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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 10:42 
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@Dina: Danke für die Erläuterung. Ähnliches deutet BLAVANDS HUK ja auch an. Da mischt sich die nachvollziehbare Sorge der Nutztierhalter aber schon gehörig mit Hysterie. Man glaubt die Ammenmärchen u.ä. ja nur, wenn man ohnehin ähnlich denkt oder zumindest gar nicht allzu kritisch prüfen will. Die Dänen sind ja nicht doof, als dass sie mögliche Widersprüche oder Ungereimtheiten nicht aufdecken könnten.

@all: Werden solche illegalen Vorgänge (SSS) denn untersucht oder ist es zu aussichtslos bzw ggf nicht mal gewollt?


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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 10:51 
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Sind das alles Hysteriker:
Zitat:
Eine Bürgerinitiative aus dem Raum Bautzen hat knapp 18.600 Unterschriften für eine Begrenzung der Wolfspopulation gesammelt. Die Initiative stört sich an der hohen Wolfsdichte in der Oberlausitz.
https://www.mdr.de/sachsen/bautzen/buegerinitiative-aus-der-oberlausitz-will-ausbreitung-der-woelfe-stoppen-100.html

Wie ich hier schon mal klar gemacht habe:
Zitat:
Ich bin nicht grundsätzlich gegen den Wolf, wohl aber für wolfsfreie Zonen, gegen eine ungehinderte Ausbreitung, gegen den strengen Schutzstatus und für das Recht Betroffener jeglicher Art, sich gegen den Wolf auch anders als durch Rufen, Händeklatschen und immer höhere Zäune zur Wehr zu setzen.

Was DK anbetrifft, gibt es hier im Thread von mir gepostet Ergebnisse einer ( bzw. zwei) Umfrage/n
(bei Interesse ggf. nachzulesen in meinem Post vom 14.01.2018, 17:38) die zeigt, dass es in DK genau wie in Deutschland keine homogene Meinung gibt.
Auch wird aus dieser Umfrage deutlich, dass die Befragten aus eher ländlichen Kommunen eher negativ eingestellt sind als die aus urbanen Regionen.
Dies deckt sich im übrigen mit anderen skandinavischen Ländern als auch Frankreich und Spanien.
PS
Erstaunlich wieviele hier im Thread auf den vom Threadsteller mit seiner provokant tendenziösen Überschrift auf auf den Weg geschickten Hysterie-Zug aufspringen, denn anders als die Überschrift vermuten lässt, beschäftigt sich der Eingangsthread nicht mit Hysterie , sondern beschreibt lediglich das zu dem Zeitpunkt noch nur vermutete Auftauchen eines Wolfes und stellt zwei konträre Ansichten von offizieller Seite dazu gegenüber nämlich:
Zitat:
Der Bürgermeister äußert sich, dass der Wolf erschossen werden muss, sollte er sich zeigen. Ein Wolf gehöre grundsätzlich nicht in die dänische Natur.

Zitat:
Jens Henrik Jakobsen vom Naturdirektorat meint, dass der Wolf, wenn es wirklich einer war, die Stadt nur auf seiner Wanderung durchquert hat und die Leute sich lieber über einen seltenen Anblick freuen möchten. Erschossen werden solle er nur, wenn er sich im Wohnviertel häuslich niederlässt.

Diese gegensätzlichen Ansichten spiegeln sich, wenn auch nicht wortwörtlich in den Ergebnissen der Umfragen in DK.

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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 11:59 
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Stadtflucht hat geschrieben:
@Dina: Danke für die Erläuterung. Ähnliches deutet BLAVANDS HUK ja auch an. Da mischt sich die nachvollziehbare Sorge der Nutztierhalter aber schon gehörig mit Hysterie. Man glaubt die Ammenmärchen u.ä. ja nur, wenn man ohnehin ähnlich denkt oder zumindest gar nicht allzu kritisch prüfen will. Die Dänen sind ja nicht doof, als dass sie mögliche Widersprüche oder Ungereimtheiten nicht aufdecken könnten.

@all: Werden solche illegalen Vorgänge (SSS) denn untersucht oder ist es zu aussichtslos bzw ggf nicht mal gewollt?



Es gab Anzeigen, aber das verlief im Sande oder wurde nicht ernst genommen. Auch eine Anzeige gegen einen aus Nordjylland, der in der Zeitung äusserte, er würde jeden Wolf erschiessen, den er vor die Flinte kriegt, wurde nicht angenommen, da kein Straftatbestand.
Eine Gruppe auf FB lässt sich über die besten Methoden aus, Wölfe, zu killen, darunter sind so nette Vorschläge wie das verätzen der Pfoten und abschneiden der Hoden beim lebenden Tier, Auslegen von Giftkadavern samt der besten Platzierung des Giftes und der Beschaffugsquellen i Deutschland und andere Abscheulichkeiten.


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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 12:03 
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Stadtflucht hat geschrieben:
Die Dänen sind ja nicht doof, als dass sie mögliche Widersprüche oder Ungereimtheiten nicht aufdecken könnten.


Naja, das ist eine Verallgemeinerung, es gibt genausoviele doofe wie anderswo, oder sagen wir mal lieber faktaresistent als doof :mrgreen:


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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 12:07 
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25örefan hat geschrieben:
Erstaunlich wieviele hier im Thread auf den vom Threadsteller mit seiner provokant tendenziösen Überschrift auf auf den Weg geschickten Hysterie-Zug aufspringen, denn anders als die Überschrift vermuten lässt, beschäftigt sich der Eingangsthread nicht mit Hysterie , sondern beschreibt lediglich das zu dem Zeitpunkt noch nur vermutete Auftauchen eines Wolfes(...)


Verstehe ich auch nicht.
Ich kann hier weder Panikmache noch Hysterie wahrnehmen, nicht mal von "Ballervands" HUK zugegebenermaßen drastischen Äußerung:
BLAVANDS HUK hat geschrieben:
gibt es eine Ladung Rehhagel 00 Schrot!


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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 12:11 
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Die von 25örefan erwähnte Bürgerinitiative störte sich laut mdr "an der hohen Wolfsdichte in der Oberlausitz". Von den 18.600 Unterschriften stammten aber nur 16.762 aus Sachsen, was einem Bevölkerungsanteil von 0,4% entspricht - also in etwa dem prozentual durchschnittlichen Anteil an Jagdscheininhabern. Weidetierhalter werden sicher auch daran beteiligt gewesen sein. 99,6% der Sachsen haben sich dagegen nicht an der Petition beteiligt.

In etwa spiegelt das Umfrageergebnis die Beteiligungen früherer Anti-Wolfs-Petitionen:

- openpetition, Bekenntnis gegen den Wolf: 2.421 Unterstützer (2015) https://www.openpetition.de/petition/on ... n-den-wolf
- openpetion, Herr Umweltminister, setzen Sie dem Wolf Grenzen, jetzt: 7.037 Unterstützer, davon nur 3.609 aus Niedersachsen (2015)
https://www.openpetition.de/petition/on ... nzen-jetzt
- openpetition, Kein Schutzstatus für Wolf und Luchs, Aufnhame ins Jagdrecht: 1.017 Unterstützer (2014)

Dagegen stehen die Umfrageergbenisse verschiedener Meinungsforschungsinstitute, wie etwa

71%: Yougov 2014: Die Mehrheit ist pro Wolf (71%) https://yougov.de/news/2014/02/18/umfra ... -pro-wolf/

80%: Forsa 2015: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/ ... 19530.html

74%: Linzer Market-Institut 2017 https://www.ots.at/presseaussendung/OTS ... willkommen

75%: (75% gegen Wolfsabschüsse) haz-Umfrage 2017 http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/N ... -freigeben

Es ist nicht verwerflich, die eigenen Interessen zu vertreten, aber wie gesagt, dann sollte man auch bei sich bleiben und das so benennen.

Unseriös finden wir es dagegen, Ängste bei den Menschen zu schüren, die wie in Dänemark noch wenig Erfahrung im (unspektakulären) Alltag mit Wölfen haben, um politische Ziele zu Gunsten kleiner Interessengruppen zu erreichen.

In der aktuellen Print-Ausgabe des Spiegel kommt der norwegische Biologe John Linnell, Mitverfasser des Linnell-Reports (eine wissenschaftliche Studie über Wolfsangriffe auf Menschen) zu Wort:

"Politiker und Wolfsgegner machen den Menschen Angst, um sie zu manipulieren." und "Das ist zynisch und schmutzig, aber der Trick wird oft angewandt, einfach weil er so gut funktioniert."

(Spiegel-Ausgabe 10/2018: "Gefährliche Märchen" von Julia Koch, Seite 104-105).

In den letzten 40 Jahren habe es laut Linnell keine tödlichen Angriffe von Wölfen auf Menschen in Europa gegeben.

In Europa leben übrigens rund 18.000 Wölfe und 740 Mio. Menschen. In Deutschland sind die Wölfe seit rund 20 Jahren wieder heimisch. Da erscheint es doch recht sonderbar, dass sich die Wölfe ausgerechnet jetzt und ausgerechnet in Niedersachsen wieder auf Grimm's Märchen besinnen und angeblich Waldkindergärten und Schulbushaltestellen "belagern".

Die Bezeichnung "zynisch und schmutzig", wie John Linnell es formuliert hat, trifft es da wohl ganz gut.


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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 12:16 
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dina hat geschrieben:
Stadtflucht hat geschrieben:
Die Dänen sind ja nicht doof, als dass sie mögliche Widersprüche oder Ungereimtheiten nicht aufdecken könnten.


Naja, das ist eine Verallgemeinerung, es gibt genausoviele doofe wie anderswo, oder sagen wir mal lieber faktaresistent als doof :mrgreen:

Naja, das ist eine Verallgemeinerung, es gibt genausoviele doofe wie anderswo, oder sagen wir mal lieber faktaresistent als doof :mrgreen:
Außerdem spielt hier der klassische "Kampf" von Jylland versus Kopenhagen mit rein. Es herrscht ein ausgeprägtes Misstrauen und oft sogar Ablehnung gegen alles von der Teufelsinsel bei einem Teil der Landbevölkerung in Vestjylland.
Daher immer wieder der Ruf nach Aussetzen der Wölfe im Dyrehave.
Die lokale Presse ist alles andere als objektiv, wenn es ums Thema Wolf geht, und jeder Rehkadaver wird reißerisch aufbereitet, egal ob das Tier nun von selbst verendet ist, angefahren oder angeschossen, von Hunden, Wölfen Füchsen, Krähen oder sonstwas verzehrt wurde.
Gerne noch mit der Warnung "Vorsicht, schockierende Bilder!" versehen.
Viele Politiker möchten gerne das EU-Recht geändert sehen, somit spielt der Wolf auch den EU-Gegnern in die Hände, die hier zahlreicher vertreten sind als in Kopenhagen, der Wurzel allen Übels, der Stadt der Cafe-Latte trinkenden Balkonbiologen, welches noch die nettesten Bezeichnungen sind.


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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 12:19 
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Die jungen Mitteleuropäer hat geschrieben:
Da erscheint es doch recht sonderbar, dass sich die Wölfe ausgerechnet jetzt und ausgerechnet in Niedersachsen wieder auf Grimm's Märchen besinnen und angeblich Waldkindergärten und Schulbushaltestellen "belagern".


Uiii da bist du wohl nicht auf dem neuesten Stand.
https://www.bild.de/regional/hamburg/wo ... .bild.html
Da ist nichts "angeblich" und es ist auch kein Waldkindergarten sondern mitten in der Stadt.
Kann auch noch Links aus anderen Quellen zu diesem Vorfall einstellen, falls da wieder jemand hilflos argumentiert.


Zuletzt geändert von Ronald am 08.03.2018, 12:21, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 12:20 
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@Die jungen Mitteleuropäer: Danke für diesen Beitrag :wink:


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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 12:24 
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@25örefan: Ein guter Link. In einem nachweislich besonders wolfreichen Landkreis mit 300.000 Menschen kommen immerhin über 18.600 Unterschriften bzw Onlinestimmen gegen eine unkontrollierte Vermehrung der Wölfe zusammen. Das sind ca. 6,2%, also eine relativ große Zahl. Allerdings solidarisieren sich hier offenbar bereits viele, die keine eigenen Nachteile haben. Selbst betroffen sind hier vorrangig Nutztierhalter (Zahl der Risse ging insgesamt aber etwas zurück und Risse trafen wohl vorrangig dort ein, wo Schutzmaßnahmen noch nicht flächendeckend eingesetzt wurden, ähnlich äußerte es der Schäfer aus dem Link von Die jungen Mitteleuropäer) und besorgte Bürger (vorrangig Menschen in besonders kleinen Orten direkt am Waldrand, die Wölfe gesehen haben und zwar nicht angegriffen aber verunsichert wurden). Auf der Oberfläche sieht das nach einer sehr verständlichen aber doch überschaubaren Problematik aus. Hysterie geht zumindest aus dem Bericht nicht hervor. Dafür, dass hier mW eines der am dichtesten mit Wölfen besiedelten Gebiete Deutschlands liegt, ist das mE eher moderat. Natürlich sollte man da im Gespräch mit den Menschen sein, gerade weil es hier überwiegend mehr Sorge als akute Not zu sein scheint. Beim ebenfalls im Artikel beschriebenen Fall eines zunehmend auf Nutztierjagd spezialisierten Rudels müsste man wohl eher mal genau hinschauen, wo mögliche Ursachen und Maßnahmen liegen (wenn es sachlich begründet ist, habe ich auch nichts gegen Vergrämung oder den gezielten Abschuss einzelner Tiere oder Rudel). Immerhin haben die Risse aber insgesamt abgenommen. Der Mensch und der Wolf lernen hier also offenbar in die erwünschte Richtung dazu.

Von diesen Lerneffekten kann sicher auch Dänemark profitieren. Dass es möglicherweise wie von Dir vorgeschlagen auch langfristig wolffreie Zonen geben sollte, wo bestimmte Formen der Nutztierhaltung speziell geschützt werden, finde ich auch denkbar. Das soll gerne entsprechend geprüft werden. Noch ist es für Dänemark aber eher eine sehr theoretische Diskussion, da es scheinbar nur wenige betroffene Regionen gibt, wo sofort sehr negativ auf den Wolf reagiert wird. Die zitierte Aussage, dass der Wolf überhaupt nicht in die dänische Natur gehöre, ist absolut. Damit wäre ganz Dänemark nachhaltig als wolffreie Zone zu bewahren. Wenn die Dänen sich zunehmend auf diese Sicht festlegen sollten, fände ich das schade. Dass wir der Natur nicht allen Raum zurückgeben können, ist klar. Aber vielleicht kann man sich ja zumindest auf Kompromisse einlassen.

Edit: Offenbar stammen die 18.600 Stimmen nicht allein aus dem betroffenen Landkreis. Das relativiert die Zahl natürlich erheblich. Zumal ja nicht direkt ein Abschuss oder die Vertreibung aller Tiere gefordert wird. Alles sehr moderat und nicht hysterisch. Damit ist es für mich aber eher ein Hinweis, dass der Wolf womöglich toleriert werden kann. Dass man dafür auch auf die Menschen eingehen muss, ist klar.


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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 13:24 
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Ronald - bitte nicht BILDUNG mit der BILD verwechseln!

Die Boulevard-Presse bedient genau das, was Dina treffend beschrieben hat:

dina hat geschrieben:
Die lokale Presse ist alles andere als objektiv, wenn es ums Thema Wolf geht, und jeder Rehkadaver wird reißerisch aufbereitet, egal ob das Tier nun von selbst verendet ist, angefahren oder angeschossen, von Hunden, Wölfen Füchsen, Krähen oder sonstwas verzehrt wurde.
Gerne noch mit der Warnung "Vorsicht, schockierende Bilder!" versehen.


Was Dir, lieber Ronald, die BILD verschwiegen hat: Einen Wolf zu sichten ist nicht gleichbedeutend damit, von einem Wolf gefressen zu werden.

18.000 Wölfe haben keinen einzigen der 740 Mio. Einwohner in den letzten 40 Jahren tödlich angegriffen.

Es ist völlig normal, dass Jungwölfe die Gegend erkunden. Die Rudel haben Reviergrößen von 250 km² -350 km², und die Youngster wandern im Alter von 1-2 Jahren ab. Die haben kein Smartphone mit Navi, sondern müssen sich ihre Landkarten der Umgebung erst erlaufen. Der Wolf in Winsen lief an einem Sonntag durch den Ort - da waren keine Kinder in dem Kindergarten. Der Wolf in Dörmte lief an der Bushaltestelle vorbei, als dort keine Kinder waren - der Schulbus war längst abgefahren. Und der Wolf in Goldenstedt lief 2015 abends um 22:15 außerorts in Ortsnähe ("des Waldkindergartens") umher - da waren auch dort keine Kinder mehr. Der Wolf in Walsrode lief 200 m vom Wald entfernt abends gegen 21:00 Uhr über die Straße - und bewegte sich nicht auf den Pizzaboten (im Auto!) zu, sondern von ihm weg.

Unter Planet Schule - der Herr der Wölfe - gibt es eine Szene, in der eine besenderte Wölfin durch die rumänische 300.000-Einwohner-Stadt Brasov marschiert, ohne dass es irgendjemanden der Einwohner dort interessiert. Ist doch klar, dass nur im Jagd- und Agrarlobbyland Niedersachsen plötzlich die große Hysterie ausbricht.

Im oben von uns erwähnten Spiegel-Artikel bezeichnet John Linnell den Wolf als politische "Projektionsfläche", die eigentlich die Konflikte "Dörfler gegen Städter", "Tradition gegen Moderne" und "Jäger gegen Tierschützer" bedient: "So entstehen Mythen wie die vom Waldkindergarten und von der Bushaltestelle. Kein Wolf ist dort tatsächlich auf Kinder getroffen, doch allein die Vorstellung nährt bei vielen Menschen tief verwurzeltes Grauen." (Spiegel 10/2018: "Gefährliche Märchen" von Julia Koch, S. 105).

Und dieses "tief verwurzelte Grauen" nutzen Boulevard-Presse, Jagd- und Agrarlobby und Politiker, um ihre Interessen nach Auflagen, politischem Einfluss und Wählerstimmen zu bedienen. Möge sich jeder selbst fragen, ob er dieser Manipulation anheimfallen will oder nicht.

Wer lieber sachliche Informationen statt Boulevard-Sensationen liest, dem sei folgende ausführliche Lektüre des Bundesamtes für Naturschutz (Skript 201) von 2006/2007 empfohlen: Leben mit Wölfen, Leitfaden für den Umgang mit einer konfliktträchtigen Tierart in Deutschland
https://www.bfn.de/fileadmin/MDB/docume ... ipt201.pdf

Zitat Seite 80:
Zitat:
Selbst in einem so dünn besiedelten Gebiet wie der Oberlausitz, ist ein fast tägliches Zusammentreffen von Mensch und Wolf nahezu unvermeidbar. Wölfe werden gesehen, wenn sie Straßen oder Felder überqueren. Anfangs sind die Leute überrascht oder auch beunruhigt, wie nahe sich Wölfe an die Siedlungen "trauen". In der Dunkelheit laufen die Tiere häufig an den Dörfern entlang und kürzen den Weg auch schon mal durch nicht eingezäunte Gärten ab. Die Menschen brauchen einige Zeit, um das für sie zunächst ungewöhnlich wirkende Verhalten zu verstehen und in den richtigen Kontext zu stellen.
(...)
Durch die Vermittlung möglichst detaillierter Kenntnisse über die "eigenen Wölfe", kann es sogar gelingen, eine Art Vertrautheit im Zusammenleben mit dem Neubürger zu erreichen.


Und dass der Wolf das Wild ausrottet, ist auch so eine tollkühne Behauptung der BILD, die sich in der Realität nicht abbilden lässt:

WELT, 31.05.2017: Sachsen-Anhalts Jäger erlegen so viel Wild wie nie zuvor
https://www.welt.de/regionales/sachsen- ... zuvor.html

Dresdner neueste Nachrichten, 12.08.2016: Rekord beim Schalenwild - Wildbestände in Sachsen steigen
http://www.dnn.de/Region/Mitteldeutschl ... en-steigen

Umweltministerium Niedersachsen, 12.02.2016: Schalenwildarten und Neozoen nehmen stetig zu
http://www.ml.niedersachsen.de/aktuelle ... 49177.html


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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 13:50 
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Stadtflucht hat geschrieben:
In einem nachweislich besonders wolfreichen Landkreis mit 300.000 Menschen kommen immerhin über 18.600 Unterschriften bzw Onlinestimmen gegen eine unkontrollierte Vermehrung der Wölfe zusammen. Das sind ca. 6,2%, also eine relativ große Zahl.


In der Oberlausitz, gegen deren Wölfe sich die Petition richtet, leben aber rund 780.000 Menschen, und die 18.600 Unterschriften stammen ja nicht einmal ausschließlich von dort, sondern auch aus Italien, Frankreich, Belgien, Niederlande, Portugal und diversen innerdeutschen Bundesländern.

Die Zahl der tatsächlich Betroffenen liegt bei gerade einmal 16% (2976). Der Rest - 84%! - kennt lediglich jemanden, der betroffen ist, könnte zukünftig betroffen sein, fühlt sich verantwortlich oder ist am Thema interessiert oder hat sogar ohne Bezug zum Anliegen unterschrieben.

https://www.openpetition.de/petition/on ... population

Und wie gesagt, wenn wir nur die Unterstützer aus Sachsen in Relation zu den Einwohnern Sachsens betrachten, sprechen wir von gerade einmal 0,4%, die sich an dieser Petition beteiligt haben.

Zu der Wahrscheinlicheit, dass Schafe in einem Gebiet mit Wolfsvorkommen auch ohne wolfsabweisenden Grundschutz nach der Richtlinie Wolf tatsächlich von Wölfen angegriffen werden, hat das Oververwaltungsgericht Lüneburg in seiner Urteilsbegründung zum Urteil 11 ME 448/17 vom 17.01.2018 eine interessante Rechnung aufgestellt:

Zitat:
Ausweislich von veröffentlichten wissenschaftlichen Untersuchungen hat es in Niedersachsen im Jahr 2015 insgesamt 36 Wolfsangriffe auf Schafe gegeben (vgl. Mennerich-Bunge, „Eine amtstierärztliche Sicht auf die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland“, in: Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle 2016, 224 (228), m.w.N.). Setzt man diese Zahl ins Verhältnis zu den insgesamt in Niedersachsen im Jahr 2015 gehaltenen 167.100 Schafen (vgl. http://www.ml.niedersachsen.de/themen/l ... 49368.html), sind damit im Jahr 2015 lediglich 0,0002% der Schafe Opfer eines Wolfsangriffs geworden. Selbst unter Berücksichtigung des Umstandes, dass es in den Jahren 2016 und 2017 im Vergleich zu 2015 offenbar vermehrt zu Wolfsangriffen auf Schafe gekommen ist (vgl. dazu die Übersicht über gemeldete Nutztierrisse in Niedersachsen, bei denen der Wolf als Verursacher geprüft worden ist: https://www.wolfsmonitoring.com/monitor ... tierrisse/), kann daraus nicht der Rückschluss gezogen werden, dass ein Wolfsangriff auf die von dem Antragsteller gehaltenen Schafe zum Zeitpunkt des Erlasses der streitgegenständlichen Anordnung in absehbarer Zeit hinreichend wahrscheinlich war (...).

http://www.rechtsprechung.niedersachsen ... focuspoint


Bitte noch einmal auf der Zunge zergehen lassen: 2015 sind 0,0002% der Schafe in Niedersachsen Opfer eines Wolfsangriffs geworden.


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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 13:53 
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Das Totschlagargument vor der Boulevardpresse hatten wir hier schon.
Das kommt immer wenn einem die Argumente ausgehen.
Deine "sachlichen Informationen" aus dem Bundesamtes für Naturschutz ist inzwischen 12 (!) Jahre alt.
Willkommen im Hier und Jetzt.


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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 14:13 
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Mal ganz ehrlich, Ronald - uns gehen die Argumente aus? :mrgreen:

Wenn wir die Substanz unserer Beiträge mit Deinen vergleichen, dann sehen wir deutlich ausführliche Argumentationsketten mit hinreichend belegten seriösen Quellen aus unterschiedlichen Medien, Wissenschaft und Justiz von unserer Seite und einen wiederholten Link aus der BILD-Zeitung von Deiner Seite. Biss'l mager, was Du da bislang geliefert hast, findest Du nicht? :wink:

Wenn Du gern gleichlautende wissenschaftliche Informationen zum BfN-Wolfsleitfaden neueren Datums hättest, können wir Dir selbstverständlich auch da gern weiterhelfen:

Bericht des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zur Lebensweise, zum Status und zum Management des Wolfes (Canis lupus) in Deutschland vom 28.10.2015:
https://www.bundestag.de/blob/393542/5e ... b-data.pdf

und

Zitat:
Läuft etwa ein Wolf bei Tag in Sichtweite von Ortschaften oder Einzelgehöften oder bei Nacht direkt an Ortschaften vorbei oder durch diese hindurch, besteht beispielsweise kein Handlungsbedarf. Dies gilt auch für Wölfe, die nicht
sofort beim Anblick von Menschen und Autos flüchten, sondern zunächst stehen bleiben und beobachten. Hierbei ist anzumerken, dass Wölfe Menschen in Kraftfahrzeugen nicht wahrnehmen und dadurch viele Beobachtungen auf kürzere
Distanzen aus Kraftfahrzeugen möglich geworden sind. Die hier genannten Verhaltensweisen sind alle in Bezug auf den Menschen als ungefährliches und nicht problematisches Verhalten einzustufen.
Auch das bisher seltene Auftreten von Wölfen in Siedlungen bei Tag stellt kein problematisches Verhalten dar, sofern dies nur in Einzelfällen beobachtet wird. Daher besteht bei diesen Verhaltensweisen kein Handlungsbedarf.

Bundesamt für Naturschutz 11/2017: Wolfsverhalten – Einschätzung und Handlungsempfehlungen für das Management
https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/artens ... halten.pdf


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BeitragVerfasst: 08.03.2018, 14:14 
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Ich kenne schon die Antworten:
Sch... Boulevardpresse (Süddeutsche) und Griechenland ist nicht Dänemark.
Alles nur hysterische Panikmache usw.
Typische Argumentation der Wolfstreichler.
http://www.sueddeutsche.de/panorama/mar ... -1.3687037


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