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BeitragVerfasst: 29.09.2018, 21:39 
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Die jungen Mitteleuropäer hat geschrieben:
@25örefan

1. Unterschied Mindestschutz/empfohlener Schutz

Dass die vorgschriebene Zaunhöhe für die Gewährung von Entschädigungen den wolfsabweisenden Mindestschutz darstellt, ist zum Vorteil für die Tierhalter, weil damit im Schadensfall auch jene in den Genuss von Ausgleichsleistungen kommen, die wirklich nur den Minimum-Schutz installiert haben und nicht die State-of-art- oder High-End-Version.

Jeder Tierhalter kann über den Mindestschutz hinaus selber entscheiden, ob er seinen Weidetieren einen zusätzlichen Schutz angedeihen lassen will, der das Risiko eines Übergriffs weiter minimiert. Sowohl der Mindestschutz als der darüber hinausgehende werden von Steuerzahler mit bis zu 80% gefördert.

Nach der Tabelle über die Nutztierschäden in Niedersachsen kann man für 2018 errechnen, dass bei 112 gemeldeten Schäden bez. Schafen/Ziegen oder Gatterwild gerade einmal 12% die Mindestschutzkriterien erfüllt haben. Für 9% steht die Auswertung noch aus, und - Achtung -

- in 79% der Fälle von gemeldeten Nutztierschäden waren nicht einmal die Mindestschutzmaßnahmen vorhanden

Wie kann man behaupten, dass der Herdenschutz nicht funktioniert, wenn er zu fast 80% gar nicht installiert ist?

vgl Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz NLWKN
https://www.nlwkn.niedersachsen.de/natu ... 61701.html

Klar, dass der Mindestschutz propagiert wird und bei Einhaltung dieser zum wirklichen Schutz ungenügenden Maßnahme Entschädigungen gezahlt werden.
Zumindest einigermaßen erfolgreiche Schutzmaßnahmen wären von Aufwand und Kosten ( Erstellung plus Folgekosten durch intensive Instandhaltung) her wohl auch kaum vermittelbar.
Jeder, der einen Zollstock zuhause hat, kann sich ja wohl vorstellen, welch minimaler Schutz ein 90 cm hoher Zaun gegenüber einem Wolf bieten kann. Dass ein erfolgter Stromschlag bei Fehleinschätzung des Wolfes beim Überspringen eines stomführenden Zaunes einen Lerneffekt hat, ist eine nicht nachgewiesene Theorie.
Die Nichteinhaltung der Mindestschutzkriterien ist darüberhinaus kein Argument, dass die Mindestschutzkriterien wirksam sind.
Welcher Zaunbau wirksam ist und welchen Aufwand er erfordert, siehe hier:
https://www.looduskalender.ee/de/node/17908

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BeitragVerfasst: 29.09.2018, 21:42 
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Die jungen Mitteleuropäer hat geschrieben:
@25örefan
2. Beispiel Brandenburg: Mindestschutzhöhe für Elrektrozäune 90 cm wie in Niedersachsen

Festzäune ohne Strom haben keine vergrämende Wirkung auf Wölfe, weshalb hier 140 cm in Brandenburg als Mindestschutz gelten und 120 cm in Niedersachsen. Damit ist die Regelung in Niedersachsen tierhalterfreundlicher als in Brandenburg, weil im Schadensfall auch all die Tierhalter entschädigt werden, die nur 120 cm Festzäune installiert haben.

Die Mindesthöhe für Elektrozäune ist in Brandenburg und Niedersachsen mit 90 cm gleich.

Zitat:
Elektronetzzäune oder mindestens 4-litzige Elektrozäune (Bodenabstand der Litzen 20 - 40 - 65 - 90 cm) von jeweils mindestens 90 cm Höhe

Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg: Mindeststandards für die Gewährung eines Schadensausgleichs bei Wolfsübergriffen https://mlul.brandenburg.de/cms/detail. ... .414160.de


Das gilt auch für die Schweiz:

Zitat:
Vor allem Elektrozäune haben sich bewährt. [...] Sowohl beim Luchs, wie auch beim Wolf oder Bär wird ein Zaun mit mindestens 4 Drähten, Litzen oder Bändern und einer Minimalhöhe des obersten Drahtes von 90 Zentimetern als sogenannter Grundschutz empfohlen.

Herdenschutz: Zäune http://www.protectiondestroupeaux.ch/za ... en/zaeune/


Selektive Zitate, die einen anderen Eindruck vermitteln, lassen sich immer schnell enttarnen.

Siehe oben!

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BeitragVerfasst: 29.09.2018, 22:09 
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@DjM
Und bevor ich auf Eure anderen Punkte eingehe, wie ist denn Eure Antwort auf meine wiederholt an Euch gestellte Frage:
„Und wo Ihr schon immer darauf hinweist, dass sich die Politik bezüglich Wolf über den Mehrheitswillen der Bevölkerung hinwegsetzt (was ich bisher nicht sehe), dann fragt Euch doch mal, ob sich diese Mehrheit sich wohl ihre Meinung zum Thema Wolf in Auseinandersetzung gestützt auf Fakten und Bewertungen von unterschiedlichster Seite gebildet hat oder ob nicht auch sie einer „Filterblase“ aufsitzt und die Mehrheitsmeinung nicht vorwiegend emotionaler Natur ist.“

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BeitragVerfasst: 30.09.2018, 14:55 
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25örefan hat geschrieben:
Die Nichteinhaltung der Mindestschutzkriterien ist darüberhinaus kein Argument, dass die Mindestschutzkriterien wirksam sind.


Und weil ein Schäfer in Estland (!), der auf Nummer Sicher gehen will, mit einem aufwändigeren Zaun keine Wolfsangriffe verzeichnet, soll das jetzt was beweisen? Dass nur diese eine Bauart wolfsabweisend sein soll? Du hast auch schon mal besser argumentiert. :wink:

Anders herum wird ein Schuh draus: Die estnischen Schäfer haben also die gleichen Probleme mit den Wölfen - dann ist die dortige Bejagung wohl doch nicht so heilsbringend, wie Dir Deine ganzen Jagdmagazine immer einzuflüstern versuchen: In Estland befindet sich der Wolf nämlich im Anhang V der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und darf dort - Achtung festhalten - "nachhaltig bejagt" werden.

Zitat:
Der Wolf gehört zu den von Anhang II und Anhang IV der FFH-RL angeführten Arten. Allerdings sind die [...] estnischen [...] Populationen von dem strengen Schutz ausgenommen.

Prof. Dr. Rainer Wolf, TU Bergakademie Freiberg: Der Schutz des Wolfs im Rahmen der FFH-RL
Rückkehrer Wolf – Willkommen ohne Wenn und Aber? Fachtagung des Deutschen Jagdverbandes e. V., 21. März 2014 in Berlin

https://www.jagdverband.de/sites/defaul ... 3%2014.pdf


Zitat:
Großraubtiere zwischen Schutz und nachhaltiger Nutzung
Innerhalb der EU-Länder sind Großraubtiere durch die FFH ( Fauna-Flora-Habitat )-Richtlinie geschützt, in der diese entweder im Anhang IV unter strengem Schutz stehend oder im Anhang V, der eine nachhaltige Nutzung ermöglicht, aufgelistet sind.
Anbei Beispiele, wie 20 EU-Länder ihren Wolfsbestand listen: [...]

Anhang V – 6 Länder (Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei) [...] Im Wesentlichen bedeutet dies, dass die Länder mit einer
Auflistung der Großraubtiere im Anhang IV Ausnahmen erfordern, um spezifische Individuen entweder töten oder bejagen zu dürfen, während diejenigen Länder mit einer Auflistung der Großraubtiere im Anhang V eine geregelte Jagd ermöglichen.

Filippo Segato, Generalsekretär FACE, Brüssel: Großraubtiere und Jagd aus europäischer Sicht
Rückkehrer Wolf – Willkommen ohne Wenn und Aber? Fachtagung des Deutschen Jagdverbandes e. V., 21. März 2014 in Berlin [/size]
https://www.jagdverband.de/sites/defaul ... 3%2014.pdf


Zitat:
So bewohnt der Wolf Europa
Diese Übersicht belegt die unterschiedlichen Ansichten der EU-Mitgliedsländer zur Umgangskultur mit dem Wolfsschutz [...]
Estland: 230 Wölfe, Jagd erlaubt von November bis Februar

Sorvia: Wieviele Wölfe jagen in Europa? http://www.sorvia.de/woelfe-in-europa.html


Also, lieber 25örefan, vielleicht kannst Du mit Hilfe der neuhinzugewonnenen Informationen über Estland nochmal versuchen, dem interessierten Leser zu erklären, wie das Einzelbeispiel des estnischen Schäfers dazu beitragen soll, Deine Argumentation pro Wolfsbejagung zu stützen.

Im übrigen steht in der von Dir genannten Quelle:

Zitat:
Tõnis Talve, Naturschutz Biologe in der Umweltinspektion, zuständig für Verluste verursacht durch Wölfe, sagt, dass bedauerlicher Weise unsere Schafzüchter bisher vorbeugende Maßnahmen eher bescheiden umgesetzt haben. [...]

„Hinsichtlich dieser Zäune, die Angriffe von Raubtieren reduzieren, kennen wir nur zwei Fälle, bei denen Wölfe innerhalb des Zaunes getötet haben.“ Talve sage: In einem Fall war der Zaun zu niedrig, im zweiten Fall gelang den Raubtieren durch eine Lücke, verursacht durch umgestürzte Bäume, hineinzukommen. Im letzten Fall gab der Besitzer den Fehler zu und nach der Reparatur des Zaunes belästigten die Wölfe die Schafe nicht mehr. [...]

Looduskalender, 20.09.2013: Eine Woche im Wald – Wie kann man Schafe vor Wölfen schützen? https://www.looduskalender.ee/de/node/17908


Die Empfehlungen der estnischen Behörden, lauten "auf der Grundlage der besten Erfahrungen aus Estland, als auch aus unseren Nachbarländern" auf folgende Zaunbauarten und -höhen, um das Risiko von Schäden durch Beutegreifer "drastisch zu reduzieren":

Entweder ein E-Zaun mit 5 Drähten, der unterste 20 cm Bodenabstand, der oberste 120 cm oder
ein Maschenzaun von 1 m Höhe mit einem stromführenden Draht in 120 cm Höhe und einem vor dem Zaun angebrachten stromführende Draht in 20 cm Abstand zum Boden (vgl. ebenda).

Da nützt die ganze Jagd auf Wölfe von November bis Februar auch nüscht - die Schäfer müssen ihre Tiere trotzdem schützen.

Was also wolltest Du jetzt nochmal als 100%ige Lösung empfehlen, 25örefan? :wink:


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BeitragVerfasst: 30.09.2018, 15:15 
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Es gibt übrigens auch in Deutschland Schäfer, die mit den nicht letalen Herdenschutzmaßnahmen sehr gute Erfahrungen gemacht haben.

Z. B. ein Berufsschäfer aus der Lüneburger Heide, der mitten im Wolfsgebiet noch nicht ein Tier an den Wolf verloren hat:

Zitat:
„Wir machen seit Jahren gute Erfahrung mit Elektrozäunen“, sagt der 51-Jährige und möchte es dabei zu diesem Thema auch lieber belassen.

Lüneburger Landeszeitung, 02.04.2018: Es kriselt in den Schäfereien https://www.landeszeitung.de/blog/lokal ... haefereien


Ein anderer hält eine Bejagung der Wölfe sogar für kontraproduktiv:

Zitat:
[...] wenn ein Rudel in der Nähe einer Schäferei gelernt hat, dass die Zäune Strom führen und in den Schafen Hunde sind, die ihre Schafe beschützen, dann führt das wohl dazu, dass die Wölfe diese Schafe nicht mehr angreifen.

Und wenn jetzt ein irrer Jäger gerade die Leitfähe aus diesem Rudel abschießt, weil praktisch 51 Tiere zu viel sind und 50 dürfen nur sein, dann gerät das ganze Rudel durcheinander und die fangen wieder neu an auszutesten, ob meine Schafe dann doch vielleicht Wild wären, was sie fressen könnten.

Knut Kucznik, Vorsitzender des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg im Deutschlandfunk, 09.03.2018: Wir machen unverzichtbare Arbeit für die Gesellschaft
https://www.deutschlandfunk.de/schaefer ... _id=412603


Der Naturfilmer Sebastian Körner hat u. a. einen Wolf in Deutschland gefilmt, der völlig unbeteiligt an einer durch einen Elektrozaun gesicherten Schafherde vorbeiläuft, weil er offensichtlich gelernt hat, dass aufgrund der schmerzhaften Stromschläge kein Herankommen an die Tiere ist. Er beachtet die Schafe einfach nicht:

Familie Wolf - gefärhliche Nachbarn? arte, verfügbar bis 26.10.2018 in der mediathek von arte oder nächster Sendetermin im Fernsehen auf arte: Sonntag, 07. Oktober 11:40 Uhr
https://www.arte.tv/de/videos/061721-00 ... -nachbarn/


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BeitragVerfasst: 30.09.2018, 15:30 
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https://www.weser-kurier.de/region/niedersachsen_artikel,-schulterschluss-gegen-den-wolf-_arid,1771501.html

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BeitragVerfasst: 30.09.2018, 16:31 
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25örefan hat geschrieben:
Und bevor ich auf Eure anderen Punkte eingehe, wie ist denn Eure Antwort auf meine wiederholt an Euch gestellte Frage:
„Und wo Ihr schon immer darauf hinweist, dass sich die Politik bezüglich Wolf über den Mehrheitswillen der Bevölkerung hinwegsetzt (was ich bisher nicht sehe), dann fragt Euch doch mal, ob sich diese Mehrheit sich wohl ihre Meinung zum Thema Wolf in Auseinandersetzung gestützt auf Fakten und Bewertungen von unterschiedlichster Seite gebildet hat oder ob nicht auch sie einer „Filterblase“ aufsitzt und die Mehrheitsmeinung nicht vorwiegend emotionaler Natur ist.“


In die Emotionen von 80% der Menschen - also rund 66 Mio.-, die den Wolf in Deutschland befürworten, haben weder wir noch Du einen Zugriff, weshalb solche "Fragen", insbesondere wenn sie auch noch penetrant wiederholt werden, in den altbekannten Baukasten schmutziger Rhetorik-Tricks ohne inhaltlichen Wert gehören.

Dafür gibt es repräsentative Meinungsumfragen, die folgende Ergebnisse pro Wolf erbracht haben:

2011 bei 79% (Forsa)
2014 bei 71% (Yougov),
2015 bei 80% (Forsa)
2017 bei 74% (Linzer Market-Institut, Österreich)
2017 bei 75% (gegen Abschüsse von Wölfen, haz-Umfrage)
2018 bei 79% (Forsa)

Um sich ein Bild zu machen, wieviele Menschen denn den Wolf bejagen wollen, finden wir Indizien in den von Jägern initiierten Petitionen gegen den Wolf:

- Bekenntnis gegen den Wolf: 2.421 Unterstützer (openpetition, 2015)
- NDS: Herr Umweltminister, setzen Sie dem Wolf Grenzen, jetzt: 7.037 Unterstützer, davon nur 3.609 aus Niedersachsen (openpetition, 2015)
- Kein Schutzstatus für Wolf und Luchs, Aufnhame ins Jagdrecht: 1.017 Unterstützer (openpetition, 2014)

In Österreich hat die Lobby Klartext gesprochen, wie mit der Bevölkerung umzugehen ist:

Die Bevölkerung "geistig umdrehen"

In Österreich ist die Zustimmung in der Bevölkerung zum Wolf genauso hoch wie in Deutschland: 80%. Auf einer Diskussionsveranstaltung zum "Wolf im Alpenraum" in Lienz (Osttirol) wurde vom Referenten Klartext über das Vorhaben und die dazugehörigen Instrumente gesprochen, die Meinung dieser Menschen gezielt zu ändern:

Zitat:
Zitat:
„80 Prozent der Bevölkerung sind für den Schutz des Wolfes. Die müssen wir geistig umdrehen."

Tiroler Tageszeitung, 01.06.2018: Diskussion in Lienz: Den Wolf mit PR-Maschinerie bekämpfen http://www.tt.com/panorama/gesellschaft ... inerie-bek


Die Bevölkerung, die die Ansichten der Minderheiten-Interessen aus Agrar- und Jagdkreisen nicht teilen will, soll mittels einer "PR-Maschinerie" durch "Viehalter und Bauernstand" entsprechend "geistig umgedreht" werden. Das von den Interessengruppen gewünschte "Umdenken" könne erst erreicht werden, wenn "Freizeitsportler, Touristen und Erholungssuchende" den Wolf als "Gefahr" begreifen würden.

Folglich müsse man der Bevölkerung "ein Problem machen" (ebenda).

Und der Weser-Kurier fällt übrigens nicht zum ersten Mal durch eine leicht verzerrte Berichterstattung aus der Wolfsgegner-Brille auf.
Demnach sind die ausgewählten Menschen, die zu Wort kommen:

- der niedersächsiche CDU-Fraktionschef
- der Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft
- der Sprecher der Vereinigung deutscher Landesschafzuchtverbände, nannte Wölfe auch schon "Schädlinge ohne Lebensrecht"
- der ehemalige Wirtschaftsminister von Niedersachsen, jetzt Umweltminister

Normalbevölkerung? Wissenschaftler? Experten der Behörden vom Bundesamt für Naturschutz oder der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf? Fehlanzeige.

Die "SPD-Waidgenossen" arbeiten übrigens auch recht siegesgewiss an ihrem politischen Einfluss auf die Politik.

Zitat:
Wir haben kein offizielles Mandat der Partei (SPD), sind aber gut vernetzt und werden gehört. [...]
Wir haben vor, uns als Fachleute dauerhaft in die jagdpolitische Diskussion einzubringen und wollen versuchen, konstruktiv auf den Minister einzuwirken. Und das werden wir schaffen.

Waidgenossen. Initiativkreis sozialdemokratischer Jägerinnen und Jäger, Interview mit der Jagdzeitung Wild und Hund 11.06.2014
http://www.waid-genossen.de/cms/website ... ta6118.htm


Fragt sich, ob es sich CDU und SPD auf Dauer leisten können, über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger hinweg allein Politik für die 1% Landwirte und 0,4% Jäger zu machen... Aktuell hat die Bundes-GroKo ja bekanntermaßen ihre Mehrheit bereits eingebüßt und würde im Falle von Neuwahlen nicht weitermachen können wie bisher.

Es wirkt so, als sollten wie beim Glyphosat oder der Verlängerung der Jagdpachtverträge in den Schutzzonen des Weltnaturerbes Wattenmeer nochmal schnell Fakten geschaffen werden, bevor der Wähler die Regierungsparteien abwählen kann.

Eine andere Initiative der Agrarlobby und der ihr dienenden Politiker aus Niedersachsen ist übrigens bei dem Wunsch nach Fortsetzung der tierquälerischen, betäubungslosen Ferkelkastration im Bundesrat gerade gescheitert.


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BeitragVerfasst: 30.09.2018, 19:14 
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Meinungen ändern sich.
Österreich:
https://kurier.at/chronik/niederoesterreich/land-niederoesterreich-ruettelt-am-schutz-des-wolfs/400097009
https://noe.orf.at/news/stories/2937165/

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BeitragVerfasst: 30.09.2018, 19:53 
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DjM
Zitat:
Entweder ein E-Zaun mit 5 Drähten, der unterste 20 cm Bodenabstand, der oberste 120 cm oder
ein Maschenzaun von 1 m Höhe mit einem stromführenden Draht in 120 cm Höhe und einem vor dem Zaun angebrachten stromführende Draht in 20 cm Abstand zum Boden (vgl. ebenda).
...
Was also wolltest Du jetzt nochmal als 100%ige Lösung empfehlen, 25örefan? :wink:

Wollte ich das?
Nein, lediglich zeigen, dass die herunterspielend propagierten 90cm nicht ausreichen.
Und auch Elektrozäune in der Höhe bieten keinen ausreichenden Schutz, auch wenn dies so aussieht:

DjM:
Zitat:
Der Naturfilmer Sebastian Körner hat u. a. einen Wolf in Deutschland gefilmt, der völlig unbeteiligt an einer durch einen Elektrozaun gesicherten Schafherde vorbeiläuft, weil er offensichtlich gelernt hat, dass aufgrund der schmerzhaften Stromschläge kein Herankommen an die Tiere ist


Das sieht möglicherweise aber nur so aus:
Zitat:
Eine Studie der Universität Aalborg lässt beim Schutz von Weidetieren vor dem Wolf Zweifel an der Wirksamkeit herkömmlicher Elektrozäune aufkommen. Im Rahmen der bereits vor zwei Jahren durchgeführten Untersuchung [url]hätten die Beutegreifer bei Testzäunen mit einer Höhe von 85 cm bis 105 cm und einer Stromspannung zwischen 2 400 V und 4 700 V das Hindernis in den meisten Fällen überwunden.[/url]

Dabei seien die Zäune sowohl übersprungen als auch unterkrochen worden. Selbst der Kontakt mit dem Stromdraht habe die Tiere nicht aufgehalten. Die Forscher um Studienleiterin Camilla Jensen erklären dies mit dem dicken Pelz der Wölfe, der sie meist vor den unangenehmen Stromstößen schütze. Dies zeige sich auch daran, dass die Zaunquerung in den Wintermonaten und daher mit Winterfell noch häufiger gewesen sei als im Sommer.

Die Wissenschaftler gehen zudem davon aus, dass auch die vom dänischen Umweltministerium ausgegebene Empfehlung zur optimalen Zaunhöhe mit 110 cm keinen ausreichenden Schutz gewährt. Auf Grundlage ihrer Erfahrungen empfehlen sie Elektrozäune mit einer Höhe zwischen 115 cm und 145cm.
https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Forscher-raten-beim-Wolfsschutz-zu-hoeheren-Zaeunen-8759979.html

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BeitragVerfasst: 30.09.2018, 20:05 
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DjM:
Zitat:
Und der Weser-Kurier fällt übrigens nicht zum ersten Mal durch eine leicht verzerrte Berichterstattung aus der Wolfsgegner-Brille auf.
Demnach sind die ausgewählten Menschen, die zu Wort kommen:

- der niedersächsiche CDU-Fraktionschef
- der Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft
- der Sprecher der Vereinigung deutscher Landesschafzuchtverbände, nannte Wölfe auch schon "Schädlinge ohne Lebensrecht"
- der ehemalige Wirtschaftsminister von Niedersachsen, jetzt Umweltminister

Normalbevölkerung? Wissenschaftler? Experten der Behörden vom Bundesamt für Naturschutz oder der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf? Fehlanzeige.

Nur die anderen haben immer eine verzerrte Brille...
Vielleicht hätten die ehrenamtlichen Wolfsberater ja auch gerne etwas dazu gesagt, die dürfen aber nicht :shock:, denn:
Zitat:
Wolfsberater in Niedersachsen sollen schweigen
Die rund 140 Wolfsberater in Niedersachsen werden dazu angehalten die fachlichen Positionen des Landes zu vertreten. Eine eigene Einschätzung bleibt ihnen untersagt.

Die ehrenamtlichen Wolfsberater sollen die Bürgerinnen und Bürger über den Wolf aufklären. Dabei vertreten sie ausschließlich die Meinung des Landes Niedersachsen.
Die ehrenamtlichen Wolfsberater sollen die Bürgerinnen und Bürger über den Wolf aufklären. Dabei vertreten sie ausschließlich die Meinung des Landes Niedersachsen. (Bernd Thissen /dpa)
Das Schreiben hat es in sich. Im Betreff und im ersten Absatz geht es noch um Datenschutz. Dann aber macht das niedersächsische Umweltministerium den rund 140 Wolfsberatern im Land deutliche Ansagen. „Sie vertreten nach außen die fachlichen Positionen des Landes und setzen sich nicht in öffentlichen Widerspruch zu diesen“, heißt es in dem Brief, der dem WESER-KURIER vorliegt. „Wolfsberater nehmen keine Beurteilung von Wolfsverhaltensweisen bezüglich Gefährlichkeit und Handlungsrelevanz vor.“ Das bleibe allein den zuständigen Behörden vorbehalten. „Dies gilt insbesondere gegenüber Außenstehenden und Medien.“

Vor allem bei den von den Raubtieren verursachten Schäden sollen die ehrenamtlichen Helfer tunlichst schweigen. Eine „Vorwegnahme der Verursacherschaft sowie deren Wahrscheinlichkeit“ sei zu unterlassen. „Im Fall eines Nutztierrisses beschränken Sie Ihre Aussagen gegenüber Dritten und Medien auf die aufgenommenen Fakten und vermeiden persönliche Meinungen und Interpretationen.“ Beigefügt sind dem Brief aus dem Haus von Ressortchef Olaf Lies (SPD) zwei Vordrucke, mit denen die Empfänger ihr Einverständnis nicht nur zum Datenschutz, sondern auch zu den Grundsätzen ihrer Tätigkeit erklären müssen. „Ein adressierter und frankierter Rückumschlag ist beigefügt.“ Eine wortgleiche Verpflichtung müssen neue Wolfsberater bei ihrer Ernennung unterzeichnen.
https://www.weser-kurier.de/region/niedersachsen_artikel,-wolfsberater-in-niedersachsen-sollen-schweigen-_arid,1772115.html
Na sowas, was könnten dIe „falsches“ sagen...

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BeitragVerfasst: 01.10.2018, 20:12 
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25örefan hat geschrieben:
Nein, lediglich zeigen, dass die herunterspielend propagierten 90cm nicht ausreichen.


Wer hat denn 90 cm propagiert? Es ist schwer vorstellbar, dass Du den Unterschied zwischen einem wolfsabweisenden Mindestschutz als Voraussetzung für staatliche Entschädigungszahlungen und einem empfohlenen hochwertigerem Herdenschutz immer noch nicht verstanden hast.

100%igen Herdenschutz hat niemand versprochen. Deine Vorstellung, die Du der FDP Heidekreis entnommen hast - siehe Seite 34 - ist eine Bejagung von Wölfen und eine Erklärung sämtlicher "von Nutztieren beweiden Flächen" zu "wolfsfreien Zonen".

Ganz davon abgesehen, dass das real überhaupt nicht praktikabel ist, propagierst Du damit eine Methode, die sich diversen wissenschaftlichen Studien zufolge zu gerade einmal 29% als effektiv erwiesen hat, und dann auch nur kurzfristig. In 71% gab es gar keinen Effekt oder sogar mehr Nutztierrisse:

Zitat:
Als wirksame Methode zum Schutz von Schafen hat sich der Herdenschutz erwiesen, erzeigte in 80 Prozent der untersuchten Fälle Erfolg. [...]
Doch das Töten einzelner Wölfe bringt nur selten den gewünschten Effekt. [...] Nur in 29 Prozent der untersuchten Fälle konnte ein minimaler und nur kurzfristiger Rückgang der Übergriffe auf Nutztiere durch eine Wolfstötung erzielt werden. In 71 Prozent wurden hingegen keine Effekte oder sogar mehr Nutztierschäden festgestellt.

Vet-Magazin, 19.09.2016: Wolfsabschüsse schützen keine Nutztiere https://vet-magazin.de/wissenschaft/wil ... tiere.html


Es ist schon sehr seltsam, den zu 80% effektiven Herdenschutz mit der Begründung abzulehnen, dass der ja keine 100% Sicherheit garantiere,
und dann stattdessen eine Methode zu propagieren, die gerade einmal zu 29%, und dann entweder auch nur minimal und kurzfristig funktioniert oder gar zu einer Erhöhung der Risse führt.

Leider bist Du eine Begründung für diese unlogische Denkweise bislang schuldig geblieben. Schade.


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Die Studie der Universität Ålborg, die mit Zoo-Polarwölfen im Ree Park Ebeltoft durchgeführt worden ist, sollte man im Gesamtkontext betrachten.

Die Überschrift in dem Fachmagazin AKTUEL NATURVIDENSKAB lautet: "ULVEHEGN DER VIRKER" - die Studie bietet also effektive Lösungen an.

Die Wissenschaftlerinnen haben in ihren konstruierten Versuchen mit 13 Zoo-Polarwölfen auf einem Hektar und Lockfutter in Form von Pferdefleisch in einem 10x10m großen Testzaun mögliche Schwachstellen von Herdenschutzmaßnahmen eruiert und Lösungen für eine höhere Effektivität entwickelt, mit denen herkömmliche Zäune relativ einfach nachgerüstet werden können.

Als effektiv hat sich dabei ein neu entwickelter Gummidraht mit einem Kern aus sieben dünnen Kupferdrähten erwiesen, mit denen herkömmliche Zäune 20 cm über dem Zaun und in 20 cm Bodenabstand vor dem Zaun nachgerüstet werden können, womit die Schutzfuntion gegenüber traditionellen Zäunen erheblich gesteigert werden kann.

Zitat:
Vores forsøg viser, at denne opsætning med en strømførende gummitråd henholdsvis 20 cm over og under det traditionelle fårehegn er
et langt bedre værn mod ulve end det traditionelle hegn alene.

Jensen, Pagh, Stronen: Ulvehegn der virker, Aktuel Naturvidenskab Nr. 4/2017 Seite 13-15
https://aktuelnaturvidenskab.dk/fileadm ... vehegn.pdf


Die Wissenschaftlerinnen empfehlen eine Höhe von 115-145 cm und eine Spannung von 5000 Volt, um Wölfe effektiv abzuwehren.

Das dänische Umweltministerium empfiehlt eine Zaunhöhe von 120 cm und eine Spannung von mindestens 4500 Volt.

Miljø- og Fødevareministeriet: Hvordan beskytter man sine husdyr? https://mst.dk/natur-vand/natur/artslek ... ne-husdyr/

Übrigens haben nicht nur Wölfe, insbesondere Polarwölfe, ein isolierendes Fell, sondern vor allem auch Schafe, weshalb eine Stromspannung von z. B. 2500 Volt auch ganz ohne Wolf nicht ausreichend ist, um Schafe am Ausbrechen zu hindern:

Zitat:
Die Hütesicherheit für Schafe erfordert wegen der isolierenden Wirkung der Wolle, dass auch bei Kontakt die Zaunspannung an jeder Stelle zu jedem Zeitpunkt noch mindestens 4000 Volt beträgt. Bei Ziegen reichen 2000 Volt aus. Die Hütespannung sollte in der Praxis zwischen 4000 Volt und 10000 Volt liegen, [...].

Dr. Thomas Jilg, Landwirtschaftliches Zentrum für Viehhaltung, Grünlandwirtschaft, Milchwirtschaft, Wild, Fischerei Baden-Württemberg (LAZBW): Die Weidesaison beginnt - worauf ist bei Weidezäunen für Schafen und Ziegen zu achten?


Allein um die Schafe und Ziegen am Ausbrechen zu hindern, wird auch hier auf eine Zaunhöhe von 90 cm - 120 cm verwiesen, mit einem maximalen Bodenabstand von 30 cm, "um das Durchschlüpfen von Lämmern zu verhindern". (ebenda).

Das dänische Umweltministerium schreibt, dass existierende Zäune in vielen Fällen mit relativ wenig Aufwand nachzurüsten sind:

Zitat:
I mange tilfælde er der tale om relativt små opgraderinger og modifikationer på allerede eksisterende hegn.

Miljø- og Fødevareministeriet: Hvordan beskytter man sine husdyr? https://mst.dk/natur-vand/natur/artslek ... ne-husdyr/


Die Wissenschaftlerinnen der Ålborg Universität wollen übrigens weiterforschen, wie man den Herdenschutz verbessern kann, um eine friedliche Koexistenz mit dem Wolf zu fördern:

Zitat:
Jo bedre muligheder, der er for at sikre husdyr på en økonomisk og arbejdsmæssig bæredygtig måde, jo større mulighed for fredelig sameksistens mellem mennesker og ulve.

Jensen, Pagh, Stronen: Ulvehegn der virker, Aktuel Naturvidenskab Nr. 4/2017 Seite 13-15
https://aktuelnaturvidenskab.dk/fileadm ... vehegn.pdf


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BeitragVerfasst: 01.10.2018, 22:07 
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Und noch eines zu dem vermeintlichen "Maulkorb" für Wolfsberater in Niedersachsen:

Die Rissbegutachtung durch Ehrenamtler, die in relativ kurzen Schulungen ausgebildet worden sind, wurde schon 2015 von ausgewiesenen Wissenschaftlern kritisiert, weil diese Aufgabe das Ehrenamt überfordern würde.

Ein Teil der Wolfsberater wurde von den Wolfswissenschaftlern, ein anderer Teil von der Landesjägerschaft ausgebildet.

Insbesondere bei den Jägern unter den Wolfsberatern sind in der Vergangenheit gegenüber der Presse Äußerungen getätigt worden, die in den Medien eine große Welle geschlagen haben, sich im Nachhinein aber als nicht haltbar erwiesen haben.

Ich erinnere mal an die "Gartower Knabberwölfe", die einen Jäger beim Joggen "angeknabbert" haben sollen, weshalb der Wolfsberater, der auch Jäger ist und den Vorfall zunächst aufgenommen hatte, im NDR bei "Hallo Niedersachsen" von Abschüssen sprach und dem Umweltministerium Untätigkeit vorwarf (welches erst mit Verspätung überhaupt informiert worden war). Bei der Befragung durch eine eiligst beauftragte Amtsveterinärin gab der "Geschädigte" dann zu Protokoll, dass seine geringfügige Verletzung an der Innenseite des Daumens auch durch einen Ast (!) verursacht worden sein könnte. Das von ihm beschriebene Aussehen und Verhalten der Tiere, denen er begegnet sein wollte, wurden von der Amtsveterinärin als hundetypisch und wolfsuntypisch eingeschätzt.

Ein anderes Beispiel ist der Riss eines Rehs in einem Freibad in Bad Bevensen im April 2018, über den z. B. der NDR am 20.04.2018 berichete:
"Wolf soll Reh im Freibad gerissen haben". Der Wolfsberater, der auch Jäger ist, urteilte, dass es "deutliche Hinweise" auf einen Wolfsriss gebe. Die Bürger sollen lt NDR verunsichert gewesen sein und es sollte eine Infoveranstaltung zum Wolf im Kurhaus geben.

Am 31.05.2018 folgte dann eine kurze Notiz auf ndr.de, dass das Reh lt. DNA-Analyse von einem Hund getötet worden sei.

NDR, 20.04.2018: Wolf soll Reh im Freibad gerissen haben https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... f3428.html
NDR, 31.05.2018: Hund tötet Reh im Freibad https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... g1336.html

Es dient nicht gerade der Versachlichung, wenn ausgerechnet die Wolfsberater voreilig vor einem genauen Analyseergebnis der
"Wolfshysterie neue Nahrung" geben.


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BeitragVerfasst: 01.10.2018, 22:11 
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Zitat:
Wer hat denn 90 cm propagiert? Es ist schwer vorstellbar, dass Du den Unterschied zwischen einem wolfsabweisenden Mindestschutz als Voraussetzung für staatliche Entschädigungszahlungen und einem empfohlenen hochwertigerem Herdenschutz immer noch nicht verstanden hast.

Ich hab schon verstanden. Lest Euch die Beiträge von Beginn der Zaunhöhendiskussion hier durch, dann Ihr es.
90cm werden (verharmlosend!) empfohlen und als Voraussetzung für Entschädigungszahlungen vorgeschrieben. Darf ja so schlimm nicht sein, die müssen genügen, wohl wissend, dass mehr allein aus Kostengründen nicht verlangt werden kann.
Deutlicher höhere Zäune sind notwendig, um ausreichenden Schutz zu bieten, von optimalen oder gar sicherem Schutz ganz zu schweigen. Mittlerweile sind wir uns ja nach alldem was Ihr insbesondere im letzten Beitrag geschrieben habt wohl einig, dass 90cm keinen ausreichenden Schutz bieten.
Die Frage der Machbarkeit, und insbesondere der Bezahlbarkeit höhererer Zäune diskutieren diejenigen, die die Mehrkosten zu tragen haben naturgemäß anders als jene, die dies nicht müssen.
Mehr habe ich nicht bestätigt haben wollen. Danke.

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BeitragVerfasst: 01.10.2018, 23:01 
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Zitat:
Wer hat denn 90 cm propagiert? Es ist schwer vorstellbar, dass Du den Unterschied zwischen einem wolfsabweisenden Mindestschutz als Voraussetzung für staatliche Entschädigungszahlungen und einem empfohlenen hochwertigerem Herdenschutz immer noch nicht verstanden hast.

100%igen Herdenschutz hat niemand versprochen. Deine Vorstellung, die Du der FDP Heidekreis entnommen hast - siehe Seite 34 - ist eine Bejagung von Wölfen und eine Erklärung sämtlicher "von Nutztieren beweiden Flächen" zu "wolfsfreien Zonen".

Ganz davon abgesehen, dass das real überhaupt nicht praktikabel ist, propagierst Du damit eine Methode, die sich diversen wissenschaftlichen Studien zufolge zu gerade einmal 29% als effektiv erwiesen hat, und dann auch nur kurzfristig. In 71% gab es gar keinen Effekt oder sogar mehr Nutztierrisse:

Zitat:
Als wirksame Methode zum Schutz von Schafen hat sich der Herdenschutz erwiesen, erzeigte in 80 Prozent der untersuchten Fälle Erfolg. [...]
Doch das Töten einzelner Wölfe bringt nur selten den gewünschten Effekt. [...] Nur in 29 Prozent der untersuchten Fälle konnte ein minimaler und nur kurzfristiger Rückgang der Übergriffe auf Nutztiere durch eine Wolfstötung erzielt werden. In 71 Prozent wurden hingegen keine Effekte oder sogar mehr Nutztierschäden festgestellt.

Vet-Magazin, 19.09.2016: Wolfsabschüsse schützen keine Nutztiere https://vet-magazin.de/wissenschaft/wil ... tiere.html

Ich habe nirgendwo irgendetwas propagiert!
Und was den Abschuss von einzelne Wölfen angeht, da gibt es durchaus begründete Zweifel, ob dies nichts oder doch etwas nützt. Die Diskussion hatten wir hier übrigens bereits:http://dk-forum.de/phpbb3/viewtopic.php?f=11&t=30753&start=540
Begründete Zweifel an der Aussage der oben im vetmagazin veröffentlichen Aussage gibt es hier:http://www.wolfszone.de/000main/texte/Postfaktische%20Debatten.html
Und hier:http://www.wolfszone.de/000main/texte/WSU%20Studie.html

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