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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rassist in uns
BeitragVerfasst: 30.07.2014, 18:54 
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Für mich stellt sich eher die Frage, was ist eigentlich Nationalstolz? Auf was ist man da eigentlich stolz und warum?
Wenn man Nationalstolz hat, ist man dann stolz auf Errungenschaften, Leistungen etc., die in/ von einem bestimten Land erbracht wurden? Wenn ja, kann man doch eigentlich nur stolz sein auf Errungenschaften, Leistungen etc., an denen man selbst beteiligt ist/ war. Kann man stolz sein oder hat man ein "Anrecht" darauf stolz zu sein auf das, was die Vorfahren erbracht haben? Warum sollte man darauf stolz sein, wenn man doch selber nichts dazu beigetragen hat und es doch nur dem Zufall geschuldet ist, in welchem Land man von Geburt aus lebt und welcher Nation man von Geburt aus angehört. Und selbst wenn man zu Errungenschaften, Leistungen etc. in einem bestimmten Land beigetragen hat, rechtfertigt das Nationalstolz für dieses bestimmte Land, diese bestimmte Nation? Hätte man zu Errungenschaften, Leistungen etc. in einem anderen Land, in einer anderen Nation beigetragen oder wäre auch nur in ein anderes Land oder in eine andere Nation hineingeboren, hätte man per Zufall eben für dieses Land Nationalstolz. Nationalstolz ist also rein zufällig, bzw. austauschbar.
Zudem stellt sich die Frage, wozu Nationalstolz dient. Der Abgrenzung gegenüber anderen Nationen in Bezug auf etwas besser können, von etwas mehr haben etc , also überlegen sein?
In diesem Sinne habe ich persönlich keinen Nationalstolz. Ich kann vielleicht Errungenschaften, Leistungen etc. "meines" Landes, "meiner" Nation bewundern, gutheißen, für andere für Länder empfehlens- und erreichenswert halten und sehe es daher wie Johannes Rau:
Zitat:
"Man kann nicht stolz sein auf etwas, was man selber gar nicht zu Stande gebracht hat, sondern man kann froh sein oder dankbar dafür, dass man Deutscher ist. Aber stolz kann man darauf nicht sein [...]. Stolz ist man auf das, was man selber zu Wege gebracht hat."
( Johannes Rau am 16. März im TV-Nachrichtensender «N24». manager-magazin.de 19.03.2001, stuttgarter-nachrichten.de Jahresrückblick 2001/März)

Und zur Frage, ob zwischen einem "guten" Nationalstolz (und die dafür laut wikipedia gebräuchlichen Synonyme Nationalgefühl, Patriotismsmus, Vaterlandsliebe) und einem "schlechtem" Nationalstolz (Nationalismus oder Chauvinismus) unterschieden werden kann folgende kritische Anmerkungen:
Zitat:
"Sozialpsychologische Studien des 21. Jahrhunderts legen nahe, dass die Unterscheidung zwischen gutem Patriotismus und kritikwürdigem Nationalismus oder Chauvinismus keine Grundlage in der Realität hat. Der Jenaer Psychologe Christopher Cohrs kommt zu dem Ergebnis:
„Menschen mit patriotischen Einstellungen lehnen Nationalismus nicht ab. Vielmehr geht beides oft Hand in Hand.[11]“
Eine Studie Adam Rutlands unter Kindern zeigte, dass die Zustimmung zur eigenen Nation eng mit einer Abwertung anderer Nationen korreliert.[12] Auch der deutsche Soziologe Wilhelm Heitmeyer kommt in seiner Langzeituntersuchung Deutsche Zustände zu dem Ergebnis, dass eine positive Einstellung zur Demokratie und ihren Werten einen besseren Schutz vor fremdenfeindlichem und rassistischem Gedankengut darstelle, welches durch eine patriotische Grundeinstellung eher gefördert werde."

http://de.wikipedia.org/wiki/Patriotismus

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rassist in uns
BeitragVerfasst: 30.07.2014, 19:01 
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Beiträge: 40
Der Film ist deshalb so interessant, weil es eben nicht um Stammtischbrüder geht. Er zeigt, dass viele anfällig für Diskriminierung sind. Nicht nur Stammtischbrüder können Täter werden. Das lenkt das Bewusstsein für Rassismus auch ein wenig in einen zu engen Blickwinkel. Die Psychotherapeutin, die ausstieg, beklagte besonders die mangelnde Solidarität. Ich glaube, sie war die einzige aus der bevorzugten Gruppe, die nicht mehr mitmachen wollte. In dem Film wurden Einzelne an den Pranger gestellt. Es wurde versucht, sie systematisch fertigzumachen. Fast alle schauten tatenlos zu. Die Reflexion des Experimentes zeigte bei den Teilnehmern deutliche Lerneffekte. Vielleicht werden sie in Zukunft z. B. auch Stammtischbrüdern oder Stammtischschwestern (!) mehr Einhalt gebieten.

@Krogen, Opel: Gute Beiträge zum Zusammenhang von Fußball und Rassismus! Meine Fragen hat Opel schon gestellt.

Bulli


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rassist in uns
BeitragVerfasst: 30.07.2014, 19:32 
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Beiträge: 3589
Man macht es sich viel zu leicht wenn das Thema nur auf ein paar Stammtischbrüder und Schwestern bezieht.

http://www.focus.de/wissen/mensch/philosophie/vom-neger-zum-afroamerikaner-wer-braucht-eine-politisch-korrekte-sprache_id_3696453.html

Zitat:
Anfang 2014 nahm Haribo die Lakritzmischung "Skipper Mix" vom Markt. Die Süßigkeiten zeigten afrikanische, asiatische und indianische Masken und Gesichter. Die Schweden und Dänen hatten sich über diese Bildsprache der Lakritze empört und sie als rassistisch bezeichnet. In Deutschland führte im vergangenen Jahr die Anpassung von Kinderbuchklassikern an eine politisch korrekte Sprache zu einer hitzigen Diskussion.


Ich frage mich fängt der Rassismus jetzt schon bei einer Lakritzmischung von Haribo an, oder könnte es sein das die politisch korrekte Sprache sich langsam zu etwas entwickelt, was in Wirklichkeit keinen mehr interessiert, oder müssen wir uns noch stärker einbringen und Texte von Pippi Langstrumpf noch stärker auf etwas unkorrektes zu kontrollieren.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rassist in uns
BeitragVerfasst: 30.07.2014, 23:39 
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Der Artikel in der Stuttgarter Zeitung hat das Thema im Zusammenhang mit dem Experiment nicht auf die "Stammtischbrüder" reduziert. Dieser Begriff ist auch nicht unsere Wortschöpfung, sondern wurde lediglich aus dem Artikel zitiert.

Die Inhalte und Ziele des Experiments sind hier von Opel und Bulli schon so hervorragend zusammengefasst worden, dass wir zusätzlich auf den im Artikel aufgegriffenen Aspekt eingehen wollten, ob das Format der Fernsehsendung tatsächlich auch bei den Menschen und vor allem Gruppierungen ankommt, in denen pauschale Werturteile eher ohne Realitätsprüfung erfolgen oder unreflektiert übernommen werden. Der Stammtisch ist dabei sicher nicht im wörtlichen, sondern im allgemeineren Sinne zu verstehen.

Manche mögen aus dem Titel "Der Rassist in uns" schließen, dass es hier um Rassismus im Sinne von Nationalitäten und Hautfarben gehen würde. Da fällt es vielen vielleicht erstmal leicht, das entschieden von sich zu weisen und zu erklären, dass es sie nicht betreffen würde und dass sie selbstverständlich keine Rassisten seien.
Das Experiment zeigt ja aber, dass bei Diskriminierungen und Vorurteilen die Merkmale beliebig austauschbar und wir alle anfällig für Manipulationen sind. Ob das bei allen Zuschauern aber auch so ankommt - sofern sie sich dann auch selbstkritisch auseinanderzusetzen gewillt sind - vermögen wir nicht zu beantworten.

Die Vorurteile, die in dem Experiment gegen die Blauäugigen vorgebracht wurden, wie z. B. "Blauäugige ruinieren unser Bildungssystem" dürften in Europa von vielen zumindest anfangs mit Skepsis betrachtet werden, da jeder über einen gewissen Erfahrungsschatz mit dieser doch recht großen Gruppe verfügt. Das Problem potenziert sich ja dann, wenn es um Personen oder Gruppen mit Merkmalen geht, über die man nicht viel weiß. Wie unreflektiert übernehmen wir dann Aussagen über diese Leute? Machen wir uns die Mühe, den Wahrheitsgehalt zu überprüfen und mehr Informationen zu erhalten? Wie anfällig sind wir dann dafür, die Vorurteile anderer Menschen auch uns zu eigen zu machen, vor allem, wenn dies auch noch in einer Situation geschieht, in der Druck und Unsicherheit aufgebaut wird? Und selbst, wenn wir die Vorurteile kritisch betrachten - würden wir unsere Ansicht öffentlich verteidigen, selbst wenn inzwischen eine Gruppendynamik entstanden ist, die das unreflektiert übernommene Vorurteil lautstark favorisiert und lebt?


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rassist in uns
BeitragVerfasst: 31.07.2014, 09:46 
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Beiträge: 800
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2013 erschien in Dänemark ein Buch mit dem Titel "Er danskerne racister?" von Henning Bech und Mehmet Ümit Necef.
Eine aus unserer Sicht interessante Debatte darüber findet sich u. a. in diesen Quellen:

"Kan negative sterotyper også være racisme?"
http://www.information.dk/448090
Hier finden sich auch leicht verständlich aufbereitete Fakten zum §266 b im dänischen Strafgesetzbuch, dem sogenannten racismeparagraffen.

und

"Vi er alle racister"
http://www.information.dk/447932


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rassist in uns
BeitragVerfasst: 31.07.2014, 10:07 
Ich hatte vor einige Monate eine ziemlich lustige Gespräch mit ein junge SPDler über Nationalismus. Ich habe einige Sätze zitiert - und gefragt ob die okay waren. Was sie, laut Ihn, nicht waren.

Es waren zitate aus die letzte Briefe der Hvidsten-gruppe - und das Brief von Tulle Fiil an Werner Best! (Ich komme aus der Gegend und kenne die Gesichte).

Die ganze Sache mit nationalismus muss einfach in die BRD neu definiert werden. Ein Beispiel: In April 1940 fiel ein junger Mann in deutscher Kriegsgefangenschaft. 400 andere Gefangene wussten alle, das der Junge im Norwegischen Armee-uniform eigentlich Deutscher war. Sie haben aber alle die Klappe gehalten, aus purer Patriotismus....so nach die Devise: Jeder, der an unsere Seite kämpft ist einer von uns.

Der Deutscher hat unentdeckt überlebt, ging nach Schweden, starb in 1992 - als Friedensnobelträger und Bundeskanzler a.d.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rassist in uns
BeitragVerfasst: 31.07.2014, 13:39 
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http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/integration/rassismus-das-schweigen-der-schulen-ueber-deutschenfeindlichkeit-11056390.html

Wenn man diesen Artikel liest und sich den Film anschaut, der erkennt das Fragen aufgeworfen werden und auch einige Antworten gefunden sind, aber wie wird im normalen Alltag mit Rassismus von allen Seiten umgegangen und wie wird er bewertet. ?
Oder ist das was hier von der FAZ beschrieben wird, eine andere Art von Rassismus oder ist das gar kein Rassismus ?

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rassist in uns
BeitragVerfasst: 31.07.2014, 16:10 
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Es geht wohl eher um eine zahlenmäßig größere und lautstarke Gruppe in einem bestimmten, begrenzten Raum, die andere beherrschen und ihre Aggressionen rechtfertigen möchte. Die beschriebene Deutschfeindlichkeit ist vielleicht ein Mittel unter vielen, um den eigenen Frustrationen zu begegnen. Dadurch stellt sich ein Überlegenheitsgefühl ein. Es scheint auch nicht nur eine generelle Deutschfeindlichkeit das Grundproblem zu sein, denn in dem Artikel wird erwähnt, dass auch die türkische Mittelschicht die Flucht ergreift.
Auf jeden Fall dürfen Mobbing, Diskriminierung usw. nicht totgeschwiegen werden.

Bulli


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rassist in uns
BeitragVerfasst: 01.08.2014, 08:26 
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Der von hanno verlinkte Artikel in der faz ist ein sehr gutes Beispiel für Vorurteile, Diskriminierung, Verurteilung, Klischees und Stereotype - aber weniger im Sinne von sachlichem seriösem Journalismus, sondern vielmehr weil die Autorin mit ihrem Text genau das praktiziert, was eigentlich angeprangert werden soll - die Erschaffung oder Festigung von Feindbildern und die Vertiefung der Gräben zwischen den Kulturen:

Kleine Geschmacksprobe:

"Aber auch die Mädchen langen zu, „Kopftuch gegen Blond“ nannte sich eine Hasskampagne an einer Schule. Aber die Kopftücher hatten sich verrechnet, ihre schicken, blonden Gegnerinnen waren Polinnen, denen man offenbar zu Hause nicht eingetrichtert hatte, dass es besser sei, sich wegzuducken."

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/d ... 56390.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rassist in uns
BeitragVerfasst: 01.08.2014, 11:08 
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Das schlimmste was man machen kann, sind Probleme die da sind " Schönzureden " und einfach es als Klischee abzutun, für mich ist das so, ich mache mir die Welt wie sie mir gefällt und was ich nicht sehen möchte, das existiert auch nicht.
Rassismus kann man nur begegnen wenn man aktiv dagegen vorgeht und nicht wenn man sich immer wieder das " Büßerhemd " anzieht und auf einem Auge blind ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rassist in uns
BeitragVerfasst: 01.08.2014, 11:42 
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http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/tuerkei-kopftuchverbot-an-universitaeten-gekippt-1510338.html

Zitat:
An türkischen Universitäten können Frauen wohl bald Kopftücher tragen. Denn das Parlament hat auch in zweiter Lesung einer Aufhebung des umstrittenen Kopftuchverbotes zugestimmt. In Ankara protestierten Zehntausende für den Erhalt des Verbotes.


Man sollte auch mal über den berühmten Tellerrand schauen und auch mit dem Ausdruck Rassismus vielleicht ein bisschen vorsichtiger umgehen.
Wie würden Menschen in Deutschland bezeichnet werden, die für ein Verbot von Kopftücher an Unis auf die Straße gehen, die würde man doch bestimmt als Rassisten bezeichnen,oder ?

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rassist in uns
BeitragVerfasst: 01.08.2014, 11:43 
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Beiträge: 813
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Es ging in dem Experiment um die Ursachen. Wie und warum entsteht Rassismus, Mobbing, Diskriminierung etc.

Wenn man immer nur dabei bleibt, die Symthome zu bekämpfen, wird man die Sache nicht lösen können. Dazu braucht man aber das Verständnis, woher diese menschlichen Verhaltensweise kommen.

Die Reaktion und das Verhalten ist menschlich und steckt in jedem von uns. Deshalb auch der Titel: Der Rassist in uns!

Der Film bietet eine schöne Grundlage zur Meditation und zwar mit sich selbst.

Der Beitrag aus der FAZ.....bitte das ist Bildzeitungsniveau. Da hätten genauso gut andere Minderheiten oder benachteilige Menschengruppen sein können. Soziale Brennpunkte gab es leider schon immer. Viel schlimmer ist es, das junge Menschen hassen müssen, um überleben zu können. Hier kommt wieder das beliebte Spiel mit Ursache und Wirkung. Ein und Huhn etc.

Aggression ist der Zwillingsbruder der Depression!


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rassist in uns
BeitragVerfasst: 01.08.2014, 12:05 
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Opel hat geschrieben:

Die Reaktion und das Verhalten ist menschlich und steckt in jedem von uns. Deshalb auch der Titel: Der Rassist in uns!

Der Film bietet eine schöne Grundlage zur Meditation und zwar mit sich selbst.

Der Beitrag aus der FAZ.....bitte das ist Bildzeitungsniveau. Da hätten genauso gut andere Minderheiten oder benachteilige Menschengruppen sein können. Soziale Brennpunkte gab es leider schon immer. Viel schlimmer ist es, das junge Menschen hassen müssen, um überleben zu können. Hier kommt wieder das beliebte Spiel mit Ursache und Wirkung. Ein und Huhn etc.



@Opel

Genau das meine ich du bedienst alle Klischees, was nicht deiner Meinung entspricht wir abqualifiziert und als Bildzeitungsniveau bezeichnet, das bedeutet deine Meinung und deine Ansichten sind das Maß der Dinge ?

Wo her weißt du was in den Menschen steckt und ob es in jedem steckt, das sind auch nur Klischees und hören sich gut an, oder gibt es dafür auch wieder irgendwelche Studien die das wieder alles belegen wollen.

Der Titel der" Rassist in uns" ist einfach nur provokativ und hat meiner Meinung nichts mit der Realität zu tun, denn um so etwas zu diskutieren muss mal erkennen wo Rassismus anfängt und wo er aufhört und nicht bei jeder Gelegenheit mit der Rassismus Keule kommen, denn so verwässert man das Thema und die Menschen werden unempfindlich für das Thema und gerade das würde der Sache erheblich schaden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rassist in uns
BeitragVerfasst: 01.08.2014, 12:12 
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Das erscheint uns als gutes Beispiel, wie solche Artikel wie der in der faz auf Leser wirken können und welche Folgen sie haben können.

Wenn wir diesen Artikel in Beziehung zu dem im Eingangspost erwähnten Experiment setzen, wird folgendes deutlich:
In dem Experiment wurde eine Gruppe vom Leiter des Workshops herabgesetzt (die Blauäugigen) und die andere dagegen aufgewertet (die Braunäugigen). Über Blauäugige wurden auf öffentlich ausgehängten Plakaten diskriminierende Behauptungen, z.B. "Kennst du einen Blauäugigen, kennst du alle" oder "Blauäugige neigen verstärkt zur Kriminalität" aufgestellt.
Man könnte jetzt meinen, dass das absurde Behauptungen seien und der Charakter des Experiments damit zu durchschauen sei.

Kommen wir nochmal zum Artikel in der faz. Zu dem Aspekt der Mädchen, die "auch zulangen", gibt es nur die in unserem vorherigen Post geannten drei Zeilen: (s. o.) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/d ... 56390.html

"Aber auch die Mädchen langen zu, „Kopftuch gegen Blond“ nannte sich eine Hasskampagne an einer Schule. Aber die Kopftücher hatten sich verrechnet, ihre schicken, blonden Gegnerinnen waren Polinnen, denen man offenbar zu Hause nicht eingetrichtert hatte, dass es besser sei, sich wegzuducken."

-Wie die "Hasskampagne" genau aussah, bleibt unerwähnt.

-"aber die Kopftücher hatten sich verrechnet"
= die muslimischen Mädchen werden hier gar nicht als Menschen, sondern abwertend als nur "die Kopftücher" bezeichnet

-"ihre schicken, blonden Gegnerinnen waren Polinnen"
= die blonden Gegnerinnen werden nicht nur mit ihrer nationalen Identität erwähnt, sondern noch zusätzlich mit einem positiven Attribut versehen: Sie sind nicht nur blond, sondern auch schick.

Da von Gegnerinnen gesprochen wird, lautet die Parole also: die Kopftücher gegen schicke, blonde Polinnen.

Gleichzeitig erfährt der Leser, dass den deutschen Mädchen zu Hause eingetrichtert werde, dass es besser sei, sich wegzuducken. Also ist das wohl so bei allen deutschen Mädchen in ihrem Zuhause.

Wie die schicken, blonden Polinnen nun selbst zu Hause gelernt haben, wie Konflikte am besten gelöst werden, bleibt dabei völlig offen. Da sich die "Kopftücher" ja aber "verrechnet" haben, also mit ihrer "Hasskampagne" wohl erfolglos blieben, scheint der Konflikt ja gelöst worden zu sein. Aber wie? Das wäre ja interessant und könnte hilfreich sein, aber da im ersten Satz von "auch die Mädchen langen zu" die Rede ist, könnte theoretisch auch Gewalt gemeint sein.
Die Autorin lässt das offen.


Wie der Konflikt entstanden ist, den die eine Gruppe nicht lösen konnte (die deutschen Mädchen),
und wie dann die andere Gruppe (die polnischen Mädchen) die Auseinandersetzung beilegen konnten, bleibt Nebenthema und am Ende unbeantwortet und damit ja offenbar nebensächlich.
Stattdessen wird dem Leser hier genau und offenbar ohne Zweifel vorgegeben, wer die Guten und wer die Bösen sind.

PS. Wir sind auch der Meinung, dass Rassismus, Vorurteile, Diskriminierungen etc. in sämtlichen Bevölkerungsgruppen vorkommen. Diese Probleme sollten aber sachlich diskutiert werden. Eine Gruppe ab- und die andere so offensichtlich aufzuwerten, schafft kein Mitein- sondern ein Gegeneinander und schürt Fremdenfeindlichkeit. Vorurteile und Diskriminierung.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Rassist in uns
BeitragVerfasst: 01.08.2014, 17:51 
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Registriert: 17.07.2014, 16:28
Beiträge: 40
Es besteht wohl Konsens darüber, dass Diskriminierung und Vorurteile usw. überall vorkommen können.
Der Film mit dem Titel „ Der Rassist in uns“ zeigt das ganz deutlich. Der Leiter des Workshops stellt z. B. die Behauptung auf, dass Blauäugige weniger intelligent wären als Braunäugige, weil die hellere Augenfarbe mehr Sonnenlicht durchlässt. Das hätte Auswirkungen auf das Gehirn. Am Ende des Workshops teilt ein Teilnehmer mit, dass er diese abstruse Behauptung irgendwie geglaubt hätte.
Man muss vielleicht nur oft genug etwas überzeugend behaupten und schon setzt sich ein Vorurteil in den Köpfen und eine Abwertung anderer fest. Ich glaube, dass das unabhängig von Nationalität, Religionszugehörigkeit usw. ist, wobei Religion sicher ein gutes Mittel sein kann, Vorurteile zu schüren.
Ein Vorurteil ist wohl auch z. B. auch, dass es in Dänemark einen wachsenden und weitverbreiteten Rassismus gäbe. Ein langjähriges Forschungsprojekt aber weist nach, dass man das so gar nicht behaupten kann und die bisherigen Untersuchungen fehlerhaft sind.
http://europenews.dk/de/node/63155


Dänemark hat sogar ein Anti-Mobbing-Gesetz.

Bulli


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