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BeitragVerfasst: 11.04.2018, 14:23 
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25örefan hat geschrieben:
Das sind ja mal eine ganze Menge unhaltbarer Vorhaltungen.
Zu 1) Wo habe ich das hier je behauptet, bzw. diese Mutmaßung getroffen?
...

Auch wenn deine Frage an Hendrik gerichtet ist:
Du verstehst es deine Meinung geschickt so zu formulieren, dass zwar jeder weiß was du meinst aber du dich immer schön herauswinden kannst indem du behauptest, das hättest du nie gesagt.
So nicht gesagt, aber eigentlich doch. :wink:

Beispielhaft seien da nur die unzähligen Links zu irgendwelchen Veröffentlichungen genannt ohne jeden Kommentar von dir. Was soll das? Da erwarte ich auch etwas von dir, eine Meinung oder Stellungnahme. Aber dann müsstest du ja Farbe bekennen. Stattdessen wartest du ab, was andere User evtl. zu den teils provokativen inhalten der Links äußern um dann zu entscheiden, ob du daruf antwortest und auf welche Seite du dich stellt. Aber selbst dabei verhälst du dich häufig neutral und vollkommen unverbindlich.
In einer Diskussion sollte sich ein jeder aktive Teilnehmer auch konstruktiv einbringen, auch wenn evtl. abzusehen ist, dass er/sie keine Meinungsmehrheit hinter sich hat. Ansonsten ist es besser einfach zu schweigen.
Diskutanten, die ein kontrovers diskutiertes Thema immer wieder versuchen neu anzuschieben, indem sie Öl ins Feuer kippen (in deinem Fall mal eben einen Link dahin rotzen) nennt man auch Brandstifter.

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BeitragVerfasst: 11.04.2018, 14:35 
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25örefan hat geschrieben:
Hinnerk hat geschrieben:
Alles Mutmaßungen und Hypothesen.

Wenn Du das auf Deine Beiträge beziehen willst (z. B. Deinen vorletzten zum Thema Lern- und Konditionierungsgsverhalten ), dann mag das zutreffen. Ich ziehe mir diesen Schuh nicht an.

Dann bist du der von der Welt noch unentdeckte Wolfspapst! :mrgreen:

Mir gefällt einfach nicht, dass da Wahrheiten Mythen, Märchen und Halbwahrheiten kursieren, durch die viele Menschen verunsichert werden und dann geneigt sind, sich für die Entsorgung des Wolfes zu entscheiden. Ist eben das Einfachste. Aus den Augen aus dem Sinn.
Wer sich an dem Begriff "entsorgen" stört… Der amtliche Begriff "Entnahme" ist dann genau so bescheuert bzw. verniedlichend.

Du zitierst bzw. verlinkst zu dieser Thematik u.a. Artikel aus

„Outfox World – News aus Jagd und Natur“
“wolfszone.de“
„blog.natuerlich-jagd.de“
"jagderleben.landlive.de"
„wolf-nein-danke.de“
„jagdverband.de“
„jagdblog.blogspot.de“
„jaegermagazin.de“
„taunusreiter.de“
und aus anderen Quellen aus dem Dunstkreis der Jagd- und Agrarszene, die dem deutschen Jagdverband bzw. der gesamten Jägerschaft nahe stehen und mit dem Wolf absolut nichts am Hut haben. Zitierst du aus Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen so sind dies in aller Regel einseitig recherchierte und für ein geiferndes Publikum aufbereitete Meldungen und effekthaschende Fotos auf Bild-Niveau. Warum?
Wenn ich mir dann deine Informationsquellen so betrachte wird mir schon einiges klar. Du gehst nicht zufällig zur Jagd? Zumindest scheinst du aber den Grünröcken recht nahe zu stehen. Wer so viel aber einseitig Wolfsfeindliche Berichte in Zeitschriften oder im Internet liest, die eigentlich den passionierten Jäger ansprechen und dann mit diesen "Jägerfakten" argumentiert, ja wie oder wo soll ich diesen Menschen dann wohl einordnen?

Jäger können anscheinend nicht anders. Als auf dem Land lebender Hundehalter, der seit vielen Jahren täglich in Wald und Flur mit dem Hund unterwegs ist lernt man fast zwangsläufig auch den einen oder anderen Jäger kennen. Zudem geht auch ein Freund von uns aus unserer alten Heimat praktisch seit Kindesbeinen zur Jagd. Von daher weiß ich, wie wohl so gut wie ausnahmslos die gesamte Jägerschaft in der Gegend meiner alten Heimat über den Wolf denkt, und dies ohne jemals einen davon jemals in freier Natur gesehen zu haben. Auch sie haben ihr ganzes Wolfswissen einzig aus den Medien.
Besagter Freund und Jäger meinte mal, dass doch fast jeder Wolf die Tollwut habe. Da fiel ich wahrlich vom Glauben ab. Als ich ihm sagte, dass dies nicht stimmt und jedes vom Wolf gerissene und gemeldete Tier auf Tollwut untersucht werde erhielt ich die Antwort, dass uns die Wahrheit doch von den Medien verschwiegen werde.
Aha, da verschweigt uns die ansonsten so auf publikumswirksame Artikel versessene Presse derartiges, um den Bürger nicht zu ängstigen? Hust…

Das die Tollwut in ganz West-Europa und auch den meisten östlichen Anrainerstaaten vom Robert-Koch-Institut seit 2006 als Tollwutfrei erklärt wurde lässt kaum ein Jäger gelten. „Das sind alles Lügen“. Wenn dann von Tollwutfällen berichtet wird hat es sich stets um die Fledermaustollwut gehandelt deren Unterschied zur echten Tollwut kaum ein Jäger zu kennen scheint. Bei der Fledermaustollwut handelt es sich um ein vollkommen anderes Virus. Da aber auch an Tollwut erkrankte Fledermäuse keine Wildtiere angreifen ist auch kein einziger Fall von Fledermaustollwut bei einem Wolf oder eines seiner gerissenen Opfer bekannt geworden.
Örefan, erzähl mir nichts…

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BeitragVerfasst: 11.04.2018, 20:57 
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Die jungen Mitteleuropäer hat geschrieben:
Touri hat geschrieben:
Da ja schon mehrfach ausführliche Zitate von der "Wolfszone" angeführt wurden, ist es vielleicht nicht ganz uninteressant zu wissen, dass für diese Seite ein Jäger verantwortlich ist ( siehe Impressum).


Richtig, entweder wird aus dem von einem Jäger geschriebenen Blog "Wolfzone.de" zitiert oder aus dem Jagdmagazin "Outfox-World".
Das nennen wir mal einen klassischen Fall von Echokammer und Filterblase...

Interessant.
Und wie nennen „wir“(DJM?) die entgegengesetzten Informationen von und durch Nabu und Co?
Etwa nicht „Filterblase“?
Und was ist „richtig“ und was ist „falsch“?
Ist etwa nur etwas dadurch richtiger, weil es von und vom Nabu zitiert wird und falsch weil es von wolfzone. de zitiert wird?
Man siehe doch nur mal die Beantwortung der Frage, ob selektiver Abschuss von Wölfen zum Schutz von Weidevieh und zum Fernhalten vom Mensch abschreckenden Charakter hat oder nicht.
Der Nabu und auch der WWF verneint dies in seinen Publikationen und behauptet sogar, das Gegenteil, nämlich dass es nichts nützt und sogar die Risszahlen in die Höhe treiben soll. Dies wird vielfach von komprisslosen Wolfsfreunden ungeprüft nachgesprochen und so gegen selektiven Abschuss ins Feld geführt.
Nun wird von wolfzone.de genau dies hinterfragt, die wissenschaftlichen Studien dazu beleuchtet und aufgezeigt, dass Nabu und Co es mit der Interpretation dieser Studien wohl im Eigeninteresse ihrer Argumentation nicht so genau nehmen.
Zur Verdeutlichung sei folgendes hier nochmal zitiert:
Zitat:
Noch weniger zielführend sind in diesem Zusammenhang Beiträge wie eine vorliegende Pressemitteilung des WWF, in der es wörtlich heißt: „Zudem verweist der WWF auf eine Studie aus den USA wonach das Töten von Raubtieren in fast der Hälfte der untersuchten Fälle zu einer Zunahme der Nutztierrisse geführt hat.“

Wer so etwas publiziert, sollte beim Lesen dieser Arbeit: „Predator control should not be a shot in the dark“ (Treves, krofel et al., 2016) wenigstens die dritte Seite erreicht haben, bevor er zu derartigen Fehlsch(l)üssen kommt. Abgesehen davon, dass die Verfasser in aller Deutlichkeit auf die geringe Menge an verwertbaren Quellen hinweisen, befindet sich hier eine Übersicht, nach der Arbeiten zum Erfolg von Maßnahmen gegen Braunbär, Schwarzbär, Puma, Luchs, Kojote und Wolf ausgewertet wurden.

PEINLICH: Eine Zunahme von Schäden durch letale Maßnahme wurde dabei nur in Arbeiten bezüglich des Kojoten und des Pumas festgestellt. Die Qualität der zitierten Arbeit soll hier in keiner Weise kritisiert werden, aber sie für derart unqualifizierte Verallgemeinerungen zu missbrauchen, ist einfach ungehörig und entspricht kaum dem Selbstverständnis eines WWF als renommierte Umweltschutzorganisation.

Nur ist der WWF mit diesem wenig überzeugenden Standpunkt nicht alleine. Der NABU zitiert auf seinen Seiten eine weitere Studie aufs den USA: „Effects of Wolf Mortality on Livestock Depredations" (Robert B. Wielgus, Kaylie A. Peebles, 2014), diese zeige, dass die Übergriffe auf Nutztiere in einem Gebiet nach der Bejagung der Wölfe zunehmen.“

Diese Arbeit, die nach Veröffentlichung im Original über Presseveröffentlichungen und Übersetzung bereits eine merkwürdige Metamorphose durchmachte, hier in der wolfszone gewürdigt, hat nun an ihrem Ursprung eine böse Abfuhr erhalten:Wolf Lethal Control and Livestock Depredations: Counter-Evidence from Respecified Models (Poudyal et al. 2016)

Die ursprünglich ermittelten Ergebnisse, aufgrund derer nicht nur der NABU sie gerne zitiert hat, haben einer kritischen Nachprüfung nicht standgehalten.

Siehe hier:
http://www.wolfszone.de/000main/texte/Postfaktische%20Debatten.html

Zitat:
Es macht keinen Unterschied, ob man in Gebiete mit historischen oder neuen Wolfsvorkommen und Weidetierhaltung schaut. Dort, wo es zumindest in Grenzen funktioniert und die Schäden in einem erträglichen Maß bleiben, beschränkt man sich nicht auf den passiven Herdenschutz. Wo immer sich Wölfe an geschützten Nutztieren vergreifen, werden sie geschossen. Das ist ein für den eingefleischten Wolfsschützer zwar grausames, aber ein durchaus vernünftiges Regulativ, weil das Wolfsrudel, oder städtisch ausgedrückt, die „Wolfsfamilie“ sehr wohl bemerkt, wann und wo ein Rudelmitglied auf der Strecke blieb. Diesen Zusammenhang verstehen Wölfe mit Sicherheit besser als diejenigen, die meinten, aus zweifelhaften Studien interpretieren zu müssen, dass die „Entnahme“ von Wölfen Nutztierschäden noch verstärken würde. Nur gut, dass diese Studie genau durch das gleiche Institut widerlegt wurde (mehr dazu hier), was von interessierter Klientel nur ungern wahrgenommen wird.
http://www.wolfszone.de/000main/texte/herdenschutz.html

Kann/ darf man Obigem nur deshalb nicht folgen, nur weil es auf der manch einem nicht genehmen Seite wie wolfzone.de nachzulesen ist?
Da müssen schon stichhaltigere Argumente kommen als bloße Vorurteile.
Nun war ich ja auch nicht immer meiner heutigen Auffassung. Ganz im Gegenteil.
Dies hat sich allerdings nach langer Beschäftigung mit dem Thema geändert, wobei ich, wie wiederholt hier betont, kein Wolfsgegner bin, ich bin nur eben kein kompromissloser Wolfsbefürworter.
Auch maße ich mir kein Urteil darüber an, ob meine Auffassung grundsätzlich richtig oder die anderer grundsätzlich falsch ist, zumal diese Entscheidung über falsch und richtig nicht in Stein gemeißelt vom Himmel fällt, (gefallen ist) sondern in einer gesellschaftlichen Übereinkunft als Prozeß getroffen wird. Und diese Entscheidung kann je nach Entwicklung der Situation heute so und morgen anders ausfallen.
Wir werden sehen, wie die Zukunft darüber entscheidet und jedem steht das gleiche Recht zu, dazu seine Auffassung darzulegen und andere für „seine“ Sache zu gewinnen und den Ausgang der Entscheidung zu beeinflussen.

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BeitragVerfasst: 11.04.2018, 21:11 
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OT
Hejsa !
Danke Hinnerk für deinen Beitrag von heute Nachmittag! Da ich aktuell nichts konstruktives zum Thema beizutragen habe bin ich hier erstmal raus um den Thread hier nicht mit OT Beiträgen zu füllen und Brandstifter nicht noch zu animieren.
Venlig hilsen
Hendrik77


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BeitragVerfasst: 11.04.2018, 22:58 
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Hinnerk hat geschrieben:
25örefan hat geschrieben:
Das sind ja mal eine ganze Menge unhaltbarer Vorhaltungen.
Zu 1) Wo habe ich das hier je behauptet, bzw. diese Mutmaßung getroffen?
...

Auch wenn deine Frage an Hendrik gerichtet ist:
Du verstehst es deine Meinung geschickt so zu formulieren, dass zwar jeder weiß was du meinst aber du dich immer schön herauswinden kannst indem du behauptest, das hättest du nie gesagt.
So nicht gesagt, aber eigentlich doch. :wink:

Nicht gesagt, aber Du möchtest es so verstehen.
Hinnerk hat geschrieben:
Beispielhaft seien da nur die unzähligen Links zu irgendwelchen Veröffentlichungen genannt ohne jeden Kommentar von dir. Was soll das? Da erwarte ich auch etwas von dir, eine Meinung oder Stellungnahme. Aber dann müsstest du ja Farbe bekennen. Stattdessen wartest du ab, was andere User evtl. zu den teils provokativen inhalten der Links äußern um dann zu entscheiden, ob du daruf antwortest und auf welche Seite du dich stellt. Aber selbst dabei verhälst du dich häufig neutral und vollkommen unverbindlich.

Meine Position habe ich hier schon mehrfach auch explizit für Dich benannt und wiederholt.
Unzählige Links ohne jeden Kommentar. Wenn Du das so siehst, scheinst Du nicht besonders weit zählen zu können.
Hinnerk hat geschrieben:
In einer Diskussion sollte sich ein jeder aktive Teilnehmer auch konstruktiv einbringen, auch wenn evtl. abzusehen ist, dass er/sie keine Meinungsmehrheit hinter sich hat. Ansonsten ist es besser einfach zu schweigen.
Wenn Aussagen in Links meinen Auffassungen entsprechen, ist das genauso konstruktiv wie wenn ich sie in eigene Formulierungen übersetzte.
Hinnerk hat geschrieben:
Diskutanten, die ein kontrovers diskutiertes Thema immer wieder versuchen neu anzuschieben, indem sie Öl ins Feuer kippen (in deinem Fall mal eben einen Link dahin rotzen) nennt man auch Brandstifter.

Ist das Thema nur deshalb durch, weil DU wie hier von Dir schon dargelegt meinst, dass es keine Einigung geben könnte?
Öl ins Feuer kippen, Brandstifter, Link hinrotzen, na wenn Du das mal abgesehen davon, dass dies nicht zutrifft, sachlich nennst :shock:

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BeitragVerfasst: 12.04.2018, 01:01 
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Aufgrund des diskreditierenden OT-Beitrags Hinnerks (der in der Tat geeignet ist, Öl ins Feuer zu gießen) kann ich nicht umhin ebenfalls im OT zu antworten.
Hinnerk hat geschrieben:
Mir gefällt einfach nicht, dass da Wahrheiten Mythen, Märchen und Halbwahrheiten kursieren, durch die viele Menschen verunsichert werden und dann geneigt sind, sich für die Entsorgung des Wolfes zu entscheiden. Ist eben das Einfachste. Aus den Augen aus dem Sinn.
Wer sich an dem Begriff "entsorgen" stört… Der amtliche Begriff "Entnahme" ist dann genau so bescheuert bzw. verniedlichend.
Nein Hinnerk, das gefällt mir auch nicht. Halbwahrheiten gibt es wohl hüben wie drüben, wobei Du hier den Anschein erweckst, mehr als die halbe Wahrheit*** zu kennen?
Ja, woher denn?
*** so wie Du die (vermeintliche) Wahrheit kennst, dass selektives Abschießen von Wölfen laut Nabu und Co nichts nützt und sogar die Risszahlen erhöht, wie Du hier schon hast verlauten lassen. Dass diese Aussage nicht durch wissenschaftlich belastbares Material nachgewiesen ist, ficht Dich nicht an, wohl aber, dass diese Tatsache auf wolfszone.de aufgezeigt wurde. Na sowas.

Hinnerk hat geschrieben:
Du zitierst bzw. verlinkst zu dieser Thematik u.a. Artikel aus

„Outfox World – News aus Jagd und Natur“
“wolfszone.de“
„blog.natuerlich-jagd.de“
"jagderleben.landlive.de"
„wolf-nein-danke.de“
„jagdverband.de“
„jagdblog.blogspot.de“
„jaegermagazin.de“
„taunusreiter.de“
und aus anderen Quellen aus dem Dunstkreis der Jagd- und Agrarszene, die dem deutschen Jagdverband bzw. der gesamten Jägerschaft nahe stehen und mit dem Wolf absolut nichts am Hut haben. Zitierst du aus Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen so sind dies in aller Regel einseitig recherchierte und für ein geiferndes Publikum aufbereitete Meldungen und effekthaschende Fotos auf Bild-Niveau. Warum?
Wenn ich mir dann deine Informationsquellen so betrachte wird mir schon einiges klar. Du gehst nicht zufällig zur Jagd? Zumindest scheinst du aber den Grünröcken recht nahe zu stehen. Wer so viel aber einseitig Wolfsfeindliche Berichte in Zeitschriften oder im Internet liest, die eigentlich den passionierten Jäger ansprechen und dann mit diesen "Jägerfakten" argumentiert, ja wie oder wo soll ich diesen Menschen dann wohl einordnen?
Ich bin kein Jäger, ich stehe „Grünröcken“ auch nicht anderweitig ideologisch nahe. Ich bin auch kein Landwirt ( allerdings Hund- und Pferdehalter).
Zunächst einmal noch zu Deiner Quellenbeurteilung:
a) ...wolfsfeindlich und wolfskritisch ist nicht zu verwechseln!
b) ... schlecht recherchiert => bitte um Nachweis
c) ... geiferndes Publikum => welchen Artikel/ Link meinst Du?
d) ... effekthaschende Fotos=> mit welcher Meldung habe ich die verbreitet
Und wo holst Du denn Deine Informationen zur Meinungsbildung her? Natürlich nur aus unabhängigen Studien, wissenschaftlicher Wolfsforschung etc.?
Bisher habe ich da allerdings noch keine, Deine Auffassung unterstützenden Querverweise bzw. diesbezüglich zielführenden Links von Dir gesehen.
Ganz im Gegenteil, allein das auf dem Lande leben, einen Hund zu halten, den ein oder anderen Jäger auf langen Spaziergängen zwangsläufig kennengelernt zu haben und einen von Kindesbeinen an jagenden Freund zu haben, reicht Dir wohl aus um sich im Jäger-, Landwirts- und obendrein Wolfsmetier vorurteilsgeladen auszukennen und onkelhaft belehrend schwadronieren zu können:

Hinnerk hat geschrieben:
Jäger können anscheinend nicht anders. Als auf dem Land lebender Hundehalter, der seit vielen Jahren täglich in Wald und Flur mit dem Hund unterwegs ist lernt man fast zwangsläufig auch den einen oder anderen Jäger kennen. Zudem geht auch ein Freund von uns aus unserer alten Heimat praktisch seit Kindesbeinen zur Jagd. Von daher weiß ich, wie wohl so gut wie ausnahmslos die gesamte Jägerschaft in der Gegend meiner alten Heimat über den Wolf denkt, und dies ohne jemals einen davon jemals in freier Natur gesehen zu haben. Auch sie haben ihr ganzes Wolfswissen einzig aus den Medien.
So, so! Daher also weißt!!! Du “ wie wohl so gut wie ausnahmslos!!! die gesamte!!!Jägerschaft in der Gegend Deiner alten Heimat über den Wolf denkt...“
Na ja, die haben ja „ihr ganzes Wolfswissen einzig aus den Medien.“
So wie wohl auch Du, da seid ihr dann ja gleichauf.

Hinnerk hat geschrieben:
Besagter Freund und Jäger meinte mal, dass doch fast jeder Wolf die Tollwut habe. Da fiel ich wahrlich vom Glauben ab. Als ich ihm sagte, dass dies nicht stimmt und jedes vom Wolf gerissene und gemeldete Tier auf Tollwut untersucht werde erhielt ich die Antwort, dass uns die Wahrheit doch von den Medien verschwiegen werde.

Mein Freund und verlässlicher Informant zu Jagd und zur der Einstellung zum Wolf der „so gut wie ausnahmslos gesamten Jägerschaft in der Gegend meiner alten Heimat“ wäre dieser ahnungslose „Jägersmann“ nach einer solch (unglaublichen) Aussage wohl nicht mehr.
Hinnerk hat geschrieben:
Das die Tollwut in ganz West-Europa und auch den meisten östlichen Anrainerstaaten vom Robert-Koch-Institut seit 2006 als Tollwutfrei erklärt wurde lässt kaum ein Jäger gelten. „Das sind alles Lügen“. Wenn dann von Tollwutfällen berichtet wird hat es sich stets um die Fledermaustollwut gehandelt deren Unterschied zur echten Tollwut kaum ein Jäger zu kennen scheint. Bei der Fledermaustollwut handelt es sich um ein vollkommen anderes Virus. Da aber auch an Tollwut erkrankte Fledermäuse keine Wildtiere angreifen ist auch kein einziger Fall von Fledermaustollwut bei einem Wolf oder eines seiner gerissenen Opfer bekannt geworden.
Örefan, erzähl mir nichts…

Ersteres ist fein gegoogelt, dass aber kaum ein Jäger den gleichen Kenntnisstand hat oder haben will, nun ja, das gibt google dann doch wohl eher nicht her.
Hinnerk, erzähl mir nix...

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BeitragVerfasst: 12.04.2018, 06:38 
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Na dann will ich auch mal
Hinnerk hat geschrieben:
Öl ins Feuer kippen, brandstiften und einen Link hinrotzen

https://www.jagderleben.de/news/jagdhund-wolf-getoetet

http://www.maz-online.de/Lokales/Teltow ... re-ich-auf


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BeitragVerfasst: 12.04.2018, 13:47 
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25örefan hat geschrieben:
Interessant.
Und wie nennen „wir“(DJM?) die entgegengesetzten Informationen von und durch Nabu und Co?
Etwa nicht „Filterblase“?


Wir sagen's ja: Du steckst offensichtlich in Filterblase und Echokammer fest, denn wir haben keine unserer Aussagen mit Links vom NABU oder dem WWF belegt. Beziehe Dich doch einfach auf unsere tatsächlichen Formulierungen und Links, wenn Du uns schon so ungehalten angehen musst.

Die Studie, der in einer anderen Studie vermeintliche rechnerische Mängel attestiert worden sind, ist diese hier:

Effects of wolf mortality on livestock depredations”, Robert B. Wielgus, Kaylie A. Peebles; PLoS ONE, DOI:10.1371/journal.pone.0113505

Die Aussage der Studie lässt sich hier in einfachen Worten nachlesen:
Wissenschaft aktuell, 04.12.2014: Wölfe töten rächt sich https://www.wissenschaft-aktuell.de/art ... 89706.html

Das Prinzip von Studie und Gegenstudie kennen wir nicht zuletzt aus der Glyphosat-Debatte oder der designten Studien mit Affen, die zu marktwirtschaftlichen Zwecken die Ungefährlichkeit von Dieselabgasen belegen sollte. Auch die Pharmabranche ist regelmäßig für ihr kreatives Studiendesign in der Kritik.

Zurück zu den Herdenschutzstudien: Da wird von den Wolfsgegnern gern übersehen, dass es mittlerweile eine Reihe von Studien aus Amerika, Europa, Afrika und Asien gibt, die zu dem selben Ergebnis wie die Wielgus/Peebles Studie kommen.

Zitat:
Für die aktuelle Studie hat ein internationales Forschungsteam systematisch die Resultate und die Aussagekraft von verschiedenen Studien in Amerika und Europa unter die Lupe genommen. Auch Resultate aus Afrika und Asien bestätigen die Befunde.

Die Ergebnisse decken sich auch mit jenen einer 2014 veröffentlichten Studie für den amerikanischen Raum. Auch damals kamen Wissenschaftler zum Schluss, dass Wolfsabschüsse kontraproduktiv für den Schutz von Nutztieren sind.

VET-MAGAZIN, 19.09.2016: Wolfsabschüsse schützen keine Nutztiere https://vet-magazin.de/wissenschaft/wil ... tiere.html


Demnach führten Herdenschutzmaßnahmen in 80% der Fälle zum Erfolg. Der Abschuss von Wölfen dagegen führte nur in 29% der Fälle zu einem kurzfristigen Erfolg, während in 71% der Fälle keinerlei Effekte oder sogar vermehrte Risse festgestellt wurden.

Das schreibt nicht etwa der NABU, sondern wurde im amerikanischen Fachjournal ‘Frontiers in Ecology and the Environment’ veröffentlicht - und ist in einer verständlichen Zusammenfassung auf deutsch nachzulesen in einem Fachmagazin für Veterinäre, siehe oben.


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BeitragVerfasst: 12.04.2018, 14:45 
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Zu dem getöteten Jagdhund gab es unterschiedliche Versionen. Das Jagdmagazin "JAWINA" hat sogar eine ausführliche Chronik des Todes (angeblich während der Jagdausübung) veröffentlicht.

http://www.jawina.de/wolfsangriff-auf-b ... undetodes/

Das Jagdmagazin Jagderleben hat seine erste Version sogar noch einmal korrigiert und die ausführliche Chronik, nach der der Hund im Jagdeinsatz getötet worden sein soll, übernommen:

Zitat:
Anders als damals vom Forstbetriebsleiter gegenüber der Redaktion angenommen, war der Hund einem Förster aber nicht während Holzarbeiten abgehauen, sondern er war zum Stöbern geschnallt.

Jagderleben, 22.02.2018: Jagdhund von Wolf getötet: Die Chronologie https://www.jagderleben.de/jagdgebrauch ... hronologie


Der Wolfsexperte (und übrigens selbst Jäger) Ulrich Wotschikowsky hat das dort beschriebene Szenario als erster angezweifelt:

Wolfsite, 22.02.2018: Viele offene Fragen um gerissenen Jagdhund http://woelfeindeutschland.de/viele-off ... -jagdhund/

Das Dementi der in den Jagdmagazinen beschriebenen Darstellung erfolgte dann am 13.03.2018 durch den Bundesforstbetrieb Lausitz und das Kontaktbüro Wölfe in Sachsen auf der Website der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf:

DBBW: Sachsen - Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz vom Wolf getöteter Jagdhund war nicht im jagdlichen Einsatz, 13.03.2018 https://www.dbb-wolf.de/mehr/pressemitteilungen/details/sachsen-auf-dem-truppenuebungsplatz-oberlausitz-vom-wolf-getoeteter-jagdhund-war-nicht-im-jagdlichen-einsatz

Der Jagdhund war dem Hundeführer entlaufen, hatte über einen Zeitraum von ca. einer Stunde unkontrolliert und eigenmächtig mitten im Wolfsgebiet und zur Paarungszeit der Wölfe "Wild beunruhigt" und wurde dann in 1,5 km Entfernung (!) des Hundeführers von dem Wolf getötet.

Es handelte sich also um einen wildernden Hund, der, wenn er Otto Normalverbraucher gehören würde, von einem Jäger erschossen worden wäre. Wir können uns noch gut erinnern, wie sich so manche Fans des dänischen Hundegesetzes hier über Hundebesitzer ereifert haben, die ihre Hunde nicht unter Kontrolle haben. Ronald, warst nicht Du damals auch ähnlicher Meinung?

Gerade Jäger und Förster sollten wissen, dass man Hunde nicht allein beliebig durch die Gegend jagen lassen sollte, zumal sich der Aufenthaltsort nicht nur in einem Wolfsgebiet, sondern auch direkt an einer Bundesstrasse befand.

Letztlich hat sich die irreführende, aber dafür umso ausführlichere Darstellung in den Jagdmagazinen, die vom Bundesforst (!) dementiert wurde, nicht gerade vertrauensbildend ausgewirkt, was die Darstellung der Situation mit den Wölfen aus dem jagdlichen Umfeld betrifft.
Viele Leser werden sich ärgern, wenn sie auf solche kreative Umgestaltung von Fakten hereingefallen sind - und das ist ja nicht der erste solcher Fälle, sondern reiht sich an eine ganze Kette von abenteuerlichen Geschichten über den Wolf, die im Nachhinein häufig korrigiert worden sind.

Um das Risiko für Hunde durch Wölfe realistsicher einschätzen zu können, empfiehlt sich z. B. ein Blick nach Schweden, wo die Agria-Versicherung, die rund 40% der Hunde in Schweden versichert, eine Schadensstatistik führt.

Hier mal das letzte Ranking von 2013 mit 882 Schadensfällen (verletzte/getötete Hunde) nach Ursachen:

1. Straßenverkehr: 521 (59,1%)
2. Schwarzwild: 152 (17,2%)
3. Wild/Wildtier: 102 (11,6%)
4. Gewässer: 39 (4,4%)
5. Schienenverkehr: 26 (2,9%)
6. Jagdwaffe 24 (2,7%)
7. Jagd (verschollen): (1,4%)
8. Wolf: 5 (0,6%)
9. Bär: 1 (0,1%)

(vgl. Amarok.tv, 08.11.2014, Schweden: Hund vs. Wolf - Wie stellt sich die Schadenssitation dar?
http://www.amaroktv.de/news/schweden-hu ... uation-dar )

Wer also Angst um Fiffi und Waldi hat, hat dafür viele Gründe. Wie war eigentlich der letzte Stand der in Dänemark wegen des Hundegesetzes getöteten Hunde? Haben wir die Zahl 1000 mittlerweile überschritten? :shock:


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BeitragVerfasst: 12.04.2018, 15:25 
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Die jungen Mitteleuropäer hat geschrieben:

Wir sagen's ja: Du steckst offensichtlich in Filterblase und Echokammer fest, denn wir haben keine unserer Aussagen mit Links vom NABU oder dem WWF belegt. Beziehe Dich doch einfach auf unsere tatsächlichen Formulierungen und Links, wenn Du uns schon so ungehalten angehen musst.

Die Studie, der in einer anderen Studie vermeintliche rechnerische Mängel attestiert worden sind, ist diese hier:

Effects of wolf mortality on livestock depredations”, Robert B. Wielgus, Kaylie A. Peebles; PLoS ONE, DOI:10.1371/journal.pone.0113505

Die Aussage der Studie lässt sich hier in einfachen Worten nachlesen:
Wissenschaft aktuell, 04.12.2014: Wölfe töten rächt sich https://www.wissenschaft-aktuell.de/art ... 89706.html

Das Prinzip von Studie und Gegenstudie kennen wir nicht zuletzt aus der Glyphosat-Debatte oder der designten Studien mit Affen, die zu marktwirtschaftlichen Zwecken die Ungefährlichkeit von Dieselabgasen belegen sollte. Auch die Pharmabranche ist regelmäßig für ihr kreatives Studiendesign in der Kritik.

Zurück zu den Herdenschutzstudien: Da wird von den Wolfsgegnern gern übersehen, dass es mittlerweile eine Reihe von Studien aus Amerika, Europa, Afrika und Asien gibt, die zu dem selben Ergebnis wie die Wielgus/Peebles Studie kommen.

Zitat:
Für die aktuelle Studie hat ein internationales Forschungsteam systematisch die Resultate und die Aussagekraft von verschiedenen Studien in Amerika und Europa unter die Lupe genommen. Auch Resultate aus Afrika und Asien bestätigen die Befunde.

Die Ergebnisse decken sich auch mit jenen einer 2014 veröffentlichten Studie für den amerikanischen Raum. Auch damals kamen Wissenschaftler zum Schluss, dass Wolfsabschüsse kontraproduktiv für den Schutz von Nutztieren sind.

VET-MAGAZIN, 19.09.2016: Wolfsabschüsse schützen keine Nutztiere https://vet-magazin.de/wissenschaft/wil ... tiere.html


Demnach führten Herdenschutzmaßnahmen in 80% der Fälle zum Erfolg. Der Abschuss von Wölfen dagegen führte nur in 29% der Fälle zu einem kurzfristigen Erfolg, während in 71% der Fälle keinerlei Effekte oder sogar vermehrte Risse festgestellt wurden.

Das schreibt nicht etwa der NABU, sondern wurde im amerikanischen Fachjournal ‘Frontiers in Ecology and the Environment’ veröffentlicht - und ist in einer verständlichen Zusammenfassung auf deutsch nachzulesen in einem Fachmagazin für Veterinäre, siehe oben.


Das hat nicht der Nabu geschrieben und das habe ich auch nicht behauptet!
Aber der Nabu und andere nehmen die von Euch oben genannte Studie gern zur Begründung dafür, das ein präventiver Abschuss (nicht Ausrottung!!!) generell keine Erfolge zeigt, sondern im Gegenteil zusätzlich für den Anstieg von Nutztier- und anderen Rissen sorgt.
Die oben genannte Grundsätzlichkeit aber bezweifeln wiederum andere genau auf Grundlage der von Euch zitierten Untersuchung.
Da mein Zitat auch nun von einer vermutlich Euch nicht genehmen Quelle stammt, wird wohl wieder der Vorwurf „Filterblase“ laut.
Aber vielleicht ist es ja auch möglich, einmal nur den Inhalt und die Aussagen unvoreingenommen zu betrachten, ohne dass gleich die Herkunft derer zur Ablehnung zur zwangsläufigen Diskriminierung führt.
Begründet werden die Zweifel an der aus Untersuchung gezogenen Schlussfolgerungen bezüglich der generellen Nutzlosigkeit bzw. des generellen Schadens einer präventiven Bestandskontrolle durch Abschuss wie folgt:
Zitat:
Wendet man sich dem Originaltext der Studie von Robert B. Wielgus und Kaylie A. Peebles
Effects of Wolf Mortality on Livestock Depredations
zu, so gibt diese Arbeit bezüglich ihres Ansatzes einige Rätsel auf. Zusätzlich sind der Zeitraum der Studie und der besonders herausgestellte Umfang über drei US-Bundesstaaten (Idaho, Montana und Wyoming) zu hinterfragen.
Warum?
1. Der angegebene Untersuchungszeitraum von 1987 bis 2012 ist dadurch gekennzeichnet, dass im Untersuchungsgebiet erst 1995 Wölfe in Idaho und im Yellowstone Nationalpark ausgesetzt wurden. Davor gab es nur in Montana einen marginalen und streng geschützten Bestand.
2. Im Bundesstaat Idaho war ab 1996 in Sonderfällen die Erlegung einzelner Wölfe durch den Wildlife Service gestattet, wenn diese zu Schaden gingen oder wiederholt an Koppeln beobachtet wurden (10 j – rule), ab 2005 auch durch den betroffenen Viehhalter.
3. Erst ab 2007 wurde der Wolf in Idaho regulär mit Quoten bejagt, um den Bestand konstant zu halten. Damit reduziert sich der relevante Zeitraum der Studie für diesen Bundesstaat auf 12 Jahre mit einer rapide wachsenden unbejagten und 5 Jahre mit einer annähernd konstanten bejagten Population.
4. Die Entnahmeraten durch die Jagd lagen bis 2012 durchgängig unter der Zuwachsrate der Wölfe. Erst 2012 wurden die Jagdquoten deutlich erhöht, um den Bestand zu reduzieren. Bis zu diesem Zeitpunkt musste die Anzahl der Rudel weiter wachsen.
5. Im Abstract gehen die Verfasser davon aus, dass Mortalitätsraten von > 25 % beim Wolf nicht nachhaltig seien. Dem steht die weitere Fachliteratur entgegen. Zitat aus dem 1. Management-Plan für den Wolf in Idaho (2002): Established wolf populations can apparently withstand human-caused mortality of 28-50% without declining (Mech 1970, Ballard et al. 1997, Keith 1983, Fuller 1989, USFWS 1994).
6. Sämtliche Tabellen und Grafiken umfassen jeweils den Gesamtzeitraum und die Gesamtfläche, ohne unterschiedliche Phasen von der Aussetzung bis zur Bejagung der Wölfe und regional völlig unterschiedliche Jagd- oder Schutzregelungen zu differenzieren. Die Quelldatei mit den Einzeldaten ist im Anhang der Arbeit verfügbar. Betrachtet man dort die Zahlen für den relevanten Zeitraum in Idaho (2007 – 12), widerlegt sich die Studie an dieser Stelle selbst.

7. Der Schlusssatz der Einführung unterstreicht, dass es sich hierbei ausschließlich um den Test einer Hypothese handelt. Zitat: In this paper we test the widely accepted, but untested, hypothesis that increased lethal control decreases wolf livestock depredations in a large scale (tri-state) long-term (25 year) quasi-experimental. The “remedial control” hypothesis predicts that livestock depredations will decrease following increased lethal control.
Frei übersetzt: In diesem Papier testen wir die weithin akzeptierte aber ungetestete Hypothese, dass erhöhte letale Kontrolle die Risse an Nutztieren verringert, großräumig (3 Bundesstaaten) langfristig (25 Jahre) quasi experimentell. Die Hypothese der „abhelfenden Kontrolle“ sagt voraus, dass Nutztierschäden infolge erhöhter letaler Kontrolle abnehmen werden.
Was aus dieser Arbeit in deutschen Artikeln daraus wird, liest sich teilweise spannend, hat aber wenig Bezug zur Realität. Offenbar hat man gerne die verkürzten Darstellungen amerikanischer Pressemeldungen zur dieser Arbeit als Bestätigung des eigenen (Wunsch)denkens übernommen. Es wird weder nach den statistischen Grundlagen der Studie noch nach der Logik getroffener Schlussfolgerungen gefragt. Es passt halt ins eigene Bild!
Richtig ist mit Sicherheit der Rückschluss der Verfasser, dass alleine die zufällige Entnahme einzelner Wölfe kaum einen günstigen Einfluss auf den Umfang der Nutztierschäden in einem Wolfsgebiet haben wird, solange diese nicht nachhaltig in den Bestand eingreift.
Lernen darf man aus der Studie, dass hier auf dem Weg der Übersetzung und über den großen Teich ein Vorgang á la „Stille Post“ entstanden ist, der gefühltes Wissen mit gerne angenommenen Belegen versieht. Die inzwischen vielfach genannte, aber selten im Original gelesene Quelle gibt es nicht her.
http://www.wolfszone.de/000main/texte/WSU%20Studie.html

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BeitragVerfasst: 12.04.2018, 16:19 
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Auch wenn wir uns wiederholen müssen:

Da wird von den Wolfsgegnern gern übersehen, dass es mittlerweile eine Reihe von Studien aus Amerika, Europa, Afrika und Asien gibt, die zu dem selben Ergebnis wie die Wielgus/Peebles Studie kommen.

Hat der Jäger, der für den Wolfzone-Blog schreibt, auch in den anderen Studien ein Haar in der Suppe gefunden, das ähnlich wenig wissenschaftlich aufbereitet ist? Wer Populismus mag und die Wölfe nicht, ist dort gut aufgehoben. Du kannst ewig auf dieser einen Studie rumreiten. Ein von der Autolobby finanzierter Test mit Affen hat ja jüngst auch endlich entgegen aller sonstigen Studien beweisen können, dass Dieselabgase überhaupt nicht schädlich sind. :wink:

Schau doch einfach in die Praxis - in den Landkreis Cuxhaven.

Im Raum Cuxhaven ist der praktische Beweis der wissenschaftlichen Studienergebnisse längst erbracht. Seit die dortige Mutterfähe im September 2016 illegal erschossen worden und kurz darauf auch der Rüde "verschwunden" ist, stiegen die Risszahlen, in denen ein Wolf als Verursacher nachgewiesen oder nicht ausgeschlossen werden konnte, sprunghaft an:

01.01.2012 - 31.12.2012: 3
01.01.2013 - 31.12.2013: 1
01.01.2014 - 31.12.2014: 5
01.01.2015 - 31.12.2015: 1
01.01.2016 - 30.09.2016: 9
01.10.2016 - 30.09.2017: 36

2017 wurden in Niedersachsen 30 Rinder durch Wölfe getötet und 6 verletzt.
Davon entfallen allein 18 getötete und 3 verletzte wieder auf den Landkreis Cuxhaven - das sind knapp 60% der in ganz Niedersachsen angegriffenen Rinder - in einem Gebiet, in dem die Wölfe quasi illegal "bejagt" worden sind.

Die übrigen 15 Übergriffe sind Einzelfälle, die auf 12 Landkreise verteilt sind, d.h. im Schnitt 1,2 Fälle pro Landkreis im Vergleich zu 21 in Cuxhaven (!).

Der Abschuss der Cuxhavener Fähe und das Verschwundenwerden des Rüden haben den dortigen Tierhaltern einen Bärendienst erwiesen und belegen in der Praxis genau das, was internationale Wissenschaftler in den verschiedenen Studien nachgewiesen haben.


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BeitragVerfasst: 12.04.2018, 16:41 
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Die jungen Mitteleuropäer hat geschrieben:

... Demnach führten Herdenschutzmaßnahmen in 80% der Fälle zum Erfolg. Der Abschuss von Wölfen dagegen führte nur in 29% der Fälle zu einem kurzfristigen Erfolg, während in 71% der Fälle keinerlei Effekte oder sogar vermehrte Risse festgestellt wurden.

Das schreibt nicht etwa der NABU, sondern wurde im amerikanischen Fachjournal ‘Frontiers in Ecology and the Environment’ veröffentlicht - und ist in einer verständlichen Zusammenfassung auf deutsch nachzulesen in einem Fachmagazin für Veterinäre, siehe oben...

Es ist doch völlig unverständlich, warum in Deutschland das Rad immer wieder neu erfunden werden muss. Wie du richtig sagst haben Länder, in denen der Wolf beheimatet ist und die Menschen (auch Viehhalter- bzw. Züchter) über lange Zeit Erfahrungen mit dem Wolf sammeln und effektive Herdenschtzmaßnahmen entwickeln können. Auf Erfahrungen dieser Länder könnte doch sehr gut zurückgegriffen werden. Aber das wäre wohl zu einfach. Stattdessen greift man hier lieber auf Mutmaßungen und Mythen zurück und kommt zu dem Ergebnis: Weg damit.

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Zuletzt geändert von Hinnerk am 12.04.2018, 16:47, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 12.04.2018, 16:46 
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Ronald hat geschrieben:

Nette Bilder… Sarkasmus… So wird Stimmung erzeugt. Das kennt man ja aus den entsprechenden Medien.

Vielleicht noch etwas zum Nachdenken: Raubtiere sind Lebewesen, die sich von anderen Lebewesen ernähren (müssen). Da gibt es sehr viele Arten. Natürlich ist es für den Menschen nicht nett anzusehen, wenn ein Reh, Lamm, ein junger Elch oder was auch immer den Hunger eines Raubtieres stillen muss. Aber das ist die Natur. In ganz Westeuropa gab es bereits Wölfe. Sie wurden ausgerottet. Von daher war es der Westeuropäer nicht mehr gewohnt, derartige Bilder zu sehen, wie sie derzeit von den Medien gern publiziert werden. Aber sie sind nun einmal weltweit gegenwärtig.

Was erdreisten sich überhaupt Menschen über das Leid von Weidetieren, die von Wölfen gerissen werden? Wir Menschen sind doch auch Raubtiere. Da beziehe ich mich ein. Der Unterschied zu den Raubtieren wie z.B. dem Wolf ist nur der, dass wir nicht selbst irgendwelche Tiere reißen sondern das Schnitzel, Hackfleisch oder Steak schön portioniert und säuberlich verpackt im Supermarkt kaufen. Nur sehr wenige Menschen machen sich Gedanken darüber, wie sehr unzählige Nutztiere in der Massentierhaltung bis zu ihrer Schlachtung nicht leben sondern dahinvegetieren. Da ist sehr häufig der unsägliche Tiertransport zum Schlachthof und die Schlachtung selbst geradezu eine Erlösung für das Tier.
Und dabei hätten wir Menschen die Möglichkeit, dieses Leiden der Nutztiere die wir essen zu vermeiden oder auch ganz zu verhindern. Kein Mensch braucht z.B. Fleisch. Im Gegensatz zu veganer Ernährung spricht ernährungsphysiologisch nichts dagegen sich vegetarisch zu ernähren.
Aber wer will das? Da schaut man aus Eigennutz einfach mal weg und engagiert sich des guten Gewissens wegen für die Landwirte und Schafhalter, die ein paar ihrer Tiere dem Wolf abtreten mussten. Irgendwie scheinheilig…

Solange nun keine Wölfe unsere Idylle störte war alles gut. Aus den Augen aus dem Sinn. Nun ist der Wolf aber wieder da. Und einige Landwirte und Schäfer leiden darunter. Der eine oder andere erwägt sogar seine Schafhaltung aufzugeben. Für den Betroffenen ist das vielleicht nicht schön. Aber so ist der Lauf der Dinge. In den letzten Jahrzehnten sind viele Berufe allein durch den Einsatz von Automatisierung und Digitalisierung komplett weggefallen. Die zu tausenden betroffenen Arbeitnehmer mussten umschulen, sich einen anderen Job suchen oder sind früher in den Ruhestand gegangen. Das ist im Prinzip nichts anderes.

Von Australien gehen regelmäßig umgebaute Fähren mit bis zu 80.000 Schafen nach z.B. Kuwait oder Saudi Arabien, um dort geschächtet zu werden. Zwischen 2000 und 3000 Tiere verenden während einer solchen Fahrt wegen Wassermangel oder Stress und werden häufig, teils noch lebend, einfach über Bord geworfen. Vielleicht macht es mehr Sinn, sich in einem Tierschutzverein zu engagieren, welche sich für die Abschaffung dieser Tiertransporte engagieren.

https://www.youtube.com/watch?v=7ojjMOaKfWQ
https://www.youtube.com/watch?v=_cXleTqt4ZU

Keine Angst, diese Aufnahmen gehören zu den harmlosen.

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BeitragVerfasst: 13.04.2018, 00:15 
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Hinnerk hat geschrieben:

Es ist doch völlig unverständlich, warum in Deutschland das Rad immer wieder neu erfunden werden muss. ....haben Länder, in denen der Wolf beheimatet ist und die Menschen (auch Viehhalter- bzw. Züchter) über lange Zeit Erfahrungen mit dem Wolf sammeln und effektive Herdenschtzmaßnahmen entwickeln können. Auf Erfahrungen dieser Länder könnte doch sehr gut zurückgegriffen werden. Aber das wäre wohl zu einfach. Stattdessen greift man hier lieber auf Mutmaßungen und Mythen zurück und kommt zu dem Ergebnis: Weg damit.

Welche Länder denn?
Etwa Frankreich und Spanien?
Deren Probleme in Sachen Wolf sollten wir uns hier nicht wünschen. Kannst ja mal googeln.
Oder etwa die Länder Südosteuropas oder gar die der ehemaligen SU, wo ein ähnlcher
Schutzstatus gilt, die Autoritäten aber entweder fern oder bestechlich sind und wo die Waffengesetze nur auf dem Papier bestehen?
Nimm lieber die Schweden und schau wie die es machen. Das Rad muß nicht neu erfunden werden, Schau in die Vergangenheit. Aber soweit/ so radikal es muß ja nicht kommen, auch nach meiner Auffassung nicht.
Es wird Kompromisse betreffs selektivem Abschuss geben (müssen), spätestens wenn die angestrebte Populationsdichte erreicht ist oder gar vorher, wenn man bemerkt, dass soviel Raum für den Wolf dann doch nicht zur Verfügung steht, wie man ihm für unsere verdichtete Kulturlandschaft optimistisch zugemessen hat.
Nur mal im Vergleich, was den Optimismus anbelangt:
Im Staate Montana/ USA, von der Fläche her gleich groß wie Deutschland leben zugestanden nur ca. 500 Wölfe, in D nach weit auseinanderliegenden Schätzungen bis zu über 600 Wölfe. Allerdings ist die Bevölkerungsdichte Montanas mit ca. nahe einer Million Einwohner eine grundlegend andere als die in Deutschland mit 82.000 000 Einwohnern. Dass es in D daher ein ganz anderes, nicht vergleichbares Konfliktpotenzial gibt sollte nicht verwundern
PS
Wer wird es denn eigentlich sein, der dafür sorgt, dass die in D angestrebte und als Obergrenze erachtete Populationsdichte bei deutlicher Überschreitung reguliert wird?
Doch wohl nicht etwa die momentan nicht nur auf den Wolf bezogen vielfach geschmähte Jägerschaft :shock:

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BeitragVerfasst: 13.04.2018, 11:06 
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25örefan hat geschrieben:
Im Staate Montana/ USA, von der Fläche her gleich groß wie Deutschland leben zugestanden nur ca. 500 Wölfe, in D nach weit auseinanderliegenden Schätzungen bis zu über 600 Wölfe. Allerdings ist die Bevölkerungsdichte Montanas mit ca. nahe einer Million Einwohner eine grundlegend andere als die in Deutschland mit 82.000 000 Einwohnern. Dass es in D daher ein ganz anderes, nicht vergleichbares Konfliktpotenzial gibt sollte nicht verwundern


Was für ein Konfliktpotenzial? Das kann man auch herbeireden.

In Italien leben heute rund 2.000 Wölfe (Stand 2015), und wurden sogar in der Umgebung von Mailand, Turin und Rom beobachtet. Und?

Vergleich:
Italien: 301.338 km², 60.501.718 Einwohner, pro km²: 201
Deutschland: 357.385,71 km², 82.521.653 Einwohner, pro km²: 231

Wieviele Italiener sind in den letzten Jahrzehnten nochmal von Wölfen gefressen worden?

25örefan hat geschrieben:
Es wird Kompromisse betreffs selektivem Abschuss geben (müssen), spätestens wenn die angestrebte Populationsdichte erreicht ist oder gar vorher, wenn man bemerkt, dass soviel Raum für den Wolf dann doch nicht zur Verfügung steht, wie man ihm für unsere verdichtete Kulturlandschaft optimistisch zugemessen hat. [...]
Wer wird es denn eigentlich sein, der dafür sorgt, dass die in D angestrebte und als Obergrenze erachtete Populationsdichte bei deutlicher Überschreitung reguliert wird?
Doch wohl nicht etwa die momentan nicht nur auf den Wolf bezogen vielfach geschmähte Jägerschaft :shock:


Ja, ja, die Welt des Konjunktivs bietet unendliche Möglichkeiten: Was wäre, wenn - und hätte, hätte Fahrradkette...
Warum halten wir uns nicht einfach an die Fakten statt an die Phantasie?

Zitat:
Es ist allgemeiner aktueller Wissenstand, dass sich die Wolfsdichte einer Region ganz eng dem Nahrungsangebot anpasst.
[...] Eine Regulierung der Wolfsbestände seitens des Menschen ist somit aktuell nicht erforderlich, der vernünftige Grund zum Töten m. E. nicht gegeben. [...] Reine wirtschaftliche Interessen von Jägern stellen vor dem Hintergrund des strengen Schutzstatus des Wolfs und des Tierschutzgesetzes m. E. keinen vernünftigen Grund dar, Wölfe zu bejagen.

Birgit Mennerich-Bunge: Eine amtstierärztliche Sicht auf die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland, vet-impulse, Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle, S. 226, 23. Jahrgang – 4 / 2016 https://www.vetimpulse.de/fileadmin/use ... Wolfes.pdf


Zitat:
In einer gesättigten Wolfspopulation grenzt ein Wolfsterritorium an das andere.
Abwandernde Jungwölfe haben hier kaum eine Chance ein neues Rudel in einem unbesetzten Gebiet zu gründen, sondern müssen in der Regel darauf warten, dass eine Paarungsposition in einem bestehenden Rudel vakant wird. Die Anzahl der Wolfsfamilien in einem bestimmten Gebiet stagniert bzw. fluktuiert um einen bestimmten Wert. [...] Mit einem Ende des Populationswachstums ist erst mit Erreichen der Sättigung zu rechnen. Allerdings kann sich die Wachstumsrate bereits vorher abschwächen.

Bericht des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zur Lebensweise, zum Status und zum Management des Wolfes (Canis lupus) in Deutschland vom 28.10.2015, S. 9 https://www.bundestag.de/blob/393542/5e21bfea995e1f0f0f19271d442f365d/bericht-bmub-data.pdf


Zitat:
Häufig wird behauptet, dass Wölfe in unbejagten Populationen früher oder später ihre Vorsicht gegenüber dem Menschen verlieren und gefährlich für den Menschen werden können. Dafür gibt es in der wissenschaftlichen Literatur keinen Beleg. [...] Die wenigen aus Europa bekannten Fälle nach 1950, in denen nicht tollwütige wilde Wölfe Menschen getötet haben, geschahen in bejagten Populationen.

Bericht des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zur Lebensweise, zum Status und zum Management des Wolfes (Canis lupus) in Deutschland vom 28.10.2015, S. 65-66 https://www.bundestag.de/blob/393542/5e21bfea995e1f0f0f19271d442f365d/bericht-bmub-data.pdf


Zitat:
Wie bereits dargestellt, wird die Zahl der Wölfe natürlicher Weise hauptsächlich durch die Verfügbarkeit von Nahrung bestimmt. [...] Erst nachdem alle geeigneten Gebiete von Wölfen besetzt worden waren, sank die Überlebensrate sowohl der Welpen, als auch der erwachsenen Wölfe (Smith et al. 2005).

Ilka Reinhardt und Gesa Kluth:Leben mit Wölfen - Leitfaden für den Umgang mit einer konfliktträchtigen Tierart in Deutschland, Bundesamt für Naturschutz 2007, S. 19-20 https://www.bfn.de/fileadmin/MDB/docume ... ipt201.pdf


Und sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass doch eine Reduktion durch Menschen erforderlich wäre, wird die Schießfreude der Jäger kaum Grenzen kennen, wie der Fall Schweden beweist: Als dort (gegen EU-Recht!) 2010 zur ersten Lizenzjagd geblasen wurde, meldeten sich 12.000 Jäger für den Abschuss von 27 Wölfen, von denen 21 gleich am ersten Jagdtag erlegt worden sind.

Tagesspiegel, 04.01.2010: 12.000 Jäger gegen 27 Tiere https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel ... 57726.html

Warum also diese Eile mit der Stimmungsmache, dass man die Situation angeblich nicht mehr in den Griff bekäme, wenn Wölfe nicht jetzt auf gleich bejagt werden würden?

Wir glauben, dass man aus dem Jagdumfeld auf jeden Fall verhindern will, dass die Bevölkerung die Erfahrung macht, dass sich die Wolfspopulation tatsächlich auf natürliche Weise reguliert und es die Jäger dafür überhaupt nicht braucht.

Und in Verlängerung dessen wird die Gesellschaft auch Fragen stellen, ob das wildbiologische Modell der Populationsentwicklung der Wölfe
nicht auch auf andere Wildtierarten, insbesondere die Beutegreifer wie Füchse, Marder etc. übertragbar ist und das deutsche Revier-Jagdsystem mit seinen Hobbyjägern ingesamt ein obseletes Modell ist, das auf den gesellschaftlichen und politischen Prüfstand gehört.
:!:


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