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BeitragVerfasst: 10.01.2019, 13:08 
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https://www.nordschleswiger.dk/de/daene ... -eu-spitze Laut der Untersuchung sind Dänemarks Schüler ganz vorne mit dabei im Gegensatz zu Deutschland. Was kann man hier von den Dänen lernen bzw. übernehmen damit sich das ändert?
Hendrik77


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BeitragVerfasst: 10.01.2019, 16:01 
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Hendrik77 hat geschrieben:
https://www.nordschleswiger.dk/de/daenemark-gesellschaft/daenische-schueler-eu-spitze Laut der Untersuchung sind Dänemarks Schüler ganz vorne mit dabei im Gegensatz zu Deutschland. Was kann man hier von den Dänen lernen bzw. übernehmen damit sich das ändert?
Hendrik77

Uff! Mit diesem Thema könnte man ein eigenes Internetforum füllen. Mit einer kurzen Antwort ist es da nämlich nicht getan. Aber um einmal ein paar Punkte zu beleuchten, weshalb es in Deutschland mit der Schule immer weiter bergab geht:
Lehrerausbildung
Die Misere beginnt bei den Abiturienten, die ein Lehramtsstudium anstreben. Nicht selten fällt die Wahl für dieses Studium aus der Not heraus nach dem Motto „Wer nichts wird wird Wirt. Und sollte ihm dieses nicht gelingen versucht er es bei Versicherungen“. Was einzig als Einschreibungsvoraussetzung zählt ist die Abinote. Ob der Bewerber bzw. Bewerberin für den Lehrerberuf aber geeignet ist ist dabei vollkommen unwichtig. Und so werden dann Lehrer ausgebildet, denen man nicht einmal die Erziehung eigener Kinder zutraut und eher die Bezeichnung Leerer verdienen.

Unsere beiden Töchter haben an der Oldenburger Uni Lehramt studiert, die eine für Haupt- und Realschulen, die andere Sonderpädagogik. Was ich da als Vater miterleben durfte ist geradezu haarsträubend. Es begann bereits beim Auswahlverfahren. Wer den erforderlichen Notenquerschnitt (Numerus clausus) nicht nachweisen konnte kam auf die Warteliste und war dann eben ein oder zwei oder mehr Semester später dran. Allerdings gab es Bonuspunkte für das Alter. Im Klartext: 35-jährige und noch ältere Hausfrauen, die mit der Kindererziehung durch waren und meinten sich nun selbstverwirklichen zu müssen erhielten ihren Wunschstudienplatz sofort. Noten spielten keine Rolle. Einige dieser Studienzombies machten keinen Hehl daraus und meinten ganz offen dass sie nur für sich studieren würden, weils Spaß macht. Als Lehrerin würden sie keinesfalls tätig werden.
Warum um alles in der Welt besuchen die keinen Klöppelkurs bei der VHS und nehmen stattdessen engagierten Abiturienten den Studienplatz weg?

Ich weiß nicht, wie das Lehramtsstudium in Dänemark aufgebaut ist und da die Studienbewerber ausgewählt werden. Dafür weiß ich, wie das im ehemaligen PISA-Siegerland Finnland aussieht.

Gute Abi-Noten sind zwar auch dort von Vorteil, was aber vor allem zählt ist die persönliche Eignung für das Lehramt. Da werden in aller Regel Lehramtsbewerber während eines Kolloquium "durch die Mangel gedreht" und deren Innerstes nach außen gekehrt. Wer da etwa auf die Frage, warum er/sie nun unbedingt Lehramt studieren möchte antwortet, weil er/sie gern mit Kindern arbeitet, hat schon verloren. Was da zählt sind Kompetenz, Durchsetzungsvermögen aber auch Einfühlungsvermögen. Vorerfahrungen im sozialen Bereich mit entsprechenden Zeugnissen sind da hilfreich. Teilweise wird sogar eine Vortätigkeit in einer Erziehungs- oder Bildungseinrichtung verlangt.
Ja und dann wäre da noch die viel größere Praxisnähe während des Studiums zu nennen. Jeder Student wird zu Beginn des Studiums einer Schule zugewiesen an der er unter Anleitung eines Lehrers von Beginn an Schulunterricht begleitet und je nach Studienfortschritt auch selbst unterrichtet. Das Lehramtsstudium ist da quasi ein duales Studium.

Und hier? Unsere Töchter haben während ihres Studiums gerade mal drei kurze Praktika in Schulen ableisten müssen.

Finnische Schulen
Was als erstes auffällt, wenn man eine finnische Schule besucht: Die Klassenstärke ist geringer. Eine Klassenstärke von 15 Schülern wird meist nicht überschritten. Oft befinden sich zwei Lehrer in einer Klasse, wobei der zweite Schüler mit z.B. Lernproblemen individuell unterstützt.
Das Mobiliar ist den Schülern individuell angepasst. Jeder Schüler hat seinen Stuhl und seinen Tisch. Dazu können zumeist Stühle und Tische sowohl in der Höhe als auch in der Schräge den individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Die Ausstattung einer jeden Klasse mit PCs, Beamer und interaktiven Whiteboard mit Internetanbindung ist Standard. Dies auch an der Grundschule (Yhtenäiskoulu).

Viele ältere Schulen sind in den 1960er Jahren erbaut worden und wirken von ihrer Architektur her nicht sonderlich einladend und nüchtern. Sie sind vom Funktionalismus des 20. Jahrhunderts bestimmt. Grundschulen sind allerdings meist neueren Baudatums und das krasse Gegenstück zu den älteren weiterführenden Schulen. Die Schulen für den Primarbereich haben mitunter schon etwas exclusives an sich.

Ach, ich könnte noch viel mehr erzählen, was mich in Finnland so begeistert. So auch die Anerkennung von Lehrern in der Öffentlichkeit und auch bei den Schülern. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Dabei verdient ein finnischer Lehrer nicht mehr als sein deutscher Kollege.

Zitat:
Nur Estland, Finnland und Irland landeten in der EU-Untersuchung vor Dänemark.

Estland wird zu einem beliebten Auswanderungsland für deutsche Lehrer (Fach Deutsch). Nur: Die Esten wollen nur die Besten!

Wie man sieht gibt es im deutschen Schul- und Bildungswesen noch viel zu tun. Leider packt das aber keiner an.

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BeitragVerfasst: 11.01.2019, 00:59 
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So schlecht können die deutschen Schüler nun auch nicht sein. Immerhin hat es ein 20-Jähriger noch bei Mami wohnender böser Häcker allein geschaft, 1000 mehr oder minder bekannte Politiker und "Künstler" zu leaken.


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BeitragVerfasst: 11.01.2019, 12:32 
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Ja, im Umgang mit Computer und Smartphone ist die Jugend heute fit. Dafür weiß ein Großteil unserer Schulabsolventen heute nicht (mehr), wie die Welt funktioniert, kann keine Birke von einer Eiche unterscheiden, weiß nicht, wo das Wasser bei Ebbe an der Nordseeküste bleibt ("hat da jemand den Stöpsel rausgezogen?") und Angela Merkel ist wahrsch. eine Star Wars Darstellerin. Ja, unsere Welt verblödet, insbesondere die deutsche.

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BeitragVerfasst: 11.01.2019, 13:26 
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Wohnort: Berlin
Hinnerk hat geschrieben:
Ja, unsere Welt verblödet, insbesondere die deutsche.

Für alle anderen, die die Welt auch so schwarz und hoffnungslos sehen: :roll:
https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschla ... ft_sich_ab


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BeitragVerfasst: 11.01.2019, 14:04 
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Thilo Sarrazin weiß es eben wie man mit der Blödheit des Volkes Geld verdient. :mrgreen:
Deshalb hat er ja auch eine Fortsetzung seiner dokumentarischen Erkenntnisse verfasst. Alles Bestseller = Gelddruckmaschine

"Europa braucht den Euro nicht" (2012)
"Der neue Jugendterror" (2014)
"Wunschdenken" (2016)
"Feindliche Übernahme" (2018)

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BeitragVerfasst: 18.02.2019, 09:32 
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In Estland hat man so ein klasse Werkzeug namens https://ekool.eu/index_en.html

Und in D lernen die Schüler noch mit Büchern statt Tablets. Frankreich setzt auf diese App: https://www.easyclass.com/


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