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BeitragVerfasst: 27.04.2018, 12:51 
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Stadtflucht hat geschrieben:
Der Waschbär ist eben in mehrfacher Hinsicht unerwünscht, da er neben der mutmaßlichen ökologisch negativen Rolle auch dem Menschen sehr lästig werden kann. Der Wolf ist ökologisch nützlich (neben gesünderen Beutetierpopulationen dezimiert er Kleinräuber zum Nutzen von Vögeln und Kleinsäugern und er verhindert Überpopulationen von Rotwild zum Nutzen junger Bäume). Aber andererseits ist auch er einzelnen Interessengruppen lästig. Da muss man abwägen.

Zweierlei Maß.
Dass Waschbären dem Menschen lästig werden, dürfte eigentlich gegenüber dem Wolf, der dem Mensch ebenso lästig werden kann (und auch in Bezug auf seine Nutztiere auch wird kein Argument sein, dass der Waschbär im Bestand reguliert und der Wolf nicht. Eher umgekehrt. Wenn der Waschbär (das Wildschwein etc.), dann darf auch der Wolf einer Regulierung unterliegen.
Der ökologisch so bedeutende Nutzen wird immer wieder gern betont, wenn es um seinen strengen Schutz geht. Ob dem Wolf (wie auch anderen Prädtoren) diese Bedeutung dergestalt überhaupt zukommt, ist allerdings zumindest in Frage zu stellen (und das umso mehr, wenn man bedenkt, dass das Fehlen des Wolfes in DK, D und auch anderen Ländern nicht zu einschneidenden Beeinträchtigungen in unsere Kulturlandschaft geführt hat).
Eine Übersetzung eines Artikels aus dem englischsprachigen Wissenschaftsmagazin Nature erschienen auf spektrum.de titelt daher:
Zitat:
„Das Märchen vom Wolf
Eigentlich sollten die großen Raubtiere vom Löwen bis zum Wolf die Ökosysteme, in denen sie leben, stark formen. Aber die Natur hält sich nicht immer an die Spielregeln. Raubtiere sind wohl doch nicht wichtigstes Glied der Nahrungskette“

Die Ausführungen unter den Stichworten „Bottom-up- Theorie“, „Top-down-Theorien“ und „Middle-out-Ansatz“ in dem Artikel zu der Frage in wie weit große Prädatoren überhaupt die Rolle spielen von der vielfach ausgegangen wird, sind sehr interessant zu lesen.
Hier der Link:
[url]https://www.spektrum.de/news/raubtiere-sind-wohl-doch-nicht-wichtigstes-glied-der-nahrungskette/1281663
[/url]
Doe Ergebnisse neuerer Untersuchungen, die an der zentrale n ökologischen Bedeutung großer Prädatoren zweifeln lassen, werden möglicherweise nicht so gern gehört werden:
Zitat:
Es bleibt abzuwarten, ob auch Theorien wie dieser so genannte Middle-out-Ansatz die Wissenschaftler und die Öffentlichkeit so faszinieren können wie die Top-down-Kaskaden. ...
Die Geschichten von Raubtieren, die ihre Ökosysteme regulieren, sind so attraktiv, dass sie die Kontroverse beherrschen, so die Sorge. "Jedem gefällt die Vorstellung eines großen Wolfs oder großen Bären, der sich um die Umwelt kümmert", sagt Allen. "Wir lieben eben gute Geschichten."



Stadtflucht hat geschrieben:
Kürzlich traf ich einen Norweger, der mir erklärte, dass die Weidetierhaltung bei ihnen aus traditionellen Gründen weitgehend auf Zäune verzichtet. Verluste durch Wölfe, Bären und Hunde etc sind dort relativ häufig und werden durchaus beklagt aber auch als Teil der Natur akzeptiert. Ob einzelne Raubtiere auch gezielt getötet werden, habe ich leider nicht gefragt. Aber vorstellen kann ich mir das schon, dass dies zumindest bei wiederholten Konflikten erfolgt. Dagegen hätte ich wie gesagt auch in Deutschland und dem Rest der EU nichts.

Norwegen und Schweden erlaubt auch weiterhin zwecks Regulierung und Anschreckung die Lizenzjagd auf Wölfe.
Zitat:
Norwegens Regierungschefin Erna Solberg spricht Klartext zum Thema Wolfsjagd: Mehr als ein halbes Dutzend Reviere, findet die Staatsministerin, sind zum Erhalt der Art nicht nötig. In den übrigen Landesteilen haben die Interessen der Nutztierhalter Vorrang – auch die Rentierwirtschaft.

Der Erklärung der Ministerpräsidentin ging ein heftiger Rechtsstreit voraus: Zuletzt war der Naturschutzverband WWF bei Norwegens höchsten Richtern mit der Forderung abgeblitzt, die Lizenzjagd völlig einzustellen (wir berichteten). Interessant: Der WWF berief sich dabei ausdrücklich auf die Berner Konvention, der auch Norwegen beigetreten ist.
Aber wie die Obergerichte in Schweden ließen die Richter das Argument nicht gelten, dass die Wolfspopulation in ihrem Bestand bedroht sei.

Norwegens Parlamentsmehrheit geht in der Abgrenzung von Wolfsgebieten und Zonen, aus denen die Raubtiere ferngehalten werden sollen, deutlich weiter als die skandinavischen EU-Länder Schweden und Finnland. Mit aktuell 42 genehmigten Abschüssen erfasst die Lizenzjagd-Quote rund die Hälfte des nachgewiesenen Wolfsbestands im Königreich.

Mehr als vier bis sechs Reviere in einer sogenannten „Wolfszone“ soll es in Norwegen nicht geben, erklärte die Regierungschefin. Außerhalb dieser Zone hätten die Interessen der Landbevölkerung Vorrang. Auch die der Schafhalter, deren Herden – wie die Rentiere – sich traditionell frei und uneingezäunt bewegen.
...
In Schweden, wo die Behörden bei ungleich höherem Bestand als in Norwegen 22 Lizenzjagd-Abschüsse zugeteilt haben, fielen in der ersten Jagdwoche [2018] zehn Wölfe, darunter zwei Tiere mit schwerem Räude-Befall. Norwegen beruft sich bei seiner Wolfspolitik auch darauf, dass es sich um eine gemeinsame schwedisch-norwegische Population handelt, deren Überlebensfähigkeit grenzüberschreitend beurteilt werden müsse. Regelmäßig gehen Tiere aus dieser „Wolfszone“ auf weite Wanderschaft – zuletzt bis in den Großraum Stockholm.
http://www.outfox-world.de/blog/norwegen-beharrt-auf-wolfsjagd.html

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BeitragVerfasst: 27.04.2018, 13:03 
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Ich persönlich finde die Stellung von Norwegen wegen den Wölfen überhaupt nicht gut!
Es gibt immerhin nicht mehr so viele Wölfe, auch wenn sie sich im Moment wohl "anscheinend" wieder vermehren
sollte man doch gerade jetzt anfangen sie nicht mehr abzuschießen.

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Man sollte keine gute Diskussion auslassen! Außer man kann nicht "gewinnen"


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BeitragVerfasst: 29.04.2018, 13:25 
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Schweden und Norwegen sind wirklich alles andere als gute Beispiele für ein gelungenes Wolfsmanagement.

Zitat:
Norwegen addiert einfach einen Teil der schwedischen Wölfe zu den eigenen - ohne die Grenzgänger wäre die eigene Population viel zu klein, um Tötungen zu erwägen, schon gar nicht in dem Ausmaß, wie die Norweger sie in dieser Saison gestatteten: Sie genehmigten ihrer Jägerschaft den Abschuss von rund drei Vierteln der rein norwegischen Population.

Quelle: Spiegel Print-Ausgabe 10/2018, Julia Koch: Gefährliche Märchen, Seite 105


Und zu Schweden kann man im Blog des Wolfsexperten und Jägers Ulrich Wotschikowsky nachlesen:

Zitat:
Das Land hat nicht nur völlig andere Probleme mit den Wölfen, sondern verstößt auch klar gegen die FFH-Richtlinie der EU, indem es jedes Jahr zwei bis drei Dutzend Wölfe schießen lässt. [...] Für 2018 beträgt die Zahl der erlaubten Abschüsse 22 Wölfe in fünf Provinzen. Den mehr als 300.000 Jägern in Schweden ist das aber jetzt schon zu wenig.

Wolfsite, Ulrich Wotschikowsky, 23.11.2017: Zweifelhafte Schützenhilfe aus Schweden


Wie die wissenschaftlichen Studien aus verschiedenen Teilen der Erde belegt haben, kann die Bejagung der Wölfe keine Nutztierrisse verhindern - auch nicht in Schweden. Sie ist lediglich ein Geschenk an die Jagdlobby, die offenbar großes Vergnügen am Hobby-Schießen auf Wölfe empfindet.

Die Akzeptanz für den Wolf wurde durch die Bejagung nicht erhöht, wie ein Insider in dem Blog zitiert wird.

Zitat:
Diese Zahlen sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wilderei in Schweden ein großes Problem darstellt. Besonders im Winter, wenn mit Schneemobilen jeder Winkel des Landes erreicht werden kann, nimmt die illegale Jagd zu.

Wolfsite, Ulrich Wotschikowsky, 23.11.2017: Zweifelhafte Schützenhilfe aus Schweden


Dort kann man auch Berechnungen nachlesen, welch hohe Summen an die Samen als Ausgleich für das Vorkommen der Beutegreifer gezahlt wird. Über die Höhe der Entschädigungszahlungen entscheidet demnach nicht einmal der schwedische Staat, sondern die Samenregierung selbst.

Zitat:
Es gibt erhebliche Zweifel an den Angaben der durch Wölfe getöteten Rentiere, auch am Vorkommen von Wölfen oder an den Angaben zur Reproduktion. Diese Angaben sind jedoch unmöglich zu kontrollieren und häufig nicht deckungsgleich mit den Monitoringdaten des Staates. [...]

Die Einnahmen der Samen durch das Entschädigungssystem für Beutegreifer sind mittlerweile ein wichtiger fester Bestandteil ihres Einkommens geworden. Die Tiere werden instrumentalisiert.

Wolfsite, Ulrich Wotschikowsky, 23.11.2017: Zweifelhafte Schützenhilfe aus Schweden


Für den schwedischen Steuerzahler ist das von vielen Jagdmedien gepriesene Erfolgsmodell des dortigen Wolfsmanagements jedenfalls nicht gerade ein Schnäppchen.

Manchem hiesigem Jäger scheint das egal zu sein - Hauptsache schießen.


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BeitragVerfasst: 29.04.2018, 13:32 
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Die jungen Mitteleuropäer hat geschrieben:

Manchem hiesigem Jäger scheint das egal zu sein - Hauptsache schießen.

Stimmt. Natürlich gilt das nicht für alle Jäger. Deshalb ist das "Manchem" schon richtig. Allerdings ist die Zahl der Jäger, die man eher mit einer Wehrsportgruppe vergleichen könnte recht groß.

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BeitragVerfasst: 29.04.2018, 14:46 
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DjM:
Zitat:
Wie die wissenschaftlichen Studien aus verschiedenen Teilen der Erde belegt haben, kann die Bejagung der Wölfe keine Nutztierrisse verhindern - auch nicht in Schweden. Sie ist lediglich ein Geschenk an die Jagdlobby, die offenbar großes Vergnügen am Hobby-Schießen auf Wölfe empfindet.

Die Kritik an den o.g. Studien ist hier von mir bereits gepostet worden.
Und zudem:
Weniger Wölfe ==> weniger Nutztierisse.
Und was die Jäger anbelangt, wird mit zweierlei Maß gemessen.
Beim Wolf kritisiert, wird Ihnen zwecks Dezimierung zur Bestandsregulierung von Waschbär und Wildschwein das „Vergnügen“ gern gegönnt. :shock:

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BeitragVerfasst: 29.04.2018, 15:08 
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25örefan hat geschrieben:
Und was die Jäger anbelangt, wird mit zweierlei Maß gemessen.
Beim Wolf kritisiert, wird Ihnen zwecks Dezimierung zur Bestandsregulierung von Waschbär und Wildschwein das „Vergnügen“ gern gegönnt. :shock:

Wen meinst du mit "wird ihnen"? Hoffentlich nicht mich und eine große Zahl von Gleichgesinnten. :wink:

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BeitragVerfasst: 29.04.2018, 16:07 
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Zumal ich mal vorsichtig behaupten möchte, dass man die Population der Wölfe nicht mit der von Waschbären oder Wildschweinen vergleichen kann. :roll:

Und ich für mich möchte mich vom Wort gönnen distanzieren.
Ich gönne ausdrücklich keinem Jäger das Vergnügen (völlig gleich, um welches Tier es geht). Weil das Töten in meinen Augen kein Vergnügen sein darf und weil es inzwischen oft nur um Status und Profit geht, nicht mehr um Regulierung des Wildbestandes.


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BeitragVerfasst: 30.04.2018, 00:01 
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DR hat jetzt das Video veröffentlicht, wo man sieht, wie der Wolf erschossen wurde.
In dem Artikel beschreiben die beiden Naturfotografen das Erlebnis.
https://www.dr.dk/nyheder/indland/oejenvidne-til-ulvedrab-jeg-kan-stadig-se-mig-hvordan-ulven-flyver-hen-ad-marken

Die beiden haben seit dem frühen morgen dort gefilmt und schildern den ganzen Verlauf, mit mehreren Videos hier: https://www.dr.dk/nyheder/indland/ulvedrabet-det-skete-der-i-timerne-foer-og-efter-nedskydningen

Gerüchteweise handelt es sich bei dem Mann im Traktor um einen Folketingskandidaten, der schon mehrmals als Wolfsgegner in den Medien war und bei dem Schützen um seinen Vater, den er angerufen hatte. Es gibt auch ein Video vom Traktorfahrer, wie er den Wolf mitdem Traktor über den Acker jagt.


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BeitragVerfasst: 30.04.2018, 15:57 
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Danke, dina, für die Links.

Ich gehe mal davon aus, dass der Tatverdächtige ein Legalwaffenbesitzer ist, denn von Ermittlungen wegen unerlaubtem Waffenbesitzes ist ja nicht die Rede. Auch bei uns in Niedersachsen wurde Anfang April ein Wolf illegal erschossen.

Zitat:
In dem Kadaver des toten Rüden ist demnach ein Teilmantelgeschoss gefunden worden - typische Jagdmunition heißt es vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Naturschutz (NLWKN). Die Polizei in Lüchow versucht nun den Täter zu ermitteln.

NDR, 12.04.2018: Wolf wurde mit typischer Jagdmunition erschossen https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... ng926.html

NDR, 06.04.2018: Wolf im Wendland erschossen https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... f3416.html


Seit 1990 war allein in Deutschland in 33 Fällen tot aufgefundener Wölfe eine illegale Tötung ursächlich - wobei die Dunkelziffer wesentlich höher sein dürfte, da das berühmte "Schießen, Schaufeln, Schweigen" oder auf dänisch "skyd, grav, ti" ja ganz ungeniert in den sozialen Medien propagiert wird.

Wenn aber ausgerechnet Menschen, die sich in durchaus beachtlicher Zahl weigern, unsere Gesetzgebung anzuerkennen und Selbstjsutiz für eine Art Grundrecht halten, legal Waffen besitzen dürfen und auch deren Verbände sich nicht immer deutlich und mit Ausdruck gegen solche Taten abgrenzen, ist es überfällig, dieses Treiben gesellschaftlich, politisch und juristisch trocken zu legen.

Wir überlassen den Kinder- und Jugendschutz politisch ja auch nicht den Pädophilen, weil diese sich für ausgewiesene Experten für dieses Thema halten. Auf diesem Feld, wo die Neigungen des einen die Rechte des anderen derart einschränken, ja gar zerstören, sind keine Kompromisse zu Ungunsten der Opfer denkbar.

Das Töten von Tieren ohne vernünftigen Grund ist zu Recht ein Straftatbestand nach dem Tierschutzgesetz, das auf jeden Normalbürger Anwendung findet, zum Schutz der Tiere. Der juristisch überhaupt nicht klar definierte Ausnahmegrund "im Namen der waidgerechten Ausübung der Jagd" schafft einen Freibrief für Tierleid und Tierqualen, für die sich jeder Normalbürger vor Gericht verantworten müsste.

Wenn dann auch noch so kaltschnäuzig zur Schau gestellt wird, dass man sich über die demokratische Gesetzgebung erhaben fühlt und nach eigenem Belieben z. B. Wölfe über den Haufen schießt, ist das Fass mehr als übergelaufen.

25örefan hat geschrieben:
Die Kritik an den o.g. Studien ist hier von mir bereits gepostet worden.


Die Kritik an einer Studie ist von Dir gepostet worden. Die anderen Studien betreffend, die zu dem gleichen Ergebnis kommen, hattest Du bislang keine Antwort. Siehe Seite 37, unser Kommentar vom 12.04.2018, 14:37 Uhr und 16:19 Uhr. Da haben wir es genau erklärt, mit Quellenangabe.

25örefan hat geschrieben:
Weniger Wölfe ==> weniger Nutztierisse.


Das ist Unfug. Die Zahl der Nutztierrisse korreliert mit Art und Qualität der Herdenschutzmaßnahmen, nicht mit der Zahl der Wölfe.
Beispiele aus Deutschland:

In den Landkreisen Diepholz und Vechta hat eine einzelne Wölfin (die sogenannte "Barnstorfer Fähe") 10 Mal so viele Nutztiere gerissen wie in Sachsen durchschnittlich ein ganzes Rudel. Die betroffenen Nutztiere waren zu 98% ungeschützt. Mit der flächendeckenden Ausweitung und Verbesserung der Herdenschutzmaßnahmen sind die Risszahlen dort deutlich zurückgegangen, obwohl "Goldie", wie die Wölfin auch genannt wird, mittlerweile ein ganzes Rudel gegründet hat.

Dass eine Bejagung die Zahl der Nutztierrisse nicht senkt, kannst Du in der niedersächsischen Rissstatstik für den Landkreis Cuxhaven nachlesen: Nachdem die Mutterfähe illegal erschossen und der Vaterrüde verschwunden wurde, ist die Zahl der Risse drastisch angestiegen - genau wie es in den wissenschaftlichen Studien beobachtet wurde. Waren zuvor pro Jahr 1 bis maximal 9 Übergriffe durch Wölfe registriert worden, waren es im Jahr nach dem Verlust der Elterntiere 36 Übergriffe (genaue Zahlen und Zeiträume siehe Seite 37, unser Kommentar vom 12.04.2018, 16:19 Uhr.

25örefan hat geschrieben:
Und was die Jäger anbelangt, wird mit zweierlei Maß gemessen.
Beim Wolf kritisiert, wird Ihnen zwecks Dezimierung zur Bestandsregulierung von Waschbär und Wildschwein das „Vergnügen“ gern gegönnt.


Wie Hinnerk schon angemerkt hat, definiere doch bitte mal, wer den Jägern das "Vergnügen" "gern gönnt", Waschbären und Wildschweine zu töten? Auch hier: Die Bejagung geschieht aus Tradition und zu Freizeitzwecken, aber nicht, weil sie nach modernen wildbiologischen Erkenntnissen geboten wäre. Der Widerspruch beginnt mit der "Hege" (u. a. dem Füttern) auch dieser Wildtiere, um sie zu "bewirtschaften" (Jägersprech) und endet mit der Unvereinbarkeit dieser Art der "Regulierung" mit den modernen wildbiologischen Erkenntnissen, nach denen beispielsweise eine verstärkte Wildschweinbejagung mit einer Erhöhung der Populationen einhergeht (Servanty-Studie) oder die generelle Waschbärenbejagung ohne Sinn und Verstand ist, da die angebliche Schadwirkung dieser Generalisten auf das Niederwild (wieder Jägersprech) wissenschaftlich überhaupt nicht haltbar und eine Dezimierung oder gar Ausrottung weder möglich noch beabsichtigt ist, womit wir wieder beim Tierschutzgesetz und dem Töten von Tieren ohne Grund wären.

Für Interessierte seien hier mal die Ausführungen des Leiters des Nationalparks Müritz empfohlen. Die umfangreichen Studien finden sich z. B. auf der Website http://www.projekt-waschbaer.de.

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ ... 65662.html

Aber nochmal zurück zu dem erschossenen Wolf: Vielleicht hilft es der eigenen Empathie ja auf die Sprünge, wenn man sich anstelle des Wolfes im Todeskampf mal den eigenen Hund vorstellt, der da gerade von einem Jäger eiskalt und ungerührt erschossen wird. In dem von dina verlinkten Video ist der Todeskampf ja eindrucksvoll belegt.

Wer die drastischen Bilder nicht anschauen will, liest das Leid vielleicht lieber in einem Zitat aus "Beckmann", in dem der Todeskampf eines illegal geschossenen Wolfes im Landkreis Lüchow-Dannenberg geschildert wird:

Zitat:
"Das Tier war bereits an der Pfote verwundet, als er zum ersten Schuss ansetzte. Die Kugel zerfetzte die Wirbelsäule. Eine weitere dessen Nase. Nach vier Stunden bemerkte der Jäger, dass der Wolf noch immer lebte, erst dann tötete er das Tier mit einem Schuss ins Herz."

ARD, Beckmann, 07.09.2015 http://programm.ard.de/TV/Programm/Send ... 5436557178


Oder Landkreis Görlitz:

Zitat:
"Das Geschoss erwischte ihn nicht in Kopf oder Herz, dann wäre er sofort tot gewesen. Es traf ihn im Bauch. (...) "Und hier sieht man, wie er ins Moos gebissen hat... im Todeskampf. Da wird er sich lang gequält haben."

ZDF, Planet E., 16.08.2015


Das wünscht man sich nicht, dass sowas dem eigenen Hund widerfährt, oder? Passiert in Deutschland aber auch regelmäßig und wird gesetzlich unter dem Begriff des "Jagdschutzes" mitgetragen.


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BeitragVerfasst: 30.04.2018, 17:07 
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Emotionale Ansprache kommt immer gut, aber nicht wenn mit zweierlei Maß gemessen wird.
Der Todeskampf (an z.B. herausgerissenes Gedärm langsam verendent) der gerissenen Nutztiere zählt wohl nicht.
Der Vergleich Jäger/Pädophile betreffs Expertentum ist einfach nur geschmacklos und disqualifizierend und genauso absurd wie zu bestreiten, dass weniger Wölfe nicht auch weniger (Nutztier-) Risse bedeutet bedeuten.
Es gäbe zu obigen Aussagen noch einiges zu entgegnen, aber wie soll auf dieser Ebene eine Diskussion zu etwas führen?

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BeitragVerfasst: 30.04.2018, 17:55 
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Die Kritik an einer Studie ist von Dir gepostet worden. Die anderen Studien betreffend, die zu dem gleichen Ergebnis kommen, hattest Du bislang keine Antwort. Siehe Seite 37, unser Kommentar vom 12.04.2018, 14:37 Uhr und 16:19 Uhr. Da haben wir es genau erklärt, mit Quellenangabe.

Wenn Ihr das anders seht, warum nicht.
Jeder andere kann das ebenfalls selbst für sich entscheiden und zu der gleichen oder einer anderen Meinung gelangen. Man lese dazu meinen Beitrag vom 11.04.2018, 21:57 und entscheide selbst.

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BeitragVerfasst: 30.04.2018, 18:29 
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https://web.de/magazine/panorama/bad-wildbad-40-tote-schafe-wolf-attacke-bild-grauens-32942408

Naja. Die Bilder sind auch nicht viel besser....

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aber irgendwie schaffen sie es, sich strategisch so zu platzieren, das mir jeden Tag einer über den Weg läuft.


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BeitragVerfasst: 30.04.2018, 18:31 
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"Herausgerissenes Gedärm langsam verendend" ist jetzt ... genau was? Sachlich? Nicht emotional?

Der Wolf tötet nicht aus Langeweile, zu Hobbyzwecken, aus Jux, zu Kompensationszwecken anderer Defizite oder für das eigene Geltungsbedürfnis, sondern um zu überleben. Seine Optionen und Alternativen der Nahrungsauswahl betreffend sind im Gegensatz zu uns Menschen eher eingeschränkt. Und dort, wo es Nutztierhalter ihm besonders einfach machen, kann er auch nicht unterscheiden, ob es sich aus menschlicher Sicht nun schickt oder nicht, das Angebot anzunehmen.

"Herausgerissenes Gedärm langsam verendend" ist weder bei der Art der Tötung noch in der Häufigkeit die Regel (Nutztiere machen 1,1% Nahrungsanteil der Wolfsnahrung aus) - und das Risiko hierfür ließe sich durch adäquaten Herdenschutz minimieren. Wie wir in Cuxhaven sehen, führt selbst der Abschuss eines Teils des Rudels nicht zu dem gewünschten Ergebnis ("Weniger Wölfe ==> weniger Nutztierisse"), sondern sogar zum Gegenteil, ganz wie es auch wissenschaftlich beobachtet und dokumentiert wurde.
So verwundert es auch nicht, dass auf diesem Feld außer der Bezeichnung "absurd" von Deiner Seite keinerlei Argument mehr folgt.

Am 11.04.18 gibt es keinen Eintrag von Dir um 21:57. Wenn Du den um 20:57 meinst, so steht dort auch nichts anderes als die Kritik an einer einzigen Studie. Was ist mit den anderen Studien? Der Jagdfunktionär, den Du zitiert hast, propagiert: "Wo immer sich Wölfe an geschützten Nutztieren vergreifen, werden sie geschossen." Er bezeichnet das als "vernünftiges Regulativ", weil- Achtung - "die „Wolfsfamilie“ sehr wohl bemerkt, wann und wo ein Rudelmitglied auf der Strecke blieb".

Das hat in Cuxhaven auch - Achtung Ironie - super funktioniert, wo die Zahl der Risse pro Jahr nach dem Abschuss und dem Verschwundenwerden der Elterntiere von einem bis maximal 9 plötzlich sprunghaft auf 36 angestiegen ist. Man kann sich den Fakten einfach verweigern - Glaubwürdigkeit gewinnt man dadurch aber nicht.

Zurück zu den illegalen Abschüssen:
Die Gesellschaft und in Folge der Gesetzgeber haben den Legalwaffenbesitzern einen hohen Vertrauensvorschuss eingeräumt, der nicht selbstverständlich ist. Wenn jemandem jetzt ein demokratisch beschlossenes Gesetz nicht passt und er sich mittels der legalen Waffen eine Art eigenens Parallelrecht schafft, um seine Minderheiteninteressen zu verfolgen, ist das Vertrauen verspielt. Dann gehört das Jagdsystem, das solche Wildwest-Darbietungen ermöglicht, gesellschaftlich und politisch auf den Prüfstand.

Welche Vergleiche Dir jetzt genehm sind oder nicht, ist unerheblich, denn es gäbe ja Beispiele genug. Sollen geschwindigkeitsliebende Autoraser Tempolimits festlegen und über das Strafmaß von Geschwindigkeitsübertretungen entscheiden? Sollen Hersteller von Agrarchemikalien Pestizidgrenzwerte für Nahrungsmittel festlegen? Soll die Pharmabranche die Leitlinien für die medikamentöse Behandlung von Krankheiten bestimmen? Es geht immer um Interessen, die die Rechte der anderen empfindlich berühren und selten vom Wunsch zum allgemeinen Wohl von Mensch, Natur und Umwelt motiviert sind.

Den Bock zum Gärtner zu machen, dient eben nur dem Bock und nicht dem Garten.


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BeitragVerfasst: 30.04.2018, 20:02 
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Welche Vergleiche Dir jetzt genehm sind oder nicht, ist unerheblich, denn es gäbe ja Beispiele genug. Sollen geschwindigkeitsliebende Autoraser Tempolimits festlegen und über das Strafmaß von Geschwindigkeitsübertretungen entscheiden? Sollen Hersteller von Agrarchemikalien Pestizidgrenzwerte für Nahrungsmittel festlegen? Soll die Pharmabranche die Leitlinien für die medikamentöse Behandlung von Krankheiten bestimmen? Es geht immer um Interessen, die die Rechte der anderen empfindlich berühren und selten vom Wunsch zum allgemeinen Wohl von Mensch, Natur und Umwelt motiviert sind.

Ich bin ein großer Freund von Vergleichen, aber Jägern grundsätzlich mit Pädophilen vergleichbare Neigungen zu unterstellen :shock: ???
Und dannn lassen wir doch lieber die Naturschutzindustrie bestimmen, bei der wird ja unbesehen und von vornherein vorausgesetzt, dass sie mit seinem Wunsch zum nur allgemeinen Wohl von Mensch, Natur und Umwelt alles richtig macht.
Da wird der Natur freien Lauf gelassen, ob das heute in unsereren Kulturlandschaften noch möglich ist oder nicht.
Wie hier:
DAS VORZEIGEPROJEKT IM NIEDERLÄNDISCHEN RESERVAT OOSTVAARDERSPLASSEN:
http://www.outfox-world.de/blog/das-horror-reservat-im-ijsselmeer.html
...und wenn‘s dann doch nicht passt, wird´s passend gemacht:
Zitat:
Zum Beispiel bei den Gänsen, die auch im Reservat Oostvaardersplassen so prächtig heranwachsen: Sie werden durch staatliche Schädlingsbekämpfer massenhaft in der Mauser vergast, seit die Tierrechtler ein weitgehendes Jagdverbot durchgesetzt haben.

Hauptsache keine Jagd und keine Jäger.
Unsere Kulturlandschaften sind von Bewirtschaftung geprägt. Ein Urzustand, in dem sich alles ohne Eingriff des Menschen reguliert, wird es solange letzterer noch existiert nicht mehr geben.
Wer sich für den Wolf einsetzt, wird auf Dauer nicht ohne Kompromisse tun können. Eine ungebremste, unregulierte Ausbreitung wird es nicht geben.
Wer nicht zu Kompromissen bereit ist und daran glaubt, dass die Gleichung weniger Wölfe=>weniger Beeinträchtigungen, weniger Nutztierrisse nicht aufgeht, wird, je nach Mehrheitsverhältnissen oder Durchsetzungskraft von Interessen in unserer Gesellschaft möglicherweise schmerzhaft erfahren müssen, dass auf alle Fälle die Gleichung keine Wölfe=>keine Beeinträchtigung aufgeht. Für mich und im Interesse der Wölfe hoffe ich, dass dies nicht geschieht.

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BeitragVerfasst: 01.05.2018, 10:42 
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Beiträge: 2291
Wohnort: Vestjylland
Die jungen Mitteleuropäer hat geschrieben:
Danke, dina, für die Links.

Ich gehe mal davon aus, dass der Tatverdächtige ein Legalwaffenbesitzer ist, denn von Ermittlungen wegen unerlaubtem Waffenbesitzes ist ja nicht die Rede.


Nein, aber es ist verboten, mit einer geladenen Waffe rumzufahren und aus dem Auto zu schießen.
Der besagte Folketingskandidat hat sich nach der Veröffentlichung jetzt aus der Politik zurückgezogen (was für ein Verlust :mrgreen: ) aber bestreitet, seinen Vater angerufen zu haben, was sehr stark zu bezweifeln ist.
Die Ausrede Notwehr ist durch die Aufnahmen eindeutig entkräftet.
Zwei erwachsene Männer in Traktor und Auto, wohingegen die zwei Naturfotografen ganz ungeschützt,angstfrei und unbehelligt in nächster Nähe schon stundenlang die Wölfe gefilmt hatten.


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