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BeitragVerfasst: 25.06.2019, 21:07 
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Hinnerk schrieb
Zitat:
Nun ja, soll doch jeder das mehrfach gespritzte Obst kaufen weil es doch so schön und gesund aussieht. Guten Appetit!

Auch hier ist es letztlich der Kunde wieder der den Handel und die Erzeuger unter Druck setzt. Wenn der Kunde Natur nicht will wird die Chemiekeule eingesetzt. Gott sei Dank ist aber jetzt eine Kehrtwende in Sicht. Viele Verbraucher sind da bereits kritischer geworden und achten auch im Supermarkt oder Discounter auf Bioware. Aldi beispielsweise hat bei einigen Gemüsearten mit Biosiegel Lieferprobleme. Biogurken, halb so groß wie die wässerige "Atomgurke" und lange nicht so gut aussehend wie die Normalos und dann auch noch zum doppelten Preis gehen weg wie ware Semmel.
Bei Bioäpfeln sieht es genau so aus. Weiter so!

Sicher ist das Vermeiden von Pflanzenschutzmitteln der richtige Weg.
So schwarz- weiß, wie Du wetterst, ist es aber nicht.
Auch beim Anbau von Bioprodukten werden dafür zugelassene Pflanzenschutzmittel eingesetzt und dies wird sich erst recht nicht ändern, wenn Bioprodukte noch stärker nachgefragt werden und Nachfrage befriedigt werden muß/soll.
https://www.quarks.de/umwelt/landwirtschaft/darum-nutzen-auch-biobauern-pestizide/
Ob der Verbraucher wirklich so kritisch ist, wenn er auf „Bio“ vertraut ist fraglich. Nicht überall ist Bio so drin, wie sich der „kritische“ Verbraucher dass vorstellt, wenn er ein paar picklige Äpfel oder ALDI „Bio“-Eier kauft.
Zitat:
Auch Bio kann aus industrieller Produktion kommen. Denn Bio ist nicht gleich Bio, und das liegt an der EU-Ökoverordnung. Die gibt nur Mindeststandards vor, die eingehalten werden müssen. Verbände wie Demeter, Bioland oder Naturland erfüllen zwar freiwillig höhere Anforderungen – viele andere aber „nur“ die Mindestanforderung. So regelt das Bio-Siegel zum Beispiel keine Bestandsobergrenze in der Tierhaltung. Das heißt, es schreibt nicht vor, wie viele Tiere maximal in einem Betrieb gehalten werden dürfen. Die Verordnung begrenzt die Tierzahl nur indirekt: Die erlaubte Tierzahl ist an die Fläche gebunden. „Wer viel Platz hat, kann also viele Tiere halten“, sagt Claudia Salzborn, Fachreferentin des Deutschen Tierschutzbundes. „Die Tiere leben nicht immer so idyllisch, wie sich das die Konsumenten vorstellen.“
n
Klar haben auch Discounter den Trend entdeckt, aber auch so sieht es ( nicht nur bei Wein) aus:
Zitat:
Immer mehr Discounter schwimmen auf der Biowelle mit und bieten Bio zu Dumpingpreisen an. Ist es möglich, Bio zu günstigen Preisen anzubieten? Die Experten sind skeptisch. Der Bio-Großhandel kann zwar dazu führen, dass die Umsätze mit Bio-Waren steigen und so die Preise sinken. Wer aber einen biologischen Wein für drei Euro kauft, sollte bedenken, dass er sich dadurch auch ein Stück vom Bio-Gedanken trennt. Denn das Bio-Siegel schreibt nicht vor, woher ein Produkt kommen muss. „Und so importieren Discounter ihre Zutaten aus Preisgründen auch aus China“, sagt Rücker. „Dessen sollten sich Kunden bewusst sein.“

Mehr noch dazu hier:https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.panorama-der-schwindel-mit-oeko-essen-sieben-dreiste-bio-luegen.b8000424-a6cd-42c1-abf0-ae6f8d017399.html

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BeitragVerfasst: 26.06.2019, 20:53 
Natürlich ist Bio nicht = Bio, denn Bio ist kein geschützter Begriff. Wer Bio haben will sollte sich erst einmal mit dem Begriff auseinandersetzen.
Einzig die Vorsilbe „Bio“ auf Lebensmitteln ist reiner Humbug. Man sollte schon auf eines der gängigen Biolabel achten. Die bekanntesten sind Demeter, Bioland, Naturland sowie das EU-Biosiegel. Dabei hat die EU für ihr Biosiegel lediglich Mindeststandards für die ökologische Erzeugung definiert, die von den Bio-Anbauverbänden weit überschritten werden. Dabei haben Demeter und Bioland besonders hohe Ansprüche hinsichtlich dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder Zusatzstoffen in Lebensmitteln.
Während die Verordnung hinter dem grünen EU-Bio-Siegel Mindeststandards für die ökologische Erzeugung definiert, gehen die Bio-Anbauverbände oft weit über die gesetzlichen Regelungen hinaus.

Was den Pflanzenschutz betrifft: Chemisch-synthetische Pestizide, Totalherbizide wie Glyphosat, Insektizide und synthetische Fungizide sind bei den genannten Bio-Anbauverbänden Tabu. Dafür, dass diese Vorgabe eingehalten wird sorgen regelmäßige Kontrollen auf den Höfen bzw. Kontrollen von den Biobauern vertriebenen Erzeugnisse. Demeter untersucht sogar regelmäßig die Ackerböden seiner Landwirte labortechnisch.

Es ist bezeichnend, dass in dem von dir verlinkten Artikel lediglich von dem nichts sagenden Begriff Bio die Rede ist und nicht von den anerkannten Bio-Anbauverbänden. Warum wohl? Stimmungsmache gegen Bio? Angst vor Klagen?

Bei Fertigprodukten wie Wurst, Käse, Brotaufstriche usw. erlaubt die EU-Verordnung für Bio-Produkte verschiedene Zusatzstoffe. Gestattet ist jedoch nur ein Bruchteil dessen, was für den Einsatz in konventionellen Lebensmitteln möglich ist.

Aber ich will hier kein Fass aufmachen. Nur so viel: Dein verlinkter Artikel aus der Abendzeitung München ist für die Tonne. Einfach deshalb, weil er den Bio-Landbau in Bausch und Bogen ins schlechte Licht rückt, ohne dabei Namen zu nennen. Die angebliche Lüge Nr. 3 bei der Bio-Limo von Carlsberg z.B. ist keine Lüge. Schließlich wurde bei dem Produkt nie mit einem anerkannten Biosiegel geworben sondern einfach nur mit dem nichts sagenden Begriff Bio. Die Limo gibt es übrigens nicht mehr.

Und dass Bioprodukte der drei oder vier großen Bio-Anbauverbände teils auch „behandelt“ sind streite ich nicht ab (z.B. Kupfer und Schwefel beim Weinbau). Nur kommt es da auf die Dosierung an.

Schwarze Schafe gibt es natürlich überall, auch in der Öko-Landwirtschaft. Nur fliegt z.B. ein Demeter Landwirt bei Nichteinhaltung der strengen Vorgaben schnell aus dem Verband während der konventionelle Landwirt z.B. bei der Nichteinhaltung der Gülleverordnung kaum etwas zu erwarten hat (nur auf dem Papier).

Im übrigen wirbt weder Demeter noch Bioland oder Naturland mit den in dem Link genannten „Lügen“.


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BeitragVerfasst: 26.06.2019, 23:57 
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Hinnerk schrieb
Zitat:
Aber ich will hier kein Fass aufmachen. Nur so viel: Dein verlinkter Artikel aus der Abendzeitung München ist für die Tonne. Einfach deshalb, weil er den Bio-Landbau in Bausch und Bogen ins schlechte Licht rückt, ohne dabei Namen zu nennen

Kein Fass aufmachen, nee Hinnerk dass ist ja nicht Deine Art :wink: , nur ne‘ Tonne reicht Dir...
Hier noch ein wenig (Bio-)Futter:http://www.biowahrheit.de/inhalt/hintergrund.htm

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BeitragVerfasst: 27.06.2019, 06:50 
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Diesen eifrigen Einsatz für gesunde Ernährung finde ich sehr erfreulich.
Und auch den Sonderstatus der Lebensmittel beim Thema Verschwendung kann ich irgendwie nachvollziehen.

Aber wir sollten m.E. auch nicht ganz vergessen, dass es bei uns (DK und D) eine obrigkeitliche Reglementierung gibt, die uns von den schlimmsten der weltweit durchaus üblichen Vergiftungen schützt und zu unserer rasant angestiegenen Lebenserwartung beigetragen hat.

Wenn nun viele in ihrer begrenzten (und tatsächlich einzigen) Lebenszeit einfach genau das essen wollen, was ihnen am besten schmeckt und vorher verlockend aussieht, und einige mit ehrlicher Arbeit genau das aus den hier reichlich verfügbaren Rohstoffen produzieren, dann scheint mir das auch ok.

sea u in denmark


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BeitragVerfasst: 28.06.2019, 15:26 
25örefan hat geschrieben:
Hier noch ein wenig (Bio-)Futter:http://www.biowahrheit.de/inhalt/hintergrund.htm

So wie es Menschen gibt die nicht an den Klimawandel glauben gibt es Menschen, die nichts von Bioerzeugnissen halten und alle Biobauern in Bausch und Bogen als als kriminell hinstellen. Sei es drum, mir schmecken Bioerzeugnisse, aber nur von Landwirten meines Vertrauens oder solche von Erzeugern der drei bekanntesten und vertrauenswürdigsten Bio-Anbauverbänden.
Deren Erzeugnisse werden z.B. in seriösen Tests bei denen es um Rückstände von Spritzmitteln, Lebensmittelzusätzen und anderen Stoffen geht stets gelobt (z.B. Zeischrift „Bio Test“).

Im übrigen gilt auch bei Bioerzeugnissen: Nicht jeder Biobauer ist ein schwarzes Schaf, es gibt diese allerdings, zugegeben. Aber deshalb höre ich nicht auf zu essen. Konventionell erzeugte Lebensmittel dürfte ich dann ja gar nicht essen. Wie gesagt, ich vertraue Bioerzeugnissen, aber nur denen mit dem Siegel der drei genannten Bio-Anbauverbänden und den Landwirten meines Vertrauens. Bei den Letzt Genannten kaufen wir Eier und hin und wieder Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Schlachtung.
Ach ich weiß, was du sagen willst. Lass es stecken.


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BeitragVerfasst: 28.06.2019, 16:04 
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Zitat:
Die (traurige) Wahrheit über Biowasser
https://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/mineralwasser-im-test-interview-mit-ina-bockholt-von-der-stiftung-warentest-a-1274275.html

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BeitragVerfasst: 28.06.2019, 16:12 
Ich habe den Mineralwasser-Test aus der Zeitschrift Test. Es war kein Wasser mit einem der anerkannten Bio-Siegel dabei. Wie bereits gesagt: "Bio" ist nichtssagend.
Übrigens trinken wir schon lange Wasser aus der Leitung, bei Bei Bedarf wird Kohlensäure mit dem Sodastream zugesetzt.


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BeitragVerfasst: 28.06.2019, 20:34 
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Zitat:
Das Märchen vom guten Bio-Essen
Über Biolebensmittel gibt es viele Illusionen: Gesünder, besser für die Umwelt, von Höfen aus der Heimat, mit glücklichen Tieren. Die Wahrheit sieht anders aus.
...
Das EU-Siegel ist billig-bio
...
...was Käufer für gutes Öko halten, hat keineswegs immer optimale Qualität: Lediglich 95 Prozent der Zutaten müssen aus Ökolandbau stammen. Gen technisch verändertes Material ist in Kleinstmengen erlaubt, ebenso wie Antibiotika in Ausnahmefällen. Von 316 Zusatzstoffen sind 53 weiter zugelassen, etwa das umstrittene Nitritpökelsalz, das Wurst so appetitlich rosa färbt. Kälber dürfen bei EU-bio auf Antrag weiter enthornt und Schwänze von Ferkeln fallweise kupiert werden. Aktivisten wie Diéguez ärgern sich über so viele Ausnahmen. "Das EU-Siegel ist billig-bio", sagt er. Alles sei viel zu lasch.
Verwirrende Bio-Siegel
Für Käufer ist es ohnehin kaum zu überblicken. Neun Anbauverbände werben mit eigenen Biosiegeln. Label wie die von Demeter, Bioland oder Naturland gelten als premiumbio. Sie verlangen größere Ställe, mehr Auslauf für Tiere, weniger Zusatzstoffe, Kreislaufwirtschaft. Also mehr Schutz für Böden und Tiere. Das ist gut gemeint, doch es verwirrt extrem. Supermärkte sind voller Bioplaketten. Alle sind irgendwie grün-weiß, alle sind irgendwie anders, keine erklärt sich von selbst.
.... und
Noch eines fällt auf: Je mehr die großen Supermarktketten mitmischen, desto einheitlicher sehen die Bioprodukte aus. Schrumpel-Kohlrabi? Schiefe Gurken? Graues Fleisch? Das gibt es im Hofladen, aber nicht beim Discounter. So verkauft etwa Aldi Süd nur gewaschene Biokartoffeln, selbst wenn die schneller schimmeln. Zur Spargelzeit gibt es adrette Frühkartoffeln aus Israel. "Obst und Gemüse mit kleinen Macken bleiben eher liegen" , sagt Skorning. Die Kunden wollten das so. Man könnte auch sagen: Die Kunden wurden so konditioniert.
Einige Käufer sind irritiert, viele greifen trotzdem zu. "Der Vorschuss an Vertrauen ist nirgendwo so hoch wie bei Biolebensmitteln", sagt Matthias Wolfschmidt von der Verbraucherorganisation Foodwatch. Die Leute akzeptierten zwischen 30 und 40 Prozent höhere Preise.https://mobil.stern.de/wirtschaft/news/bio-essen-wahrheit-lebensmittel-7209494.html

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BeitragVerfasst: 28.06.2019, 22:40 
25örefan hat geschrieben:
Das EU-Siegel ist billig-bio

Das sagte ich bereits sinngemäß. Das EU-Siegel gibt lediglich gewisse Mindeststandards vor und ist nicht viel wert.
Aber um mal zum Thema des Threads zurück zu kommen: Wie würdest du denn die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen? Immer nur alles schlechtreden kann die Lösung nicht sein. Hast du selbst etwas Konstruktives zu bieten?


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BeitragVerfasst: 29.06.2019, 00:16 
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Deine letzte Frage habe ich bereits am 06.06.2019, 16:52 beantwortet. :idea:

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BeitragVerfasst: 29.06.2019, 15:32 
Da beziehst du dich hierauf:
25örefan hat geschrieben:
Hinnerk schrieb
Zitat:
Trotzdem wäre das aber mal ein Anfang. Schlechtreden kann man alles. Wie wäre es denn mal mit konstruktiven Vorschlägen, wie man am besten der derzeitigen Lebensmittelverschwendung entgegen wirken kann?

Bei uns werden Lebensmittel nicht verschwendet. Gekauft wird nur was auch überschaubar verbraucht werden kann. Gern auch reduzierte Ware, die nahe dem Mindesthaltbarkeitsdatum liegt. Weggeworfen wird nur, was wider Erwarten doch verdirbt. Kleinere Reste werden verwertet, größer eingefroren. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist für uns lediglich ein Anhaltspunkt und gegessen wird auch was drüber liegt, aber augen-, nasen- und zungenscheinlich noch genießbar ist. :idea:

Da beschreibst du, wie ihr selbst mit Lebensmitteln umgeht. Da macht ihr es nicht anders als wir auch. Nur handeln leider viel zu wenig Verbraucher so. Man sieht es ja im Forum. Da werden ja von einigen Usern Lebensmittel grundsätzlich verschmäht wenn sich deren MHD auch nur nähert.

Meine Frage zielt darauf ab, was deine Vorschläge wären, die enorme Lebensmittelverschwendung bzw. deren Vernichtung auf ein „erträgliches“ Maß einzudämmen. Allein an die Vernunft der Verbraucher zu appellieren hat ja bisher wenig bis nichts gebracht. Initiativen wie die Tafeln und Foodsharing versuchen auf der einen Seite bedürftige Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen, die ihnen vom Handel zur Verfügung gestellt werden und ansonsten vernichtet würden oder stellen diese Lebensmittel auch anderen Interessierten ohne finanzielle Not zur Verfügung. Unsere Kinder nutzen diese Möglichkeit. Nur werden sie geradezu von Lebensmitteln auch hochwertiger Art geradezu überschwemmt. Trotzdem reicht dies bei weitem nicht aus, der Lebensmittelschwemme und deren Vernichtung in erträgliche Grenzen zu halten.

Also noch einmal: Was wäre dein Vorschlag an die Politik dieses Problem in den Griff zu bekommen wenn Aufklärungskampagnen allein nicht den erwünschten Erfolg bringen? Denn darum geht es doch in diesem Thread (s. Eingangsbeitrag). Oder sollte alles so bleiben wie es ist weil man doch den Handel und die Verbraucher nicht bevormunden sollte?

Länder wie Frankreich haben längst Strafen für Supermarktbetreiber eingeführt, die noch essbare Lebensmittel vernichten.
Zitat:
Um die Werte zu senken, hat die französische Regierung vor zwei Jahren große Supermärkte dazu verpflichtet, mit Tafeln und Hilfsorganisationen zusammenzuarbeiten.
Alle Supermärkte mit mindestens 400 Quadratmetern Ladenfläche müssen seitdem alle unverkauften, aber noch essbaren Lebensmittel an Hilfsorganisationen verschenken – wer sich nicht an das Gesetz hält, kann dafür pro Verletzung bis zu 4.500 Euro Strafe erwarten.
Lebensmittelverschwendung soll drastisch reduziert werden.
Frankreich möchte mit diesem Gesetz und anderen Maßnahmen die Lebensmittelverschwendung bis 2025 halbieren.

Quelle: https://www.t-online.de/nachrichten/aus ... klich.html
In Tchechien gibt es ebenfalls ein Gesetz gegen diese Form der Lebensmittelverschwendung von Supermärkten. Da beträgt die Strafe sogar bis zu 390.000 Euro.
Auch in Italien gibt es ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung. Nur läuft es da anders herum: Supermärkte die sich vorbildlich verhalten und keine Lebensmittel vernichten werden mit z.B. Steuererleichterungen belohnt.
Solches Vorgehen zwingt die Märkte dazu, mit Hilfsorganisationen wie den Tafeln zusammenzuarbeiten, damit es nicht zu der massenhaften Lebensmittelvernichtung kommt. Problem dabei ist nur, dass auch diese Organisationen nicht alle Lebensmittel an Bedürftige weitergeben können. Das Angebot ist in vielen Bereichen bereits jetzt zu groß.
So werden die Supermärkte gezwungen, bei der Warenbeschaffung genauer zu kalkulieren, was in manchen Bereichen dann schon mal zu einer Verknappung führen kann. Dann muss der Kunde eben wegen der gewünschten Erdbeeren (Beispiel) am nächsten Tag noch einmal wiederkommen und dann vielleicht nicht erst eine halbe Stunde vor Geschäftsschluss und dabei empört wegen der herrschenden „DDR-Verhältnisse“ das Personal zusammen zu falten.

Also 25örefan, was wäre da deine Strategie?


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BeitragVerfasst: 25.09.2019, 16:36 
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Hier was bezüglich Verschwendung von Lebensmitteln in Deutschland. https://www.zdf.de/politik/frontal-21/k ... m-100.html

Hendrik77


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BeitragVerfasst: 26.09.2019, 19:45 
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Zitat:
In Norwegen etwa hat eine Molkerei zusätzlich auf ihre Produkte gedruckt: "auch nicht schlecht danach". Dieser Zusatz hat für bis zu 14 Prozent weniger Lebensmittel-Müll gesorgt. 


Allein das Vertrauen fehlt ... :roll:

Ich nehme das niemandem übel wenn er einfach vorsichtig ist.
Früher gab es den Informationsfluss durch die Medien einfach nicht. Heute sind wir informierter, die Vorschriften und zum Teil übersensiblen Vorgaben einfach anders. Und die Presse reißerischer ... . :roll:
Wir hinterfragen viel mehr - und oft an der falschen Stelle.

Es sind viele Bausteine, die das Modell Verschwendung zusammenfügen.
Der Markt muss funktionieren um zu überleben und der Kunde wird stets eigener bis hin zu paranoid angehaucht.

Ich habe letztens auf einer Dressing - Verpackung gelesen: "Nach Anbruch alsbald verbrauchen" und dachte "Hä?" .
Ich musste für mich erst einmal das Wort alsbald definieren, habe das Dressing nach ca. 2,5 Wochen nach Anbruch mit zugegeben etwas Argwohn versucht und konnte meine Frühschicht am nächsten Tag ohne Magenprobleme antreten.

Versuchen .... sich rantasten .... riechen ( man riecht Ungenießbares oft unbewusst) ...sich trauen und nicht verrückt machen lassen.


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BeitragVerfasst: 02.10.2019, 21:58 
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Hinnerk hat geschrieben:
25örefan hat geschrieben:
Was den Apfelschorf anbelangt, ist es nicht nur ein optisches Problem. Die Äpfel kann man nicht mehr mit Schale (was empfehlenswert ist) verzehren und die Lagerfähigkeit verringert sich durch frühzeitiges Verderben deutlich.

Ich sprach von Äpfeln oder auch anderem Obst mit leichtem Schorfbefall. Äpfel wie der hier abgebildete sind praktisch unverkäuflich, auch wenn da nur zwei von den Flecken zu sehen wären. Solche Flecken sind im biologischen Obstanbau völlig normal und lassen den Obstbaum nicht zwangsläufig krank werden. Meine Eltern hatten eine große Obstwiese mit größtenteils alten Obstsorten. Auf einigen Sorten hatten wir immer Schorfflecken, so bei Gellerts Butterbirne oder dem Apfel Pannemann. Letzterer ist über 80 Jahre alt geworden und trug stets so viele Äpfel, dass einige Zweige abgestützt werden mussten. So alt werden Obstbäume im gewerblichen Obstanbau niemals.

Nun ja, soll doch jeder das mehrfach gespritzte Obst kaufen weil es doch so schön und gesund aussieht. Guten Appetit!

Auch hier ist es letztlich der Kunde wieder der den Handel und die Erzeuger unter Druck setzt. Wenn der Kunde Natur nicht will wird die Chemiekeule eingesetzt. Gott sei Dank ist aber jetzt eine Kehrtwende in Sicht. Viele Verbraucher sind da bereits kritischer geworden und achten auch im Supermarkt oder Discounter auf Bioware. Aldi beispielsweise hat bei einigen Gemüsearten mit Biosiegel Lieferprobleme. Biogurken, halb so groß wie die wässerige "Atomgurke" und lange nicht so gut aussehend wie die Normalos und dann auch noch zum doppelten Preis gehen weg wie ware Semmel.
Bei Bioäpfeln sieht es genau so aus. Weiter so!

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Naja... weiter so ? Wenn die Bioware in Plastikbeuteln steckt finde ich das nicht Bio u. außerdem hat sich so manche angebliche Bioware später als Nicht-Bio entpuppt. Das nenn ich dann mal Kundenverarsche.


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BeitragVerfasst: 03.10.2019, 20:53 
Strandkrabbe hat geschrieben:
Wenn die Bioware in Plastikbeuteln steckt finde ich das nicht Bio u. außerdem hat sich so manche angebliche Bioware später als Nicht-Bio entpuppt. Das nenn ich dann mal Kundenverarsche.

"Bioware" sagt doch gar nichts. Der Begriff ist nicht geschützt. ich habe hier schon mal etwas gepostet:
viewtopic.php?f=11&t=34194&start=120#p411931


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