldung in den Verkehrsmeldungen.

Unabhängig davon würde mich interessieren, ob man daran arbeitet, die Identität des dänischen Jägers herauszufinden, und welche Konsequenzen es für ihn hätte, wenn man ihm nachweisen könnte, dass er Wölfe erschossen hat.

Touri

Autor:  Die jungen Mitteleuropäer [ 23.06.2015, 13:57 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wolfshysterie bekommt neue Nahrung

25örefan hat geschrieben:
Zu Kritisieren ist allerdings auch die Haltung, die Jäger unter Gemeralverdacht der Schießwürogkeot stellt.


Der Deutsche Jagdverband hat sich ganz offiziell pro Wolfsabschuss durch die Jägerschaft positioniert:

"Schluss mit der Schonzeit für Wölfe, forderte der Deutsche Jagdverband (DJV) zum Abschluss des Bundesjägertages in Radebeul. Isegrim soll wieder vor die Flinte genommen werden dürfen."

http://mopo24.de/nachrichten/also-doch- ... essen-7995

Mit dem Einsatz von Jägern als Wolfsberatern ist der Interessenskonflikt bereits vorprogrammiert. Und führt zudem zu ziemlich seltsamen Äußerungen wie dieser: "So bleiben beispielsweise Touristen fern, wenn sie über die Anwesenheit von Grauhunden in ihrem Urlaubsziel erfahren. " Berichtet wird über einen Hotel- und Reitstallbetreiber in der Lüneburger Heide: "So habe ein Wolfsberater einem seiner Kunden geraten, nicht mehr hinter die A 7 zu fahren, da es zu gefährlich sei [...]."

http://www.jagderleben.de/der-wolf-trei ... legalitaet

Tatsächlich aber sind die Menschen "hinter der A7" trotz oder vielleicht ja auch wegen der Wölfe immer noch ziemlich lebendig und quietschvergnügt - boomt doch gerade der Tourismus wie nie zuvor:

"Lüneburger Heide Tourismus bricht alle Rekorde"
http://www.lueneburger-heide.de/12538_L ... korde.html

Das herbeigeredete "Wolfsproblem" scheint folglich weniger eines von allgemeiner Bevölkerung und Touristen, sondern vielmehr eines von Jägern, Landwirten und konservativ/liberalen Politikern zu sein.

Das dürfte sich in Dänemark ähnlich verhalten.

Autor:  Die jungen Mitteleuropäer [ 23.06.2015, 15:58 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wolfshysterie bekommt neue Nahrung

Touri hat geschrieben:
Unabhängig davon würde mich interessieren, [...] welche Konsequenzen es für ihn hätte, wenn man ihm nachweisen könnte, dass er Wölfe erschossen hat.


In Dänemark drohen dem Schützen bis zu zwei Jahre Haft:

"Strafferammen for at dræbe en ulv er op til to års fængsel."
http://www.dr.dk/Nyheder/Regionale/Esbj ... 062058.htm

In Deutschland drohen einem Jäger für einen illegalen Wolfsabschuss sogar bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe bis zu 50.000 EUR.

In dem Artikel von DR vom 12.05.2015 wird ja auch darüber berichtet, dass in dänischen Jagdkreisen angeblich zum illegalen Wolfsabschuss aufgerufen wird. Auch in Deutschland wird selbst von Lokalpolitikern gegenüber der Presse angedeutet, dass "die Dörfler in die Illgealität getrieben werden", wenn die Politik "so weiter macht" (Bürgermeister von Ehlbeck, 25.03.2015).
http://www.jagderleben.de/der-wolf-trei ... legalitaet

Ich halte es schon aus demokratischer Sicht es für äußerst bedenklich, wenn eine bestimmte politische Entscheidung mit einer Art "Androhung" der Möglichkeit illegaler Handlungen durch eine waffenbesitzende Minderheit der Bevölkerung (in Deutschland 0,4%) sozusagen "erzwungen" werden soll - man stelle sich diese Vorgehensweise einfach einmal in anderen politischen Fragestellungen vor!

Autor:  Tatzelwurm [ 23.06.2015, 18:27 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wolfshysterie bekommt neue Nahrung

Fernsehempfehlung:

Heute abend 22:00 Uhr im NDR.

" Wolfsstunde"

Detlef

Autor:  Touri [ 23.06.2015, 19:21 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wolfshysterie bekommt neue Nahrung

Tatzelwurm meint die Wiederholung eines "Tatortes" und nicht, wie man auf den ersten Blick eventuell meinen könnte - eine Dokumentation zum Threadthema....

@DjM Vielen Dank für die Informationen und Links. Es ist mehr als bedenklich, was in dem Artikel auf der Jägerseite geäußert wird.

Touri

Autor:  25örefan [ 23.06.2015, 23:13 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wolfshysterie bekommt neue Nahrung

dina hat geschrieben:
@ Gerald:
Sind in deinem Link DNA-Proben genommen worden,oder ist das nur eine Annahme?
LG Tina

In D gilt einzig eine positive DNA-Probe als Nachweis eines Wolfes für die Statistik und gegebenenfalls für eine staatliche Entschädigungszahlung im Falle eines Wolfsrisses.

Autor:  Touri [ 23.06.2015, 23:42 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wolfshysterie bekommt neue Nahrung

In der bereits mehrfach erwähnten Statistik wird u. a. folgende Formulierung angeführt:

Zitat:
Wolf nicht auszuschließen



Touri

Autor:  Die jungen Mitteleuropäer [ 24.06.2015, 00:06 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wolfshysterie bekommt neue Nahrung

25örefan hat geschrieben:
In D gilt einzig eine positive DNA-Probe als Nachweis eines Wolfes für die Statistik und gegebenenfalls für eine staatliche Entschädigungszahlung im Falle eines Wolfsrisses.


Das ist nicht ganz korrekt - die Voraussetzungen für die Gewährleistung von Entschädigungszahlungen werden auf Landesebene geregelt und dabei teilweise unterschiedlich gehandhabt. Während Niedersachsen auf vor allem auf DNA-Analysen setzt, reicht beispielsweise in Sachsen oder Brandenburg die Feststellung eines dafür geschulten Rissgutachters, dass ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann.

http://woelfeindeutschland.de/ja-zum-wo ... ierhalter/

Die unterschiedliche Handhabung spiegelt sich auch in den Formulierungen in den Schadensstatistiken wider, wie z. B. im Vergleich der entsprechenden Tabellen von Sachsen und Niedersachsen.

Autor:  Hendrik77 [ 15.07.2015, 23:06 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wolfshysterie bekommt neue Nahrung

Hejsa !
http://www.nordschleswiger.dk/news.4460 ... 3%BCtland-
Venlig hilsen
Hendrik77

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