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BeitragVerfasst: 28.08.2018, 21:18 
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In Deutschland wurden lt. NABU im Zeitraum 2000 bis August 2017 24 Wölfe illegal getötet. Man geht aber davon aus, dass die Dunkelziffer wesentlich größer ist. Interessant: Bei Wildunfällen mit Wölfen wurde in den Kadavern wiederholt Waffenmunition, zumeist Schrotkugeln, gefunden. Das zeigt, dass es Jäger gibt, die offensichtlich Jagd auf Wölfe machen.
Und das wird in Dänemark kaum anders sein.

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BeitragVerfasst: 29.08.2018, 06:05 
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Hinnerk hat geschrieben:
Bei Wildunfällen mit Wölfen wurde in den Kadavern wiederholt Waffenmunition, zumeist Schrotkugeln, gefunden. Das zeigt, dass es Jäger gibt, die offensichtlich Jagd auf Wölfe machen.

Das muss nicht so gewesen sein.

1. Wölfe sehen Wildschweinen zum Verwechseln ähnlich,
2. das waren nur unbeabsichtigte Querschläger
3. der Wolf hat sich in selbstmörderischer Absicht in den Schuss geworfen (oder eben vors Auto).


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BeitragVerfasst: 29.08.2018, 07:25 
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Hejsa !
Der Ankläger fordert eine Gefängnisstrafe ohne Bewährung. https://www.bt.dk/krimi/anklager-ulvedr ... t-faengsel
Venlig hilsen
Hendrik77


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BeitragVerfasst: 29.08.2018, 15:00 
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Eine illegale Wolfsjagd als "zivilen Ungehorsam" zu bezeichnen, ist schon ziemlich unverfroren und schadet einem ursprünglich letztlich gutgemeintem Gedanken.

Unseres Wissens nach setzt die Idee des zivilen Ungehorsams zum einen Uneigennützigkeit voraus, und zum anderen ist er vor allem durch gewaltfreie Mittel geprägt.

Wenn eine kleine Interessengruppe wie die Schäfer in den Pyrenäen trotz steuerlicher Förderung gewaltfreier Maßnahmen, die wissenschaftlich erwiesen eine viel höhere Effektivität als Wolfsabschüsse besitzen, enttäuscht darüber ist, sich mit ihren Wolfsabschussträumen auf demokratischen Weg gegen eine breite Mehrheit der Bevölkerung nicht durchgesetzt zu haben, ist die illegale Wolfsjagd aus Trotz weder uneigennützig noch gewaltfrei.

Die Schäfer benutzen dann Waffengewalt, um an der demokratischen Gesetzgebung vorbei ihre persönliche Vorstellung von Recht einfach zu vollziehen. Nach dem Motto: Gesetze? Sollen die doch für andere gelten, ich hab ja ein Jagdgewehr.

Man stelle sich nur vor, was passiert, wenn dieses selbsterklärte Recht - missbräuchlich verkleidet als "ziviler Ungehorsam" oder "Selbsthilfe" - auf andere politische Bereiche übergreift?

Wenn ein dänischer Jäger, dessen nahestehendes Familienmitglied auch noch ein Politiker ist, der die Legalisierung von Wolfstötungen zum Wahlkampfthema gemacht hat, die herbeigesehnte etwaige gesetzliche Änderung gar nicht erst abwartet, sondern kurzerhand das Recht selbst in die Hand nimmt, ist das schon eine klare Missachtung demokratischer Prinzipien.

Würde man nun auch diesen Fall unter dem Aspekt "zivilem Ungehorsams" (wie illegale Wolfstötungen allgemein) beleuchten wollen, fiele zunächst auf, dass der Schütze die Tat nicht nutzt, um auf Missstände aufmerksam zu machen und auf diesem Wege Veränderungen herbeizuführen, sondern eine eigene Beteiligung zunächst sogar bestreitet:

Zitat:
Manden nægtede at have skudt ulven, men er fortsat sigtet i sagen.

Pressemeddelelse Midt- og Vestjyllands Politi, 17/04-2018 Ulv skudt på mark øst for Ulfborg http://www.mynewsdesk.com/dk/midt-og-ve ... rg-2479343


Es ist offensichtlich, dass die Strategie des Bestreitens der Tat anhand des eindeutigen Video-Beweismaterials nicht länger gehalten werden konnte. Nun räumt der Schütze ein, die tödlichen Schüsse zwar abgegeben zu haben, bekennt sich dennoch nicht schuldig im Sinne der Anklage.

Zitat:
Den tiltalte nægter sig skyldig, oplyser forsvareren. Manden erkender dog at have affyret det skud, der dræbte dyret.

Berlingske 28/08-2018 Vestjyde stilles for retten for ulvedrab https://www.b.dk/nationalt/vestjyde-sti ... r-ulvedrab


Der Staatsanwalt sieht anhand des Videomaterials keine Zweifel, dass der Wolf mit vorsätzlicher Absicht getötet wurde. Weil es in Dänemark bislang nur sehr wenige Wölfe gibt, seit der Abschuss unter Artenschutzgesichtspunkten weitaus folgenschwerer als beispielsweise einer Population von 500 Tieren. Eine Notwehr-Situation könne sich der Angeklagte auch nicht berufen, da auf dem Video keine Bedrohungssituation zu erkennen sei und der Schütze aus dem sicheren SUV gefeuert habe.
Eine rein subjektiv empfundene Bedrohung sehe das Gesetz als Rechtfertigungsgrund oder mildernde Umstände für eine derartige Tat ebenfalls nicht vor.

Neben einem Verstoss gegen das Jagdgesetz wurde auch der Verstoss gegen die Artenschutzverordnung als strafverschärfend eingeschätzt. Laut Verteidigung sei der Fall bislang ohne Beispiel. Von daher sei auch zu klären, ob und inwieweit sich diese Verordnung überhaupt auf das Strafrecht auswirken kann.

BT 28/08-2018: Anklager: Ulvedræber skal have ubetinget fængsel https://www.bt.dk/krimi/anklager-ulvedr ... t-faengsel


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BeitragVerfasst: 29.08.2018, 15:08 
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Vielleicht sollte man den mittelalterlichen Pranger wieder einführen und den Delinquenten an einem Samstag in einer vielbesuchten Fußgängerzone als abschreckendes Beispiel zur Schau stellen. Faule Eier und Tomaten sollten zur "Benutzung" bereit stehen. :mrgreen:

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BeitragVerfasst: 29.08.2018, 21:42 
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Hinnerk hat geschrieben:
Vielleicht sollte man den mittelalterlichen Pranger wieder einführen und den Delinquenten an einem Samstag in einer vielbesuchten Fußgängerzone als abschreckendes Beispiel zur Schau stellen. Faule Eier und Tomaten sollten zur "Benutzung" bereit stehen. :mrgreen:

Ernsthaft :?:

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BeitragVerfasst: 29.08.2018, 21:50 
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Na ja, die Eier und Tomaten müssen ja nicht sein. Schließlich müßte der Dreck ja wieder mühsam entfernt werden. :mrgreen:

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BeitragVerfasst: 31.08.2018, 01:06 
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Hinnerk hat geschrieben:
Bei Wildunfällen mit Wölfen wurde in den Kadavern wiederholt Waffenmunition, zumeist Schrotkugeln, gefunden.


Ob Schrotmunition dafür wirklich so gut geeignet ist :?:


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BeitragVerfasst: 02.09.2018, 09:13 
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Zitat:
Förderverein will Schäfer bewaffnen
HANNOVER. Im Streit um die Rückkehr der Wölfe nach Niedersachsen will der Förderverein der Deutschen Schafhaltung „mit drastischen Mitteln“ die Politik zum Handeln zwingen. Der Geschäftsführer des Vereins, Wendelin Schmücker, fordert, dass Schäfer sich bewaffnen dürfen, um Wölfe von ihren Herden zu vertreiben. Er selbst werde einen „Waffenschein beantragen, um mir im Notfall helfen zu können“, sagte Schmücker am Freitag der Nachrichtenagentur dpa .
Der Verband der Lüneburger Heidschnuckenzüchter empfahl seinen Mitgliedern dagegen laut NDR-Bericht den Griff zur Waffe nicht.
Unterdessen ist in Niedersachsen ein weiterer Wolf illegal erschossen worden. Das tote Tier wurde auf einem Rübenfeld bei Dahlem im Landkreis Lüneburg gefunden. Für die illegale Tötung eines Wolfs sieht das Bundesnaturschutzgesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vor.
NWZ, 01.09.2018

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BeitragVerfasst: 03.09.2018, 15:21 
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Ein Schäfer, der schon 2014 durch seine markigen Formulierungen in einem "Brandbrief" von sich Reden gemacht hat, fordert jetzt also seine eigene Bewaffnung, um das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen, nachdem er keine demokratischen Mehrheiten für sein Vorhaben hat gewinnen können.

2014 betitelte der Schäfer den Wolf als "Schädling ohne Lebensrecht" (Lüneburger Landeszeitung, 15.10.2014) und lobhudelte die "Verdrängung des Wolfes als historische Leistung unserer Vorfahren" (ebenda). 2018 betrat er mal wieder die mediale Bühne mit der Aussage, dass es weder ein Bienen- noch ein Insektensterben gäbe: "Weder in Deutschland noch weltweit gebe es ein Bienensterben" und "Mit großer Skepsis begegnet der Schafhalter auch der Aussage, es gebe ein Insektensterben." (topagrar, 23.07.2018).

Selbst unter Schäferkollegen stossen die Wildwest-Phantasien bezüglich des Umgangs mit dem Wolf auf geteilte Meinungen - weshalb sich nicht erschließt, warum einzelne Randmeinungen von ganz außen überhaupt irgendwo Gehör finden - ja von manchen Wolfsgegegnern geradezu euphorisch verbreitet werden?

Reicht es den jagdwaffenbegeisterten Menschen nicht aus, dass im August in Bayern wieder einmal ein unbeteiligter PKW-Insasse tödlich von einer Jagdkugel getroffen wurde? Dass im Juli ein weiterer unbeteiligter Autofahrer in Nordrhein-Westfalen mit Jagdmunition beschossen und verletzt wurde? Dass ein sechsjähriges Mädchen im Juli in Thüringen in einer Gartenanlage durch ein Jagdgeschoss schwer verletzt wurde? Dass im selben Monat ein Jäger in Thüringen und ein weiterer in Nordrhein-Westfalen bei Jagdunfällen getötet wurden? Im März im Landkreis Celle einer schwer verletzt? Mal werden Menschen mit Jagdwaffen bedroht, wie im Juli in Bad Gandersheim oder die Jagdwaffe wird als offenbar "Lösung" in sozialen Streitigkeiten herangezogen - mit dem selben traurigen Ergebnis wie im Februar in Hessen, im März in der Eifel, im Mai in Bayern oder im Juli in Brandenburg. Die weiterern Beeinträchtigungen reichen von Autobahnsperrungen, weil Jäger in der Nähe die "Zielrichtungen ihrer Gewehre testen" (NRW, Juni 2018) oder Knalltraumata bei unbeteiligten Spaziergängern wie im Juni 2018 in Bayern.

Und das ist nur eine kleine Auswahl. Wenn jetzt auch noch die lautesten Individuen mit dem markigsten Sprüchen mit Jagdwaffen ausgestattet werden wollen, um den bösen, bösen Wolf zu schießen - der bekanntlich in den 20 Jahren nach seiner Rückkehr weder in Deutschland noch in Dänemark auch nur einem Menschen ein Haar gekrümmt hat - dann ist das gesetzlich verbriefte Recht auf Betreten der freien Natur zu Erholungszwecken wohl nur noch ein schlechter Witz auf einem Blatt Gesetzespapier.

Bei der Häufung der illegal mit Jagdwaffen getöteten Wölfe in Deutschland und den traurigen Kollateralschäden der Jagd allgemein an einer Viezahl von Menschen, Pferden, Rindern, Schafen, Hunden und Katzen sollte die Frage wohl eher lauten, wie man ungeeignete Menschen entwaffnet und nicht, inwieweit wir noch zusätzlich Menschen, die radikale Forderungen artikulieren, waffentechnisch aufrüsten wollen.

Denn eines ist sicher: Dem Allgemeinwohl dient diese waffentechnische Aufrüstung mit Sicherheit nicht. Wenn man sich mal die untenaufgeführten Fälle in ihrem Ausmaß zu Gemüte führt, wird deutlich, wie absurd das derzeitige Gewese mancher Wolfsgegner um den ach so bösen Wolf tatsächlich ist. Bei einer ehrlichen Risikoabwägung Wolf/menschliche Jäger offenbart sich jedenfalls eine mächtige Schieflage.

Quellen:
Lüneburger Landeszeitung, 15.10.2014: "Schädling ohne Lebensrecht" https://www.landeszeitung.de/blog/lokal ... ebensrecht
topagrar, 23.07.2018: "Bienensterben gibt es nicht" https://www.topagrar.com/news/Home-top- ... 66489.html
Passauer Neue Presse, 14.08.2018: Obduktion: Beifahrer wurde auf B16 von Jagdgewehrkugel getötet https://www.pnp.de/nachrichten/bayern/3 ... oetet.html
Ruhrnachrichten, 12.07.2018: Schütze stellt sich - Versehentlich Autofahrer mit Schrotkugel getroffen https://www.ruhrnachrichten.de/Nachrich ... 03935.html
InSüdthüringen.de, 15.07.2018: Angeschossene Sechsjährige: Polizei hat sieben Jäger im Visier https://www.insuedthueringen.de/region/ ... 67,6228863
InSüdthrüringen.de, 19.07.2018: 56-jähriger Jäger wird bei Erntejagd erschossen https://www.insuedthueringen.de/region/ ... 67,6234595
Westfälische Nachrichten, 18.07.2018: Ochtruper starb bei Jagdunfall http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Ste ... Jagdunfall
Westfalenpost, 19.03.2018: Schuss löst sich: Jäger (38) stirbt bei Jagdunfall https://www.wp.de/staedte/wittgenstein/ ... 62769.html
Hamburger Abendblatt, 02.03.2018: 76jähriger bei Jagdunfall lebensgefährlich verletzt https://www.abendblatt.de/region/nieder ... letzt.html
Goslarsche Zeitung, 23.07.2018: Bei Nachtspaziergang mit Pistole bedroht https://live.goslarsche.de/post/view/5b ... le-bedroht
Allgemeine Zeitung, 02.02.2018: Frau am Darmstädter Kavalleriesand von vier Schüssen getroffen https://www.allgemeine-zeitung.de/lokal ... t_18497259
Lokalo.de, 06.03.2018: Tragödie in der Eifel - Mann erschießt Frau, Hund und sich selbst http://lokalo.de/artikel/150329/tragoed ... ch-selbst/
Focus.de, 03.05.2018: Erschossene Jägerin: Partner wieder auf freiem Fuß https://www.focus.de/regional/bayern/un ... 63243.html
rbb24, 29.07.2018: Jäger verschanzt sich vor Polizei uns gibt Schüsse ab https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2 ... lizei.html
Westfälische Nachrichten, 05.06.2018: Jäger testen Gewehre und lösen Autobahn-Sperrung aus http://www.wn.de/NRW/3331513-Verkehr-Ja ... errung-aus
Wochenblatt, 20.06.2018: Körperverletzung - Jäger schießt seine Waffe ein, Frau erleidet Knalltrauma https://www.wochenblatt.de/polizei/schw ... nalltrauma


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BeitragVerfasst: 03.09.2018, 15:46 
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Es ist ja nicht so, als könne ich den obigen Beitrag nicht nachvollziehen
Aber mal so gesehen, ob ein Wolf auf meiner Weide von einem HSH vertrieben oder gar dir Tötung des Wolfes in Kauf genommen wird oder ob das gleiche mittels Schusswaffe geschieht, so groß ist der Unterschied wohl nicht, zumal HSH gleich einer Waffe auch für Unbeteiligte nicht ungefährlich sind.

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BeitragVerfasst: 03.09.2018, 15:50 
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Auch der Verkehr tötet Wölfe:
https://www.nabu.de/news/2014/05/16848.html


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BeitragVerfasst: 03.09.2018, 17:05 
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25örefan hat geschrieben:
Aber mal so gesehen, ob ein Wolf auf meiner Weide von einem HSH vertrieben oder gar dir Tötung des Wolfes in Kauf genommen wird oder ob das gleiche mittels Schusswaffe geschieht, so groß ist der Unterschied wohl nicht, zumal HSH gleich einer Waffe auch für Unbeteiligte nicht ungefährlich sind.


Das nennen wir aber mal eine abenteuerliche Vorstellung von der Arbeit von Herdenschutzhunden, die mit der Realität nichts gemein hat.

Anders als der Gebrauch von Jagdwaffen ist das primäre Ziel des Einsatzes von Herdenschutzhunden mitnichten, Wölfe möglichst schwer zu verletzen oder zu töten, sondern viel mehr, durch lautets Bellen zu alarmieren und so abzuschrecken.

Zitat:
Herdenschutzhunde [...] müssen Angreifer melden und durch Imponiergehabe verscheuchen, sie jedoch nicht angreifen. Herdenschutzhunde verteidigen so ihre Nutztierherden gegen Gefahren eher passiv.

Freistaat Sachsen, Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie: Herdenschutzhunde und sichere Einzäunung, Hinweise zum Schutz vor dem Wolf https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/22816


Zitat:
Bei einer Störung oder Bedrohung, also beispielsweise einem sich nähernden Wolf, positionieren sich die Hunde zwischen ihrer Herde und dem Wolf und schlagen an. Die große Erscheinung und das Bellen der Hunde reichen im Allgemeinen schon aus, den Wolf fern zu halten.

Kontaktbüro Wölfe in Sachsen: Schadensvorbeugung https://www.wolf-sachsen.de/de/wolfsman ... vorbeugung


Eine ungefähre Vorstellung vom Ausmaß der menschlichen Opfer von Jagdwaffen und Jagdunfällen können wir uns ja nun in etwa vorstellen.
Wieviele Herdenschutzhunde - im Einsatz gegen Wölfe - haben in Deutschland im Gegenzug dagegen Wölfe getötet oder unbeteiligte Menschen geschädigt?

Der Kangal, der im Mai 2017 eine Rentnerin in Baden-Württemberg tötete, war jedenfalls kein ausgebildeter Herdenschutzhund im Einsatz, sondern ein an der Kette gehaltener Hund auf einem dafür ungeeigneten Grundstück:

FAZ, 31.05.2017: Hund beißt Frau tot http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... 40610.html
Schwäbische, 19.06.2018: Tödliche Hunde-Attacke: Aussage des Vorbesitzers erwartet https://www.schwaebische.de/landkreis/l ... 88087.html

Wenn Du in die Richtung argumentierst, dass Herdenschutzhunde per se gefährlich "gleich einer Waffe" seien, dann führst Du Deine ganzen romanfüllenden Argumentationsbemühungen gegen das dänische Hundegesetz ad absurdum. Verinnerliche doch einfach nochmal die Beißstatistiken, nach denen weder die sogenannten Kampf- noch Herdenschutzhunde zahlenmäßig eine hervorgehobene Rolle spielen. Meist ist es Otto-Normalhund, der unter ungünstigen Haltungsbedingungen und "Bedienungsfehlern" der Halter Schäden verursacht. Trotzdem kämst Du wohl nicht auf die Idee, den netten Labbi von nebenan pauschal einer "Waffe" gleichzusetzen. Ziel einer Jagdwaffe ist es nun mal zu töten, und wir hoffen, dass Du Deinen Hund aus anderen Gründen hälst. :wink:

Wir fragen uns auch, woher die Vorstellung rühren mag, dass Herdenschutzhunde in Deutschland zusammen mit den Schafen frei durch die Gegend liefen? Selbst in den Weiten der Lüneburger Heide sind die Schnucken tagsüber entweder mit dem Schäfer unterwegs, also behirtet, oder durch Elektrozäune gesichert, insbesondere nachts. Freilaufende Schafe, die womöglich nach eigenem Belieben die A7 überqueren, hat es hier auch vor den Wölfen nicht gegeben. Gleiches gilt für die Beweidung der Deiche zwischen z. B. dem Süden Hamburgs und der Elbmündung oder im Biospärenreservat Elbtalauen. Die Landschaft ist in der Tat so sehr von Straßen zerschnitten, dass freilaufende Schafherden sich von allein verbieten. Elektronetze waren hier auch schon vor der Wolfsrückkehr an der Tagesordnung. Natürlich kann man dahinter Herdenschutzhunde halten. Und uns wäre neu, dass die Schäfer es zuvor begrüßt hätten, wenn Fußgänger nach Belieben die abgesteckten Bereiche querten und beim Überklettern die Zäune runterdrückten. Insofern kann ein HSH auch hier eine sinnvolle Abschreckung leisten.


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BeitragVerfasst: 03.09.2018, 17:48 
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25örefan hat geschrieben:
Zitat:
Aber mal so gesehen, ob ein Wolf auf meiner Weide von einem HSH vertrieben oder gar dir Tötung des Wolfes in Kauf genommen wird oder ob das gleiche mittels Schusswaffe geschieht, so groß ist der Unterschied wohl nicht, zumal HSH gleich einer Waffe auch für Unbeteiligte nicht ungefährlich sind.



DJM:
Zitat:
Das nennen wir aber mal eine abenteuerliche Vorstellung von der Arbeit von Herdenschutzhunden, die mit der Realität nichts gemein hat.


Nirgendwo habe ich geschrieben, dass das primäre Ziel des HSH ist, einen Wolf zu töten.
Ich habe geschrieben, dass (gar) die Tötung eines Wolfes in Kauf genommen wird. Ebenso muss es nicht das primäre Ziel eines bewaffneten Hirten sein, den Wolf zu töten. Erst wenn durch ungezieltes Abfeuern einer Waffe das Ziel der Abschreckung/ Vertreibung mit erreicht werden kann, wird der gezielte Einsatz vonnöten.
Aber dazu wird es ja doch nie kommen, denn wie wir alle wissen, ist der Wolf ja ein derart scheues Tier, welches sich ja durch Händeklatschen und Rufen einfach vertreiben lässt.

DJM:
Zitat:
Eine ungefähre Vorstellung vom Ausmaß der menschlichen Opfer von Jagdwaffen und Jagdunfällen können wir uns ja nun in etwa vorstellen.
Wieviele Herdenschutzhunde - im Einsatz gegen Wölfe - haben in Deutschland im Gegenzug dagegen Wölfe getötet oder unbeteiligte Menschen geschädigt?

Es gibt in D kaum HSH entgegen einer Vielzahl von Schusswaffen.
Gern vermischt Ihr hier zudem 2 Dinge: die Jagd und immGegensatz dazu das bewaffnete Vertreiben von Wölfen, die sich am Eigentum eines Hirten/ Züchters vergreifen wollen.

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BeitragVerfasst: 03.09.2018, 18:59 
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Wenn es nur darum geht, einen Wolf mit "Krach" zu vertreiben, braucht es keine tödliche Waffe. Dann reichten auch ein Böller, 'ne Trillerpfeife, 'ne Vuvuzela oder irgendwelche Schreckschussgeräte, mit denen die Baumschulen oder die Obstbauern die Vögel vertreiben. Also ist die gezielte Forderung nach tödlichen Schusswaffen wohl doch nicht so ohne entsprechende Hintergedanken...

Der zweite interessante Aspekt ist, dass sich die Tierhalter, die sich so gern in den Medien präsentieren, meist darüber beklagen, dass eine durchgängige Behirtung viel zu aufwändig sei. Aber wenn eine Waffe ins Spiel kommt, ist die Zeit plötzlich vorhanden, durchgehend bei der Herde zu sein, um in dem einen, kurzen besagten Moment, in dem der Wolf mal dort auftauchen könnte, "Gewehr bei Fuß zu stehen"? Seltsam und ein Widerspruch in sich.

Wenig aufwändig dagegen ist ein funktionierender E-Zaun, der fachgerecht errichtet ist. Man muss nicht einmal bei seiner Herde sein - der erneute Stromschlag bei jedem wiederholten Versuch des Wolfes, das Knotengeflecht zu durchdringen, vergrämt den Beutegreifer ganz gezielt wieder und wieder.

Deshalb ist es ja auch sinnvoll, wenn möglichst viele Schafhalter diesen effektiven Schutz einsetzen. In Niedersachsen liegt die Quote bei den gemeldeten Nutztierschäden allerdings aktuell (2018) bei erstaunlichen 76%, in denen die Zäune nicht einmal die Kriterien des erforderlichen Mindestschutzes erfüllt haben.

Zum einen setzt man damit das Leben und die Unversehrtheit der eigenen Tiere auf's Spiel, und zum anderen erweist man all jenen Tierhaltern, die ihre Weidetiere verantwortungsvoll schützen, einen Bärendienst. Denn macht man es den Wölfen so leicht, an Nutztiere heranzukommen, konditioniert man sie quasi positiv auf diese. Einmal gelernt, wie leicht an die leckere und gefahrlos zugängliche Beute heranzukommen ist, wird der Wolf später auch bei geschützten Tieren größere Anstrengungen unternehmen.

25örefan hat geschrieben:
[...]von Wölfen, die sich am Eigentum eines Hirten/ Züchters vergreifen wollen.


Vielleicht ist diese vermenschlichte Sicht genau das Problem. Der Wolf "will" sich analog zu einem menschlichen Einbrecher "am Eigentum" anderer "vergreifen", so so.

Zum einen kann der Wolf nicht zwischen "erlaubter" und "verbotener" Nahrung unterscheiden. Er differenziert zwischen leicht zugänglicher und gefahrlos zu erbeutender Nahrung und solcher, die aufgrund von zu großem Aufwand / zu großer Gefahr / zu großen Schmerzen unattraktiv ist. Und da wären wir wieder bei dem Elektrozaun, der den Impuls "zu große Schmerzen" bei jedem Versuch erneut vermittelt und eine negative Konditionierung bewirkt.

Zum anderen schützt Du Dein Haus (hoffentlich) auch nicht allein dadurch, dass Du mit dem Gewehr am Fenster stehst und darauf wartest, dass ein Einbrecher kommt, sondern wirst diverse Bemühungen guter fachlicher Praxis umsetzen, um einem Einbrecher den Zugang zu erschweren, wie z. B. Türen und Fenster abzuschließen. Das gilt umso mehr, wenn Du bereits einmal Einbruchsopfer geworden bist - auch dann wirst Du Dein Eigentum kaum mit der Waffe schützen, sondern Alarmanlagen und Videokameras installieren und ggf. einen Wachdienst engagieren, der um Dein Haus patroulliert.

Die entsprechenden technischen Mittel für den Herdenschutz sind da, die Beratung leisten die Experten der Länder unentgeltlich, und für die Prävention gibt es bis zu 80% Zuschüsse vom Steuerzahler. Treten trotzdem Schäden auf, werden diese bis zu 100% vom Steuerzahler ersetzt - zusätzlich zu den in Deutschland jährlich 6,4 Milliarden € gezahlten Agrarsubventionen, in den letzten Jahren noch einmal 581 Millionen für die "Milchkrise" und aktuell 340 Millionen € für Dürreschäden. Auch das wäre mal eine Überlegung wert, ob es sich die 2% auf dem Agrarsektor Beschäftigten mit einem Beitrag am Bruttoinlandsprodukt von 0,6% auf Dauer leisten können, mit überzogenen Vollkasko-Forderungen ewig gegen die Breite der Gesellschaft anzuschwimmen und den Eindruck von Maßlosigkeit und Unverschämtheit zu erwecken.

25örefan hat geschrieben:
Gern vermischt Ihr hier zudem 2 Dinge: die Jagd und immGegensatz dazu das bewaffnete Vertreiben von Wölfen, die sich am Eigentum eines Hirten/ Züchters vergreifen wollen.


"Das bewaffnete Vertreiben von Wölfen" ist ja mal ein kreativer Euphemismus, um das hässliche Wort "Tötung" nicht benutzen zu müssen. Hat der Euphemismus "Entnahme" ausgedient, weil inzwischen jeder weiß, dass die Umschreibung auch nichts anderes als "Tötung" bedeutet?

Deine klare Trennlinie zwischen "Jagd" durch Jäger und Töten von Wölfen durch Schäfer ist gleichermaßen künstlich von Dir konstruiert, denn wie wir Landeier auf dem platten Dorf in der Lüneburger Heide wissen, sind hier die meisten Landwirte gleichzeitig auch Jäger. Und bei all den aus diesen Kreisen verbreiteten Rotkäppchen-Geschichten und den bundesweiten illegalen Wolfstötungen dürften die Grenzen zwischen der tödlichen "Vertreibung" von Wölfen und deren gezielter allgemeiner Bejagung ähnlich verschwommen ausfallen. Vertrauen ist eben kein Selbstgänger und ist bei zu arger Strapazierung irgendwann auch verspielt.

25örefan hat geschrieben:
[...] denn wie wir alle wissen, ist der Wolf ja ein derart scheues Tier, welches sich ja durch Händeklatschen und Rufen einfach vertreiben lässt.


Die Ironie ist verstanden, allein der Inhalt verwundert und hinterlässt nur eine Frage:

Wann und in welchen Fällen haben in den 20 Jahren, seit der Wolf nach Deutschland (und Dänemark) zurückgekehrt ist, einfache Maßnahmen wie "Händeklatschen und Rufen" denn nicht funktioniert, so dass ein Mensch durch einen Wolf verletzt oder getötet worden wäre?

Da uns kein einziger Fall bekannt ist, sind wir gespannt auf Deine Antwort. :wink:


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