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BeitragVerfasst: 06.03.2018, 11:25 
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25örefan hat geschrieben:
Überschrift aus obigen Link:
Zitat:
Wolfsforscher: Lasst Kinder nicht alleine in den Wald gehen

Letzter Satz:
Zitat:
Er meint jedoch, dass das Risiko von einem Wolf überfallen zu werden, gleich null sei.

Gleich null ist eine blauäugige und geradezu fahrlässige Einschätzung!

Der Artikel ist voller Widersprüche, was sich auch in im Kommentar widerspiegelt:
Zitat:
Wann sind Kinder denn alt genug, um mit Wölfen fertig zu werden?Und warum sollte man in der Natur immer aufmerksam sein,wenn das Risiko,von einem Wolf überfallen zu werden gleich null sei?

Scheint, dass das Thema "Wolf" noch nicht ganz in DK angekommen ist.
Wird aber noch. 8)


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BeitragVerfasst: 06.03.2018, 11:37 
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Eine ähnliche Problematik bezüglich der Weidetierhaltung, wie sie sich in anderen europäischen Ländern wie vor allem in Frankreich und Spanien schon länger abgezeichnet hat und sich jetzt auch zunehmend in Deutschland offenbart, kann bei zunehmender und ungebremster Wolfspopulation auch für Dänemark an Bedeutung gewinnen.
Zitat:
Immer weniger Schäfer im Land
WEIDETIERE - Schafzucht mit vielen Problemen – Wolf größte Bedrohung für Zukunft
Gunars Reichenbachs, Büro Hannover
Der Verband schlägt Alarm. Unterstützung erhalten Tierhalter von einem Wolfsexperten.
WINSEN/HANNOVER/OLDENBURG. Schafzüchter läuten längst die Alarmglocken: „Es gibt kaum noch Schäfer und fast keine Wanderschäfer mehr“, klagt Wendelin Schmücker vom Förderverein der Deutschen Schafhaltung. Der Verbandschef warnt vor drastischen Folgen für das ökologische Gleichgewicht und die Landschaftspflege.
In Deutschland sind 2,3 Millionen Schafe registriert. Davon stehen 230000 in Niedersachsen bei etwa 12000 Schafhaltern. Laut Förderverein gibt es nur noch 989 Berufsschäfer – ein Minus von 13 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010.
Der Wegfall der Mutterschafprämie 2005 ließ die Branche schrumpfen, heißt es. „Fehlender Nachwuchs und Überalterung sind weitere Probleme“, erläutert Verbandschef Schmücker die schwierige Lage. Und das Einkommen werde „immer bescheidener“. Insbesondere die Leistung, die Schafe und Schäfer bei der Stabilisierung der Deiche erbringen würden, müsste „von der Gesellschaft gewürdigt werden“, verlangt Schmücker, der zugleich den „Nervenstress“ beklagt, den der Wolf mit sich bringe.
„Der Wolf wird den Beruf des Schäfers weiter gefährden“, sagt der Experte: „Für uns Schäfer bricht gerade unsere Welt zusammen. Wir sehen, dass die Weidetierhaltung gewünscht ist. Wir können deshalb nicht glauben, dass es Wille der Gesellschaft ist, dass die Wölfe ungehindert Tiere reißen.“ Tatsächlich seien Weiden mit Zäunen „nicht zu schützen“, betont der Verbandschef. Der einzige Ausweg bleibe, „die letzten Weidetiere wie Schaf, Pferd und Mutterkuh in sichere Ställe zurückzubringen“. Aber im Grunde gehe es um „Artenschutz im Ganzen“ – nicht nur für den Wolf, sondern auch für die Schafe.
Unterstützung erhalten die Schafzüchter vom Biologen und emeritierten Universitätsprofessor Hans-Dieter Pfannenstiel, der sich ausgiebig mit dem Thema Wolf und Kulturlandschaft beschäftigt. Mit Weidetierhaltern diskutiert der Experte am 7. März in der Weser-Ems-Halle in Oldenburg über die Probleme der Schafzüchter. Die These von Pfannenstiel, der bereits ein Gutachten zum Schutzstatus von Wölfen verfasst hat: Die Wölfe bilden keine eigenständige Population, sondern gehören zu einer großen Population, die sich vom asiatischen Raum über ganz Europa erstreckt. „Es besteht kein populationsbiologischer Grund, den Wolf innerhalb der Richtlinie für Fauna, Flora und Habitat nicht so einzustufen, dass eine vernünftige Bejagung möglich wird“.
Im Klartext: Laut Pfannenstiel soll der Wolf durchaus Teil der deutschen Kulturlandschaft bleiben. Aber wegen fehlender natürlicher Feinde spreche nichts gegen einen kontrollierten Abschuss des Wolfs. Denn sollte das Tier weiter die Scheu vor Menschen verlieren, drohten Übergriffe auf den Menschen.

NordwestZeitung, Niedersachsen, S. 6, 06.03.2018

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BeitragVerfasst: 06.03.2018, 11:57 
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Hejsa !
Hier noch mal was auf dänisch https://www.mx.dk/nyheder/danmark/story/11870665
In dem Artikel geht es darum die Furcht vor dem Wolf zu minimieren.

Sich jetzt schon die Köpfe heiss zu reden bezüglich einer Problematik (reissen von Weidetieren) die in Dänemark noch gar nicht vorhanden ist, ist für mich Hysterie schüren.

Auch die Behauptung das Thema Wolf steckt noch in den Kinderschuhen finde ich einfach überheblich, denn auch hier gibt es Wissenschaftler die sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Venlig hilsen
Hendrik77


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BeitragVerfasst: 06.03.2018, 12:16 
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Hendrik77 hat geschrieben:
Hejsa !
Hier noch mal was auf dänisch https://www.mx.dk/nyheder/danmark/story/11870665
In dem Artikel geht es darum die Furcht vor dem Wolf zu minimieren.

Sich jetzt schon die Köpfe heiss zu reden bezüglich einer Problematik (reissen von Weidetieren) die in Dänemark noch gar nicht vorhanden ist, ist für mich Hysterie schüren.

Auch die Behauptung das Thema Wolf steckt noch in den Kinderschuhen finde ich einfach überheblich, denn auch hier gibt es Wissenschaftler die sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Venlig hilsen
Hendrik77

Das ist keinesfalls „Hysterie schüren“, sondern ermöglicht von der Erfahrung anderer europäischer Länder zu profitieren. Warum nicht schon Überlegungen zum Thema im derzeitigen Stadium anstellen? Besser früher als später.
Natürlich steckt bei der noch geringen Wolfspopulation die Wolfsthematik bzw. das Betroffensein in DK im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch „in den Kinderschuhen“, d.h. in den Anfängen.
Mit „Überheblichkeit“ hat das nichts zu tun, das ist eine Zustandsbeschreibung und keine Wertung.

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BeitragVerfasst: 06.03.2018, 12:29 
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Die Angst vor Wolfsangriffen auf Menschen ist mE auf absehbare Zeit eine recht abstrakte, in Deutschland wie noch viel mehr in Dänemark. Natürlich kann so etwas vereinzelt vorkommen (insbesondere wenn der Mensch Hunde dabei hat, steigt die Wahrscheinlichkeit; gerade Kind plus Hund wäre in Wolfsgebieten sicher keine gute Kombination). Und ggf muss bei erkennbarem Problemverhalten einzelner Tiere dann auch mal reagiert werden. Aber es gibt dann doch sehr viele Gefahren, die weitaus wahrscheinlicher sind und mit denen man weitaus sorgloser umgeht. Ich persönlich habe weit größere Angst vor schlecht erzogenen Hunden als vor Wölfen. Ein paar mal bin ich auch schon ohne erkennbaren Grund von Hunden angegriffen worden. Trotzdem mag ich Hunde grundsätzlich und würde nicht gezielt in hundefreie Gebiete gehen. Ähnlich ist es mit den Gefahren des Straßenverkehrs. Da reden wir von völlig anderen Wahrscheinlichkeiten. Trotzdem lebe ich in Berlin mit Millionen Autos, Bussen, LKS, Fahrrädern etc und habe nicht permanent Panik. Wenn ich über die Straße gehe, passe ich gut auf. Und wenn ich im Wolfsgebiet durch den Wald gehe (und vielleicht noch mit Hund), dann muss ich entsprechend informiert und vorsichtig sein. Man kann die Wahrscheinlichkeit sicher extrem gering halten. Gerade in Dänemark ist es momentan doch tatsächlich fast ausgeschlossen, einen Wolf zu treffen.

Das mit der Viehhaltung ist ein völlig anderes Thema. Aber das hat mE nur sehr indirekt mit Urlaub und Leben in Dänemark zu tun. Wir sind ja keine Schafhirten o.ä. Nur könnte deren Rolle langfristig schwieriger werden, was ich schade fände.


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BeitragVerfasst: 06.03.2018, 13:31 
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P.S.: Auch vor der Nordsee habe ich gehörigen Respekt, da ich nur ein mittelmäßiger Schwimmer bin. Trotzdem würde ich darin baden und schwimmen, wenn ich sichere Stellen und entsprechende Verhaltensweisen kenne.

Auch über Begegnungen mit Wölfen wird der Mensch im Laufe der Zeit dazulernen. Die Aussage "Irgendwann wird der Wolf einen Menschen töten", finde ich wenig zielführend. Was genau ist denn dann? Sollen wir dann vorsorglich alle Wölfe abschießen und ihn noch einmal ausrotten? Wir sperren ja auch nicht die Nordsee ab oder verschrotten alle Autos, weil es einmal einen schlimmen Unfall gab. Und wie gesagt werden viel mehr Kinder von einem Hund angefallen (teils mit tödlichen Folgen) und trotzdem schafft man nicht die Hundehaltung ab.

Der Wolf hat eben keinen guten Ruf und auch keinen unmittelbaren Nutzen für die Menschen (eine ökologische Funktion wird er als größter Beutegreifer nach dem Bären sicher erfüllen). Dahingegen gefährdet er Teile der traditionellen Landwirtschaft, was ich wie gesagt auch schade finde. Aber ich lasse mich ungern für Partikularinteressen vor den Karren spannen. Dieses "Erst wir dann ihr" der entsprechenden Landwirte finde ich schon unseriös. Da werden einfach Dinge vermengt, die nicht direkt in Zusammenhang stehen.


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BeitragVerfasst: 06.03.2018, 13:43 
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https://www.dr.dk/nyheder/regionale/mid ... e-i-skoven


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BeitragVerfasst: 06.03.2018, 13:43 
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25örefan hat geschrieben:
Natürlich steckt bei der noch geringen Wolfspopulation die Wolfsthematik bzw. das Betroffensein in DK im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch „in den Kinderschuhen“, d.h. in den Anfängen.
Mit „Überheblichkeit“ hat das nichts zu tun, das ist eine Zustandsbeschreibung und keine Wertung.

Hejsa !
Ich finde es jedenfalls ok das man hier jetzt nicht öffentlich darüber diskutiert wie mit dem Problem reissen von Weidetieren durch den Wolf umgegangen wird.
Ja es war vielleicht nicht als Wertung gemeint, aber das heisst ja nicht das dies auch so wahrgenommen wird von anderen Lesern.
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Hendrik77


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BeitragVerfasst: 06.03.2018, 14:48 
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Hendrik77 hat geschrieben:
25örefan hat geschrieben:
Natürlich steckt bei der noch geringen Wolfspopulation die Wolfsthematik bzw. das Betroffensein in DK im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch „in den Kinderschuhen“, d.h. in den Anfängen.
Mit „Überheblichkeit“ hat das nichts zu tun, das ist eine Zustandsbeschreibung und keine Wertung.

Hejsa !
Ich finde es jedenfalls ok das man hier jetzt nicht öffentlich darüber diskutiert wie mit dem Problem reissen von Weidetieren durch den Wolf umgegangen wird.
Hendrik77

Wieso sollte das Thema jetzt (noch?) und warum nicht öffentlich diskutiert werden?
Was spricht dagegen. Wie obige Artikel zeigen besteht in DK am Thema ja Interesse und es gab (hier im Thread bereits zitiert) Meinungsumfragen und auch schon eine Stellungnahme dazu vom dänischen Landwirtschaftsminister.

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BeitragVerfasst: 06.03.2018, 17:14 
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Hejsa !
Es geht um das Problem das Wölfe in Dänemark Nutztiere reißen was meiner Meinung nach jetzt nicht öffentlich diskutiert werden muss. Mir zumindest sind keine (aktuellen) Fälle bekannt wo dies in Dänemark passiert ist.
Nachweisbar gibt es in Dänemark Wölfe und natürlich wird auch über den Umgang mit ihnen diskutiert und es würde mich wundern wenn es nicht so wäre .
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Hendrik77


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BeitragVerfasst: 06.03.2018, 17:32 
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Stadtflucht hat geschrieben:

1) Auch über Begegnungen mit Wölfen wird der Mensch im Laufe der Zeit dazulernen. .
2) Und wie gesagt werden viel mehr Kinder von einem Hund angefallen (teils mit tödlichen Folgen) und trotzdem schafft man nicht die Hundehaltung ab.

3) Der Wolf hat eben keinen guten Ruf und auch keinen unmittelbaren Nutzen für die Menschen
4)(eine ökologische Funktion wird er als größter Beutegreifer nach dem Bären sicher erfüllen). 5)Dahingegen gefährdet er Teile der traditionellen Landwirtschaft, was ich wie gesagt auch schade finde.
6)Aber ich lasse mich ungern für Partikularinteressen vor den Karren spannen. Dieses "Erst wir dann ihr" der entsprechenden Landwirte finde ich schon unseriös. Da werden einfach Dinge vermengt, die nicht direkt in Zusammenhang stehen.

zu1) Nein, der Wolf muß dazulernen. Er muß wieder lernen, dass er sich von Menschen und deren Weidevieh fernzuhalten hat.
zu 2) Nein, die Hundehaltung wird nicht abgeschafft aber es gibt Restriktionen wie u.a. den partiellen Leinenzwang und wildernde Hund dürfen gesetzlich geregelt abgeschossen werden und in DK gibt sogar ein recht rigoroses Hundegesetz mit dem skambidsparagraf, nachdem Hunde nach einem Beißvorfall (Mensch oder Tier) auf Anordnung der unteren Polizeibehörden konfisziert und eingeschläfert werden dürfen.
zu 3) Unsere Vorfahren wußten warum...
zu 4) eine ökologische Funktion hat irgendwie alles. Den Wolf hat es bei uns über 150 Jahren nicht gegeben. Seine ökologische Funktion hat in unserer Kulturlandschaft während dieser Zeit nicht gefehlt und tut es auch heute nicht. Im übrigen war und ist der Wolf weltweit nicht vom Aussterbwn bedroht.
Zu 5) Aus gutem Grund „schade finden“ ist zu wenig. Die Konsequenz aus der Erkenntnis, welche Bedeutung gerade die Weidetierhaltung inklusive Landschaftspflege und Deichschutz heute für uns hat, müssen andere sein.
zu 6) Und die „Partikularinteressen“ von NABU & Co mit „erst der Wolf und dann der Mensch“?
Nebenbei bemerkt spült der Wolf ordendentlich Geld in deren Kassen.

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BeitragVerfasst: 06.03.2018, 17:52 
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Hendrik77 hat geschrieben:
Hejsa !
Es geht um das Problem das Wölfe in Dänemark Nutztiere reißen was meiner Meinung nach jetzt nicht öffentlich diskutiert werden muss. Mir zumindest sind keine (aktuellen) Fälle bekannt wo dies in Dänemark passiert ist.
Venlig hilsen
Hendrik77

Die Wolfspopulation in DK gibt eine akute Bedrohung noch nicht her.
Die Entwicklung in anderen europäischen Ländern zeigt aber, dass es bei dem strengen Schutz des Wolfes unweigerlich zu eine solchen Bedrohung kommt.
Warum sollte es Deiner Meinung trotz der bekannten Entwicklung in Bezug auf die Weidetierhaltung in anderen europäischen Staaten zu diesem Thema keine öffentliche Diskussion in DK geben?
Warum erst warten bis...
Die Politik in DK sieht das allerdings anders, denn sonst hätte der dänische Minister für Landwirtschaft und Ernährung ja wohl kaum jetzt schon ein öffentliches Statement dazu abgegeben (siehe entsprechende Posts mit Links hier im Thread).
Nun mag es ja sein, dass dies alles kein hier im Forum relevantes Thema ist/ sein sollte (so klang es jedenfalls bei manchem Kommentar hier an), aber allein schon der (mit Absicht?) provokant tendenziöse Titel dieses Threads fordert (mich jedenfalls, der sich auch anderweitig zu diesem Thema engagiert) dazu heraus, die Thematik weiterzuführen.

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BeitragVerfasst: 06.03.2018, 22:32 
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25örefan hat geschrieben:
Stadtflucht hat geschrieben:
1) Auch über Begegnungen mit Wölfen wird der Mensch im Laufe der Zeit dazulernen. .
2) Und wie gesagt werden viel mehr Kinder von einem Hund angefallen (teils mit tödlichen Folgen) und trotzdem schafft man nicht die Hundehaltung ab.
3) Der Wolf hat eben keinen guten Ruf und auch keinen unmittelbaren Nutzen für die Menschen
4)(eine ökologische Funktion wird er als größter Beutegreifer nach dem Bären sicher erfüllen).
5)Dahingegen gefährdet er Teile der traditionellen Landwirtschaft, was ich wie gesagt auch schade finde.
6)Aber ich lasse mich ungern für Partikularinteressen vor den Karren spannen. Dieses "Erst wir dann ihr" der entsprechenden Landwirte finde ich schon unseriös. Da werden einfach Dinge vermengt, die nicht direkt in Zusammenhang stehen.


zu1) Nein, der Wolf muß dazulernen. Er muß wieder lernen, dass er sich von Menschen und deren Weidevieh fernzuhalten hat.
zu 2) Nein, die Hundehaltung wird nicht abgeschafft aber es gibt Restriktionen wie u.a. den partiellen Leinenzwang und wildernde Hund dürfen gesetzlich geregelt abgeschossen werden und in DK gibt sogar ein recht rigoroses Hundegesetz mit dem skambidsparagraf, nachdem Hunde nach einem Beißvorfall (Mensch oder Tier) auf Anordnung der unteren Polizeibehörden konfisziert und eingeschläfert werden dürfen.
zu 3) Unsere Vorfahren wußten warum...
zu 4) eine ökologische Funktion hat irgendwie alles. Den Wolf hat es bei uns über 150 Jahren nicht gegeben. Seine ökologische Funktion hat in unserer Kulturlandschaft während dieser Zeit nicht gefehlt und tut es auch heute nicht. Im übrigen war und ist der Wolf weltweit nicht vom Aussterbwn bedroht.
Zu 5) Aus gutem Grund „schade finden“ ist zu wenig. Die Konsequenz aus der Erkenntnis, welche Bedeutung gerade die Weidetierhaltung inklusive Landschaftspflege und Deichschutz heute für uns hat, müssen andere sein.
zu 6) Und die „Partikularinteressen“ von NABU & Co mit „erst der Wolf und dann der Mensch“?
Nebenbei bemerkt spült der Wolf ordendentlich Geld in deren Kassen.


1) Das wird sich nur sehr bedingt umsetzen lassen. Wölfe sollten eine ihre Scheu/ Furcht vor dem Menschen nicht ablegen und müssen sie sonst neu vermittelt bekommen oder notfalls im Fall von fehlgeprägten Tieren erschossen werden o.ä. Aber wie soll man dem Wolf beibringen, sich von potentieller Beute fern zu halten. Eine Aversion gegen Schafe, Pferde, Rinder etc wird man ihm kaum antrainieren können. Der Konflikt Jäger-Beute ist naturgemäß unabwendbar und das ist mE auch das einzige echte Problem zwischen Wolf und Mensch.
2) Trotzdem kommen solche Fälle leider immer wieder vor. Die Hundehaltung insgesamt wurde dennoch weder abgeschafft noch übermäßig eingeschränkt. Das Risiko ist also lediglich etwas reduziert. Wir lernen also auch hier, mit einem gewissen Restrisiko zu leben. Wie in so vielen anderen Bereichen auch. Das können wir auch beim Wolf erreichen.
3) Das finde ich so zu platt. Manche Kulturen finden auch Hunde pauschal "schmutzig" o.ä. Die wissen dann sicher auch genau weshalb. Wölfe sind jedenfalls nicht böse. Sie folgen Instinkten. Auch ein Marder oder Fuchs reagiert im Hühnerstall ähnlich wie der Wolf auf der Weide. Solche eng zusammengepferchten Gruppen von Beutetieren gibt es eben in der Natur nicht. Dafür kann der Wolf also nichts. Dennoch ist er mindestens ebenso lange hier heimisch wie der Mensch.
4) Natürlich fehlen große Beutegreifer in einigen europäischen Ökosystemen. Die Tiere sind vielleicht einige Jahrhunderte fort aber die Ökosysteme haben sich über zehntausende von Jahren entwickelt. Wölfe können bei der sinnvollen Selektion eine Rolle spielen, indem sie die schwächsten Rehe etc fangen (Jäger können das gar nicht so systematisch praktizieren).
5) Sehe ich anders. Man muss das nicht zwingend so gewichten. Schafzucht hat zudem über Jahrtausende trotz Wölfen funktioniert. Dass es heute gar nicht mehr funktionieren kann, ist also keine plausible Behauptung. Jede Interessengruppe hat so ihre Art, ihre Bedürfnisse und Forderungen als essentiell und alternativlos zu verkaufen.

Ich stimme mit dem Threadtitel überein, dass der Umgang mit dem Wolf teilweise an Hysterie erinnert. Ich finde insbesondere die Horrorgeschichten über Wolf-Mensch-Angriffe für unseriöse Panikmache. Für den Mensch gibt es zig größere Gefahrenquellen, neben den bereits von mir genannten ist auch der Mensch selbst oft sein schlimmster Feind. Unter all den mehr oder weniger konkreten Gefahren ausgerechnet den Wolf zu fürchten und auslöschen zu wollen, erscheint mir wenig nachvollziehbar.


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BeitragVerfasst: 07.03.2018, 07:16 
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Stadtflucht hat geschrieben:
Für den Mensch gibt es zig größere Gefahrenquellen, neben den bereits von mir genannten ist auch der Mensch selbst oft sein schlimmster Feind. Unter all den mehr oder weniger konkreten Gefahren ausgerechnet den Wolf zu fürchten und auslöschen zu wollen, erscheint mir wenig nachvollziehbar.

Was genau meinst du denn? Rauchen, Alkohol, Süßigkeiten, Currywurst?
Das fände ICH nun wieder zu platt und ist auch ein Totschlagargument.
Letztendlich ist die größte Gefahr für das menschliche Leben das Leben selbst, es endet immer mit dem Tod.
Hier geht es auch nicht ausschließlich um die Bedrohung des Menschen sondern auch um die unbestreitbar wirtschaftlichen Schäden in der Nutztierhaltung. Da geben die ersten Bauern ihre ökologische (ökologische Tierhaltung wollen wir doch alle) Tierhaltung und den Betrieb auf.
Ronald hat geschrieben:
Ich kann den Frust der Nutztierhalter, zumindest in Brandenburg, verstehen.
Angus-Rinderzüchter gibt auf:
http://www.maz-online.de/Lokales/Brande ... ur-Aufgabe
Zitat:
eine wolfssichere Einzäunung des 30 Hektar großen Weidelandes ist nicht praktikabel

Ist für mich nur eine Frage der Zeit, wann das Problem Dänemark erreicht.


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BeitragVerfasst: 07.03.2018, 08:58 
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Totschlagargument passt in dem Fall sogar, weil das Argument untersucht, wie der Mensch am wahrscheinlichsten einen schlimmen Schaden oder eben Tod findet. Dabei ging es mir weder um Langzeitfolgen eines ungesunden Lebenswandels noch um philosophische Fragen über die Dialektik von Leben und Tod. Beides ist davon abgesehen aber mE durchaus keine platte Betrachtung. Je umfassender man über Leben und Tod nachdenkt, desto weniger Bedeutung haben ein paar Wölfe oder andere Raubtiere, durch die jährlich ein winziger Bruchteil aller Menschen zu Schaden oder ums Leben kommt. Das ist mE einfach die nackte Realität, so platt es auch erscheinen mag.

Mir ging es aber schon um Unfälle und sonstige "vorzeitige" Todesfälle. Wenn ich mir bewusst mache, was jeden Tag abstrakt mein Leben bedroht, dann ist der Wolf ganz, ganz, gaaaaanz weit hinten. Bei den von mir genannten Gefahren taucht hingegen in fast jeder Rechnung der Mensch als zentraler Faktor auf. Unfälle mit gefährlichen Hunden, Autos, das Ertrinken im Meer etc entstehen oft fahrlässig. Die Hunde oder Autos selbst sind nicht das Problem.

Wieviel Prozent der Menschen in Deutschland und Dänemark leben aber überhaupt in der Nähe von Wölfen? Wie wahrscheinlich ist es selbst für diese, ausgerechnet durch den Wolf so zu Schaden zu kommen? Wie sinnvoll erscheint es, den Wolf als relevante Gefahr für die Menschen in diesen Ländern zu betrachten und aufwändige Kampagnen gegen Wölfe zu fahren? "Irgendwann wird der Wolf einen Menschen angreifen und ggf töten", ist für mich in der Tat Hysterie. Fast schon der Inbegriff von Hysterie. Irgendwann kann das passieren. Und dann? Wie gesagt: Sperren wir die Nordsee ab, weil dort mehr oder weniger regelmäßig Menschen ertrinken? Schaffen wir Hunde ab? Nein. Wir entwickeln einen risikominimierenden Umgang damit. Ist es zu viel verlangt, dass wir das ggf auch beim Wolf tun? Ich finde nein. Ich habe umgekehrt auch kein Problem damit, Einzeltiere mit nachweislich(!) problematischem Verhalten gezielt zu vertreiben, die Furcht vor dem Menschen zu lehren oder ggf zu töten. Der Wolf steht für mich nicht über dem Menschen.

Relevante Nachteile hat mE wie gesagt allein die Viehhaltung. Und die versucht, möglichst alle mit in ihr Boot zu holen. Ich bin bereit, mir deren Sorgen anzuhören und das entsprechend einzuordnen und abzuwägen. Aber ich finde dieses "Erst wir, dann ihr" absolut unseriös und lasse mich für so etwas nicht vor den Karren spannen. Gegen die Schließung von einem Berliner Siemenswerk habe ich auch unterschrieben, weil ich mich mit den Interessen solidarisieren kann. Ebenso würde ich einen angemessenen Interessenausgleich für betroffene Landwirte ggf unterschreiben. Aber ich lasse mir nicht diktieren, dass ich deshalb gegen Wölfe sein muss. Ja, ich selbst lebe in der "sicheren" Stadt (sicher vor Wölfen). So wie die allermeisten Menschen und die allergrößten Teile der Wirtschaft keinerlei Nachteile durch Wölfe haben. Und den wenigen betroffenen Menschen und Wirtschaftsbereichen kann ich zumuten, dass auch sie eine Bringleistung besitzen und sich auf die Rückkehr des Wolfes einstellen müssen (so wie die Schafhirten es früher auch hinbekommen haben). Wenn in einzelnen Bereichen dann tatsächlich gar keine offene Weidehaltung mehr möglich/ sinnvoll ist, kann man vielleicht anderswo geeignetere Flächen ausweisen. Wo sinnvoll kann man geeignete Schutzmaßnahmen subventionieren. Das alles kann man diskutieren (wobei ein Dänemarkforum sicher nur am Rande davon betroffen ist aber man muss den Thread sonst ja nicht verfolgen). Aber dabei sollte man wie gesagt nicht die Gefahr für den durchschnittlichen Menschen mit den Interessen der Viehwirte vermischen.


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