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BeitragVerfasst: 07.03.2018, 09:18 
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Habe übrigens auch nicht gleich umgebucht, als ich von einem Wolf/ Wölfen in Thy erfahren habe. Kreuzottern gibt es dort aber auch und das hat mich nicht abgehalten. Ebenso wie ich trotz Gefahr von Phosphor am Strand trotzdem Bernstein suchen gehen werde. Oder wie ich trotz gefährlichen Strömungen ggf in der Nordsee baden und schwimmen werde. Eben nur jeweils mit der entsprechenden Vorsicht. Ebenso werde ich mit meinem wertvollsten Besitz (mein Leben und meine Familie) Auto fahren. Und gefährliche Idioten trifft man recht regelmäßig auf der Autobahn; selbst einen potenziell lebensgefährlichen Unfall als Beifahrer hatte ich schon einmal, wo ich wirklich kurz dachte, das war es. Wie wurde so schön gesagt: Das Leben birgt immer die Wahrscheinlichkeit (letztlich die Gewissheit) des Todes. Soll ich jetzt deshalb aufhören zu leben? Muss der böse Wolf deshalb jetzt sterben?


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BeitragVerfasst: 07.03.2018, 09:56 
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Stadtflucht hat geschrieben:
Aber dabei sollte man wie gesagt nicht die Gefahr für den durchschnittlichen Menschen mit den Interessen der Viehwirte vermischen.

Vor allen Dingen sollte man nicht die Betroffenheit derer, die in Wolfsgebieten leben und mehr und mehr betroffen sind, mit der fehlenden Bertroffenheit eines „Stadtkindes“ vermischen.
In einer Großstadt lebend und die Problematik möglicherweise vom Balkon aus betrachtend sieht die Welt naturgemäß anders aus. Da läßt sich anderen, die direkt betroffen sind und ökonomisch und emotional geschädigt werden leicht Hysterie vorwerfen.

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BeitragVerfasst: 07.03.2018, 10:16 
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Stadtflucht hat geschrieben:

Relevante Nachteile hat mE wie gesagt allein die Viehhaltung. Und die versucht, möglichst alle mit in ihr Boot zu holen. Ich bin bereit, mir deren Sorgen anzuhören und das entsprechend einzuordnen und abzuwägen. Aber ich finde dieses "Erst wir, dann ihr" absolut unseriös und lasse mich für so etwas nicht vor den Karren spannen.(...) Ebenso würde ich einen angemessenen Interessenausgleich für betroffene Landwirte ggf unterschreiben. Und den wenigen betroffenen Menschen und Wirtschaftsbereichen kann ich zumuten, dass auch sie eine Bringleistung besitzen und sich auf die Rückkehr des Wolfes einstellen müssen (so wie die Schafhirten es früher auch hinbekommen haben). Wenn in einzelnen Bereichen dann tatsächlich gar keine offene Weidehaltung mehr möglich/ sinnvoll ist, kann man vielleicht anderswo geeignetere Flächen ausweisen. Wo sinnvoll kann man geeignete Schutzmaßnahmen subventionieren. Das alles kann man diskutieren (wobei ein Dänemarkforum sicher nur am Rande davon betroffen ist aber man muss den Thread sonst ja nicht verfolgen). Aber dabei sollte man wie gesagt nicht die Gefahr für den durchschnittlichen Menschen mit den Interessen der Viehwirte vermischen.


Ja, dann hat der Bio-Landwirt eben Pech gehabt? Hätte sich doch 'n Bürojob nehmen können.
Wie weltfremd ist die Idee für einen Landwirt seinen Hof woanders aufzuschlagen? :x

25örefan hat geschrieben:
Vor allen Dingen sollte man nicht die Betroffenheit derer, die in Wolfsgebieten leben und mehr und mehr betroffen sind, mit der fehlenden Bertroffenheit eines „Stadtkindes“ vermischen.
In einer Großstadt lebend und die Problematik möglicherweise vom Balkon aus betrachtend sieht die Welt naturgemäß anders aus. Da läßt sich anderen, die direkt betroffen sind und ökonomisch und emotional geschädigt werden leicht Hysterie vorwerfen.

War auch mein Gedanke aber ick komm aus Berlin und kann trotzdem in alle Richtungen kieken! Oda wat? :mrgreen:
Andererseits: egal in welche Richtung du von Berlin aus gehst, in jeder Richtung Osten. :)
(@alle die den Meldebutton so gerne drücken: das war ein Witz)
Und so gesehen wohne ich in einer sehr wolfreichen Gegend Drumherum.


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BeitragVerfasst: 07.03.2018, 10:31 
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@25örefan: OT: Ich lasse mir doch nicht mit solcher zweifelhaften moralischen Überlegenheit die Meinung verbieten. In der Demokratie hat jeder die gleiche Stimme und ich habe das gleiche Recht über den Bestand von Wölfen in unseren Wäldern zu diskutieren wie jeder andere auch. Ob das den Betroffenen nun passt oder nicht. Ich bezahle mit meinen Steuern auch zig Dinge von denen ich nichts habe und werde durch Regelungen betroffen, die andere überhaupt nicht tangieren aber über die sie mitdiskutieren. Da den Viehhaltern nicht das gesamte Land gehört, haben sie nicht mehr zu bestimmen als irgendwer sonst. Übrigens lebe ich am Stadtrand und bin in wenigen Minuten da, wo es Rehe und Wildschweine gibt und vielleicht in der Nähe irgendwann auch wieder Wölfe.

Ansonsten geht es hier ohnehin primär um Dänemark, wo wir alle nur als Gäste mitreden und unsere Meinung äußern können. Irgendein moralisches Recht zu einer solchen Meinungsäußerung hast Du entsprechend ebenso viel oder wenig wie ich.

BTT: Kommen jetzt auch noch inhaltliche Argumente oder braucht es die nicht mehr, weil ich in einer Stadt lebe?

@Ronald: Ebenso polemisch könnte ich jetzt über die Ironie des Biobauern lamentieren, der über die Rückkehr der Natur klagt. Das Bild ist schon etwas differenzierter. Aber da bewegen wir uns immer weiter vom Thema Dänemark weg. Nur so viel: Jeder Einzelne kann u.U. von einer Entwicklung erheblich betroffen sein und muss dann auf Solidarität hoffen. Aber dass seine Partikularinteressen mehr Gewicht haben und mit allen Mitteln zu verteidigen sind, kann er nicht erwarten. Es geht immer um eine Abwägung von Interessen. Was ungerecht oder nachteilig für einzelne erscheint, ist vielleicht aus anderer Sicht wünschenswert und daher in der Summe zu vertreten. Das lerne selbst ich in der lebensfremden Stadt praktisch täglich.


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BeitragVerfasst: 07.03.2018, 10:54 
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Stadtflucht hat geschrieben:
Aber dass seine Partikularinteressen mehr Gewicht haben und mit allen Mitteln zu verteidigen sind, kann er nicht erwarten. Es geht immer um eine Abwägung von Interessen.

Partikularinteressen ist ja auch so eine Sichtweise... :roll:
Den Wert eines Staates kann auch daran messen, wie er mit Minderheiten umgeht!
Von mir aus trifft "Partikularinteressen von Nutztierhaltung" in einem Industriestaat wie Deutschland zu, aber bei einem Agrarstaat wie Dänemark gilt das nicht.
Und das wird dort auch irgend wann zu einem echten Problem.
Wie dort damit umgegangen wird kann ich mir gut vorstellen, wenn ich da so einige Threads denke wie "Zootiere" oder "der Fischwirtschaft schädigenden Robben" usw.
Da wird nicht lange gefackelt oder diskutiert. 8)


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BeitragVerfasst: 07.03.2018, 11:22 
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@Ronald: Das kann Dänemark bei entsprechender Interessenlage ja so diskutieren und ggf mit der EU abstimmen. Dann muss ich als Gast des Landes eben auch akzeptieren.

OT: Es gibt jetzt tausend Beispiele, an denen ich auslegen kann, was ich mit Partikularinteressen meine und dass mir die Interessen einer Minderheit NICHT völlig egal sind. Aber dass weitläufige Kulturlandschaft bei aller Idylle keine primäre Natur und damit weniger "Bio" als Rehe und Wölfe sind, sehe ich weiterhin so. Schafe, Kühe, Pferde etc sind Nutztiere, die sich auch früher den Raum mit der Natur teilen mussten. Schon in der Bibel liest man von "echten Hirten", die bei Angriffen des Wolfes notfalls ihr eigenes Leben für den Erhalt der wertvollen Herde opfern und "bezahlten Knechten", die dem Wolf die Herde überlassen und fliehen. Dieser Konflikt ist so alt wie die Viehhaltung. Ebenso wissen auch Landwirte, dass der Wolf in Europa immer schon heimisch war und teilweise immer geblieben ist. Auch die Rückkehr der Wölfe in angestammte Gebiete kam nicht über Nacht. Es gibt sehr wohl die Möglichkeit, sich zunehmend darauf einzustellen. In Dänemark ist sogar noch mehr Zeit. Was die Gesellschaft wünschenswert findet und welchen Wert bzw welche Priorität man Wolf und gefährdeten Formen der Viehhaltung gibt, muss sie gemeinsam entscheiden.

Ansonsten gibt es zahlreiche Berufsgruppen, die sich verraten und verkauft fühlen. Wenn hier ein Betrieb dicht macht und dort die Arbeitsbedingungen unerträglich werden, gehen auch keine 80 Mio auf die Straße, sondern oft nur 8, 80 oder maximal 800. Und niemand denkt bei jeder Entscheidung erst an die Auswirkungen für alle anderen. Die betroffenen Landwirte sind hier also keine Ausnahme, sondern die Regel. Ich kann also mitfühlen aber dennoch insgesamt andere Prioritäten haben. Übrigens gehören Schafe und Ziegen zu meinen persönlichen Lieblingstieren und ich mag den Anblick von Schafherden wirklich gerne. Es geht also nicht darum, was mir sympathischer ist.


Zuletzt geändert von Stadtflucht am 07.03.2018, 11:27, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 07.03.2018, 11:26 
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Stadtflucht hat geschrieben:
@25örefan: OT: Ich lasse mir doch nicht mit solcher zweifelhaften moralischen Überlegenheit die Meinung verbieten.
Brauchst Du auch nicht.

Stadtflucht hat geschrieben:
In der Demokratie hat jeder die gleiche Stimme und ich habe das gleiche Recht über den Bestand von Wölfen in unseren Wäldern zu diskutieren wie jeder andere auch.
Das ist manchmal leider ein Manko der Demokratie, obwohl deren Vorteile ansonsten überwiegen.
Mitdiskutieren heißt allerdings nicht, anderen (zumal noch dierekt Betroffenen oder Geschädigten) „Hysterie“ zu unterstellen und damit sich selbst erhöhend als sachlich, wohlüberlegt (oder was auch immer als Antonym für hysterisch in Frage kommt) darzustellen.

Stadtflucht hat geschrieben:
Ansonsten geht es hier ohnehin primär um Dänemark, wo wir alle nur als Gäste mitreden und unsere Meinung äußern können. Irgendein moralisches Recht zu einer solchen Meinungsäußerung hast Du entsprechend ebenso viel oder wenig wie ich.
Ich rede hier nicht als Gast in einem anderen Land, sondern als Europäer über ein anderes Land. Ich leite daraus weder Rechte noch erforderliche Rücksichtnahmenn daraus ab.
Ich bin es nicht, der mit langen Texten auf das Allgemeinthema „ Wolf“ abgebogen ist.
Und von moralischen Rechten war bei mir auch nicht Rede, lediglich davon, dass je nach Betroffenheit die Sichtweise naturgemäß eine andere ist.

Stadtflucht hat geschrieben:
Kommen jetzt auch noch inhaltliche Argumente oder braucht es die nicht mehr, weil ich in einer Stadt lebe?
Ich bemühe mich steht’s sachlich zu bleiben und bin dahingehend bisher auch selten mißverstanden worden.
Meine Position (die nicht per se antiwolf ist) und ein Teil meiner Argumente ist hier im Thread in der Vergangenheit bereits deutlich geworden (ggf. den gesamten Thread lesen).
PS
Noch vor einer ganzen Reihe von Jahren, waren meine Ansichten noch den Deinen in vielen Punkten ähnlich. Eine intensive Beschäftigung mit dem Thema in allen seinen Facetten und die Entwicklung seit der Rückkehr des Wolfes läßt mich heute eine andere Position einnehmen.

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BeitragVerfasst: 07.03.2018, 11:46 
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@25örefan: Das "sollte nicht" habe ich im Zusammenhang mit dem "Stadtkind" als sehr wertend und moralisierend empfunden. Wenn es nicht so gemeint war, dann ist es ok. Meine Schritte und mein Horizont enden jedenfalls nicht an der Stadtgrenze.

Hysterie ist für mich NICHT, dass die Viehwirte für ihre Interessen eintreten. Das habe ich mE aber auch sehr deutlich klar gemacht. Hysterie ist das "Erst wir, dann ihr", "Irgendwann wird ein Wolf auch einen Menschen anfallen" etc. Es ist eine Sache, für seine legitimen Interessen einzutreten und eine völlig andere, ein hetzerisches Bild einer Bestie zu erzeugen, die nach unschuldigen Schäfchen auch noch Rotkäppchen und die Großmutter verschlingen will. Für den Biologen sind Wolfsangriffe auf Schafe nicht böse, sondern völlig normal (auch dass sie scheinbar wie im Rausch viele Tiere töten und nicht nur ein Beutetier).

Nutztiere haben eben nicht mehr die gleiche Grundlage zu fliehen wie Wildtiere und daher muss der Mensch diesen Konflikt regeln. Wie das im Einzelfall aussehen kann oder soll, will ich such gar nicht pauschal bewerten. Aber die Rückkehr des Wolfes ist mE für den natürlichen Raum wünschenswert. Wieviel Raum man wofür braucht, muss jede Gesellschaft selbst regeln. Die Dänen werden es vielleicht anders bewerten als die Deutschen oder die Polen und alle müssen unter dem Dach der EU eine tragfähige Abstimmung finden.

P.S.: Vielleicht denke ich auch einmal ähnlich wie Du. Vielleicht aber auch nicht. Mit dem Thema beschäftige ich mich auch schon lange. Ich habe übrigens auch Verwandte, die einen Reiterhof in Niedersachsen betreiben (er, also mein Onkel, ist zudem auch passionierter Jäger und kennt sich gut mit den Zusammenhängen in der Natur aus). Ich sehe sie leider sehr selten und habe noch nicht mit ihnen über Wölfe gesprochen aber ich halte viel von ihrer Meinung. Vielleicht kommt es ja mal dazu und dann berichte ich gern, ob sich meine Ansicht geändert hat.


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BeitragVerfasst: 07.03.2018, 12:02 
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Stadtflucht hat geschrieben:
@25örefan: Ich habe übrigens auch Verwandte, die einen Reiterhof in Niedersachsen betreiben (er, also mein Onkel, ist zudem auch passionierter Jäger und kennt sich gut mit den Zusammenhängen in der Natur aus). Ich sehe sie leider sehr selten und habe noch nicht mit ihnen über Wölfe gesprochen aber ich halte viel von ihrer Meinung. Vielleicht kommt es ja mal dazu und dann berichte ich gern, ob sich meine Ansicht geändert hat.

Das Gespräch solltest Du wirklich mal suchen.

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BeitragVerfasst: 07.03.2018, 20:17 
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Man sollte nicht den falschen Eindruck entstehen lassen, dass die Landbevölkerung eine homogene Masse wäre, die einstimmig mit Forken, Schaufeln, Jagdgewehr und Scheiterhaufen dem Wolf nach dem Leben trachtet.

Als Landbewohner nervt uns, wenn immer wieder dieselben Leute aus immer den selben Kreisen uns ungefragt als "Meinungsgeiseln" nehmen und ungefragt für uns als die Landbevölkerung sprechen wollen.

Tatsächlich sind in der Lüneburger Heide viele Menschen für den Wolf oder tolerieren ihn zumindest wohlwollend bis neutral, weil er für den einzelnen im Alltag kaum wahrnehmbar ist.

Die wenigen, die sich als die Landbevölkerung ausgeben, sind im Grunde wenige aus dem Bereich Jagd und Landwirtschaft, die aber offensichlich über gutes Networking untereinander verfügen und dann immer besonders laut auftreten.

Hier ist mal ein Beispiel für einen Schäfer, der sich mit dem Wolf arrangiert hat:

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... f3164.html

In Dänemark sind von den seit 2012 acht nachgewiesenen Wölfen bereits vier nicht mehr nachweisbar:

https://www.dr.dk/nyheder/regionale/mid ... -i-danmark

Wir reden also gerade einmal von vier nachgewiesenen Wölfen und acht Welpen in Dänemark...

In diesem Bericht erklärt eine Frau aus einem dänischen Wolfsgebiet, dass sie keine Angst hat, aber die Kinder draußen lieber im Auge behält (was auch ohne Wolfsanwesenheit sicher keine schlechte Idee ist). Sie betont, wie wichtig der Dialog ist und dass die Bedenken der Menschen vor Ort gehört werden. Eine Infoveranstaltung hat ihr mehr Sicherheit und das Gefühl gegeben, ernst genommen zu werden.

https://www.dr.dk/nyheder/regionale/mid ... kstra-oeje

Natürlich ist es legitim, wenn Interessengruppen ihre Interessen vertreten. Aber dann mögen diese doch bitte bei sich bleiben und nicht den weitaus größeren Teil der (Land-)Bevölkerung als "Meinungsgeiseln" nehmen, um die politischen Interessen ihrer Minderheit durchzusetzen.


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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 00:47 
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Hendrik77 hat geschrieben:
Hejsa !
Es geht um das Problem das Wölfe in Dänemark Nutztiere reißen was meiner Meinung nach jetzt nicht öffentlich diskutiert werden muss. Mir zumindest sind keine (aktuellen) Fälle bekannt wo dies in Dänemark passiert ist.
Nachweisbar gibt es in Dänemark Wölfe und natürlich wird auch über den Umgang mit ihnen diskutiert und es würde mich wundern wenn es nicht so wäre .
Venlig hilsen
Hendrik77

Hendrik, das stimmt so nicht. Ich lebe in der sogenannten "Wolfszone" mit dem ersten (erfassten) Rudel in DK. Genau weiss es keiner, weil es noch kein richtiges Monitoring gibt.
Es gab schon viele Nutztierrisse, vor allem an Schafen samt reisserisch-blutiger Mediendeckung. Es gibt Zuschüsse zu Zäunen samt Entschädigung bei positiver DNA.
Hier in der Gegend ist es ein heissdiskutiertes Thema, in den Medien und in den sozialen Netzwerken. Auch die Politik samt unserem "Landmisbrugsminister" ELL sind schon lange auf den Zug aufgesprungen, und so einige Lokalpolitiker, allen voran DF´er, dicht gefolgt von Venstre, dreschen populistische Anti-Wolf-Phrasen gegen den bösen Einwanderer.
Ich weiss, du lebst auf Fyn, da ist das nicht so aktuell, aber hier schon.

Hilsen Tina, PRO-WOLF!


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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 07:48 
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Ich bin noch nicht durch Wölfe zu Schaden gekommen! Liegt es daran das,, die" Wölfe erstmal unbemerkt an meinem ,,Attila" 90 Kg Kaukasen,an den 6 Gänsen,10 Hühnern vorbei müssten,wasserscheu sind(Varde Aue als Grundstücksgrenze)um an meine Schafe und Pflegepferde zu kommen? Als Weidetierhalter bin ich dazu verpflichtet für das Wohl meiner Tiere zu sorgen.Aufsichtspflicht ist für mich das oberste Gebot!Bin ich dazu nicht im Stande oder bereit darf ich keine Weidetierhaltung betreiben! Weidetiere sind kein Maisfeld das man bis zur Ernte in die Landschaft stellen kann!Sollte es wider Erwarten tatsächlich ein Wolf ,an allen natürlichen Alarmanlagen und Hindernissen vorbei, bis auf meine Weide schaffen und ich ihn bei der Hatz auf mir anvertraute Tiere erwischen ,er sich bei meinem Erscheinen nicht blitzartig auf die Flucht begibt,gibt es eine Ladung Rehhagel 00 Schrot!Das wäre dann allerdings meine ,,letzte ´Notbremse"! Das vorbeugende,,spurlose Verschwinden lassen" von hier registrierten Wölfen ist und bleibt für mich ein Verbrechen das mit einer deftigen Geldstrafe,Entzug der Jagderlaubniss sowie der Waffenbesitzkarte auf Lebenszeit,geahndet werden müsste.Alles andere wäre die verklärende Beschwichtigung einer vermeindlichen Heldentat! Weidetiere gehören nicht unbeaufsichtigt in die Landschaft! Oder frei nach Herman Löns: Es war in einer Sommernacht am Rande der Prärie,die Cowboys waren hackebreit und bewachten doch!!! ihr Vieh!" :mrgreen:


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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 08:24 
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Hejsa !
dina hat geschrieben:
Hendrik, das stimmt so nicht. Ich lebe in der sogenannten "Wolfszone" mit dem ersten (erfassten) Rudel in DK. Genau weiss es keiner, weil es noch kein richtiges Monitoring gibt.

Ich weiss, du lebst auf Fyn, da ist das nicht so aktuell, aber hier schon.

Danke dina für den Hinweis.

Venlig hilsen
Hendrik77


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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 09:50 
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dina hat geschrieben:
Hendrik77 hat geschrieben:
Hejsa !
Es geht um das Problem das Wölfe in Dänemark Nutztiere reißen was meiner Meinung nach jetzt nicht öffentlich diskutiert werden muss. Mir zumindest sind keine (aktuellen) Fälle bekannt wo dies in Dänemark passiert ist.
Nachweisbar gibt es in Dänemark Wölfe und natürlich wird auch über den Umgang mit ihnen diskutiert und es würde mich wundern wenn es nicht so wäre .
Venlig hilsen
Hendrik77

Hendrik, das stimmt so nicht. Ich lebe in der sogenannten "Wolfszone" mit dem ersten (erfassten) Rudel in DK. Genau weiss es keiner, weil es noch kein richtiges Monitoring gibt.
Es gab schon viele Nutztierrisse, vor allem an Schafen samt reisserisch-blutiger Mediendeckung. Es gibt Zuschüsse zu Zäunen samt Entschädigung bei positiver DNA.
Hier in der Gegend ist es ein heissdiskutiertes Thema, in den Medien und in den sozialen Netzwerken. Auch die Politik samt unserem "Landmisbrugsminister" ELL sind schon lange auf den Zug aufgesprungen, und so einige Lokalpolitiker, allen voran DF´er, dicht gefolgt von Venstre, dreschen populistische Anti-Wolf-Phrasen gegen den bösen Einwanderer.
Ich weiss, du lebst auf Fyn, da ist das nicht so aktuell, aber hier schon.

Hilsen Tina, PRO-WOLF!


Hej Dina,

geht es bei diesen heißen Diskussionen denn ausschließlich um die Schäden für die Weidetierhaltung oder auch schon um mögliche Gefahren für den Menschen selbst? Also haben in Eurer Gegend viele Bewohner tatsächlich Angst vor möglichen Wolfsangriffen auf Menschen? Wirkt sich das auf ihr Verhalten im Alltag aus? In dem Bericht von Die jungen Mitteleuropäer sagte die Frau ja, dass sie besser auf ihre Kinder achtet aber sonst keine großen Sorgen oder Einschränkungen hat. Ist diese Haltung insgesamt für Eure Gegend repräsentativ (was die Gefahr für den Menschen betrifft)?

In Brandenburg und Sachsen gibt es ja auch zunehmend Wölfe, auch immer näher an den Rändern Berlins. Bislang habe ich bei Bekannten in den betroffenen Regionen noch keine Sorgen über den Wolf vernommen. Es war bislang einfach nie ein großes Thema, auch wenn wir über viele andere Dinge gesprochen haben, auch die kleinen und großen Sorgen des Lebens. Einer davon war zumindest mal ein Förster, bis er sich neu orientieren musste. Wie gesagt haben auch meine Verwandten aus Niedersachsen (winzige Siedlung mit ein paar Häusern im nirgendwo und das mit Tieren) zumindest noch nicht von sich aus dieses Thema erwähnt. Und mit denen habe ich auch schon über einiges gesprochen. Zum Beispiel über die Jagd und die Gefahr durch andere Jäger und Wilderer. Ich werde also bei entsprechender Gelegenheit mal etwas gezielt fragen, weil es mich jetzt wirklich interessiert, ob die Menschen Angst haben.

Bislang habe ich jedenfalls den Eindruck, dass es vor allem direkt betroffene Schafhirten o.ä. sind, die nicht zuletzt ökonomische Sorgen spüren (in einem der Videos von 25örefan wurden u.a. praktische Fragen nach Beantragung von Zuschüssen für Schutzzäune etc gestellt). Dass tote und verletzte Tiere auch Emotionen auslösen, ist auch verständlich. Dennoch sollte man sich an der sachlichen Art von BLAVANDS HUK und dem von Die jungen Mitteleuropäer verlinkten Beispiel des Schäfers orientieren. Die konzentrieren sich auf die eigene Rolle und pragmatische Lösungsansätze.

@25örefan: Ich spreche bezüglich Emotionen und direkter Konfrontation mit gerissenen Tieren übrigens selbst als Stadtkind nicht allein aus grauer Theorie. Direkt vor dem Grundstück meiner Eltern habe ich als Jugendlicher mal eine Katze vor mir liegen gehabt, die ein Hund ordentlich zerrissen hatte (die Katze gehörte Nachbarn und ich kannte sie zumindest vom Sehen her). Den Hund samt dessen weinender Besitzerin hätte ich im ersten Moment auch gerne auf den Mond geschossen. Im Nachhinein habe ich mich aber beruhigt. Wie auch nach den zuvor erwähnten Hundeangriffen auf mich selbst und Bekannte, die aber zum Glück alle sehr glimpflich verliefen (maximal kleine Bisswunden). Ich kenne also die erste Wut und kann nachvollziehen, dass es bei eigenen Tieren noch mal eine andere Geschichte ist. Ich stelle mich auch nicht über diese Menschen. Dennoch muss ich mich nicht vereinnahmen lassen und aus der Empathie heraus jede wütende Forderung unterstützen. Würdest Du bei Hundehassern vermutlich auch nicht, selbst wenn diese subjektiv auch gute Gründe haben mögen. Ja, Hunde sind keine Wölfe aber es gibt doch nach wie vor viele Gemeinsamkeiten. Die Menschen sind jedenfalls im Alltag eher mal durch Hunde bedroht. Andere Tiere reißen Hunde mitunter auch, egal ob Wild-, Nutz- oder Haustiere.


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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 10:20 
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[color=#00FFFF][quote="Stadtflucht"]

Hej Dina,

geht es bei diesen heißen Diskussionen denn ausschließlich um die Schäden für die Weidetierhaltung oder auch schon um mögliche Gefahren für den Menschen selbst? Also haben in Eurer Gegend viele Bewohner tatsächlich Angst vor möglichen Wolfsangriffen auf Menschen? Wirkt sich das auf ihr Verhalten im Alltag aus? In dem Bericht von Die jungen Mitteleuropäer sagte die Frau ja, dass sie besser auf ihre Kinder achtet aber sonst keine großen Sorgen oder Einschränkungen hat. Ist diese Haltung insgesamt für Eure Gegend repräsentativ (was die Gefahr für den Menschen betrifft)?
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Es gibt hier in der Gegend eine ausgeprägte Anti-Wolf-Haltung und viele zum grössten Teil durch Aberglauben und Ammenmärchen gespeiste Vorstellungen. Viele haben Angst und unter den zahlreichen Jägern sind einige mit einer sagen wir mal zweifelhaften Jagdethik.
Der Spruch mit der Schaufel, die mit auf die Jagd soll, wird gerne gebraucht. (SSS-shoot,shovel,shut up)
Es gibt so einige, die sich damit brüsten, das schon getan zu haben, oder einen zu kennen, der es getan hat oder es zu tun, wenn sich die Gelegenheit bietet. Es wird auch lauthals nach Regulierung gerufen und wie gesagt auch von Politikern wird die Angst gerne genutztumsich zu profilieren.
Es gab einige Bürgertreffen zur Aufklärung mit mehr oder weniger qualifizierten Experten.


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