www.dk-forum.de

Das Diskussionsforum von DK-Forum.de & Tysk.dk
Aktuelle Zeit: 13.12.2018, 00:56

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 830 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1 ... 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33 ... 56  Nächste
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 10.03.2018, 15:13 
Offline
Mitglied

Registriert: 23.02.2018, 13:11
Beiträge: 178
@Die jungen Mitteleuropäer: Zu der simplen Hochrechnung des Wachstums aller Wolfspopulationen wollte ich auch erst Bezug nehmen. Aber das ist so lächerlich für einen Politiker, dass man kaum noch weiß, was man dazu überhaupt noch sagen soll. Der hat wohl in Bio immer gepennt. Oder unter dem Tisch Karten gespielt. Vermutlich mit dem Politiker, der voraussagt, dass die Wölfe das Wild ausrotten werden. Ich glaube aber leider eher, dass sie es durchaus selbst besser wissen und es um Lobbyinteressen geht. Denn so dämlich kann ein Politiker doch kaum sein und es dann rein zufällig so weit bringen.

@all: Sind die dänischen Politiker eigentlich auch mit solch abenteuerlichen bis absurden Aussagen unterwegs? Oder wie begründen sie die Ablehnung?


Zuletzt geändert von Stadtflucht am 10.03.2018, 15:23, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 10.03.2018, 15:19 
Offline
Mitglied

Registriert: 25.09.2013, 14:48
Beiträge: 716
Wohnort: Lüneburger Heide
25örefan hat geschrieben:
KfZ- Versicherer (mit Ausnahmen) übernehmen keine Teilkasko- Kosten bei einem Unfall mit einem Wolf.
Versichert sind i.d.R. nur Schäden von Jagdwild, der Wolf unterliegt im Gegensatz zum Seehund :mrgreen: aber nicht der Jagd.


Soll das jetzt ein Argument sein, um Wölfe zu schießen? Jeder versichert in Eigenverantwortung das Risiko, das er für versicherungswürdig hält. Das gilt auch für die Kfz-Teilkasko.

Karl Walter, seines Zeichens Experte für Kfz-Versicherungen beim "R+V-Infocenter" empfiehlt für Regionen mit Wölfen, Nandus oder Waschbären beispielsweise:

Zitat:
Damit die Versicherung auch bei Kollisionen mit diesen Tieren oder streundenden Hunden einspringt, ist ein erweiterter Teilkaskoschutz notwendig, beispielsweise auf "Tiere aller Art".

R+V Experte Karl Walter, R+V-Pressecenter, 15.11.2017 https://www.ruv.de/presse/ruv-infocente ... ldunfaelle


Warum also Wölfe töten wollen, wenn man stattdessen genauso gut seine Versicherungsunterlagen überprüfen und anpassen kann?

Im Übrigen glauben wir, dass die Wolfsgegner und Wolfsjagdbefürworter die Effekte einer Bejagung nicht nur unterschätzen, sondern geradezu fehleinschätzen.

Auch in den Gebieten, in denen Wölfe bejagt werden, gibt es weiterhin Nutztierrisse, von Wölfen getötete oder verletzte Jagdhunde und immer wieder auch Begegnungen mit Menschen. Siehe Schweden. Die Jagd auf Wölfe ändert daran gar nichts.

Viele kennen das Video des Jagdhundes "Klara", der in einem durch Bejagung eigentlich für wolfsfrei erklärtem Gebiet auf einen Wolf trifft, diesen stellt und dabei verletzt wird.

Der Besitzer sagte gegenüber nwt.se:

Zitat:
Man blir ganska frustrerad. I Gårdsjöreviret jagades varg i vintras, det skulle ha varit tömt, säger Tommy Berglund.

https://nwt.se/sunne/2015/10/15/jamthun ... vde-brutal


Das Gårdsjörevier hatte den Winter zuvor durch die Wolfsjagd von Wölfen geräumt sein sollen. Trotzdem traf Klara auf der Jagd auf zwei Wölfe, was der Raubtierbeauftragte wie folgt begründet:

Zitat:
Vargarna vandrar och återtar revir hela tiden. Det är svårt att tömma ett revir, säger Urban Mossberg, rovdjurshandläggare på Länsstyrelsen i Värmland.

https://nwt.se/sunne/2015/10/15/jamthun ... vde-brutal


Die Reviere können jederzeit neu besetzt werden. Es sei schwer, ein Gebiet wolfsfrei zu halten.

Also in welcher falschen Sicherheit will man die Menschen wiegen, wenn man die Wolfsjagd als irgendeine taugliche Form der Problemlösung propagiert?

Die vielen zweijährigen Kinder, die angeblich zuvor immer ganz alleine in den Wäldern unterwegs waren, sind auch in Gebieten mit Wolfsjagd folglich nicht davor gefeit, dennoch einem Wolf zu begegnen.

Zudem kann die Wolfsbejagung die Zahl der Nutztierrisse sogar erhöhen, wie a) wissenschaftlich in verschiedenen Studien nachgewiesen wurde und b) im Landkreis Cuxhaven auch praktisch beobachtet werden konnte.

VET-MAGAZIN: Wolfsabschüsse schützen keine Nutztiere https://vet-magazin.de/wissenschaft/wil ... tiere.html

Dass Wolfsbejagung eine "billigere" Alternative zum Herdenschutz wäre, entspricht ebenso dem Werfen von Sand in die Augen jener, die man davon überzeugen möchte.

In den Gebieten der Sami, nach deren Vorbild man beispielsweise Teile Niedersachsens zu bejagen gedenkt (Deiche, touristische Heidegebiete), verschlingt das Modell Unsummen:

Zitat:
Im Jahr 2016 bezahlte das Sameting folgenden Ausgleich für große Beutegreifer:

Für das Vorkommen, also die bloße Anwesenheit 5.312.000.- Euro.

Für Massentötungen von Rentieren durch Beutegreifer 77.800.- Euro.

Für vorbeugende Maßnahmen 72.300.- Euro.

Für das Monitoring der Beutegreifer (Wolf, Luchs, Braunbär, Vielfraß und Steinadler) 310.400.- Euro.

Total 5.772.500.- Euro.

Zweifelhafte Schützenhilfe aus Schweden http://woelfeindeutschland.de/zweifelha ... -schweden/



Die Wolfsbejagung nützt am Ende also nur den wenigen Menschen, die Freude am Schießen auf lebende Zielscheiben haben und ihre Trophäensammlung an der Wohnzimmerwand um einen Wolf erweitern möchten.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 10.03.2018, 16:11 
Offline
Mitglied
Benutzeravatar

Registriert: 11.08.2014, 17:00
Beiträge: 1811
Wohnort: Midtjylland/Ammerland
Die jungen Mitteleuropäer hat geschrieben:
Zudem kann die Wolfsbejagung die Zahl der Nutztierrisse sogar erhöhen, wie a) wissenschaftlich in verschiedenen Studien nachgewiesen wurde und b) im Landkreis Cuxhaven auch praktisch beobachtet werden konnte.

In Gegenden mit sehr starken Wildschweinpopulationen hat es sich bei bzw. nach intensivster Bejagung gezeigt, dass sich die Tiere in einer noch nicht gekannten Form so sehr vermehrten, dass die Bejagung quasi ad absurdum geführt wurde.

http://www.brennglas.com/artikel/mehr-j ... hweine.php

_________________
Stell dir vor die Liebe deines Lebens geht an dir vorbei
und du schaust auf dein Smartphone.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 10.03.2018, 16:14 
Offline
Mitglied
Benutzeravatar

Registriert: 11.08.2014, 17:00
Beiträge: 1811
Wohnort: Midtjylland/Ammerland
In Deutschland werden Schafe jedes Jahr zu hunderten von Weiden und Nordseedeichen gestohlen oder direkt auf der Weide geschlachtet bzw. geschächtet.
Seltsam finde ich, dass über derartige Viehdiebstähle in der Presse nur selten oder nur am Rande erwähnt wird. Oftmals sind entsprechende Meldungen auch nur in der örtlichen „Dorfpresse“ zu lesen.
Warum ist das so? Kann es sein, dass der Presse und anderen Medien diese Thematik einfach zu heiß ist? Wer über Viehdiebstähle berichtet (es werden auch Rinder gestohlen) kommt nicht umhin, auch die mutmaßlichen Täter zu benennen oder auch nur zu spekulieren. Dies aber passt nun gerade überhaupt nicht in unsere scheinheilige Welt, die nur noch nach Political Correctness schreit.

Eine nahe Angehörige arbeitet als freie Mitarbeiterin bei meiner früheren Heimatzeitung. Ihre Aussage zu diesem Thema: "Nicht nur Viehdiebstähle sind bei uns Tabu. Da gibt’s auch noch andere Themen, an denen sich niemand die Finger verbrennen will."

Aber dafür haben wir ja heute den Wolf. Der holt sich zwar lange nicht so viel Vieh von der Weite als der menschliche Viehdieb. Dafür hat der aber nicht deren Lobby.
Ich möchte ausdrücklich betonen, dass mir nicht daran gelegen ist, hier eine bestimmte Nationalität oder Angehörige einer bestimmten Religion an den Pranger zu stellen wenn ich hier jetzt einige Links benenne, in denen im Zusammenhang mit Viehdiebstählen auch über (mutmaßliche) Täter berichtet wird.
Hätte ich entsprechende Aussagen evtl. schwärzen sollen?
Mich kotzt es einfach an, wenn von jedem von einem Wolf gerissene Schaf von hundert Medien reißerisch berichtet und dabei das ausgeweidete Tier in Großaufnahme abgelichtet wird.
Für auf der Weide von Menschen geschächteten Schafen oder Lämmer interessiert sich da niemand.

http://www.wz.de/lokales/rhein-kreis-ne ... -1.2192644
https://www.shz.de/lokales/husumer-nach ... 46877.html
http://www.pi-news.net/2014/04/schaf-au ... -gerettet/
https://www.dewezet.de/region/hameln_ar ... 66756.html
http://jena.otz.de/web/lokal/leben/blau ... 1598699091

_________________
Stell dir vor die Liebe deines Lebens geht an dir vorbei
und du schaust auf dein Smartphone.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 10.03.2018, 16:26 
Offline
Mitglied

Registriert: 25.09.2013, 14:48
Beiträge: 716
Wohnort: Lüneburger Heide
Stadtflucht hat geschrieben:
@all: Sind die dänischen Politiker eigentlich auch mit solch abenteuerlichen bis absurden Aussagen unterwegs? Oder wie begründen sie Ablehnung?


Warum begründen? Hier mal ein launiges Interview von DANMARKS RADIO mit dem umwelt- und argarpolitischem Sprecher von Venstre (entspricht in DK nicht der Linken, sondern der Mitte-rechts-Liberalen), Erling Bonnesen.

Zitat:
Når en ny ulverapport i dag kan dokumentere, at mindst otte ulve er indvandret til Danmark, så mener Venstres miljø- og fødevareordfører, at det sætter streg under et behov for, at vi må begynde at regulere ulven.
[...]
[Erling Bonnesen]: Vi skal have den over på et bilag, sådan at landene kan regulere den, så det passer til de enkelte landes forhold. Danmark er et forholdsvis lille land, så vi skal have få ulve.

[DR]: Det lyder næsten som om, at du synes, at en god ulv er en død ulv?

[Erling Bonnesen]: - Jeg vil sige det på den måde, at holdningen er, at ulvebestanden i Danmark skal reguleres til at være et meget lille antal. Og det er så tæt på nul som muligt.

[DR]: Hvor mange skal det så være?

[Erling Bonnesen]: - Jeg siger så tæt på nul som muligt.

[DR]: Er det to?

[Erling Bonnesen]: - Jeg siger så tæt på nul som muligt.

https://www.dr.dk/nyheder/regionale/mid ... gt-mener-v


Wir übersetzen es mal frei:

Zitat:
Mit der im aktuellen Wolfsbericht dokumentierten Zahl der Zuwanderung von mindestens 8 Wölfen nach Dänemark sei laut des umwelt- und agrarpolitischen Sprechers der Partei Venstre die Linie erreicht, bei der man mit der Regulierung von Wölfen beginnen müsse.

Erling Bonnesen: "Das muss über einen Anhang geschehen, der es den einzelnen Ländern ermöglicht, den Wolfsbestand regulierend den länderspezifischen Verhältnissen anzupassen. Dänemark ist ein verhältnismäßig kleines Land, in dem entsprechend wenig Wölfe vorkommen sollen."

DR: "Das klingt ja gerade so, als sei in Ihren Augen nur ein toter Wolf ein guter Wolf?"

Erling Bonnesen: "Ich sag' es mal so: Meiner Meinung nach soll der Wolfsbestand in Dänemark auf eine sehr niedrige Zahl reduziert werden. Und die liegt so dicht bei Null wie möglich."

DR: "Wieviele meinen Sie konkret?"

Erling Bonnesen: "Ich sagte so dicht bei Null wie möglich."

DR: "Meinen Sie zwei?"

Erling Bonnesen: "Ich sagte so dicht bei Null wie möglich."

https://www.dr.dk/nyheder/regionale/mid ... gt-mener-v



Eine Begründung hat er ja aber doch genannt: Er möchte mit der Regulierung der Wilderei vorbeugen, angesichts seiner geforderten Regulierung gegen Null ihr allerdings wohl eher zuvorkommen:

Zitat:
Man kan frygte, at hvis man ikke får nogle autoriserede regler, vil man jo gribe til selvtægt - det kan vi se andre steder. Og så er det jo bedre, at vi får fastsat nogle ordentlige regler, så vi kan regulere og holde bestanden meget langt nede her i Danmark, siger Erling Bonnesen.

https://www.dr.dk/nyheder/regionale/mid ... gt-mener-v


Es stünde zu befürchten, dass die Menschen, wie andernorts zu beobachten, zur Selbstverteidung griffen, wenn man keine vernünftigen Gesetze schaffe, um den Wolfsbestand in Dänemark drastisch abzusenken.

Man darf gespannt sein, wie die EU die "Nahe-Null-Wolfspolitik" der dänischen Minderheitsregierung bewertet.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 10.03.2018, 18:17 
Offline
Mitglied

Registriert: 23.07.2015, 06:39
Beiträge: 286
Es wird sich bald das Thema auf die Ausbreitung der,,Afrikanischen Scheinepest" verlagern und der Abschuss jeglichen Schwarzwildes verlangt da diese Tiere als Hauptverbreiter der Seuche gelten.Da der Erreger für den Menschen nicht gefährlich sein soll kann man das Wild/Schweinefleisch ja wenigstens noch verarbeiten oder notfalls als Futter für Zoowölfe verwenden? ,,Afrikanische! Schweinepest"? Diese fragwürdige Bezeichnung könnte fast einem AfDler entfleucht sein! Diese Bezeichnung scheint im neuzeitlichen Umgangston leichter von der Zunge zu gehen als,,Osteuropäische Schweinepest" welche den Ursprung und den Weg der Verbreitung wesentlich genauer beschreiben würde.Warten wir mal ab wann es die ersten Hochrechnungen von Schäden bez. Zwangskeulungen und weiteren vorsorglichen Massennotschlachtungen gibt ,wer diese Hochrechnungen herausgibt & welcher Politiker wo zuerst den Mund zu diesem Thema öffnet.Das war jetzt hochgradig OT aber doch beobachtungswürdig!


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 11.03.2018, 12:45 
Offline
Mitglied

Registriert: 15.04.2013, 22:22
Beiträge: 213
Wohnort: Zürich
Hellfried hat geschrieben:

Das Abschießen bzw Ausrotten der Wölfe, wie es zahlreiche Wolfsgegner fordern, sehe ich aber auch
äußerst kritisch.

Die Artenvielfalt hat in den letzten 20 Jahren auf unserem Planeten schon genug abgenommen, da muss eine früher alteingesessen Tierart, die sich nun erneut hier ansiedelt, auch nicht gleich wieder ausgerottet werden.



Da waren Euere Vorfahren froh, dass sie den Räuber endlich den garaus gemacht haben und heute nun kommen die Wolfsromantiker daher und wollen ihn wieder einbürgern.

Angesichts dieses Verhaltens kommt mir ein Ausspruch von Albert Einstein in den Sinn: "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."

Die Landwirte, die durch die Wolfsromantiker ihre Existenz aufgeben müssen, tun mir aufrichtig leid!


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 11.03.2018, 13:53 
Offline
Mitglied

Registriert: 25.09.2013, 14:48
Beiträge: 716
Wohnort: Lüneburger Heide
Ach Sandwurm, wieviele Betriebe haben denn konkret "wegen der Wolfsromantiker" ihre Existenz aufgeben müssen?

Extra für Dich noch einmal:

In Deutschland hat sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 1971 (1.017.697 Betriebe) bis 2001 (448.936 Betriebe) mehr als halbiert.

In Dänemark hat sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 1950 (200.000 Betriebe) bis 2015 (40.000 Betriebe) auf ein Fünftel reduziert.

Wie erklärst Du dieses massenhafte Höfesterben, wo es weit und breit noch keine Wölfe und keine "Wolfsromantiker" gab? Klär uns doch mal bitte auf. :wink:

Tipp: Weder die landwirtschaftlichen Flächen noch die Gesamtzahl der Tierbestände hat sich nennenswert verändert - die Kleinen mussten zu Gunsten der großen Betriebe aufgeben. "Wachsen oder weichen" nennt man das Phänomen.

In Dänemark besaßen bereits 2003 16% der Betriebe mehr als die Hälfte (52%) der gesamten landwirtschaftlichen Fläche.

Dem Wolf dafür irgendeine Schuld zu geben, ist eine so alberne wie offensichtliche Suche nach einem Sündenbock. Und dann noch Albert Einstein für so ein törichte Begründung zu missbrauchen, dürfte ihn dazu veranlassen, sich im Grabe mehrfach umzudrehen.

Letztlich bleibt die Frage, welche Lösungen den schafhaltenden Betrieben am Ende tatsächlich helfen würden.
Neben den finanziellen Hilfen für Prävention (Herdenschutz) und Schadensausgleich für gerissene Tiere hielte beispielsweise der Vorsitzende des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg eine Weideprämie für sinnvoll. Also die Prämie, die die Landwirtschaftsministerin von der CDU in Niedersachsen gerade gestrichen hat und stattdessen auf eine "Reduktion" der Wölfe setzt.

Blöd nur, dass eine Wolfsjagd zwar attraktiv für die Jäger sein mag, aber den Weidetierhaltern wenig hilft - im Gegenteil:

Wolfsabschüsse schützen keine Nutztiere: https://vet-magazin.de/wissenschaft/wil ... tiere.html

Der Vorsitzende des Schafzuchtverbandes in Berlin-Brandenburg, Knut Kucznik, erklärt, warum das so ist:

Zitat:
Allerdings wenn ein Rudel in der Nähe einer Schäferei gelernt hat, dass die Zäune Strom führen und in den Schafen Hunde sind, die ihre Schafe beschützen, dann führt das wohl dazu, dass die Wölfe diese Schafe nicht mehr angreifen.
Und wenn jetzt ein irrer Jäger gerade die Leitfähe aus diesem Rudel abschießt, weil praktisch 51 Tiere zu viel sind und 50 dürfen nur sein, dann gerät das ganze Rudel durcheinander und die fangen wieder neu an auszutesten, ob meine Schafe dann doch vielleicht Wild wären, was sie fressen könnten.


Kurt Kucznik im Deutschlandfunk: Wir machen unverzichtbare Arbeit für die Gesellschaft
http://www.deutschlandfunk.de/schaefer- ... _id=412603


Übrigens: Als die Wölfe in Deutschland ausgerottet wurden, gab es noch keine Elektrozäune, mit denen man die Weidetiere effektiv schützen konnte. Schon mal darüber nachgedacht? :idea:


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 11.03.2018, 14:33 
Offline
Mitglied

Registriert: 25.09.2013, 14:48
Beiträge: 716
Wohnort: Lüneburger Heide
Für alle Interessierten, die einen Film über "unsere" Wölfe in der Lüneburger Heide sehen mögen, hier ein TV-Tipp von uns:

Abenteuer Erde: Familie Wolf - Gefährliche Nachbarn? WDR, Dienstag, 13.03.2018 um 20:15 Uhr

https://www.wdr.de/programmvorschau/wdr ... barn-.html

Im Anschluss folgt noch eine Dokumentation in der Reihe Quarks mit dem Wissenschaftsjournalisten Rangar Yogeshwar:

Hilfe! Die Wölfe kommen – müssen wir uns fürchten?, WDR, Dienstag, 13.03.2018 um 21:00 Uhr

https://www1.wdr.de/fernsehen/quarks/qu ... u-102.html

Die Dänen können den WDR ja zumeist auch empfangen.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 11.03.2018, 19:09 
Offline
Mitglied

Registriert: 07.07.2007, 08:09
Beiträge: 2165
Sandwurm hat geschrieben:

Da waren Euere Vorfahren froh, dass sie den Räuber endlich den garaus gemacht haben und heute nun kommen die Wolfsromantiker daher und wollen ihn wieder einbürgern.

Angesichts dieses Verhaltens kommt mir ein Ausspruch von Albert Einstein in den Sinn: "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."

Die Landwirte, die durch die Wolfsromantiker ihre Existenz aufgeben müssen, tun mir aufrichtig leid!


Dumm sind höchstens die Leute, die alles und jedes ausrotten wollen was dem Menschen mal ein bischen unangenehm wird und ihm eventuell mal paar Nutztiere wegfrisst!

Die meisten Landwirte, die in den letzten 40 Jahren ihre Existenz aufgeben mussten, haben dies übrigens nicht wegen dem Wolf getan sondern auf Grund der mörderischen Konkurrenz durch die Großbetriebe, der sie nicht gewachsen waren.

_________________
Viele Grüße
Hellfried - Forum-Sponsor


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 12.03.2018, 12:01 
Offline
Mitglied

Registriert: 17.12.2006, 18:07
Beiträge: 2309
Wohnort: Vestjylland
Hej Hellfried,
wenn du wieder nach Aalbæk kommst, hast du vielleicht das Glück, einen zu sehen.
8) :wink: https://nordjyske.dk/nyheder/lotte-saa- ... 5e35a3c42f
Es freut mich, dass du nicht zu der Fraktion gehörst, die die Wölfe so schnell wie möglich wieder weghaben wollen und ich hoffe, deine Gesundheit lässt es zu, dass du bald wieder hochfahren kannst.

LG Tina


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 12.03.2018, 12:10 
Offline
Neues Mitglied

Registriert: 12.03.2018, 12:03
Beiträge: 1
Jeder Hund stammt vom Wolf ab und sollte daher gut erzogen werden. So können mögliche Gefahren minimiert werden und kein Hund braucht getötet zu werden!!! Informieren kann man sich z.B. hier: http://www.online-hundeschule-erfahrungen.de/


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 12.03.2018, 12:25 
Offline
Mitglied

Registriert: 23.07.2015, 06:39
Beiträge: 286
Schöne Bilder vom Wolf & schöne Worte vom Mann der Beobachterin! Hoffen wir das seine Worte als Vorsitzender der Jagdvereinigung auch so gemeint sind und von allen Mitgliedern auch so! verstanden werden.Sollte ich hier am Blavands Huk einen Wolf sehen werde ich mich darüber freuen aber nicht damit an die Öffentlichkeit gehen und damit schlafende ,,Jagdhunde" wecken!


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 12.03.2018, 18:52 
Offline
Mitglied

Registriert: 02.01.2018, 07:15
Beiträge: 142
Wohnort: Im Sommerloch bei Kiel
Zitat:
Dumm sind höchstens die Leute, die alles und jedes ausrotten wollen was dem Menschen mal ein bischen unangenehm wird und ihm eventuell mal paar Nutztiere wegfrisst


http://www.3sat.de/page/?source=/nano/umwelt/183465/index.html

Auch die Giftmorde an Greifvögeln hier im Norden nimmt kein Ende.
Dieser Link ist älter - aber nicht unaktuell.

Zitat:
Sollte ich hier am Blavands Huk einen Wolf sehen werde ich mich darüber freuen aber nicht damit an die Öffentlichkeit gehen und damit schlafende ,,Jagdhunde" wecken!


:!: :idea:

Wir sind statt Strandläufer 100% Wald- und Plantagenläufer in Dänemark. Mit Dackel!

Ich habe Respekt aber keine Vorurteile gegenüber dem Wolf.

Und Ratten wie auch Marder, Füchse etc., die sich sogar Edel - Federvieh meines Nachbarn erköpft haben.... was ist mit denen? Wer haftet dafür?
Ich denke, dass rund um den Wolf Vorurteile kursieren.

Jagdhund Klara tut mir leid...unglücksame Begegnung.
Aber mehr als Wölfe sind uns bisher unfolgsame und unsoziale unangeleinte Hunde in Wäldern begegnet. :|


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 12.03.2018, 19:23 
Offline
Mitglied

Registriert: 23.07.2015, 06:39
Beiträge: 286
@ Polly! Mit ,,schlafenden Jagdhunden" waren die Jäger gemeint die Rifel & Schaufel! zur Jagd ausrücken sobald von Wolfssichtungen berichtet wird! :mrgreen:


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 830 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1 ... 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33 ... 56  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de