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BeitragVerfasst: 21.01.2018, 00:33 
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Zitat:
Minister: Wir haben die richtigen Werkzeuge
Umwelt- und Nahrungsmittelminister Esben Lunde Larsen (Venstre) hat just den Wildverwaltungsrat darum gebeten, die Regulierung der Wölfe zu besprechen und zu untersuchen, ob die Entdeckung neuer Wolfsjunge Anlass zu neuen Maßnahmen gibt. Diese müssten allerdings von der EU genehmigt werden, da der Wolf geschützt ist und Dänemark eine entsprechende Vereinbarung ratifiziert hat.

„Im Augenblick können wir nicht viel tun. Doch wenn der Wolfsbestand in Dänemark wächst, haben wir die richtigen Werkzeuge“, sagt der Minister
. Derzeit ist es lediglich gestattet „Problemwölfe“ zu schießen, die wiederholt zu nah an Menschen und Haustiere herankommen.
https://www.nordschleswiger.dk/de/daenemark-gesellschaft/nur-wenige-daenemark-haben-angst-vor-woelfen
Sollte die Wolfspopulation ansteigen, hat DK laut Umweltminister darüberhinaus die „richtigen Werkzeuge“. Welche Möglichkeiten mögen das sein, die über „nur“ Abschuss hinausgehen, wenn die Anzahl der Wölfe zunimmt?
Vielleicht kannn D von DK in Zukunft bezüglich der Wölfe etwas lernen :idea:

Wie rigoros DK (zumindest laut dessen Umweltminister) gegen Wildtiere vorgehen könnte, wenn wirtschaftliche Gefahr droht, zeigt der mögliche „Umgang“ mit Wildschweinen:
Zitat:
Andere Länder, andere Sitten: Während in Deutschland noch um das Ausmaß der Wildschwein-Bejagung debattiert wird, will Dänemarks Umweltminister Esben Lunde Larsen das Schwarzwild komplett ausrotten, um einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu verhindern.
http://www.outfox-world.de/blog/sauen-feldzug-im-staate-daenemark.html
Zitat:
Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts war das Schwarzwild im kleinen Königreich schon einmal nahezu ausgerottet
Auch interessant:
Zitat:
Spannend: Während die Jäger mit der Regierung um einen erträglichen Kompromiss ringen, ist von den dänischen Tierrechtlern kaum Widerspruch vernehmbar.
http://www.outfox-world.de/blog/sauen-feldzug-im-staate-daenemark.html
Da wird wohl mit zweierlei Maß gemessen, denn wenn es um den Wolf geht, sieht das auch in DK seitens der Tierrechtler ganz anders aus.
Mal sehen wie sich die Wolfspolitik in DK zukünftig entwickelt, wenn bei wachsender Wolfspopulation wirtschaftliche Schäden zunehmen. Letztere sind ja möglicherweise auch dafür verantwortlich, dass gegenüber dem Wildtier Wildschwein ein hartes Vorgehen (bis zur Ausrottung s.o. DK‘s Umweltminister) erwogen wird:
Zitat:
Möglicher Hintergrund der dänischen Schwarzwild-Politik: Schon vor den ASP-Schlagzeilen gab es in Dänemark heftige Bauern-Proteste wegen steigender Wildschäden durch von Deutschland her eingedrungene Schweine. Vor allem in den Maispflanzungen, die mit der Energiewende auch dort ausufern.
http://www.outfox-world.de/blog/sauen-feldzug-im-staate-daenemark.html

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BeitragVerfasst: 21.01.2018, 00:43 
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Für die obigen Links einfach hier anklicken:
http://www.outfox-world.de/blog/sauen-feldzug-im-staate-daenemark.html

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BeitragVerfasst: 21.01.2018, 17:52 
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Auch die anderen skandinavische Länder zeigen einen rigoroseren Umgang mit dem Wolf:
Zitat:
Norwegens Regierungschefin Erna Solberg spricht Klartext zum Thema Wolfsjagd: Mehr als ein halbes Dutzend Reviere, findet die Staatsministerin, sind zum Erhalt der Art nicht nötig. In den übrigen Landesteilen haben die Interessen der Nutztierhalter Vorrang – auch die Rentierwirtschaft.

Der Erklärung der Ministerpräsidentin ging ein heftiger Rechtsstreit voraus: Zuletzt war der Naturschutzverband WWF bei Norwegens höchsten Richtern mit der Forderung abgeblitzt, die Lizenzjagd völlig einzustellen (wir berichteten). Interessant: Der WWF berief sich dabei ausdrücklich auf die Berner Konvention, der auch Norwegen beigetreten ist. Aber wie die Obergerichte in Schweden ließen die Richter das Argument nicht gelten, dass die Wolfspopulation in ihrem Bestand bedroht sei.

Norwegens Parlamentsmehrheit geht in der Abgrenzung von Wolfsgebieten und Zonen, aus denen die Raubtiere ferngehalten werden sollen, deutlich weiter als die skandinavischen EU-Länder Schweden und Finnland. Mit aktuell 42 genehmigten Abschüssen erfasst die Lizenzjagd-Quote rund die Hälfte des nachgewiesenen Wolfsbestands im Königreich.

Mehr als vier bis sechs Reviere in einer sogenannten „Wolfszone“ soll es in Norwegen nicht geben, erklärte die Regierungschefin. Außerhalb dieser Zone hätten die Interessen der Landbevölkerung Vorrang. Auch die der Schafhalter, deren Herden – wie die Rentiere – sich traditionell frei und uneingezäunt bewegen.
http://www.outfox-world.de/blog/norwegen-beharrt-auf-wolfsjagd.html

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BeitragVerfasst: 21.01.2018, 18:15 
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Ich könnte mir gut vorstellen, dass Dänemark für den Fall, dass dort die Wolfspopulationen und Wildrisse zunehmen mit den Wölfen ungeachtet irgendwelcher EU-Vereinbarungen kurzen Prozess macht. Gesetzgebung, Absprachungen und Vereinbarungen scheinen in Dänemark hinter schlicht pragmatischem Handeln zu stehen.

Eine gewisse lethargische Grundeinstellung der Bevölkerung, die jeden Regierungsbeschluss widerspruchslos als Gott gegeben hinnimmt kommt der Politik natürlich sehr entgegen. Zitat outfox-world.de: „Während die Jäger mit der Regierung um einen erträglichen Kompromiss ringen, ist von den dänischen Tierrechtlern kaum Widerspruch vernehmbar.“
Die Digitalisierung in allen möglichen Bereichen der Gesellschaft ist ein ganz anderes Beispiel für die Lebenseinstellung der Dänen. Z.B. die elektronische Gesundheitsakte, 2003 ins Leben gerufen und geführt bei sundhed.dk würde in der Form in Deutschland einen Volkssturm heraufbeschwören. Seit Jahren wird versucht, derartiges in Deutschland einzurichten (m.E. sehr sinnvoll). Da aber bei jedem Vorstoß bei jedem Datenschützer gleich einen Herzinfarkt entstehen lässt wird da wohl nichts draus.

Bezahlwesen: Den meisten Dänen würde es wohl nichts ausmachen, wenn das Bargeld gänzlich verschwinden würde. Schlagworte wie gläserne Kunde und George Orwell lässt grüßen lassen die Dänen weitestgehend kalt. Wenn überhaupt, dann sind es die Senioren, die sich von den neuen Techniken teils überrumpelt fühlen. Ansonsten aber scheint das ganze dänische Volk digitalhörig zu sein und schlucken jede Kröte. Widerspruchslos nehmen sie alles hin, was ihnen die Technik bietet. Kritik ist verpönt.

Datenschutz in anderen Bereichen schein auch kein Thema in Dänemark zu sein. Für die dänische Finanzbehörde SKAT ist der Bürger praktisch nackt. Wen störts?

Vor diesem Hintergrund muss die Wolfproblematik in Dänemark gesehen werden. Wenn der Wolf irgendwann Probleme macht wird der einfach ausgeknipst. So einfach ist das. Aufregen? Worüber? Das schadet dem Hygge!
Zudem scheint in DK der Grundsatz zu gelten: Was ich nicht weiß macht mich nicht heiß. Diese Grundeinstellung scheint meinem Eindruck und Erfahrung nach in allen skandinavischen Ländern und Finnland weit verbreitet.

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Alles Møller oder was?


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BeitragVerfasst: 23.01.2018, 12:22 
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Hendrik77 hat geschrieben:
Wie das Interesse in Deutschland zum Thema Wolf ist, darüber möchte ich mir kein Urteil erlauben, aber in Dänemark erkenne ich kein grosses Interesse an diesem Thema.
Hilsen
Hendrik77

So gering scheint das Interesse (zumindest von offizieller Stelle) ja nicht zu sein, wennn sich der Umweltminister damit öffentlichen und sogar in persönlichen Gespräch mit den Bürgern auseinandersetzt.
Zitat:
EU-REGELN ÄNDERN
Umweltminister will Wolfsbestand regulieren
Durch die wachsende Zahl der Tiere in Dänemark sei es notwendig, den Bestand zu regulieren, meint Umweltminister Esben Lunde Larsen. Die EU verbietet allerdings das Töten von Wölfen. Deshalb will Dänemark nun mit anderen EU-Ländern Druck auf die EU-Kommission ausüben.
...
... nun, wo die Tiere sich auch in Dänemark fortpflanzen, ist eine Situation entstanden, die die Regulierung des Bestandes notwendig macht, sagt Umweltminister Esben Lunde Larsen (Venstre).
...
Doch bevor der Minister den Kampf gegen den wachsenden Wolfsbestand in Dänemark aufnehmen kann, muss er diesen erst einmal mit der EU ausfechten – denn Wölfe sind durch EU-Regeln geschützt.

Aus diesem Grund will Lunde Larsen sich mit anderen EU-Ländern, die ebenfalls Probleme mit Wölfen haben, zusammenschließen und gemeinsam Druck auf die EU-Kommission ausüben, damit diese die Regeln ändert.
...
Bei einem Treffen in Holstebro spricht Esben Lunde Larsen am Montag mit Bürgern über die wieder eingewanderten Wölfe. „Ich habe volles Verständnis dafür, dass viele Dänen, vor allem in Westjütland, wo sie die Wölfe direkt in ihrer Nähe haben, sich Sorgen machen. Es ist wichtig, dass wir darüber diskutieren und zeigen, dass wir das Problem erkennen“, so der Minister.
https://www.nordschleswiger.dk/de/daenemark-gesellschaft/umweltminister-will-wolfsbestand-regulieren

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BeitragVerfasst: 23.01.2018, 12:50 
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Von den Problemen die Brandenburger Bauern mit dem Wolf haben sind die dänischen Tierzüchter noch weit entfernt.
Wie lange noch?
Ich kann den Frust der Nutztierhalter, zumindest in Brandenburg, verstehen.
Angus-Rinderzüchter gibt auf:
http://www.maz-online.de/Lokales/Brande ... ur-Aufgabe
Zitat:
eine wolfssichere Einzäunung des 30 Hektar großen Weidelandes ist nicht praktikabel


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BeitragVerfasst: 23.01.2018, 13:09 
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Deshalb auch diese Forderung:
http://www.outfox-world.de/news/bauernb ... zonen.html
Ich denke dänische Nutztierhalter denken nicht viel anders.

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BeitragVerfasst: 24.01.2018, 16:01 
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Der dänische Agrar- und Umweltminister Esben Lunde Larsen ist in Dänemark genauso umstritten wie unser Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und vertritt auch in ähnlicher Weise vorrangig Agrarkonzern- , Agrar- und Jagdinteressen.

Esben Lunde Larsen entstammt einer Landwirtschaftsfamilie, in der nach seinen Angaben alle Familienmitglieder Jäger sind. Außer ihm selbst, was er allerdings selbst unbedingt nachholen möchte:

https://www.netnatur.dk/esben-lunde-lar ... al-bevare/

Für Wirbel sorgt aktuell seine geplante Aufweichung der jagdlichen Schonzeiten in Dänemark. Kritiker, politische Gegenspieler, Tier- und Naturschutzverbände fürchten die Jagd auf führende Elterntiere und kritisieren ihn dafür scharf:

http://nyheder.tv2.dk/samfund/2017-12-0 ... nstaendigt

Das Fischerei-Ressort hat Esben Lunde Larsen nach dem Skandal um die wohlhabenden "Fischerei-Quoten-Könige", die er politisch offenbar begünstigt haben und von denen seine Partei Geld erhalten haben soll, bereits abgeben müssen.

"Quoten, Könige und Kumpane"
https://www.b.dk/nationalt/kvoter-konge ... obbeltspil

Auch in dem Buch "Skjulte penge - magt, partistøtte og lobbyisme i dansk politik" (Verstecktes Geld - Macht, Parteienunterstützung und Lobbyismus in der dänischen Politik) von Arnfred/Jessen taucht sein Name auf. Dort wird seine Abneigung gegen Naturschutzorganisationen wie Danmarks Naturfredningsforening zitiert, während er über Wahlkampfzuwendungen von Akteuren aus dem Agrarsektor, die er politisch begünstigt haben soll, keine Auskunft zu geben bereit war.

Der rigorose Umgang mit den Wildschweinen ist ebenfalls knallhartem wirtschaftlichen Kalkül geschuldet, woraus das dänische Agrarministerium mit dem Begriff "milliardeksport truet" auch keinen Hehl macht: Das Schwarzwild gehört allein deshalb ausgerottet, um die Milliardenerträge der Schweinehalter im Exportgeschäft mit der Massentierhaltung nicht zu gefährden.

http://mfvm.dk/nyheder/nyhed/nyhed/mini ... svinepest/

Das ist indes nicht neu. 2002 zahlten Dänemarks Schweinezüchter eine Prämie von 250,- € an deutsche Jäger für jedes erlegte Wildschwein zwischen Nord-Ostsee-Kanal und Grenze. Standen in Dänemark doch 5,5 Mio. Bürger glatt 12 Mio. Hausschweinen gegenüber.

http://www.handelsblatt.com/archiv/kopf ... 88560.html

2009 schrieb die shz:

Zitat:
Dänemark ist mit einer Selbstversorgerquote bei Schweinen von 600 Prozent auf den Export angewiesen

shz, 31.12.2009: Wildschweine vor der Grenze zum Königreich https://www.shz.de/regionales/schleswig ... 43686.html


Und erklärte das dahinterstehende Prinzip:

Zitat:
Denn noch gelte Dänemark als frei von Schweinepest und Wildschweinen. Sollten sich aber die Tiere in Dänemark ansiedeln, dann könnte nach einem möglichen Ausbruch der Krankheit in nur einem Bestand bis zu ein Jahr vergehen, ehe das vom Export abhängige Land wieder für schweinepestfrei erklärt wird - selbst, wenn die Krankheit "hausgemacht" war, also kein Wildschwein dafür verantwortlich gewesen ist. Solange jedoch kein Schwarzwild in dänisches Terrain vorgedrungen ist, gelte im Falle eine Pestausbruchs das Land bereits nach einem Monat als krankheitsfrei, nachdem der befallene Bestand gekeult worden sei.

shz, 31.12.2009: Wildschweine vor der Grenze zum Königreich https://www.shz.de/regionales/schleswig ... 43686.html


Anders als vom deutschen Jagdmagazin Outfox-World behauptet, hat sich z. B. Danmarks Naturfredningsforening gegen den rigorosen Schwarzwildabschuss positioniert:

Zitat:
Vildsvin bekæmpes i Danmark på grund af risikoen for, at de bringer sygdomme med sig til tamsvinene.

Det er dog ikke alle, der er enige i den politik. Danmark Naturfredningsforening mener, at vildsvin hører til i den danske natur og vurderer, at risikoen for at de smitter tamsvin med svinepest er meget lille, da det kræver direkte fysisk kontakt mellem individerne.

Jydske Vestkysten, 16.02.17: Større flokke af vildsvin set nord for grænsen https://www.jv.dk/aabenraa/Stoerre-flok ... el/2479448


Auch nachzulesen auf der Internetseite von Danmarks Naturfredningsforening:
http://www.dn.dk/vi-arbejder-for/dyr/vildsvin/

Ähnlich wie in Deutschland beurteilt man das Risiko, das von menschlichen Kontaminationen ausgeht, als höher als durch das Schwarzwild direkt, da Hausschweine in geschlossenen Haltungssystemen nicht mit Schwarzwild in Kontakt kämen. Und auch bezüglich der Freilandhaltung von Schweinen sehen gesetzliche Regelungen eine doppelte Einzäunung vor, um einen direkten Kontakt auszuschließen.

Wer seine Informationen ausschließlich über einschlägige deutsche Jagdmagazine bezieht, läuft leider Gefahr, in einer diesbezüglich gefärbten Filterblase zu verharren und dabei wichtige Informationen zu verpassen.

Dass Esben Lunde Larsen mit einer entsprechenden Wolfspolitik auch auf diesem Gebiet seiner Jagd- und Landwirtsfamilie und der ihnen verbundenen Klientel entspricht, sollte da nicht wirklich verwundern.


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BeitragVerfasst: 24.01.2018, 16:33 
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25örefan hat geschrieben:
Vielleicht kannn D von DK in Zukunft bezüglich der Wölfe etwas lernen :idea:


Was hälst Du davon:
Deutschland könnte ja auch bezüglich des Hundesgesetzes noch etwas von Dänemark lernen. :shock:

Sorry, aber für mich ist es schwer nachvollziehbar und erscheint mir ebenfalls wie zweierlei Maß, sich einerseits leidenschaftlich gegen ein zugegeben wirklich schlechtes Hundegesetz zu engagieren und andererseits den wilden Vorfahren der Hunde so krass abzulehnen und sich für dessen Abschuss zu engagieren.

Eine Ausrottung der Wölfe wird es nicht mehr geben. Sollten sich Jagd- und Agrarlobby durchsetzen, käme es allenfalls zu einer "Bewirtschaftung" von Wölfen. Das bedeutet neben dem Leid für diese Tiere aber, dass

- ungeschützte Weidetiere nach wie vor Wölfen zum Opfer fallen, wie in Schweden auch
- umherstreundende Hunde oder unbeaufsichtigte Kettenhunde jederzeit Kontakt mit Wölfen haben können
- Menschen trotzdem jederzeit auf Wölfe treffen können

Die Zunahme der Risse nach einem illegalen Abschuss des Muttertieres im Landkreis Cuxhaven bestätigt, was Forscher in verschiedenen Studien herausgefunden haben:

"Wolfsabschüsse schützen keine Nutztiere", vgl. VET-MAGAZIN vom 19.09.2016:
https://vet-magazin.de/wissenschaft/wil ... tiere.html

Die Meldungen aus Schweden über gerissene Weidtiere, Übergriffe auf Hunde oder Nahbegegnungen mit Menschen sind seit der Wiedereinführung der Lizenzjagden ja nicht weniger geworden, im Gegenteil.

Insofern kann ich den Sinn dieser Jagden auf den wilden Ahnen unserer geliebten Haushunde nicht nachvollziehen, außer für diejenigen, die einfach Spaß an der Jagd und am Abschuss von hochsozialen, hochsensiblen, schmerz- und auch trauerempfindenden, hochentwickelten Individuen haben, die in ihrer Sozialstruktur den Menschen so ähnlich sind.

Ohne diese Ähnlichkeiten mit uns Menschen hätten wir den Wolf nicht zum "besten Freund des Menschen" domestizieren können. Warum gilt alle Empathie dem geliebten, wedelnden "Sofawolf" und gleichzeitig alle Ablehnung (bei manchen bis hin zum Hass) auf seinen wilden Vorfahren?


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BeitragVerfasst: 05.02.2018, 09:37 
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Groko-Verhandlungen in Berlin:
Ausbreitung des Wolfs soll stärker kontrolliert werden

http://www.zeit.de/news/2018-02/02/ausb ... -99-901485


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BeitragVerfasst: 05.02.2018, 11:03 
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So kann man es auch sehen. Ist wohl auch etwas Wahres daran, sowohl in D als auch DK.
https://www.radioeins.de/programm/sendungen/der_schoene_morgen/wischmeyers_schwarzbuch/der-wolf.html

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BeitragVerfasst: 13.02.2018, 10:37 
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Zitat:
WOLFSJAGD ERREICHT EU-GERICHTSHOF

GEGNER UND BEFÜRWORTER DER LEGALEN WOLFSJAGD ERWARTEN KLÄRENDE WORTE AUS LUXEMBURG.
Der Streit um Europas Wölfe ist beim Europäischen Gerichtshof angekommen: Finnlands oberste Verwaltungsrichter haben von dort verbindliche Vorgaben zur Zulässigkeit der Lizenzjagd auf Wölfe eingefordert. Die Antwort dürfte auch massive Auswirkungen für die Wolfsdebatte in Deutschland haben.
Der Hintergrund: In Finnland laufen Klagen gegen eine behördlich angeordnete Jagd auf insgesamt sieben Wölfe in der Region Savolax. Das Obergericht will vom EU-Gerichtshof Rechtsauskunft zur Frage, ob Ausnahmen vom strengen Artenschutz rechtens sind. Zum Beispiel zum Schutz der traditionellen Elchjagd mit Stöberhunden und um „die Sicherheit der Allgemeinheit“ zu erhöhen.

Von der Antwort werden Auswirkungen auf die gesamte EU erwartet. Auch zum sogenannten „günstigen Erhaltungszustand“ der europäischen Wolfspopulation und zur Frage der Auswirkungen auf Nutztierhaltung und Lebensqualität der Menschen in den Wolfsregionen. Zudem wird in Finnland schon geraume Zeit diskutiert, ob die legale Wolfsjagd das Problem der illegalen Abschüsse entschärfen könnte.
Das Nachbarland Schweden hatte bereits im Jahr 2016 darauf festgelegt, dass die Lizenzjagd nötig sei – um die Elchjagd mit Hunden zu erhalten und der Unruhe in der Bevölkerung entgegenzuwirken (wir berichteten). Schwedens Jägerverband sieht den Einlassungen der EU-Richter mit gemischten Gefühlen entgegen:
Ein Dämpfer für die finnische Wolfspolitik hätte sicher auch Folgen für das Nachbarland.
Umgekehrt hätte Rückendeckung für die Finnen Signalwirkung für die gesamte EU.
http://www.outfox-world.de/blog/wolfsjagd-erreicht-eu-gerichtshof.html

Mal sehen wie die Antwort des EU-Gerichtshofs ausfällt. :idea:

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BeitragVerfasst: 13.02.2018, 11:48 
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Jedenfalls scheint sich etwas zu bewegen.
Und wenn sich die EU damit beschäftigt, kann es ja schon in wenigen Jahren eine Lösung (oder keine) geben. :mrgreen:
Ich bin ja auch für Tier- bzw. Artenschutz, was mir als nicht Betroffener auch leicht fällt, aber dieser Schutz sollte doch für beide Seiten der Weide gelten.
Nach wie vor ein schwieriges Thema mit den neuen haarigen, vierbeinigen Asylsuchenden.


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BeitragVerfasst: 13.02.2018, 11:52 
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@ Die jungen Mitteleuropäer. Danke, danke, danke für deine/eure Beiträge, vor allem den ersten mit einer Zusammenfassung aus den Medien, besonders unseren Landmisbrugsminister betreffend.


LG Tina


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BeitragVerfasst: 14.02.2018, 15:02 
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Hier spaziert ein Wolf am Kindergarten vorbei

Sichtungen häufen sich ++ Bestände größer als angegeben ++ Gefahr für Menschen nimmt zu

http://www.bild.de/regional/hamburg/wol ... .bild.html


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