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BeitragVerfasst: 09.10.2018, 13:11 
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7/2018:
Zitat:
WOLFSANGRIFF TROTZ HERDENSCHUTZ

AM ELBDEICH BEI LENZEN HAT EIN BIOBAUER SCHAFE DURCH EINEN WOLFSANGRIFF VERLOREN. PIKANT: DIE EMPFOHLENEN HERDENSCHUTZMASSNAHMEN WURDEN VORSCHRIFTSGEMÄSS UMGESETZT
Marc Mennle hat mit Wölfen so seine Erfahrungen gemacht. Der Biobauer im brandenburgischen Lenzen hat laut dem Bauernbund Brandenburg vor zwei Jahren bereits 23 Schafe durch Wölfe verloren. Und nun wurden wieder zwei Schafe gerissen – trotz vorbildlicher Herdenschutzmaßnahmen. Seine etwa 300 Schafe große Herde schütze Mennle durch einen 90 Zentimeter hohen Elektrozaun sowie drei spezialisierte Herdenschutzhunde. Die Hunde seien „zertifiziert, vom Land gefödert“ und stammen aus den Pyrenäen, so der Landwirt. Die Schutzhunde hätten die Wölfe aber offensichtlich nicht vom Angriff abhalten können.
https://www.outfox-world.de/news/wolfsangriff-trotz-herdenschutz.html
Und schon wieder:
10/2018:
Zitat:
HERDENSCHUTZ OHNE NUTZEN: SCHÄFER VERLIERT ERNEUT TIERE

BRANDENBURGER MARC MENNLE SETZT VORSCHRIFTSMÄSSIG AUF ZÄUNE UND HUNDE – UND MUSS IMMER WIEDER TÖDLICHE WOLFSRISSE HINNEHMEN
Der brandenburgische Biobauer Marc Mennle ist mit seinem Latein am Ende: Bereits zum dritten Mal hat er jetzt Schafe durch einen Wolfsangriff verloren – und das, obwohl seine Tiere sowohl mit Herdenschutzzäunen als auch mit Hunden geschützt werden. Der Bauernbund Brandenburg fordert Konsequenzen.
https://www.outfox-world.de/news/herdenschutz-ohne-nutzen-schaefer-verliert-erneut-tiere.html

Zitat:
Streit um richtige Wolfsstrategie
LANDWIRTSCHAFT - FDP fordert Bejagung
Markus Sievers, Büro Berlin
BERLIN. Die Bundesregierung schadet nach Einschätzung der FDP mit ihrem anhaltenden Streit über eine Wolfsstrategie den Bauern in Deutschland mit Weidevieh. Eine Anfrage zu den Plänen des Landwirtschaftsministeriums habe keinerlei Klarheit erbracht, sagte Gero Hocker, agrarpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, unserer Berliner Redaktion. „Die Antwort auf meine Anfrage zur Wolfsstrategie strotzt nur so vor Unwissenheit und Untätigkeit.“ Nach Ansicht von Hocker braucht die Bundesrepublik eine Definition der Kriterien, wann ein Wolf getötet werden dürfe, etwa wenn er einen Schutzzaun für Weidetiere überwunden habe. Auch müsse es grundsätzlich erlaubt werden, Wölfe zu jagen.
Allein in Niedersachsen leben 19 Wolfsrudel in freier Wildbahn, Fachleute schätzen die Zahl der Wölfe auf 150 bis 200.
Das Land plant, eine Initiative zum Umgang mit Wölfen in den Bundesrat einzubringen. Ziel ist, deutschlandweit klare Regeln im Umgang mit Wölfen zu schaffen und der wachsenden Zahl der Tiere rechtssicher begegnen zu können.
NWZ, 09.10.2018

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BeitragVerfasst: 09.10.2018, 15:20 
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Ich habe mich nur mit dem ersten verlinkten Artikel beschäftigt; das reichte mir schon..


Zitat:
Mennle ist ratlos: „Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Man ist der Bestie wehrlos ausgeliefert.“



Abgesehen davon, dass ich den Ausdruck „Bestie“ unangemessen finde, wundere ich mich über das Datum des Artikels:

Zitat:
Redaktion / 31.07.2018


In diesem u.a. wird auf einen aktuellen Vorfall hingewiesen, bei dem zwei Schafe von Wölfen gerissen worden seien.


In einem anderen Artikel (3.8.2018) zu dem Vorfall steht zu lesen:

„vermutlich“

und


Zitat:
Bei zwei Angriffen auf seine Schafherde verlor er am vergangenen Wochenende drei Tiere. „Es war ein Wolf“, sagt Mennle, der bis gestern auf das offizielle Gutachten des Landesumweltamtes gewartet hatte. Es kam noch nicht, er muss weiter warten. Aber auch ohne diese Formalie sei die Sache klar für ihn. – Quelle: https://www.svz.de/20615397 ©2018



Handelt es sich hier etwa um unterschiedliche Fälle oder vermitteln die „Outfox-Seiten“ dem Leser zu einem Zeitpunkt „Fakten“, die noch gar nicht durch ein Gutachten feststanden? Sollte Letzteres der Fall sein, so möchte ich dich, 25Örefan, darum bitten, dieses inflationäre Verlinken dieser immer wieder seltsam (und passend zu deren Intentionen „durchgeknallt“ :wink: ) erscheinenden Outfox-Seiten in Zukunft zu unterlassen oder wenigstens im Ansatz kritisch zu reflektieren.

Touri


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BeitragVerfasst: 09.10.2018, 17:45 
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@Touri
Outfox hat seinen Artikel aus der Berichterstattung der MAZ***entnommen, von daher sind die Formulierungen korrekt
***http://www.maz-online.de/Lokales/Prignitz/Erneut-Wolfsangriff-auf-Schade-in-Lenzen
Die Wortwahl des Schäfers („Bestie“) wäre jetzt nicht meine, aber sie ist angesichts seiner emotionalen Betroffenheit möglicherweise nachvollziehbar, zumal es für diesen Schäfer mittlerweile das 2.Vorkommnis in diesem Jahr ist (7/2018, 10/2018) und in seinem Fall die Wogen hochschlagen, nachdem einerseits ihm vorgeworfen wird, dass ein Riss möglicherweise fingiert sei und dem andererseits Gutachter als Nabu-Mitglied Befangeheit angelastet wird.
https://www.pnn.de/brandenburg/woelfe-in-brandenburg-schaefer-erhebt-schwere-vorwuerfe-gegen-rissgutachter-des-umweltamts/22916594.html
http://www.maz-online.de/Brandenburg/Alles-nur-inszeniert-Streit-um-Wolfsrisse-in-der-Prignitz-eskaliert

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BeitragVerfasst: 09.10.2018, 18:12 
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Konsequenzen fordern ist nicht schwer, aber deren Umsetzung u.U. dagegen sehr. :wink:
In Dänemark ist es immer noch ungesetzlich ein Wolf zu jagen. Ob Deutschland konsequenter ist im umsetzen wird sich ggf. zeigen, aber aktuell ist es auch da verboten.

Hendrik77


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BeitragVerfasst: 09.10.2018, 19:27 
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25örefan hat geschrieben:
@TouriOutfox hat seinen Artikel aus der Berichterstattung der MAZ***entnommen, von daher sind die Formulierungen korrekt***http://www.maz-online.de/Lokales/Prignitz/Erneut-Wolfsangriff-auf-Schade-in-LenzenDie Wortwahl des Schäfers („Bestie“) wäre jetzt nicht meine, aber sie ist angesichts seiner emotionalen Betroffenheit möglicherweise nachvollziehba



1. Der Artikel http://www.maz-online.de/Lokales/Prigni ... -in-Lenzen ist am 6.10. erschienen. Meine
Ausführungen bezogen sich auf den Artikel der Outfox-Seite vom 31.7. Wie ich schon erwähnte, habe ich nur diesen -also den
ersten von dir verlinkten - gelesen. https://www.outfox-world.de/news/wolfsa ... chutz.html
2. In dem Artikel http://www.maz-online.de/Lokales/Prigni ... -in-Lenzen vom 6.10. wird das
Wort „Bestie“ nicht erwähnt.
3. In dem Artikel https://www.outfox-world.de/news/wolfsa ... chutz.html wird die MAZ gar nicht genannt

Deshalb ist deine Behauptung, die Outfox- Formulierungen seien korrekt, nicht korrekt. Insgesamt erscheinen mir diese Seiten nach wie vor seltsam, nicht nur, weil es sich wohl um eine "Interessensseite" für Jäger handelt, was z. B. nicht nur an der penetranten Werbung für "Merkel-Waffen" deutlich wird, sondern auch, weil sie einige selbstverständliche Standards des Journalismus vermissen lässt. Ich halte diese Links für entbehrlich und mittlerweile kommt mir deren Aussagekraft so vor, als würde ein dänischer Schweinezüchterverband ohne fundierte Quellenangabe vor gefährlichem Gemüse, z. B. vor der Gurkenbestie berichten und reißerisch warnen, um seinen Umsatz bzw. den Fleischkonsum zu steigern.

Touri


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BeitragVerfasst: 09.10.2018, 20:20 
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Es gibt ein Gutachten - und darin heißt es: "(...) Es ist daher nicht auszuschließen, dass der Kadaver an der Stelle platziert wurde."

Märkische Allgemeine, 18.08.2018: Wurde der Wolfsangriff nur inszeniert? http://www.maz-online.de/Brandenburg/Al ... -eskaliert

Verdauungsorgane und Pansen hätten ohne irgendwelche Blutspuren etwas abseits vom Kadaver gelegen.

Der Schäfer warf dem Gutachter vor, auch NABU-Wolfsbotschafter zu sein, während das zuständige Umweltamt seinem Gutachter dagegen "Objektivität und Sachkunde" bescheinigte und darüber hinaus schließlich auch mit ehrenamtlichen Wolfsexperten aus Agrar- und Jagdkreisen zusammen arbeiten würde.

Der NABU dagegen vermutet eine "Komplizenschaft" des Schäfers mit dem Geschäftsführer des Bauernbundes, der eine "„Hetzkampagne“ gegen den Wolf betreibe":

Zitat:
Es sei auffällig, dass Mennle den Bauernbund und die Presse eher informiert habe als die Behörde und den Schafzuchtverband, und dass beide, Jung und Mennle, in der Prignitz arbeiteten, so Schröder. „Je genauer man hinsieht, umso mehr Fragen wirft dieser Fall auf.“

Märkische Allgemeine, 18.08.2018: Wurde der Wolfsangriff nur inszeniert? http://www.maz-online.de/Brandenburg/Al ... -eskaliert


Tatsächlich ist in Brandenburg ein Streit entbrannt, bei dem verbal und politisch scharf geschossen wird.


Bauernbund fordert Abschuss der Wölfe

Schon 2015 forderte der Bauernbund-Geschäftsführer auf eine Frage der taz, wie mit dem Wolf umzugehen sei: "Schießen! Sofort schießen!"

taz, 11.07.2015: Bauernbund über Wölfe auf der Weide: "Schießen! Sofort schießen!" http://www.taz.de/!5208996/

Die SVZ betitelte den Geschäftsführer des Bauernbunds 2017 als "Agrar-Lobbyisten" und "Meister der Attacke", der Pressemitteilungen verschicke, Interviews gebe oder sich "mit pointierten, zuweilen auch polemischen Attacken bei Konferenzen oder Anhörungen im Landtag zu Wort" melde.

SVZ, 22.02.2017: Agrar-Lobbyist Reinhard Jung: Meister der Attacke https://www.svz.de/regionales/brandenbu ... 72091.html

Im Januar 2018 kündigte der Geschäftsführer des Bauernbundes Kompromisslosigkeit bezüglich des Wolfes an:

Zitat:
Drohend hebt der Bauer den Finger: „Wir ziehen unsere Kompromissbereitschaft zurück und werden kompromisslos sein.“ [...] Es heißt, dass sich viele Bauern bereits eigenmächtig gegen den Wolf wehren. „Schießen, Schippen, Schweigen“ wird die Abwehr inoffiziell genannt.

BZ, 18.01.2018: Trotz neuer Verordnung - Angst vor Wölfen: Brandenburgs Bauern „schießen, schippen, schweigen“
https://www.bz-berlin.de/berlin/umland/ ... -schweigen


Erster Antrag auf Wolfsabschuss vom Landesumweltamt abgelehnt

Im März 2018 wurde der erste Antrag eines Viehhalters auf Abschuss des Dobbrikower Rudels nach der neuen Brandenburger Wolfsverordnung vom Landesumweltamt abgelehnt, weil die Tiere nicht ausreichend geschützt gewesen seien. Dies wäre aber Voraussetzung gewesen.

MOZ, 06.03.2018: Erster Antrag auf Wolfsabschuss abgelehnt https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1643171/

Bauernbund: "Mit dem Nabu werden wir auch noch fertig"

Im Juni beklagte der Bauernbund-Geschäftsführer, dass die Bauern für "alle Übel verantwortlich gemacht" würden und dass er um ein "besseres Image der Landwirte" kämpfe - und polterte dann sogleich

Zitat:
Wir haben den Gen-Konzern Monsanto vom Land gejagt, wir haben den Kohle-Konzern Vattenfall vom Land gejagt und mit dem Naturschutzbund Nabu werden wir auch noch fertig.“

Berliner Morgenpost, 04.06.2018: Landwirt: "Wir werden für alle Übel verantwortlich gemacht" https://www.morgenpost.de/brandenburg/a ... macht.html


Juristische Schützenhilfe gegen den Wolf von der FDP

Zitat:
Zuletzt ließ der Bauernbund den Streit über den Abschuss von Problemwölfen eskalieren. [...]
In einem Gutachten bescheinigte der Rechtsanwalt und FDP-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Kubicki den Landwirten eine Art Notwehrrecht im Umgang mit dem Wolf. Ein straffreier Abschuss zum Schutz besonders schützenswerter Tiere der Herde sei möglich, heißt es darin. Einen Aufruf zur Selbstjustiz sieht Jung darin nicht. Es sei längst ein offenes Geheimnis, dass es mittlerweile an der Tagesordnung sei, Wölfe, die die Weidetiere gefährden, illegal zu töten. „Schießen, schippen, schweigen“ nennen das die Landwirte.

Berliner Morgenpost, 04.06.2018: Landwirt: "Wir werden für alle Übel verantwortlich gemacht" https://www.morgenpost.de/brandenburg/a ... macht.html


Und da wundert sich der Geschäftsführer des Bauernbundes ernsthaft über das desolate Image der Landwirte?

Bauernbund will Musterprozess für Erschießen von Wölfen

Offenbar plant der Bauernbund einen Musterprozess unter Berufung auf das Rechtsgutachten des FDP-Politikers Wolfgang Kubicki:

Zitat:
Der Bauernbund [...] strebt nach eigenen Angaben einen Musterprozess an. Er stellte in Aussicht, dem ersten Landwirt oder Jäger, der angeklagt werden sollte, weil er einen Wolf in Notwehr tötete, die Prozesskosten zu bezahlen. [...] Bauernbund-Geschäftsführer Jung sagte, dass das Gutachten für den Widerstand gegen den Wolf eine zusätzliche Perspektive eröffne, neben dem „Bohren dicker Bretter“ in der Politik. Kubicki stellte in Aussicht, dass er bei einem möglichen Prozess die Verteidigung übernehmen würde.

MOZ.de, 19.05.2018: Aus Notwehr Wölfe töten - Bauernbund plant Musterprozess https://www.moz.de/nachrichten/brandenb ... 1/1657746/


Voraussetzungen für Wolfsabschuss erfüllt?

Da die Brandenburger Wolfsverordnung einen Abschuss in Aussicht stellt, wenn ein Wolf zum zweiten Mal den Vorgaben entsprechend geschützte Weidetiere reißt, wäre die nächste logische Folge auf der Leiter der Eskalationsstufen, dass genau dieses geschieht.

Im Juli erfolgte der erste Angriff auf die Schafe des oben beschriebenen Schäfers, der auf der Seite des Bauernbunds von einer "Bestie" spricht, der man "wehrlos ausgeliefert" sei. Der Bauernbund forderte einen "Stopp aller Herdenschutzprogramme" und "stattdessen eine Schutzjagd auf Wölfe nach dem skandinavischen Modell".

Bauernbund Brandenburg, 29.07.2018 Nach Wolfsangriff bei Lenzen: Bauernbund verlangt Stopp aller Herdenschutzprogramme
http://www.bauernbund-brandenburg.de/in ... zprogramme

Am 13.08.2018 schrieben die Potsdamer Neuesten Nachrichten, dass die beiden aktuellen Risse in den geschützten Herden des Schäfers zum "Präzedenzfall" werden könnten, da ein Tier (sprich: Wolf) getötet werden könne, "wenn es nachweislich mindestens zweimal in eine gesicherte Anlage eingedrungen ist".

Zitat:
Die Angriffe auf Mennles Herde könnten zum Präzedenzfall werden. Zu beiden Rissen wurden Gutachten erstellt, eine Entscheidung im Ministerium steht noch aus. „Werden beide Attacken als Wolfsriss gewertet, werde ich den Abschuss beantragen“, sagt Mennle entschlossen.

Potsdamer Neueste Nachrichten, 13.08.2018: Die Angst des Schäfers vor dem Wolf https://www.pnn.de/brandenburg/besuch-i ... 07258.html


Verblüffende Wende: Gutachter zweifelt an Riss

Einen Tag später berichteten dann die Potsdamer Neuesten Nachrichten, dass der Gutachter Zweifel an einem der Risse habe:

Zitat:
Denn eines der beiden Gutachten, das den PNN exklusiv vorliegt, legt nahe, dass Mennle den Riss vorgetäuscht haben könnte. Es gebe keine blutigen Schleifspuren am Boden, der Übergriff sei spät gemeldet worden und vom Kadaver seien trotz der Anwesenheit vieler Herdenhunde große Teile genutzt worden, schreibt Gutachter Uwe Schanz. Seine Bilanz: „Es ist nicht auszuschließen, dass der Kadaver an der Stelle platziert wurde.“

Potsdamer Neueste Nachrichten, 14.08.2018: Schäfer erhebt schwere Vorwürfe gegen Rissgutachter des Umweltamts https://www.pnn.de/brandenburg/woelfe-i ... 16594.html


Oktober 2018: Nun Riss Nr. 3

Nun soll es also erneut einen Angriff auf die geschützte Herde des Schäfers gegeben haben. Die "Fehler", die der Wolf bei dem vorherigen Riss gemacht hat, welche den Gutachter zweifeln ließen, hat er dieses Mal vermieden. Der Chef des Bauernbundes (da ist er wieder) beschreibt die Situation wie folgt:

Zitat:
„Dass der Wolf die gefundenen Schafe nur schwer verletzen, sie aber nicht töten und fressen konnte, deutet darauf hin, dass die Herdenschutzhunde ihn diesmal aktiv bekämpft haben. Im Ergebnis ist der Schaden trotzdem da, das heißt,der vorgeschriebene Herdenschutz hat die Wolfsrisse an diesem Standort zum dritten Mal nacheinander nicht verhindern können“, so der Chef des Bauernbundes.

Märkische Allgemeine, 06.10.2018: Erneut Wolfsangriff auf Schafherde in der Prignitz http://www.maz-online.de/Lokales/Prigni ... -in-Lenzen




Wer irgendwie das Gefühl hat, den Namen des Schäfers schon einmal gehört oder gelesen zu haben, irrt nicht, denn eine gewisse Medienpräsenz lässt sich feststellen.

Am 11.07.2018 meldete Antenne Brandenburg, dass ein Teil seiner Schafe aufgrund der Dürre vorzeitig zum Schlachter müsste:

Zitat:
Schäfermeister Mark Mennle aus Pritzwalk (Prignitz) sagte am Mittwoch dem rbb, er habe bereits ein Drittel seiner 600 Mutterschafe und alle Lämmer verkaufen müssen: "Beim Futter sieht es ganz dramatisch aus, ich habe 90 Hektar im Grünland Totalausfall, da steht kein grüner Halm mehr", so Mennle im Gespräch mit Antenne Brandenburg.

Der Ertrag für seinen frühen Verkauf sei mager, denn die Tiere hätten lediglich die Hälfte des normalen Schlachtgewichts. Allein dieser Notverkauf seiner mageren Lämmer sorge bei ihm für Einbußen von etwa 18.000 Euro.

rbb24, 11.07.2018: Kein Futter auf ausgedorrten Weideflächen Trockenheit treibt Schafe frühzeitig zum Schlachter https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag ... luste.html


Im Juli 2015 hat die SVZ berichtet, dass ein Radfahrer zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr 200-300 Tiere des Schäfers bei 30° C und ohne Schatten auf dem Elbdeich durch eine Wassergabe der Feuerwehr vor dem Verdursten gerettet habe.

SVZ, 07.07.2015: Schafe vor Verdursten gerettet - Radfahrer verhindert Tragödie https://www.svz.de/lokales/prignitz/rad ... 67086.html

Am 08.07.2015 meldete sich der Schäfer zu Wort und wies "auf Ungereimtheiten" hin. Er habe die Tiere morgens getränkt und vermutete, dass entweder die Schafe "die Kübel umgekippt" hätten oder "bösartige Menschen". Er äußerte zudem Zweifel, "dass Passanten, die Feuerwehr oder Pressevertreter den Gesundheitszustand von Tieren fachlich richtig einschätzen können."

SVZ, 08.07.2015: Schäfer weist Vorwürfe von sich - 3000 Liter für die Herde https://www.svz.de/lokales/prignitz/300 ... 75766.html

Man darf gespannt sein, wie es weitergeht...


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BeitragVerfasst: 09.10.2018, 20:42 
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Touri hat geschrieben:
25örefan hat geschrieben:
@TouriOutfox hat seinen Artikel aus der Berichterstattung der MAZ***entnommen, von daher sind die Formulierungen korrekt***http://www.maz-online.de/Lokales/Prignitz/Erneut-Wolfsangriff-auf-Schade-in-LenzenDie Wortwahl des Schäfers („Bestie“) wäre jetzt nicht meine, aber sie ist angesichts seiner emotionalen Betroffenheit möglicherweise nachvollziehba



1. Der Artikel http://www.maz-online.de/Lokales/Prigni ... -in-Lenzen ist am 6.10. erschienen. Meine
Ausführungen bezogen sich auf den Artikel der Outfox-Seite vom 31.7. Wie ich schon erwähnte, habe ich nur diesen -also den
ersten von dir verlinkten - gelesen. https://www.outfox-world.de/news/wolfsa ... chutz.html
2. In dem Artikel http://www.maz-online.de/Lokales/Prigni ... -in-Lenzen vom 6.10. wird das
Wort „Bestie“ nicht erwähnt.
3. In dem Artikel https://www.outfox-world.de/news/wolfsa ... chutz.html wird die MAZ gar nicht genannt

Deshalb ist deine Behauptung, die Outfox- Formulierungen seien korrekt, nicht korrekt.

Touri

Tja, wenn man nicht alles liest...
Sie sind schon korrekt, denn sie stammen von hier:
http://www.bauernbund-brandenburg.de/index.php/8-pressemitteilungen/194-nach-wolfsangriff-in-lenzen-bauernbund-verlangt-stopp-aller-herdenschutzprogramme
,das war übrigens auch so in dem 1.Outfox- Artikel verlinkt (um zu dem entsprechenden Artikel zu gelangen hätte ein Klick auf das Unterstrichne genügt.
Zitat:
Der Biobauer im brandenburgischen Lenzen hat laut dem Bauernbund Brandenburg

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BeitragVerfasst: 09.10.2018, 20:58 
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Und warum verweist du dann oben auf einen völlig anderen Artikel? :roll:


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BeitragVerfasst: 09.10.2018, 21:09 
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DjM schrieb
Zitat:
Man darf gespannt sein, wie es weitergeht...

Kann man, denn diesmal hat es die mit einem 110cm hohen Elektozaun geschützte Herde einer Naturschutzstation erwischt:
Zitat:
Herde der Naturschutzstation dezimiert 40 tote Schafe bei Niesky: Landkreis prüft Wolfsabschuss
Bei Niesky hat es einen Wolfsübergriff auf eine Herde mit rund 140 tragenden Mutterschafen gegeben. Etwa 40 Moorschnucken und fünf Ziegen sind tot, viele Tiere werden noch vermisst.
ie Schafherde der Naturschutzstation "Östliche Oberlausitz" ist von einem Wolfsrudel angegriffen worden. Einwohner hatten am Dienstagmorgen auf der Straße zwischen Förstgen und Tauer herumirrende Schafe gesehen und die Naturschutzstation informiert. Als man nach der Herde sah, stellte sich heraus, dass rund 40 Schafe und fünf Ziegen tot sind. Einige Wölfe wurden sowohl von Anwohnern als auch von Mitarbeitern der Naturschutzstation bei den gerissenen Tieren gesehen
https://www.mdr.de/sachsen/bautzen/goerlitz-weisswasser-zittau/wolf-riss-schafe-niesky-100.html

Während ein Verantwortliche der Station recht gelassen bleibt
Zitat:
Dass der Abschuss der Wölfe im Raum steht, überrascht sie. Schließlich unterstützt die Naturschutzstation den Umstand, dass sich der Wolf in der Oberlausitz wieder ansiedelt. "Wir sind bisher von Rissen relativ verschont geblieben. Im Dezember 2017 hatten wir den letzten Übergriff", erinnert sich Hertweck. Dass jetzt so viele Tiere getötet wurden, stimmt sie traurig, einem Wolfsabschuss steht sie dennoch skeptisch gegenüber. Sicher müsse man beide Seiten verstehen und hier einen Kompromiss finden, meint sie im Hinblick auf betroffene Schäfereien. In ihrem Fall bezweifelt sie, ob man bei einer Abschussgenehmigung dann auch das richtige Tier erwischt würde, das über den Zaun gesprungen ist.


sehen die Behörden dies anders:
Zitat:
Da die Wolfspopulation so zugenommen hat, müssen wir in naher Zukunft mit weiteren Konflikten rechnen. Deswegen sind wir im Gespräch in Sachsen eine Wolfsverordnung aufzustellen, die unsere behördlichen Entscheidungen zur Entnahme erleichert.

Heike Zettwitz Dezernentin im Landratsamt Görlitz


In Frankreich sind übrigens laut Pressemitteilung 2017 den dort offiziell 430 beheimateten Wölfen ca. 12.000 Schafe zum Ofer gefallen.
F hat pro Jahr eine Quote von 10% der Wolfpopulation zur Regulierung des Bestandes zur Tötung freigegeben.
Zitat:
L’Etat ...fixe un quota de bêtes à éliminer, soit 10% chaque année. En 2017, environ 12 000 brebis sont cependant tuées pour une population officielle de 430 loups...
https://www.francetvinfo.fr/economie/emploi/metiers/travailler-avec-les-animaux/video-extermine-avant-d-etre-protege-le-loup-est-de-retour-en-france-a-l-attaque-des-troupeaux_2962813.html

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Touri hat geschrieben:
Und warum verweist du dann oben auf einen völlig anderen Artikel? :roll:

Mein (Schreib-)Fehler, sorry. Hättest aber auch einfach Nirvana den unterstrichenen Link in dem Artikel anklicken brauchen und wärst so zu der vom Wortlaut nahezu indentischen Quelle gelangt und Deine formale Kritik wäre gar nicht erst nötig gewesen. :roll:

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DjM
Zitat:
Wer irgendwie das Gefühl hat, den Namen des Schäfers schon einmal gehört oder gelesen zu haben, irrt nicht, denn eine gewisse Medienpräsenz lässt sich feststellen.

Und?
Wer in den Medien steht und dann noch mit einem Artikel, der ihn (unnachgewiesen) bezichtigt, seine Schafe nicht sachgemäß versorgt zu haben, der faked dann auch mal eben ein paar Wolfsattacken.
Da seid Ihr sonst aber kritischer. Na, ja wenn es in den Kram passt...

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25örefan hat geschrieben:
Und?
Wer in den Medien steht und dann noch mit einem Artikel, der ihn (unnachgewiesen) bezichtigt, seine Schafe nicht sachgemäß versorgt zu haben, der faked dann auch mal eben ein paar Wolfsattacken.


Ist das Deine persönliche Auffassung? Wir haben diese Behauptung jedenfalls nicht aufgestellt.

Dein schneller Griff zu grundlosen Unterstellungen und ein unfairer Diskussionsstil können mangelnde Argumente trotzdem nicht ersetzen - geschweige denn einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Von sympathisch wollen wir mal gar nicht erst anfangen.

Wenn Frankreich tatsächlich 10% des Wolfsbestandes zur Tötung freigeben sollte - wem sollte das etwas nützen, außer den Jägern, die Lust am Töten von Wölfen verspüren und sich durch Trophäen aufzuwerten versuchen?

Die Weidetierhalter müssten ihre Tiere trotzdem weiter schützen, denn es wären ja weiterhin 387 Wölfe unterwegs, plus Nachwuchs.
Eine Mensch/Wolf-Begegnung würde damit auch nicht nennenswert unwahrscheinlicher werden. Und eine Bejagung kann schon gar keine Garantie dafür sein, dass es niemals zu einem tödlichen Zwischenfall kommt:

Zitat:
Die wenigen nach 1950 aus Europa bekannten Fälle, in denen nicht tollwütige wilde Wölfe Menschen getötet haben, geschahen in einer bejagten Population (Spanien).

Bundesamt für Naturschutz: Konzept zum Umgang mit Wölfen, die sich Menschen gegenüber auffällig verhalten
https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/servic ... ipt502.pdf


Im ungünstigsten Fall führt die Bejagung von 10% der Population sogar zu Nachteilen für die Weidetierhalter, weil es nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sogar zu mehr Nutztierrissen kommen kann:

Zitat:
Ganz im Gegenteil: getötete Wölfe führen in fast einem Drittel der untersuchten Fälle zu mehr Nutztierschäden. [...]
Als wirksame Methode zum Schutz von Schafen hat sich der Herdenschutz erwiesen, er zeigte in 80 Prozent der Fälle Erfolg. [...]
Doch das Töten einzelner Wölfe bringt nur selten den gewünschten Effekt.
[...]
Nur in 29 Prozent der untersuchten Fälle konnte ein minimaler und nur kurzfristiger Rückgang der Übergriffe auf Nutztiere durch eine Wolfstötung erzielt werden. Bei 71 Prozent wurden hingegen keine Effekte oder sogar mehr Nutztierschäden festgestellt.

vetmagazin, 19.09.2016: Wolfsabschüsse schützen keine Nutztiere https://vet-magazin.de/wissenschaft/wil ... tiere.html


Oder wie es der Vorsitzende des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg formuliert hat:

Zitat:
[...] wenn ein Rudel in der Nähe einer Schäferei gelernt hat, dass die Zäune Strom führen und in den Schafen Hunde sind, die ihre Schafe beschützen, dann führt das wohl dazu, dass die Wölfe diese Schafe nicht mehr angreifen.

Und wenn jetzt ein irrer Jäger gerade die Leitfähe aus diesem Rudel abschießt, weil praktisch 51 Tiere zu viel sind und 50 dürfen nur sein, dann gerät das ganze Rudel durcheinander und die fangen wieder neu an auszutesten, ob meine Schafe dann doch vielleicht Wild wären, was sie fressen könnten.


Knut Kucznik, Vorsitzender des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg im Deutschlandfunk, 09.03.2018: Wir machen unverzichtbare Arbeit für die Gesellschaft
https://www.deutschlandfunk.de/schaefer ... _id=412603


Zitat:
Und selbst wenn sie möglich wäre: Auch eine regulierte Jagd kann den Dauerzwist um den Wolf wohl nicht beenden. Das zeigen die Beispiele skandinavischer Staaten und auch anderer Länder, in denen die Beutegreifer getötet werden dürfen.

Spiegel, Print-Ausgabe 10/2018 vom 03.03.2018, Julia Koch: Gefährliche Märchen, Seite 104-105


Die Augenwischerei mit der Bejagung als angebliche Lösung auch nur irgendeines einzigen Problems ist mittlerweile reichlich abgenutzt.


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BeitragVerfasst: 09.10.2018, 22:44 
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DjM
Zitat:
Ist das Deine persönliche Auffassung? Wir haben diese Behauptung jedenfalls nicht aufgestellt.

Ah ja, wozu denn dann Euer „dezenter“ Hinweis zur Medienpräsenz des o.g. Schäfers mit entsprechendem Link, der mit der Sache nichts zu tun hat???
Mir dann unfaires Verhalten vorzuwerfen, ist dann ja wohl mehr als scheinheilig.

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BeitragVerfasst: 10.10.2018, 01:35 
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25örefan hat geschrieben:
Ah ja, wozu denn dann Euer „dezenter“ Hinweis zur Medienpräsenz des o.g. Schäfers mit entsprechendem Link, der mit der Sache nichts zu tun hat???


Warum reagierst Du so denn so gereizt auf ein umfassendes Bild der Situation durch ganz normale und wertfrei eingestellte Medienberichte etablierter Medien? Strebst Du stattdessen an, dass der interessierte Leser möglichst wenig vom gesamten Kontext mitbekommen soll? Am liebsten reduziert auf die "Outfox-Jagd-Brille"?

Natürlich hat das etwas "mit der Sache zu tun". Die Aufmerksamkeit wird immer wieder auf den Wolf fokussiert und die strukturellen Probleme dabei vernachlässigt.

Fakt ist, dass der Schäfer kurz vor dem Wolfsübergriff "ein Drittel seiner 600 Mutterschafe und alle Lämmer" wegen Futtermangels zur Schlachtung verkaufen musste. "Die Tiere haben nichts zu knabbern, sind dünn - und müssen frühzeitig zum Schlachter", schreibt rbb24. "Viele Tiere sind dürr", "die Tiere hätten lediglich die Hälfte des normalen Schlachtgewichts" und es ist von "mageren Lämmern" die Rede, die wegen des Futtermangels notverkauft werden müssten.

rbb24, 11.07.2018: Kein Futter auf ausgedorrten Weideflächen - Trockenheit treibt Schafe frühzeitig zum Schlachter
https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag ... luste.html

Frage:
Ist der Wolf für die Dürre verantwortlich?
Hat der Wolf den Schafen das Grünfutter weggefressen?
Hätte eine Bejagung des Wolfes irgendetwas an der Situation geändert?
Hätte eine Bejagung des Wolfes den Notverkauf der abgemagerten Tiere verhindern können?
Wenn die Tiere sowieso zu Dumpingpreisen verkauft werden mussten, weil nicht genügend Futter für die Winterfütterung vorhanden ist, welchen tatsächlichen Schaden hat der Schäfer dann zu beziffern, wenn wenige weitere Schafe gerissen und die Verluste finanziell vom Staat ersetzt werden?

Fakt ist auch, dass im Juli 2015 an einem heißen Tag bei 30°C die Schafherde ohne Wasser und ohne Schatten war, als der beherzte Radfahrer laut SVZ "ein Bild des Schreckens" vorgefunden hat. "„Einige Tiere haben bemitleidenswert laut geblökt, einige taumelten oder lagen nur noch minimal atmend auf dem Boden. Sie konnten nicht mal mehr den Kopf heben“, schildert er die Szenerie." Die Bilder dazu sind dem Artikel der SVZ zu entnehmen. Es wurde ein Ermittlungsverfahren gegen den Tierhalter eingeleitet.

svz, 07.07.2015: Schafe vor Verdursten gerettet - Radfahrer verhindert Tragödie https://www.svz.de/lokales/prignitz/rad ... 67086.html

Eine Beurteilung über die Verantwortlichkeit und eventuelle Versäumnisse des Tierhalters steht uns nicht zu - das ist Aufgabe der Behörden.
Selbst wenn die Schafe oder böswillige Menschen die Maurerkübel umgekippt hätten, hätte das für einen Teil der Schafe einen elenden Tod bedeuten können. Allein der Durst unter den Bedingungen ist eine Qual für die Tiere.

Frage:
Hat der Wolf den Schafen das Wasser weggetrunken?
Hat der Wolf die Mörtelkübel umgeworfen?
Hätte eine Bejagung des Wolfes irgendetwas an der Situation geändert?
Hätte eine Bejagung des Wolfes die Qualen der Schafe oder gar ein Verdursten verhindern können?
Kann eine Bejagung des Wolfes verhindern, dass Schafe bei sengender Hitze ohne Witterungsschutz (Schatten) an Wassermangel leiden?

Vielleicht erkennst Du jetzt, was das "mit der Sache zu tun" hat. Es nützt nichts, eine Schafhalter-Idylle zu konstruieren, die angeblich allein durch den Wolf gefährdet sein soll und allein durch eine Wolfsbejagung wiederherzustellen wäre.

Vielleicht müssten Schafe nicht an Futtermangel leiden, wenn die Schäfer mehr Geld für ihre Arbeit bekämen, um auch in Krisenzeiten reagieren und Futter zukaufen zu können.
Vielleicht müssten Schafe nicht an Wassermangel leiden, wenn die Schäfer mehr Geld für ihre Arbeit bekämen, um Personal einstellen zu können, das zumindest in Extremwettersituationen eine zweimalige Kontrolle der Herde pro Tag ermöglicht.

Eine Bejagung von Wölfen löst jedenfalls keines der Probleme.


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BeitragVerfasst: 10.10.2018, 09:16 
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Beiträge: 4355
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Hinnerk hat geschrieben:

Du zitierst bzw. verlinkst zu dieser Thematik u.a. Artikel aus

„Outfox World – News aus Jagd und Natur“
“wolfszone.de“
„blog.natuerlich-jagd.de“
"jagderleben.landlive.de"
„wolf-nein-danke.de“
„jagdverband.de“
„jagdblog.blogspot.de“
„jaegermagazin.de“
„taunusreiter.de“
und aus anderen Quellen aus dem Dunstkreis der Jagd- und Agrarszene, die dem deutschen Jagdverband bzw. der gesamten Jägerschaft nahe stehen und mit dem Wolf absolut nichts am Hut haben. Zitierst du aus Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen so sind dies in aller Regel einseitig recherchierte und für ein geiferndes Publikum aufbereitete Meldungen und effekthaschende Fotos auf Bild-Niveau. Warum?


Die oben genannten Links sind nicht primär neutral und/oder nur informativ. Kritik dazu ist meiner Meinung nach gerechtfertigt. Anstatt die Kritik einfach mal hinzunehmen gibt es wiederholt irgendwelche Ausflüchte etc. etc. Wer austeilt sollte auch einstecken können und Quantität ist nicht gleich Qualität !
Hendrik77


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