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 Betreff des Beitrags: Warum pessimistisch
BeitragVerfasst: 05.06.2008, 11:10 
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Registriert: 26.05.2008, 10:21
Beiträge: 8
Wohnort: Regensburg
Hej,

warum wir Deutschen so sind mag vielleicht auch in der Entwicklung liegen, ich muss sagen dass ich früher sehr gerne hier in Deutschland war und bin, jedoch wenn ich mir das Lohnniveau ansehe und die Lebenshaltungskosten, dann muss man sagen hier stimmt etwas nicht.
Wir machen mindestens einmal im Jahr in Dänemark Urlaub und ich musste feststellen, dass die Lebenshaltungskosten zur Zeit gleich mit dem der Deutschen ist. Wobei man aber dazusagen muss, dass die Einkommen etwas höher sind in Dänemark.

Also verstehe ich das schon wenn man pessimistisch ist. Auch wenn man von der Politik ständig hört man muss sparen, was der Stat einem sugeriert und er selber teilweise auch macht, aber sich dann seine Diäten drastisch erhöht. Ok, die letzte Erhöhung wurde wegen dem protest der Bevölkerung zurückgenommen.

So gibt es eine Menge an Beispielen warum Deutsche pessimistisch sind. Ehrlich gesagt, überlege ich auch auszuwandern, einmal aus gesundheitlichen Gründen und wegen der anderen Mentalität in anderen Ländern.

Grüße an alle Snibril


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 09.06.2008, 19:07 
Die Deutschen sind pessimistisch, weil sie sich dran gewöhnt haben daß irgendwelche Eliten es schon richten, und auf einmal passiert das nicht mehr.

Siemens schmeißt einem keine lebenslangen Anstellungen für drei Generationen hinterher, die Manager stellen US-Fonds vor die Belegschaft und die Politiker heißen nicht mehr Brandt und Schmidt sondern sind durch wendehalsige Opportunisten wie Fischer und Pofalla ersetzt.

Aber weil wir uns eben drin eingerichtet haben sind wir gar nicht in der Lage es selbst in die Hand zu nehmen. Verlernt.

In Deutschland findet eine systematische und massive Volksverachtung statt. Die Leute wollen keine schnelle Osterweiterung, keinen Lissabonvertrag, keine Bahnprivatisierung (=Volksvermögensraub), keine Vorratsdatenspeicherung und keine maskierten Elitesoldaten die am Hindukusch Ziegenhirten einbuchten?

Egal, machen wir trotzdem.

Von außen betrachtet begreife ich langsam, daß wir ganz und gar nicht so aufrechte Demokraten sind wie der "Musterschüler" sich gerne einbildet.

Wer eine solche Elite akzeptiert und dann weder in der Lage ist diese Typen klar zu identifizieren und abzuwählen, noch gegenläufige Strukturen aufbaut, der hat allen Grund zum Pessimismus und soll weiter den Stuß von Weltspitze und Großindustrie nachbrabbeln. Währenddessen machen flexible, liberale und auch im gesunden Sinne lokalpatriotische (was auch das ausgeprägt Soziale beinhaltet) Gesellschaften mit vielen kleinen Mittelstandsfirmen und kurzen Wegen das Rennen.

Ich bleib weg. :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 09.06.2008, 19:33 
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Registriert: 21.04.2007, 11:37
Beiträge: 164
Wohnort: seit Februar 08 7280 Sdr.Felding :-)
Hej an Alle,

ich habe mir jetzt nicht die Mühe gemacht alle Antworten zu lesen.
Diejenigen die ich mir durchgelesen habe, hatten alle einen wahren Kern.
Allerdings empfand ich die meisten Antworten als zu weit hergeholt.

Ich glaube, dass es ein Menatlitätsproblem ist. Vielleicht auch durch die Medien/Politker gesteuert. Darüber möchte und kann ich mir kein Urtail erlauben.

Für euch alle ein einfacher Test:
Was passiert, wenn ihr einen "alten Bekannten" (keinen guten Freund) auf der Strasse trefft auf die Frage:"Wie geht es dir?"
Lautet die Antwort: "Toll! Mir geht es richtig gut ...", dann schlucken viele trocken und sagen: "Dann noch einen schönen Tag ..." und gehen ihres Weges.
Sollte die Antwort, wie in den meisten Fällen, lauten: "Echt schlecht, weil ..." dann ist auf einmal ein gemeinsames Thema gefunden, ein Thema wo beide Gesprächspartner sich suhlen können. Und wie schön ist es doch zu erfahren, das es anderen noch schlechter geht. Da kann man ja dann mal sein eigenes Elend vergessen.

Um hier wirklich unvoreingenommen dran zu gehen, solltet ihr euch selbstkritisch prüfen. Denn zu zu geben, das man auch gerne im Elend von anderen wühlt, ist für jeden eine schmerzliche Erfahrung.

Einen nachdenklichen Abend
Bettina :|


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 Betreff des Beitrags: Daenen und Deutsche
BeitragVerfasst: 14.06.2008, 21:01 
Also die Daenen , die ich kenne, sorgen vor: Kaufen sich ein Sommerhaus, was sie ausleihen (Geld verdienen - nicht aus freundlichkeit), haben Versicherungen, kaufen sich ein haus, weil sie miete zahlen fuer bloede halten - haben aber meist eine Feiereinstellung zum Leben!
Daenen sparen auch gerne, fahren nach HH zum Flug in die Ferien anstatt sich patriotisch-dansk ein Ticket hier in cph/billund zu kaufen.
Die Daenen ticken ein wenig anders, es gibt nicht so ein showoff bei Reichtung wie in Deutschland, was mich in D aber ueberhaupt nicht stoert, hier wohl er als stoerend angesehen wird.
Deutsche sind ja auch mit dem Bismarck´schen Erbe gross geworden - alles ist behoerdlich geregelt und Preussisch gepraegt.

Insofern werde ich wie alle Daenen in die Pensionskasse einzahlen und schoen in DK fuer mein Alter vorsorgen (in D wurde mir die Studienzeit und Bundeswehrzeit von der Rente gestrichen = 8 Jahre!) - das Problem ist, das es in D fast nicht mehr moeglich ist, eine vernuenfige Pension zu bekommen - vielleicht gibgt es ja bald eine Volksrente plus dem Angespartem in D.´s Rentenkasse.

mhv
Udo


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 14.06.2008, 22:21 
Hallo @ Udo,

meiner Ansicht nach haben die Dänen eine ähnliche Mentalität wie die Briten:

Lebe jetzt, und sorge Dich nicht um die Zukunft !

was meiner Meinung nach genauso falsch ist wie die "deutsche" Variante:

Spare jetzt, dann hast Du in der Not !

Das dänische (oder britische, holländische etc.) System kann nur funktionieren wenn es imme so weiter gehen würde wie bisher.
Also z.B. ohne Eigenkapital ein Haus kaufen, allein mit der Hoffnung das dieses auch Zukunft ständig im Wert steigen wird, und sich somit selbst finanziert.
Das kann aber gar nicht auf unbestimmte Zeit funktionieren, schon allein weil auch in DK die Bevölkerung zunehmend vergreisen wird, und gar nicht genug Nachwuchs vorhanden ist, der diese ganzen Häuser später zu überteuerten Preisen kaufen kann.
Bei uns ist es derzeit so, dass die Immobilienpreise langsam aber kontinuierlich sinken.
Durch die vielen Zuwanderer bleibt die Bevölkerungszahl zwar ziemlich konstant, aber jeder Neubau führt dazu das die Altbauten an Wert verlieren.
Häuser aus den 60er und 70er-Jahren sind nahezu unverkäuflich, da diese den heutigen Ansprüchen in Hinsicht auf Wohnfläche, Aufteilung und Ausstattung und Wärmedämmung nicht mehr entsprechen.
Und bei den Häusern die heute gebaut werden wird es in 20 oder 30 Jahren ganz ähnlich sein.

Also sind beide Konzepte wenig zukunftsweisend, obwohl es in DE in Bezug auf Wohneigentum eigentlich noch erheblichen Nachholbedarf gibt.

Ich denke mal die Zukunft wird wohl ein Mittelding zwischen den dänischen und dem deutschen System sein.
Also Wohneinheiten die eher "geleast" als gekauft werden, schon allein weil es für den steigenden Anteil der Kinderlosen eigentlich gar keinen Sinn macht ein Immobilie zu kaufen und abzuzahlen.
Früher oder später schlagen sich ja eh die "bucklige Verwandtschaft" und der Staat um das Erbe.
In DK wird das zwar bereits ähnlich gehandhabt, aber in Zukunft wird man sich auch dort seine magerer werden Rente nicht mehr durch neue Schulden auf das nicht mehr automatisch wertgesteigerte Haus aufbessern können.

Die Lösung wird also eher ein "Leasen" der Immobilie und das Anlegen des dadurch eingesparten Geldes in einen zukunftssicheren Fond sein.
So in etwa wie es in Kanada und den USA praktiziert wird.

Gruß

Reimund


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 14.06.2008, 22:52 
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Registriert: 23.06.2002, 21:08
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Wohnort: Sall
reimund1012 hat geschrieben:
Das kann aber gar nicht auf unbestimmte Zeit funktionieren, schon allein weil auch in DK die Bevölkerung zunehmend vergreisen wird, und gar nicht genug Nachwuchs vorhanden ist, der diese ganzen Häuser später zu überteuerten Preisen kaufen kann.


LOL :D

Deine Argumentation ist irgendwie typisch Deutsch :D

In DE wird ja viel über das "vergreisen" der Bevölkerung gesprochen. Dabei wird aber regelmäßig einiges übersehen. Man sieht, dass die Menschen älter werden. Der Anteil der über 70 jährigen steigt also (so weit stimmts). Man stellt sich aber gleichzeitig vor, dass der Rentenalter so ähnlich wie jetzt wäre und dass der Gesundheitszustand der 75 oder 80-jährigen auch unverändert wäre.

Wenn das so kommen würde, hätten wir in der Tat ein Riesenproblem. Dann würde ein Drittel der Bevölkerung nämlich irgendwann im Pflegeheim, und wer sollte sie dann versorgen?

Übersehen wird dabei allerdings, dass wir nicht nur älter werden - wir bleiben auch länger gesund und aktiv. Meine Großmutter war 1894 geboren, ich bin 1954 geboren. Als ich sie "kennengelernt" habe, war sie also Mitte 60 - und sie war dabei eine sehr alte Frau. Sie hatte ganz weise Haare, ging gebückt und war natürlich Rentnerin.

Heute stehen Menschen im selben Alter mitten ins Berufsleben, Fahren Motorrad oder reisen ans Ende der Welt.

Die Zahl der ältere wird steigen, das stimmt. In DE schließt man aber daraus, dass der Anteil der Rentner und Pflegebedürftigen genau so rasant steigen wird. Das ist aber ein Trugschluss. In DK ist der Rentenalter schon jetzt an der Lebenserwartung gebunden. Damit ist das Problem weitgehend gelöst.

Ähnlich ist es bei den Häusern. Wenn die menschen länger Gesund bleiben, werden sie auch länger im eigenen Haus leben wollen. Wenn sie wohlhabender werden, werden sie auch mehr Platz fordern. Deshalb steigt der Bedarf an Wohnraum an. Hier im Ort gibt es ein kleines Haus. Vor 50 Jahren wohnte dort zwei Familien mit 5 und 6 Kinder. Heute reicht es gerade für ein Single.

reimund1012 hat geschrieben:
Also Wohneinheiten die eher "geleast" als gekauft werden, schon allein weil es für den steigenden Anteil der Kinderlosen eigentlich gar keinen Sinn macht ein Immobilie zu kaufen und abzuzahlen.


Auch das ist eine typisch Deutsche Argumentation. :wink:

In DK hat niemanden die Vorstellung, dass ein Haus abbezahlt werden muss. Daher macht es eigentlich kein Unterschied, ob Kinder da ist oder nicht. D.h. ein Haus ist ein Rahmen um mein Leben jetzt.

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BeitragVerfasst: 14.06.2008, 22:59 
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BlaubaerDK hat geschrieben:
Für euch alle ein einfacher Test:
Was passiert, wenn ihr einen "alten Bekannten" (keinen guten Freund) auf der Strasse trefft auf die Frage:"Wie geht es dir?"
Lautet die Antwort: "Toll! Mir geht es richtig gut ...", dann schlucken viele trocken und sagen: "Dann noch einen schönen Tag ..." und gehen ihres Weges.
Sollte die Antwort, wie in den meisten Fällen, lauten: "Echt schlecht, weil ..." dann ist auf einmal ein gemeinsames Thema gefunden, ein Thema wo beide Gesprächspartner sich suhlen können. Und wie schön ist es doch zu erfahren, das es anderen noch schlechter geht. Da kann man ja dann mal sein eigenes Elend vergessen.


Diesen Test hast Du aber nicht in Sdr. Felding durchgeführt, oder?

Hier in DK ist es doch eigentlich Pflicht zu sagen, dass es einem gut geht. Wenn hier jemand fragt "Wie geht es dir?", dann sollte man schon mit "gut" antworten. Bzw. probier mal zu sagen "gar nicht gut" - dann sind die Leute richtig erschrocken :wink:

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BeitragVerfasst: 14.06.2008, 23:15 
Hallo @ Lars,

wenn Du meine "typisch deutsche" Argumentation richtig verstanden hättest, dann wäre Dir wohl klar geworden das BEIDE Systeme in Zukunft nicht mehr funktionieren können.
Die Bevölkerung in ALLEN Industrienationen schrumpft.
Mir ist auch durchaus klar das ich mit 65 nicht in Rente gehen kann, obwohl ich dann 49 Arbeitsjahre hinter mir haben werde.
Es ist auch richtig das ich mit meinen fast 50 Jahren noch lange nicht so verbraucht bin wie es meine Vater oder mein Großvater es in diesem Alter waren.

Aber DEINE Argumentation geht einfach von der falschen Annahme aus das der Wohlstand der älter werdenden Bevölkerung stetig steigen wird.
Dem ist aber nicht so.
Das Luxusleben was sich viele der heutigen Rentner leisten können, wird für uns nicht mehr realisierbar sein.
Die einzig praktikable Lösung um auch Leute mit 70 Jahren noch in den Arbeitsmark integrieren zu können, wird eine stufenweise Reduzierung der Arbeitszeiten für ältere Arbeitnehmer sein.
Wer nicht gerade einen "Knochenjob" verrichten muss, der kann durchaus mit 70 noch arbeiten, aber dann mit Sicherheit keine 40 Stunden mehr pro Woche.
Auch wenn man kein Pflegefall wird, im Alter zwickt und zwackt es doch schon mal irgendwo.
Und die Stufenrente wird den Einkommensverlust nicht auffangen können.

Ich denke mal auch die Dänen sollten mal ihre "Vogel-Strauss-Taktik" aufgeben und den Tatsachen ins Gesicht sehen.
Ihr müsst ja nicht alles gleich so Schwarz malen wie es bei uns gerne praktiziert wird.

Gruß

Reimund


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BeitragVerfasst: 14.06.2008, 23:24 
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Beiträge: 7839
Wohnort: Sall
Also richtige "Knochenjobs" (wie Stahlindustrie) werden ja ohnehin nach Ukraine oder China ausgelagert. Und wie hier schon geschrieben:

http://www.dk-forum.de/forum/viewtopic. ... er+%C5rhus

ist es inzwischen ganz normal, dass Leute mit 70 (vollzeit) arbeiten.

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BeitragVerfasst: 15.06.2008, 08:59 
@ Lars: Eine Sache, die oft übersehen wird, ist allerdings die Vergreisung des Gehirns. Damit will ich nicht sagen, dass ab 70 bei jedem die Senilität einsetzt, aber es ist ein Problem, das nicht wegzureden ist. Ich habe vor nicht allzulanger Zeit (es ist vielleicht 4-6 Jahre her) in meinem Psychologiestudium erfahren, dass wir zwar immer älter werden und körperlich damit besser zurechtkommen als noch vor einigen Jahrzehnten, dass das Altern des Gehirns jedoch nicht so leicht zu stoppen ist. Demenz ist in erster Linie eine Erscheinung des Älterwerdens (ich weiß, es gibt auch Beispiele von armen Menschen, die schon mit Mitte 40 an Alzheimer erkranken, aber die Regel ist das ja zum Glück nicht). D.h. je älter wir werden, desto höher ist unser Risiko an einer Demenz zu erkranken.
Da nutzt einem dann auch der fitte 80-jährige Körper nicht mehr viel.
Sicher, es wird auf dem Gebiet viel geforscht, damit auch das Gehirn eines Tages unserer hohen Lebenserwartung standhält, ich frage mich nur, wohin das alles noch führen soll. Ich weiß, dass ich mit meinen noch u 30 gut reden habe, letztendlich will natürlich fast jeder so lange leben wie es geht. Die Voraussetzung ist natürlich, dass man körperlich und geistig fit ist.
Na ja, die Zukunft wird's zeigen...

Yvonne


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BeitragVerfasst: 15.06.2008, 09:56 
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reimund1012 hat geschrieben:
Ich denke mal auch die Dänen sollten mal ihre "Vogel-Strauss-Taktik" aufgeben und den Tatsachen ins Gesicht sehen.
Ihr müsst ja nicht alles gleich so Schwarz malen wie es bei uns gerne praktiziert wird.


Aber was heißt eigentlich "den Tatsachen ins Gesicht sehen"?

Eine Sache ist ja "Schwarz malen" und Ängste weit und breit treten. Das hilft nur nicht besonders viel. Wir haben aber hier in DK ein paar Sachen getan. Erstens ist der Rentenalter jetzt wie gesagt an der Lebenserwartung gekoppelt. In den nächsten 20 Jahren, wird sie dadurch voraussichtlich deutlich erhöht werden (auf mindestens 70). Zweitens haben wir die öffentliche Schulden abgebaut.

Drittens sehe ich auch die Strukturreformen im Gesundheitswesen als eine Vorsorge. Es geht ja darum die Struktur der Krankenhäuser zu straffen, damit es in Zukunft für alle reichen wird. Dazu gehört z.B. der Abbau der Notaufnahmen in den kleinen Krankenhäuser (wie anderswo diskutiert).

Es wird also vielleicht nicht so viel über die Probleme geredet, ich denke aber, es wird einiges getan.

Dazu könnte man vielleicht auch die Auslagerung von Arbeitsplätzen zählen. Wenn wir in Zukunft weniger und ältere Arbeitnehmer haben, dann ist es doch eine gute Sache, dass manche Produktionen mit physisch harten Jobs nach Polen oder Ukraine verlagert werden.

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.06.2008, 10:07 
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Wohnort: seit Februar 08 7280 Sdr.Felding :-)
Hier in DK ist es doch eigentlich Pflicht zu sagen, dass es einem gut geht. Wenn hier jemand fragt "Wie geht es dir?", dann sollte man schon mit "gut" antworten. Bzw. probier mal zu sagen "gar nicht gut" - dann sind die Leute richtig erschrocken :wink:[/quote]

@ Lars,

und genau hier liegt der Unterschied! In D wird sich keiner Zeit nehmen ein "positives" Gespräch zu gestalten, zu dominierend ist der negativ Einfluss. "Der Deutsche" bekommt Gänsehaut wenn er erfährt das es seinem Nachbarn besser geht ...
"Die Dänen" haben hier eine Leichtigkeit des Lebens gefunden. Es zählt nicht was du hast, sondern was du kannst! Keiner schaut hier schräg um die Ecke wenn du etwas Neues kaufst, im Gegenteil, die Menschen freuen sich mit dir!
Und jeder Schritt den du deine "dänische" Zukunft gestaltest wird erfreut regestriert und kommentiert :D Zum Beispiel als wir letzte Woche unsere deutschen Nummernschildern abschraubten und dänische montierten <g> kam es zum Strassenfest ...
In D wäre der "wohlmeinende" Nachbar schon vor 4 Wochen zur Steuerbehörde gerannt und hätte uns angezeigt ...

Nein, auch in DK ist nicht alles Gold was glänzt, aber die Dänen haben generell eine positivere Einstellung zum Leben. Und ein Gespräch mit einem "uns geht es gut" zu beginnen, sorgt auch von Anfang an dafür das es positiv bleibt. Es wird nicht gemeckert, sondern gemacht!

LG, Bettina


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BeitragVerfasst: 15.06.2008, 14:14 
@Lars und Reimund:

Heute stehen Menschen im selben Alter mitten ins Berufsleben, Fahren Motorrad oder reisen ans Ende der Welt.
(EINIGE: siehe die, die Glueck hatten in den 60ern und! eingezahlt haben - ich kenne einige aus Deutschland, die nicht mal den Minimumsatz bekommen an Rente und nun als erfolgreiche Handwerker das Haus versetzen mussten, um sich ueber Wasser zu halten - oder von der Kommune nun Sozialrente bekommen.)

Die Zahl der ältere wird steigen, das stimmt. In DE schließt man aber daraus, dass der Anteil der Rentner und Pflegebedürftigen genau so rasant steigen wird.
Das ist aber ein Trugschluss. In DK ist der Rentenalter schon jetzt an der Lebenserwartung gebunden. Damit ist das Problem weitgehend gelöst.
(Lars, zeig mir mal den, der mit 65 noch arbeitet - arbeiten kann oder darf: Die Augen werden schlechter, es gibt chronische Krankheiten und
Verschleiss -die Aussnahme ist der "vitale Alte" wie in der Reklame oder die "aelteren Frauen" von wohlhabenden Majoren, Handwerkern, Firmenchefs und Akademikern der 60er Jahre)



Ähnlich ist es bei den Häusern. Wenn die menschen länger Gesund bleiben, werden sie auch länger im eigenen Haus leben wollen. Wenn sie wohlhabender werden, werden sie auch mehr Platz fordern. Deshalb steigt der Bedarf an Wohnraum an. Hier im Ort gibt es ein kleines Haus. Vor 50 Jahren wohnte dort zwei Familien mit 5 und 6 Kinder. Heute reicht es gerade für ein Single.

(Die Haeuser wie schon auch Reimund schrieb - entsprechen nicht mehr dem Standard der heutigen Zeit in DK - mein Bruder hat sich gewundert, das es hier keine Neubauten gibt. Die Haeuser in DK sind kleiner und schlechter isoliert - so als ob die Phase in D in den 80zigern nicht durchlaufen worden ist.
Ich selber sehe hier auch ne Chance fuer den wirtschaftlichen Aufschwung die alten Infrastrukturen zu modernisierren. Hier in DK ist lange nix mehr gemacht worde - aber alle Achtung vor dem pragmatischen Mut, mit der Schere zentralistisch zu regieren.
Das hat bis jetzt gut hingehauen - aber irgendwo muss jetzt - wie du sagtest, die Modernisierung kommen.)

reimund1012 hat geschrieben:
Also Wohneinheiten die eher "geleast" als gekauft werden, schon allein weil es für den steigenden Anteil der Kinderlosen eigentlich gar keinen Sinn macht ein Immobilie zu kaufen und abzuzahlen.


Auch das ist eine typisch Deutsche Argumentation. :wink:

In DK hat niemanden die Vorstellung, dass ein Haus abbezahlt werden muss. Daher macht es eigentlich kein Unterschied, ob Kinder da ist oder nicht. D.h. ein Haus ist ein Rahmen um mein Leben jetzt.[/quote]
@Lars:
Das verstehen Deutsche aber nicht, da sie nicht die daneische/amerikanische Mentatlitaet haben, mieten und weiterziehen und alles auf Leasing: In D habe ich gerlernt: Erst alles abbezahlen - dann erst langsam modern einrichten - hier wird gleich (Mentalitaetsunterschied) alles neu von Anfang eingerichtet, was mich verwundert und eigentlich auch wohl wegen meiner deutsche Einstellung erschreckt.)

Daenemark´s Wirtschaft wird wohl noch 10-15 Jahre gut laufen - aber es besteht Investierungsbedarf an, der noch zu decken ist und aber auch gleichzeitig die Wirtschaft ankurbelt.

mhv
Udo


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.06.2008, 22:17 
[quote="reimund1012"]Hallo @ Udo,

meiner Ansicht nach haben die Dänen eine ähnliche Mentalität wie die Briten:

Lebe jetzt, und sorge Dich nicht um die Zukunft !

was meiner Meinung nach genauso falsch ist wie die "deutsche" Variante:

Spare jetzt, dann hast Du in der Not !

....))

Das hat meine OMA immer gesagt, sie war Jahrgang 1899 und denke represaentiert viele aus dieser katholisch und preussisch gepraegten Kriegsgeneration.


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BeitragVerfasst: 15.06.2008, 22:41 
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Beiträge: 7839
Wohnort: Sall
udo66 hat geschrieben:
(Lars, zeig mir mal den, der mit 65 noch arbeitet - arbeiten kann oder darf: Die Augen werden schlechter, es gibt chronische Krankheiten und
Verschleiss -die Aussnahme ist der "vitale Alte" wie in der Reklame oder die "aelteren Frauen" von wohlhabenden Majoren, Handwerkern, Firmenchefs und Akademikern der 60er Jahre)


http://www.dk-forum.de/forum/viewtopic. ... er+%C5rhus

Du musst also nur in Århus ein wenig mit dem Bus fahren. Der älteste Busfahrer hat inzwischen Geburtstag gehabt, ist also 78.

Ich habe kürzlich wieder mit meinem Bekannten dort gesprochen (er sitzt dort in die Verwaltung). Wir kamen dann auch auf die Frage der Sicherheit. Er meinte dazu, dass die älteren Busfahrer (65+) deutlich weniger Unfälle und Schäden verursachen als die Jungen (35-).

udo66 hat geschrieben:
(Die Haeuser wie schon auch Reimund schrieb - entsprechen nicht mehr dem Standard der heutigen Zeit in DK - mein Bruder hat sich gewundert, das es hier keine Neubauten gibt. Die Haeuser in DK sind kleiner und schlechter isoliert - so als ob die Phase in D in den 80zigern nicht durchlaufen worden ist.


Wie bitte ???

Hier werden doch jede Menge neue Häuser gebaut, und überall wird um- und angebaut.

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