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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 09:27 
Ich habe in den letzten Wochen unheimlich viele Beiträge in der Zeitung und im Fern darüber gesehen, wie schlecht alles angeblich in der Zukunft wird:

Wenn man so die Berichte hört muss man ein Drittel seines Einkommens Sparen, der Staat ist sowieso nur für "Rentebetrung" verantwortlich, die alten werden bald wie das allerlezte behandelt usw, usw...laut einigen Umfragen haben 1/3 aller Deutsche davor Angst alt zu werden. Ich habe neulich von jemanden gehört, die mit 29 Jahren eine Eigentumswohnung gekauft hat, obwohl die die eigentlich nicht leiden mochte, aber somit könnte die wenigstens ab 60 dort leben, ohne Miete zu bezahlen - ich glaube sowas hört sich für meisten Dänen ein bisschen bescheurt an!

Ob es nun so geht oder nicht kann man ja nicht richtig beantworten, es ist wohl aber eine Tatsache, dass man fürs alter sparen muss. Worauf ich eigentlich hin möchte:

Ich glaube nicht, dass es in Dänemark viel anders aussieht, wenn man die Prognosen für 2030 bis 2040 aussieht, aber ich habe unter Dänen in meinem Alter(31) dieser Angst vor der Zukunft noch nie gespürt, die Leben eher so nach dem Motto: ich verdiene jetzt gut, dann möchte auch jetzt gut leben, mal gucken was kommt, wenn ich alt bin.

Warum gibt es diesen Unterschied? Oder bilde ich mir nur das ein?

Ich bin auf eure Meinungen sehr gespannt.


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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 09:44 
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Registriert: 14.01.2007, 22:14
Beiträge: 3913
Wohnort: NN
gutes thema. mein eindruck ist auch, dass die deutschen fuer den friedhof, die erben oder fuer die rente sparen. also irgenwie das leben gerne in die zukunft verschieben. ich find das allerdings nicht sehr schlau. versicherungen beispielsweise kalkulieren damit, dass ca. 1/3 der heute 35-jaehrigen nicht 60 werden. ergo, werden sie ihre angehaueften "reichtuemer" nie wirklich nutzen koennen...


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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 10:03 
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Beiträge: 671
Wohnort: Südwestdeutschland
Weißt du, wenn man immer und immer und immer wieder darauf aufmerksam gemacht wird - wie mit einem Holzhammer - sorg für die Zukunft, die Deutschen sterben aus, kein Geld mehr in der Rentenkasse, dir gehts schlecht, wenn du älter wirst - irgendwann fällt diese ewige Spökenkieckerei auf fruchtbaren Boden. Irgendwann wird man unsicher und macht sich Sorgen.
Und da kam letzthin auch noch dieser bescheuerte Zweiteiler im Zdf, wie unsere Zukunft mal aussehen wird. :roll:

Meine Güte, ich verstehs auch nicht: Ich kann doch nicht nur morgen leben! Ich lebe doch heute! Natürlich muss man ab und zu mal mit einem Auge in die Zukunft gucken, aber man kann doch das Leben jetzt nicht einfach so vorbeigehen lassen!

Wenn man - wie wir - keine Kinder hat, wird man langsam schon scheel angesehen, tut man ja nix für die Zukunft.....

Ich finds langsam lächerlich und reine Panikmache.


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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 10:27 
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Registriert: 10.08.2006, 18:11
Beiträge: 998
Wohnort: Billund, DK
Hej!

Und wenn du Kinder hast, beginnt die Panikmache schon in der Schule. Da wird schon im Kindergarten nahe gelegt, dass die Kleinen Englischkurse und musikalische Früherziehung erhalten sollten,damit sie später bessere Chancen auf dem Berufsmarkt haben :shock:

Lässt du deine Kinder einfach in der Freizeit nur spielen, wirst du z.T. schon von einigen Eltern als verantwortungslos angesehen. Weiss ich, wie der Arbeitsmarkt in 20 Jahren ist? Ein Sparkonto ist ja sinnvoll- billiger wird´s sicher nicht :wink: - aber mein ganzes Leben auf später ausrichten?

Ich glaube, diese verkrampfte Lebenseinstellung hängt mit dem Schwinden der Werte zusammen. Je weniger davon da sind, umso orientierungsloser werden die Menschen. Das verursacht die Ängste, die noch durch eine panikmachende Rentendebatte geschürt werden.
Da ist es logisch, das viele ihren Halt in einer überzogenen Vorsorge suchen.

Gruß

Dagmar, vielleicht zu leichtsinnig :)


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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 10:44 
ich habe angst vor diesem staat ,der sich selbst und dem land im wege steht.vor der zukunft habei ch ,auch wenn ich in ds lebe , keine angst.
mit optimistischen gruß
roberto


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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 10:57 
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Registriert: 26.09.2006, 13:26
Beiträge: 451
Wohnort: HH-Sinstorf/ Ebeltoft
Zitat:
galaxina Verfasst am: 25.01.2007, 09:44 Titel:

--------------------------------------------------------------------------------

versicherungen beispielsweise kalkulieren damit, dass ca. 1/3 der heute 35-jaehrigen nicht 60 werden. ergo, werden sie ihre angehaueften "reichtuemer" nie wirklich nutzen koennen...


Hej,

aber jetzt hab ich wirklich Angst, ich bin jetzt 35 und soll nur 60 Jahre werden? Dann kann ich ja nur noch 25 mal 3 Wochen nach DK fahren. Das macht aber echt Angst :shock: :mrgreen:

Aber mal im Ernst. Ich glaub die Angst stammt daher, dass wir hier in Deutschland keine Familienstrukturen bzw. sozialer Strukturen haben, die z.B. funktionieren wenn die Älteren auf Hilfe angewiesen sind. Nicht umsonst braucht es in D eine Pflegeversicherung. Die Generationen leben längst nicht mehr unter einem Dach und somit muss für die Pflege aufgekommen werden und wird nicht mehr all zu oft von der Familie geleistet.

Naja wie auch immer bei uns hier im Eck funtioniert es noch ganz gut.

Hilsen
Gabi

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Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr Bild

Optimismus ist, bei Gewitter auf dem höchsten Berg in einer Kupferrüstung zu stehen und "Scheiß Götter!" zu rufen. (Terry Pratchett)

http://www.youtube.com/watch?v=TEb6oamv ... re=related
https://vimeo.com/72152240


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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 11:14 
In Dänemark ist noch unüblicher als in D, dass die Familien unter einem Dach leben, da ist es auch "normal", dass die ältere ins Heim kommen.

Trotzem spüre ich in DK keine Angst allgemein in meiner Generation oder die ältere(um die 50 Jahre)...vielleicht liegt es daran, dass die alle schön "friværdi" in ihre Häuser haben, und dann finansiel abgesichert sind! :) (Siehe anderem Thread)


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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 11:37 
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Beiträge: 451
Wohnort: HH-Sinstorf/ Ebeltoft
Hej lillebaek,

Altersheim, Pflegeheim? Grusel! Zum Teil so teuer, dass man wirklich schon jetzt anfangen muss zu sparen. Und die Pflegeheime, keine Ahnung wie da die Philosophie ist. Noch gruseliger!

Eigene Häuser haben hier ja auch einige, da warten aber all zu oft schon die Erben drauf .....

Vielleicht haben auch so viele Angst, weil es wird ja nur über schlechtes berichtet und das gute verschwindet somit aus dem Sprachgebrauch. Es ist ja auch wissenschaftlich erwiesen, dass wir Menschen 13 mal über schlechtes berichten und nur 1 mal über gutes. ......

Hilsen
Gabi

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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 12:12 
Hej lillebæk!

Da ist sicher ein Mentalitätsunterschied -- aber nicht nur bei den Menschen, sondern auch bei den Medien. In Deutschland scheinen mir die Medien mehr auf das Negative fixiert zu sein; es wird vorwiegend über Probleme berichtet, und wenn es mal was Positives zu schreiben gibt, dann muss doch wenigstens ein Kritiker oder Mahner dabei zu Wort kommen. Ich habe mit den dänischen Medien nicht so viel Erfahrung, aber das scheint mir dort ein wenig anders zu sein.

Das mit dem Wohneigentum ist vielleicht eine deutsche Tradition (Immobilie als Altersvorsorge), die in unserem mobilen Zeiten eigentlich nicht mehr zeitgemäß ist, sich aber noch hält. Generell sehen Deutsche aber eine Immobilie eher als langfristige bis lebenslange, vielleicht sogar generationenübergreifende Investition an. Für kurzfristigere Zeiträume mietet man in Deutschland eher, was in DK dem Vernehmen nach ausserhalb des Großraums Kopenhagen unüblich ist.

-- Martin


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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 12:52 
Hej,


.................................., weil sie eine Vergangenheit haben.

Detlef


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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 12:54 
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Registriert: 22.02.2002, 11:23
Beiträge: 4050
Zitat:
.................................., weil sie eine Vergangenheit haben.


genau DAS habe ich auch gedacht, Detlef! :wink:

Gruß Ursel, DK

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""Den virkelige opdagelsesrejse går ikke ud på at finde nye lande,
men at se med nye øjne."

---------------------------------------------------------Marcel Proust
...


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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 13:19 
Hej Martin

Ich sehe das auch so mit den Medien, das negative wird in D irgendwie zum Kult gemacht und wer am dunklesten propfezein kann oder am besten meckern kann kommt immer zur Wort.

Und das alles wegen Vergangenheit?!? Ich weiss das nicht....Hat jemand andere Gründe?


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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 13:22 
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Registriert: 14.01.2007, 22:14
Beiträge: 3913
Wohnort: NN
Ursel hat geschrieben:
Zitat:
.................................., weil sie eine Vergangenheit haben.


genau DAS habe ich auch gedacht, Detlef! :wink:

Gruß Ursel, DK

haben die dänen keine vergangenheit?


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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 13:25 
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Beiträge: 671
Wohnort: Südwestdeutschland
und genau das wollte ich auch fragen...

Denn ehrlich gesagt, "die" Vergangenheit, die evtl. ja gemeint sein könnte, mit der indentifiziere ich mich definitiv nicht mehr.


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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 13:43 
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Beiträge: 609
Wohnort: Hartenstein / Franken / D
Hejssa DK-venner,
also ich meine hier differenzieren zu müssen: es gibt einmal die persönliche Zukunftsangst des Einzelindividiums und zum anderen die, zugegeben schwerer zu definierende, Kollektivangst einer ganzen Nation. Aus meinem Blickwinkel stellt sich das so dar (ähnlich wie "lillebaek" das sieht ich verdiene jetzt gut, dann möchte auch jetzt gut leben, mal gucken was kommt, wenn ich alt bin.): ich habe prinzipiell vor nichts Angst und lebe nach dem Motto "jeder ist seines Glückes Schmied"; will damit sagen, daß es der Einzelne in der Hand hat seine Gegenwart und Zukunft zu gestalten und sichern - auf einen Staat würde ich mich dabei allerdings nicht verlassen!
Was die Zukunftsangst der Nation betrifft, so sehen wir ja selbst womit sich ein Großteil der Beiträge in diesem Forum beschäftigt: Abwanderung! Und das beileibe nicht nur nach Dänemark. Hier kann einem echt Angst und Bange werden - die tüchtige Jugend und Intelligenz wandert auf Grund besserer Perspektiven ins Ausland ab. Ein schlauer Kopf hat mal gesagt: ein Ingenieur in Deutschland schaftt 100 Arbeitsplätze! Doch wie sieht es aus, wenn eben diese Ingenieure diesem Land den Rücken kehren? Und welche Leute kommen rein? Wie zu befürchten ist, keine solchen die die Zukunft des Landes sichern - doch eher solche die Kosten und zusätzliche Probleme verursachen.
Was ich aber überhaupt nicht nachvollziehen kann ist Zukunftsangst der Deutschen, "weil sie eine Vergangenheit haben" ???
Als Nachkriegsgeborener werde ich ständig an eine Vergangeheit erinnert, die gar nicht die meine sein kann und ermahnt mich entsprechend zu verhalten (?). Ich kann´s nicht mehr hören - werde aber deshalb nicht gleich auswandern, denn wie geschrieben, ich persönlich habe keine Angst vor der Zukunft.
mfg werner48

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den sidste Viking i Franken


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