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BeitragVerfasst: 30.05.2019, 09:01 
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https://nordschleswiger.dk/de/daenemark ... -daenemark https://jyllands-posten.dk/premium/indl ... -valgkamp/ Ich hoffe das dieses Thema jetzt nicht nur im Wahlkampf genutzt wird um auf Stimmenfang zu gehen, sondern das die Verschwendung von Lebensmitteln dauerhaft reduziert wird und das unabhängig davon wer die kommende Wahl gewinnt oder verliert.
https://www.stopspildafmad.dk/

Hendrik77


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BeitragVerfasst: 30.05.2019, 15:00 
Das Problem der Lebensmittelverschwendung und Vernichtung ist in der Tat schlimm und ist kei Dänemark spezifisches. Ich sehe da zwei Verursacher. Zum einen ist da die Politik, die den Lebensmittelherstellern von SB-verpackter Ware ein Mindesthaltbarkeitsdatum vorschreibt und vorgibt, ihre Erzeugnisse damit auszuzeichnen. Der Lebensmittelindustrie kommt das sehr entgegen, weil so deren Erzeugnisse schneller umgesetzt werden weil ja ein Teil ihrer Produktion im Handel oder auch in den privaten Haushalten vernichtet wird.
Ein anderer Aspekt: Die Lebensmittelindustrie will kein Risiko eingehen und fürchtet sich vor Klagen von Verbrauchern, die sich evtl. eine Lebensmittelvergiftung von z.B. einer Packung Aufschnitt zugezogen haben, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum aber noch nicht erreicht war. Um da ganz sicher zu gehen wird das MHD häufig viel zu kurzfristig angesetzt.

Erst vor wenigen Wochen wurde in einer Reportage der ARD (einmal wieder) von Wissenschaftlern, fachleuten für Lebensmittelhygiene und Lebensmittelchemikern der Beweis angetreten, dass fast alle Lebensmittel erheblich länger, häufig bis zum dreifachen der max. vorgegebenen Mindesthaltbarkeit nicht nur geniesbar sondern auch vollkommen frei von irgendwelchen optischen und geschmacklichen Veränderungen sind. Ausnahmen sind da verpackte und ungegarte Frischeprodukte wie Frischfleisch und Milchprodukte, besonders im Sommer. Das Problem in der heißen Jahreszeit ist die Einhaltung der Kühlkette beim Transport und die Kühlung der Ware im Supermarkt.

Ein weiteres Problem ist „der“ Verbraucher, der in den vergangenen Jahrzehnten immer pingeliger beim Lebensmitteleinkauf geworden ist. Beispiel Schweinefleisch und Schinken: Früher wurde vom Schwein alles Essbare verwertet bis hin zum Speck. Da hatte auch der allerbeste Knochenschinken noch eine relativ dicke Speckschicht. Das will heute keiner mehr. Diese Entwicklung führte letztlich zur Züchtung besonders fettarmer Schweine und dem Einsatz spezieller Medikamente in der Tiermast. Aber das reichte nicht. Der Verbraucher will noch weniger Fett als wenig. Er will gar kein Fett. Und so findet man heute in den SB-Kühltheken der Supermärkte und Discounter Schinkensorten ohne auch nur einen Millimeter sichtbares Fett. Das ist schon fast pervers zumal doch bekannt ist, dass Fett auch Geschmackträger ist. Für Geschmack bei diesem Schinken sorgen dann noch mehr Nitritpökelsalz und andere Geschmacksverstärker.

Die Frage ist nun, wo die die Fleischindustrie mit dem ganzen vom Verbraucher so geschmähten Fett bleibt. Kommt all das abgeschnittene Fett in die Wurst? Nein, mehr als da schon immer verarbeitet wurde geht nicht. Also weg damit. Im Klartext: Immer mehr Schwein landet in der Viehverwertung bzw. Abdeckerei, weil der Verbraucher nur noch das Beste vom Schlachtvieh will. Irgendwann müssen die Schweine und Rinder wohl einzig für das wenige Filet welches die Tiere hergeben ihr Leben lassen. Und dies ist nur mit noch intensiverer Massentierhaltung zu erreichen.

Und wenn ich dann insbesondere Frauen im losen Obst der Gemüseabteilungen herumwühlen sehe. Wenn da ein Apfel auch nur einen kleinen Schorffleck hat wird der schon nicht genommen unwissend der Tatsache, dass die gesuchten Bilderbuchäpfel nur mit Hilfe der chemischen Keule in den Obstplantagen geerntet werden können. Der „Bioapfel“ sieht da meist anders aus.
Und wenn dann noch jede einzelne Kirsche in den Fingern von Kunden einer Sichtprüfung unterzogen wird anstatt die bereitliegende Obstschippe dafür zu verwenden möchte ich denen am liebsten einen kräftigen Klapps auf die Finger geben.

Aber zurück zur Lebensmittelvernichtung der ja nun die Politik nicht nur in Dänemark den Kampf angesagt hat. Wir alle können da unseren Beitrag leisten. Wie Hellfried im „Kartenthread“ schreibt schaue auch ich bei Edeka oder Aldi in der 30-Prozent-Ecke ob da für mich etwas dabei ist. Beispiel: Aldi bietet geräuchert Wildlachs in Scheiben an. Der ist mit 4,79 Euro für 150 Gramm nur nicht gerade billig. Zwei Tage vor Ablauf des MHD wird dieser Lachs dann aber mit 2,90 Euro umgezeichnet. Da greife ich dann zu und friere schon mal ein paar Packungen ein.
Meine Frage an den Marktleiter, was denn mit den nicht bis zum MHD verkauften Waren passiere: „Die werden vernichtet und dürfen auch von uns Angestellten nicht mitgenommen werden.“

"Foodsharing" - Ein neues Modell, dass sich gegen die Verschwendung und Vernichtung von Lebensmitteln richtet

Unsere in Oldenburg lebenden Kinder haben sich dieser Initiative, die es mittlerweile in mehreren deutschen Großstädten gibt, angeschlossen. Die Foodsharing-Initiative entstand 2012 in Berlin und ist zu einer internationalen Bewegung mit über 200.000 registrierten Nutzern hauptsächlich in Deutschland aber auch in Österreich und der Schweiz geworden. Foodsharing arbeitet vollkommen uneigennützig und setzt sich gegen die Lebensmittelverschwendung und Vernichtung ein. Viele Supermarktbetreiber und Wochenmarktbeschicker unterstützen diese Initiative und stellen ihre Lebensmittel die sich kurz vor dem MHD befinden dieser Initiative zur Verfügung. Ebenso sind viele Wochenmarktbeschicker dabei, die ihr frisches Obst und Gemüse insbesondere an Samstagen nicht restlos verkauft bekommen.

Da kommen dann bei Foodsharing registrierte Bürger ins Spiel, die Interesse an diesen ansonsten zur Vernichtung anstehenden Lebensmittel haben. Auf der Onlineplattform der jeweiligen Ortsinitiative können sie sich für einen bestimmten Tag und einen bestimmten Händler stationären Händler oder einen Wochenmarktbeschicker anmelden. Ab einer bestimmten Uhrzeit kann dann die Ware abgeholt werden. Zwei Dinge müssen dabei aber zwingend beachtet werden, damit man nicht als Mitglied dieser Initiative rausfliegt: 1. Der Termin ist verbindlich. Wer nicht kommt macht das nur einmal. 2. Sämtliche bereit gestellte Ware muss mitgenommen werden. Deshalb reicht ein Kleinwagen nicht immer aus. Ein Kombi ist schon sinnvoll.
Die bisher größte „Ausbeute“ meines Schwiegersohnes an einem Samstag: Zwei volle Kisten Bananen, ca. 30 Äpfel, jede Menge Gurken, Möhren, Radieschen, ca. 10 Brote und 100 unterschiedliche Brötchen vom Biobäcker und noch einiges mehr.
Gestern (Samstag) gab es von einem Gemüsehändler vom Wochenmarkt 15 Kg weißen und grünen Spargel.

Wer da mitmachen will sollte sich über die möglichen Lebensmittelmengen die da anfallen könnten im Klaren sein und Abnehmer in der Familie, Verwandtschaft und Freunde haben. Allein kommt man da nicht gegen an!

Wichtig: Wer sich bei Foodsharing registrieren und sich aktiv beteiligen möchte muss sich einem Online-Test unterziehen wo es darum geht, die Wertschätzung von Lebensmitteln des Bewerbers zu testen. Erst wenn dieser Test bestanden ist kann man sich für die erste Lebensmittelabholung online eintragen. Zudem muss jedes Mitglied eine Erklärung dahingehend abgeben, dass er/sie alle in Empfang genommenen Lebensmittel der menschlichen Verwertung zukommen lässt, keinen Handel damit treibt und die Lebensmittel auch nicht für die Viehfütterung verwertet werden.

Weiterhin unterhält Foodsharing an der Oldenburger Uni z.B. einen „Fair-Teiler“, wo Händler oder Erzeuger Lebensmittel, die sie nicht mehr verkaufen können oder wollen anliefern können. Dieser „Laden“ steht allen Bürgern zum kostenlosen „Einkauf“ zur Verfügung. Der Fair-Teiler ist aber nicht mit der „Tafel“ zu verwechseln, die aber ähnlich funktioniert.

Eine tolle Sache wie ich finde. Da könnte sich Dänemark eine Scheibe von abschneiden. Die Frage ist nur wer das machen soll. Wer ergreift die Initiative? Die Dänen scheinen da aber eher träge und wohl lieber Hygge machen zu machen. :mrgreen:

https://foodsharing.de/


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BeitragVerfasst: 30.05.2019, 18:25 
Und noch etwas: Die Tafeln in Deutschland schwelgen geradezu im Überfluss. Man mag es kaum glauben; aber die erhalten regelmäßig mehr Lebensmittel angeliefert als sie an bedürftige Menschen abgeben können. Deshalb zählt z.B. die Tafel in Oldenburg auch zu den "Lieferanten" von Foodsharing. Ansonsten müsste die Tafel regelmäßig und in großen Mengen Lebensmittel wegwerfen.

Wer sich einmal die Mühe macht und schaut, was da an Lebensmitteln tagtäglich zusammenkommt welches selbst von Initiativen wie Foodsharing nicht vollständig verteilt werden kann kommt wirklich ins Grübeln.
Es wird Zeit, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln endlich verschwindet. Ein Vorschlag wurde ja bereits auf Druck der Politik seitens der Lebensmittelindustrie bereits gemacht:
Zitat:
Auf Joghurt, Milch und anderen Produkten sollen künftig zwei Verfallsdaten stehen. Eines gibt an, wie lange das Produkt im Laden stehen soll. Das zweite zeigt den Verbrauchern, wie lange das Produkt konsumierbar ist. Das bisherige Mindesthaltbarkeitsdatum entspricht dabei in etwa dem längsten Verkaufsdatum. (...) Fast die Hälfte der Lebensmittel kommen um. Während in Entwicklungsländern oft Produktion und Transport das Problem sind, sind es in den Industrieländern wie Deutschland die Verbraucher. Sie werfen zu viel weg.

Quelle: https://www.handelsblatt.com/unternehme ... 7zgwIr-ap3


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BeitragVerfasst: 30.05.2019, 18:41 
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Hinnerk hat geschrieben:
Eine tolle Sache wie ich finde. Da könnte sich Dänemark eine Scheibe von abschneiden. Die Frage ist nur wer das machen soll. Wer ergreift die Initiative?

Erstmal geht es hier um Dänemark und auch da gibt es Menschen die sich engagieren, wie z.B. im letzten Link im ersten Beitrag ersichtlich.

Hendrik77


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BeitragVerfasst: 30.05.2019, 18:57 
Ja klar wird in Dänemark auch etwas getan wie z.B. bei der besagten Stop Wasting Food Bewegung. Nur scheint da bislang wenig in die Praxis umgesetzt worden zu sein. Da ist Deutschland mit z.B. Foodsharing weiter. Zu mehr als als die Mitwirkung bei der Entwicklung der Erklärung gegen "Lebensmittelverluste" (Joint Declaration Against Food Waste) und der Herausgabe eines Reste-Kochbuchs "Stop spild af mad - en kogebog med mere" ist da da scheinbar noch nicht gekommen. Das scheint aber auch mit dem dänischen Lebensmittelrecht zusammen zu hängen.
Ich sags mal so: Der Wille, Lebensmittelverschwendung und Vernichtung einzudämmen ist zwar auch in Dänemark vorhanden. Nur hapert es da noch bei der Umsetzung.


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BeitragVerfasst: 31.05.2019, 02:19 
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Es hapert in DK an der Umsetzung?
DK kann sich eine Scheibe abschneiden?
Es scheint in der Praxis nichts umgesetzt zu werden?
Die Dänen sind bei dem Thema träge?


Das ist mir irgendwie ein Rätsel...

- in den letzten 5 Jahren hat DK die Verschwendung um 25 % gesenkt
- gerade die Ketten von Salling haben doch umfangreiche Stop Madspild Angebote, z.T. ganze Kühltruhen nur dafür
- die Regierung pumpt in die Kampagne Geld rein
- Apps zum "Lebensmittelretten" gibts hier ebenso, am bekanntesten ist To Good To Go, so erfolgreich, dass sie auch nach D übergeschwappt sind
- es gibt die Wefood Läden

Überhaupt ist das Thema hier doch total trendy. Ständig liest man drüber.
Und es war ja klar, dass du deinen Essay durch die fünfhundertdrölfste Hyggepolemik abschließt. Das ist wohl das Synonym für "bisschen-den-Überblick-verlieren", über was man referieren wollte. :P


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BeitragVerfasst: 31.05.2019, 16:30 
Das mag alles sein Krogen. Vielleicht trifft das aber nur oder zu einem großen Teil für die Metropole Dänemarks zu? In ländlichn Regionen ist das aber noch nicht angekommen. In Deutschland hingegen finden sich die "30 Prozent-Ecken" mittlerweile in jedem auch dörflichen Supermarkt und Discounter.
Aber was nicht ist kann ja noch werden. Da bin ich sogar recht zuversichtlich. :wink:


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BeitragVerfasst: 31.05.2019, 18:19 
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Beiträge: 1015
Wohnort: Sønderjylland
Nee nee :) Ich kann zwar nur für meine Provinz sprechen und da ist es wirklich in jedem Supermarkt zu finden. Was aber auffällt ist, dass besonders Lidl und Aldi das nur alibihalber machen und nur eine kümmerliche Handvoll Artikel da liegen haben. Dafür scheint Aldi Tüten für To Good To Go Kunden zu packen. Ist vielleicht auch zum Teil filialabhängig. Geh einfach mal wieder öfter einkaufen, anstatt deine Frau zu schicken :wink:


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BeitragVerfasst: 31.05.2019, 20:30 
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Beiträge: 2413
Krogen hat geschrieben:
Nee nee :) Ich kann zwar nur für meine Provinz sprechen und da ist es wirklich in jedem Supermarkt zu finden. Was aber auffällt ist, dass besonders Lidl und Aldi das nur alibihalber machen und nur eine kümmerliche Handvoll Artikel da liegen haben. Dafür scheint Aldi Tüten für To Good To Go Kunden zu packen. Ist vielleicht auch zum Teil filialabhängig. Geh einfach mal wieder öfter einkaufen, anstatt deine Frau zu schicken :wink:


Stimmt! Hier im örtlichen Aldi werden in der regel nur einige Backwaren, Donuts und Salate mit den 30%-Aufklebern bestückt und die Auswahl ist eher mager.

In unserem Edeka werden gar keine Produkte mit verkürzer Mindesthaltbarkeit reduziert angeboten.

Der Netto hatte noch vor einiger Zeit solche Waren bis zu 80% reduziert, darf auf Weisung von oben aber nur noch 30% reduzieren.

Die einzigen Märkte die durchweg und teilweise schon einige Tage vorm Ablauf des MHD um 50% reduzieren sind Diska und Kaufland.

Im Aldi wandern übrigens nicht verkaufte 30%-Artikel nach überschreiten des MHD in den Müll. Wie es bei Lidl gehandhabt wird weiß ich nicht.

Bis vor kurzen hat unser Netto auch öfters noch Artikel verkauft, die bis zu 3 Tage das MHD überschritten hatten. Wenn man da größere Mengen abnahm war der VK-Preis dann Verhandlungssache aber nun darf das offenbar auch nicht mehr praktiziert werden.

Netto und Diska beliefern allerdings auch die örtlichen Tafeln.

In DK war im Brugsen und auch im früheren KIWI, in Albaek, die Auswahl an reduzierten Artikeln mit verküztem MHD immer enorm. Wenn man sich allerdings den Inhalt der Einkaufwagen anschaute waren dort kaum solche Artikel zu sehen.

Dies ist in DE aber nicht viel anders. Wenn man sich hier mit Leuten unterhält und erwähnt, dass man überwiegend solche Waren kauft, rümpfen viele die Nase und sondern entsprechende Bemerkungen ab. Genau wie hier vor Jahren im Forum geschehen, kommen dann abfällige Kommentare in der Form "Du bist, was du isst" usw.

_________________
Viele Grüße
Hellfried - Forum-Sponsor

Der Ölschnitzsee in Oberfranken


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BeitragVerfasst: 31.05.2019, 21:27 
Hellfried hat geschrieben:
Dies ist in DE aber nicht viel anders. Wenn man sich hier mit Leuten unterhält und erwähnt, dass man überwiegend solche Waren kauft, rümpfen viele die Nase und sondern entsprechende Bemerkungen ab. Genau wie hier vor Jahren im Forum geschehen, kommen dann abfällige Kommentare in der Form "Du bist, was du isst" usw.

Da muss ich dir recht geben. Vielen Bundesbürgern scheint es einfach zu gut zu gehen. Ich hatte ja beschrieben, wie das mit der Initiative Foodsharing funktioniert. Von den Unternehmern, Handelsketten (z.B. Edeka) und großen Wochenmarktbeschickern wurde das Angebot in Oldenburg und anderen Städten gut angenommen. Problem nur: Es finden sich zu wenige engagierte Bürger, die bereit sind bei der Initiative mitzumachen. Unsere Kinder hätten das aus finanzieller Hinsicht gar nicht nötig. Aber es macht ihnen Spaß. Für Gemüse, Obst und Backwaren geben beide keinen Cent mehr aus. Sie haben sich mittlerweile einen zweiten Gefrierschrank angeschafft, um mehr Lebensmittel lagern zu können.

Aber wer will schon spät abends los und die Lebensmittel abholen und dann den größten Teil davon noch verteilen?


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BeitragVerfasst: 31.05.2019, 22:06 
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Hinnerk hat geschrieben:
Unsere Kinder hätten das aus finanzieller Hinsicht gar nicht nötig. Aber es macht ihnen Spaß. Für Gemüse, Obst und Backwaren geben beide keinen Cent mehr aus. Sie haben sich mittlerweile einen zweiten Gefrierschrank angeschafft, um mehr Lebensmittel lagern zu können.


Deine Kinder sind ja richtige Centfuchser. Leider machen die mit ihrem Verhalten die ganze Idee kaputt.


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BeitragVerfasst: 01.06.2019, 09:06 
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Die Idee ist das produzierte Lebensmittel nicht ohne Sinn in der Mülltonne landen und die wird nicht kaputt gemacht weil sich Menschen dran beteiligen.

OT da der Link Deutschland betrifft.
https://www.tagesspiegel.de/politik/ver ... 06916.html

Hendrik77


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BeitragVerfasst: 01.06.2019, 11:44 
Kairos hat geschrieben:
Hinnerk hat geschrieben:
Unsere Kinder hätten das aus finanzieller Hinsicht gar nicht nötig. Aber es macht ihnen Spaß. Für Gemüse, Obst und Backwaren geben beide keinen Cent mehr aus. Sie haben sich mittlerweile einen zweiten Gefrierschrank angeschafft, um mehr Lebensmittel lagern zu können.


Deine Kinder sind ja richtige Centfuchser. Leider machen die mit ihrem Verhalten die ganze Idee kaputt.

Würdest du mir diese Aussage vielleicht mal erläutern? Unsere Kinder sind als Foodsaver bei Foodsharing aktiv und sorgen dafür, dass in ihrer Stadt nicht so viele Lebensmittel im Müll landen. Neue Foodsaver Bewerber führen sie in die „Sache“ ein und sprechen Händler und Marktleiter an, die noch nicht bei Foodsharing mitmachen, um sie für die gute Sache zu gewinnen.

Lebensmittel, die unsere Kinder von Händlern oder Sammelstellen abholen werden nur zum Teil selbst verzehrt. Das meiste wird an die Familie, Freunde und Bekannte und auch Nachbarn abgegeben. Das ist letztlich ja auch Sinn der Initiative: Dafür zu sorgen, dass möglichst wenig Lebensmittel im Müll landen.
Übrigens hat sich Foodsharing nicht zur Aufgabe gemacht, bedürftige Menschen mit kostenlosen Lebensmitteln zu versorgen. Wenn diese davon profitieren ist das natürlich sehr zu begrüßen.
Nebenbei: Die „Tafel“ erhält in Oldenburg und anderen Orten mittlerweile sehr häufig mehr Lebensmittel als sie selbst an bedürftige Menschen abgeben können. Aus diesem Grund holen Food Saver auch dort regelmäßig Lebensmittel ab anstatt welche zu bringen.

Das große Problem ist, dass regelmäßig viel mehr Lebensmittel mit kurzem MHD anfallen als Foodsharing mit seinen Helfern abnehmen und verteilen kann. Es fehlen einfach Menschen, die bereit sind, sich hier da zu engagieren, und dies, obwohl sie ja selbst sehr davon profitieren. Schließlich ist die Sache auch mit Arbeit zur teils besten Fernsehzeit verbunden. Da sagen sich viele Leute, dass sie da lieber in den Laden gehen um Lebensmittel bequem und frisch zu kaufen. Zudem rümpfen viele Verbraucher bereits die Nase, wenn sie Obst mit Flecken sehen oder das MHD einer Ware bereits am nächsten oder übernächsten Tag erreicht ist.
Viele Verbraucher sind einfach zu anspruchsvoll, bequem oder uninformiert.

Wie wäre es lieber Kairos, wenn du anstatt hier unangebrachte Kritik zu über dich selbst bei Foodsharing engagieren würdest?


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BeitragVerfasst: 01.06.2019, 14:52 
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Lieber Hinnerk, ich nehme die Kritik zurück. Mein ehrenamtliches Engagement bei Nuclear Pride fordert allerdings meine volle Aufmerksamkeit, so dass ich dieser ehrenvollen Initiative leider nicht beitreten kann.


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BeitragVerfasst: 01.06.2019, 16:56 
@ Kairos:
Ich muss gestehen: Bis vor fünf Minuten wusste ich nicht einmal, was die "Nuclear pride Coalition" überhaupt ist. Zwei Klick und ich bin schlauer und brauchte dann erst einmal einen Aalborg Aquavit. :roll:
Na dann viel Spaß bei diesem Verein der Erleuchteten! :mrgreen:


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