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BeitragVerfasst: 19.10.2019, 20:44 
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Ist dieser Einzelfall wirklich bezeichnend für einen Trend:
Hinnerk hat geschrieben:
dass es sich zunehmend Unternehmen leisten können, nur Karten- oder MobilePay-Zahlungen zu akzeptieren

Der Deutsche Einzelhandelsverband sieht das nicht:
Zitat:
Der Deutsche Einzelhandelsverband betont jedoch, dass es nicht im Interesse der Händler ist, einen Geschäftsabschluss an der Art der Bezahlung scheitern zu lassen, und deshalb nur selten Einschränkungen vorgenommen werden.

Und dass
Hinnerk hat geschrieben:
Noch vor wenigen Jahren hätten sich Verbraucherschutzorganisationen darüber empört, auf das Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel verwiesen und womöglich die Gerichte bemüht. Heute aber kümmert das niemanden mehr.“
liegt doch auf der Hand.
Zum einen gilt, da wo kein Kläger auch kein Richter und zum anderen muß sich um solch einen Einzelfall wohl kaum jemand kümmern und schon gar nicht Gerichte bemühen.
Zum Schmunzeln allerdings die Aussage des Cafébetreibers, der kein Bargeld mehr annimmt, da es ihm nur Ungelegenheiten macht, dass beim Trinkgeld er dann doch eine Ausnahme einräumt.
Da ist Bargeld dann doch willkommen :mrgreen:

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H. C. Andersen
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BeitragVerfasst: 19.10.2019, 22:19 
25örefan hat geschrieben:
Zum Schmunzeln allerdings die Aussage des Cafébetreibers, der kein Bargeld mehr annimmt, da es ihm nur Ungelegenheiten macht, dass beim Trinkgeld er dann doch eine Ausnahme einräumt.
Da ist Bargeld dann doch willkommen :mrgreen:

Diese Aussage ist auch schon überholt. Die modernen (mobilen) Kassensysteme für z.B. Restaurants und Bars lassen auch eine Trinkgeldzahlung zu. Unser Lieblingsitaliener in Oldenburg den wir beim Besuch in meiner alten Heimat immer wieder gerne aufsuchen hat schon lange so etwas. Du willst am Tisch mit Karte bezahlen und Trinkgeld geben? Kein Problem. Die Bedienung greift zu einem kleinen WLAN-Terminal welches er am Hosenbund trägt, du gibst den Betrag einschl. Trinkgeld ein oder lässt das der Bedienung machen, dann die PIN. Das wars. Das kleine Gerät druckt dir sogar eine Quittung in der Größe eines Kassenbons aus.
Die Zentralkasse weiß nach Dientende genau was jeder Angestellte abzurechnen hat. Was über ist ist das Trinkgeld, welches jeder Angestellte ausgezahlt wird oder mit seiner nächsten Gehaltsabrechnung bekommt.
Ist alles kein Problem mehr. Wenn dann trotzdem ein Gast der Bedienung etwas Bares zustecken möchte ist das natürlich möglich. Warum auch nicht? Noch stinkt bargeld ja nicht. :mrgreen:


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BeitragVerfasst: 19.10.2019, 23:24 
25örefan hat geschrieben:
SNun ist die Umfrage ja schon etwas älter (2016), aber die 75%, die in der GfK-Umfrage asngaben, dass sie lieber in bar als elektronisch zahlen, stimmen doch mit Deinen o.g. mit „wachen Augen“ an den Kassen zu machenden Beobachtungen überein, nach denen nur jeder dritte oder vierte unter 50 mit Karte zählt.

Umfragen zu den Bezahlmöglichkeiten wie Barzahlung, Karte oder MobilePay gibt es in neuerer Zeit immer wieder. Das Thema ist aktuell und die Vorlieben der Verbraucher sind da alles andere als konstant. Bemerkenswert ist dabei, dass der Gesamtumsatz im deutschen Einzelhandel im Jahr 2018 zu 52 Prozent bargeldlos erfolgte. Mir ist dabei natürlich klar, dass dies nicht so gedeutet werden kann, dass jeder zweite Kauf bei Aldi oder Edeka per Karte getätigt wird. Da ging es um den Umsatz insgesamt. Kleinere Beträge werden eben derzeit noch lieber bar gezahlt.
Aber diese Tatsache ändert sich ja gerade, wo selbst Bäcker und Marktbeschicker jetzt zunehmend geradezu damit werben, auch Minimalkäufe per Karte zu bezahlen. Die Hemmschwelle zwei Brötchen mit der Karte zu bezahlen sinkt. Hinzu kommt der Aha-Effekt beim kontaktlosen Bezahlen ohne PIN-Eingabe. Die Tüte mit den Brötchen liegt kaum auf dem Thresen und ist schon bezahlt. Endlich kein Suchen nach dem letzten Cent mehr (um letztlich doch mit dem 50 Euro Schein zu bezahlen).

Bei den Befragungen zum Bargeld ist mir aufgefallen, dass zwar viele Menschen angeben, häufig oder sogar meistens und vermehrt mit Karte bezahlen, aber auf Bargeld nicht verzichten möchten. Sie möchten einfach beides.
Und genau da liegt die Krux: Entscheidend dafür, ob und wann das Bargeld „ausstirbt“ wird nicht der Wunsch der Verbraucher sein sondern ob dieses auch ausreichend als Zahlungsmittel genutzt wird, als dass sich der teure Umgang mit Bargeld für die Banken noch lohnt. Forscher der Steinbeis-Hochschule in Berlin haben im Jahr 2013 errechnet, dass die Nutzung von Bargeld uns Deutsche jährlich rund 10,8 Milliarden Euro oder 130 Euro pro Kopf kostet.

Wenn nun immer mehr Verbraucher zur Karte oder Smartphone beim Bezahlen greifen werden die Kosten für die Bargeldvorhaltung und der Umgang damit für die Banken steigen. Diese Tatsache versuchen Banken und Sparkassen bereits zu kompensieren, indem sie Filialen schließen und bestenfalls noch einen Geldautomaten stehen lassen oder mit Supermärkten zusammenarbeiten, die teilweise beim Einkauf bis zu 200 Euro in bar auszahlen.
Und dennoch wird es immer schwieriger für die Banken. So sind bereits einige Sparkassen im deutschen Sparkassenverbund dazu übergegangen, bei Barauszahlungen an eigenen Geldautomaten auch von ihren Kunden Gebühren zu erheben. Dem kann der Bankkunde nur entkommen, wenn er ein teureres Kontomodell wählt oder zu einer anderen Bank wechselt, z.B. einer s.g. Direktbank wo alle Bankgeschäfte ausschließlich online getätigt werden und keinerlei laufende Gebühren anfallen.

Wenn ich nun sehe, dass sich der bargeldlos getätigte Umsatz des jährlichen Gesamtumsatzes im Einzelhandel Jahr für Jahr um 2 Prozent erhöht ist es doch nur noch eine Frage der Zeit, wann das Bargeld ausstirbt. Wenn dann auch noch die Bankgebühren flächendeckend und kontinuierlich steigen (was abzusehen ist) wird der Prozess nochmals beschleunigt.

@ 25örefan:
Muss man wirklich Prophet sein, um diese Entwicklung vorherzusagen?

https://www.daserste.de/information/wis ... d-106.html

http://www.steinbeis-research.de/images ... eutsch.pdf


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BeitragVerfasst: 19.10.2019, 23:38 
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Hinnerk hat geschrieben:
25örefan hat geschrieben:
Zum Schmunzeln allerdings die Aussage des Cafébetreibers, der kein Bargeld mehr annimmt, da es ihm nur Ungelegenheiten macht, dass beim Trinkgeld er dann doch eine Ausnahme einräumt.
Da ist Bargeld dann doch willkommen :mrgreen:

Diese Aussage ist auch schon überholt. Die modernen (mobilen) Kassensysteme für z.B. Restaurants und Bars lassen auch eine Trinkgeldzahlung zu.

Es geht um den geschilderten Fall dieses Cafébetreibers.
Aber da Du ja gerne jeden Anlass zum Dozieren nutzt...

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BeitragVerfasst: 20.10.2019, 08:59 
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Wenns drauf ankommt, würde ich mich auf die Anonymität der gewählten Ware oder Dienstleitung nicht verlassen: Wer den Kassenzettel für die Steuer ausdruckt, kann sicherlich mit passender Software die Daten zusammenführen. Und viele Kunden könnten auch daran interessiert sein, dass die ganze Geschäftsbeziehung vertraulich bleibt, wie z.B. beim obrigkeitlich geduldeten/geförderten Rauschgifthandel im Berliner Stadtpark und vermutlich auch anderswo.

Nach Verlust der Barzahlung bietet sich wieder eine Lösung wie das in der Wikingerzeit bewährte Hacksilber an, wo jeder eine kleine Waage griffbereit hatte, und einfach mit passender Menge einer wertstabilen Substanz gezahlt wurde. Für mittelgroße Transaktionen könnte man z.B. mit dem Seitenschneider eine Ecke aus dem Krügerrand knipsen...

sea u in denmark


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BeitragVerfasst: 20.10.2019, 11:13 
25örefan hat geschrieben:
Hinnerk hat geschrieben:
25örefan hat geschrieben:
Zum Schmunzeln allerdings die Aussage des Cafébetreibers, der kein Bargeld mehr annimmt, da es ihm nur Ungelegenheiten macht, dass beim Trinkgeld er dann doch eine Ausnahme einräumt.
Da ist Bargeld dann doch willkommen :mrgreen:

Diese Aussage ist auch schon überholt. Die modernen (mobilen) Kassensysteme für z.B. Restaurants und Bars lassen auch eine Trinkgeldzahlung zu.

Es geht um den geschilderten Fall dieses Cafébetreibers.

Dir vielleicht. Der Bericht von dem Caffeehausbetreiber ist bereits zwei Jahre alt. Gehe mal davon aus, dass der sein Kassensystem längst auf den aktuellsten Stand gebracht hat. Zudem geht es hier doch nicht darum, dass heute oder morgen das Bargeld von der Bildfläche verschwindet. Das "Bargeldaussterben" ist ein Prozess, der noch etliche Jahre dauern wird. Und solange dieser Prozess dauert werde auch ich als bekennender Nur-Kartenzahler gern Bargeld annehmen, wenn mir das jemand zuschiebt. Wie gesagt, Geld stinkt nicht. :mrgreen:
Der Umgang mit Bargeld ist heute volkswirtschaftlich gesehen völliger Unsinn und eigentlich unverantwortlich. Erklärung siehe meinen vorigen Beitrag.


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BeitragVerfasst: 20.10.2019, 11:22 
sea u in denmark hat geschrieben:
Wenns drauf ankommt, würde ich mich auf die Anonymität der gewählten Ware oder Dienstleitung nicht verlassen: Wer den Kassenzettel für die Steuer ausdruckt, kann sicherlich mit passender Software die Daten zusammenführen. Und viele Kunden könnten auch daran interessiert sein, dass die ganze Geschäftsbeziehung vertraulich bleibt, wie z.B. beim obrigkeitlich geduldeten/geförderten Rauschgifthandel im Berliner Stadtpark und vermutlich auch anderswo.

Welche Daten seiner Kunden soll der Geschäftsmann denn zusammenführen können? Werde doch bitte konkret.
Zitat:
Nach Verlust der Barzahlung bietet sich wieder eine Lösung wie das in der Wikingerzeit bewährte Hacksilber an, wo jeder eine kleine Waage griffbereit hatte, und einfach mit passender Menge einer wertstabilen Substanz gezahlt wurde. Für mittelgroße Transaktionen könnte man z.B. mit dem Seitenschneider eine Ecke aus dem Krügerrand knipsen...

Dann solltest du aber schnell mit dem Ankauf von Edelmetallen beginnen, bevor der 2020 eingeschränkt wird. Das Finanzamt ruft. :mrgreen:

https://anlagegold24.blog/2019/07/05/bu ... verbieten/


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BeitragVerfasst: 20.10.2019, 11:45 
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25örefan hat geschrieben:
Zum Schmunzeln allerdings die Aussage des Cafébetreibers, der kein Bargeld mehr annimmt, da es ihm nur Ungelegenheiten macht, dass beim Trinkgeld er dann doch eine Ausnahme einräumt.
Da ist Bargeld dann doch willkommen :mrgreen:

Hinnerk hat geschrieben:
Diese Aussage ist auch schon überholt. Die modernen (mobilen) Kassensysteme für z.B. Restaurants und Bars lassen auch eine Trinkgeldzahlung zu.

25örefan hat geschrieben:
Es geht um den geschilderten Fall dieses Cafébetreibers.

Hinnerk hat geschrieben:
Dir vielleicht. Der Bericht von dem Caffeehausbetreiber ist bereits zwei Jahre alt. Gehe mal davon aus, dass der sein Kassensystem längst auf den aktuellsten Stand gebracht hat...

Ich gehe von gar nichts aus. Wenn Du einen zwei Jahre alten Artikel verlinkst, werde ich ich nicht spekulieren, was sich alles geändert haben könnte, nur weil ich anmerke, dass es zum Schmunzeln ist, dass jemand,der kein Bargeld annehmen will, weil es ihm Ungelegenheiten bereitet, dies beim Trinkgeld aber gerne tut.

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BeitragVerfasst: 20.10.2019, 12:01 
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Hinnerk hat geschrieben:
sea u in denmark hat geschrieben:
Wenns drauf ankommt, würde ich mich auf die Anonymität der gewählten Ware oder Dienstleitung nicht verlassen: Wer den Kassenzettel für die Steuer ausdruckt, kann sicherlich mit passender Software die Daten zusammenführen. Und viele Kunden könnten auch daran interessiert sein, dass die ganze Geschäftsbeziehung vertraulich bleibt, wie z.B. beim obrigkeitlich geduldeten/geförderten Rauschgifthandel im Berliner Stadtpark
Welche Daten seiner Kunden soll der Geschäftsmann denn zusammenführen können? Werde doch bitte konkret.

Konkret...
Aus dem Bayerischer Rundfunk 01/2019
Zitat:
Aber was passiert mit unseren Daten? Seit Kurzem ist Apple Pay in Deutschland verfügbar, genauso wie auch Google Pay. Der Vorsitzende der Datenschutzkonferenz, Dieter Kugelmann, warnt: "Da mache ich mir große Sorgen. Das sind amerikanische Unternehmen, die wir als Europäer schwerer an die Datenschutzleine legen können."
Der Datenschutz: ein Versprechen
Wer sein Smartphone zur mobilen Geldbörse macht, der hinterlässt Spuren. Nämlich: Was er kauft, wie viel er dafür bezahlt, was ihm gefällt, wo er einkauft und so weiter. Google und Apple versprechen zwar, dass sie diese Daten nicht weitergeben. Datenschützer Kugelmann ist da skeptisch: "Wir haben schon viele Versprechungen gehört, die dann nach zwei, drei Jahren durch eine Änderung des Geschäftsmodells, durch andere handelnde Personen Schall und Rauch waren." Deshalb: So gemütlich Bezahlen mit dem Handy auch ist: Kunden sollten sich beim Kleingedruckten auf dem Laufenden halten. Vor allem mit Blick auf die Datenschutzerklärung.
https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/bezahlung-mit-dem-smartphone-bereitet-datenschuetzern-sorge,RGTegOO

Dass es auch Kunden des von Dir angeführten Cafés mit rein bargeldlosem Zahlungsverkehr gibt, die sich so Ihre Gedanken machen, zeigt sich in einem Interview des Betreibers mit dem it-finanzmagazin:
Zitat:
[Frage:]In der Presse stand, für Ihre Kunden, die Probleme mit Kartenzahlung wegen des Tracking haben, wollen Sie ein Closed-Loop-Verfahren anbieten. Wie soll das realisiert werden? Kann der Kunde dann erst Bargeld auf eine Karte einzahlen? Das würde doch ihr eigentliches Modell konterkarieren.

[Antwort:]Einige Gäste wollen nicht, dass jeder einzelne Kaffee auf ihrem Girokonto nachverfolgt werden kann. Dafür haben wir Verständnis. Es gibt zeitnah die Möglichkeit, einen größeren Betrag auf einmal auf eine Kundenkarte aufzuladen. Dann ist auch nicht mehr nachvollziehbar, wer, wann, wo, was getrunken hat.
https://www.it-finanzmagazin.de/es-ist-fuer-uns-unwirtschaftlich-am-bargeld-festzuhalten-argin-keshishian-namagerdi-public-coffee-roasters-55379/

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BeitragVerfasst: 20.10.2019, 12:16 
25örefan hat geschrieben:
Ich gehe von gar nichts aus. Wenn Du einen zwei Jahre alten Artikel verlinkst, werde ich ich nicht spekulieren, was sich alles geändert haben könnte, nur weil ich anmerke, dass es zum Schmunzeln ist, dass jemand,der kein Bargeld annehmen will, weil es ihm Ungelegenheiten bereitet, dies beim Trinkgeld aber gerne tut.

Jetzt gibst du dich aber wirklich weltfremd. Vielleicht solltest du zwischen geschäftlichen und privaten Interessen unterscheiden. Wenn ein Caffeehausbetreiber nur noch Kartenzahlung akzeptiert oder zunehmend Bäcker, Marktbeschicker und andere Kaufleute mit vielen Minimalbeträgen bei einkäufen mit Kartenakzeptanz regelrecht werben hat das seine nachvollziehbaren Gründe und ist eine Sache. Die andere ist die private seite. Warum sollte ein Kartenfetischist auf ein Trinkgeld in bar verzichten? Ich verstehe deine Logik nicht.

Auch wenn eines Tages das Bargeld schlichtweg ausgedient hat wird es immer noch Leute geben, die es in irgendeiner Form nutzen, beispielsweise beim heimischen Pokerspiel oder im Einkaufsladen der lieben Kleinen. Doch halt: Auch da gibt es bereits Scannerkassen und Kartenterminal. :mrgreen:
Ich habe für meinen alten Geldspielautomaten aus den 1960er Jahren sogar noch eine Unmenge an Groschen (10-Pfennig-Stücke) gehortet, um das gute Stück hin und wieder mal in Bewegung zu setzen.
Eine wirtschaftliche Bedeutung haben derartige Aktivitäten mit Bargeld aber nun wirklich nicht.


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BeitragVerfasst: 20.10.2019, 12:58 
25örefan hat geschrieben:
Konkret...
Aus dem Bayerischer Rundfunk 01/2019
Zitat:
Aber was passiert mit unseren Daten? Seit Kurzem ist Apple Pay in Deutschland verfügbar, genauso wie auch Google Pay. Der Vorsitzende der Datenschutzkonferenz, Dieter Kugelmann, warnt: "Da mache ich mir große Sorgen. Das sind amerikanische Unternehmen, die wir als Europäer schwerer an die Datenschutzleine legen können."
Der Datenschutz: ein Versprechen
[u]Wer sein Smartphone zur mobilen Geldbörse macht, der hinterlässt Spuren. Nämlich: Was er kauft, wie viel er dafür bezahlt, was ihm gefällt, wo er einkauft und so weiter. Google und Apple versprechen zwar, dass sie diese Daten nicht weitergeben. Datenschützer Kugelmann ist da skeptisch…

Auch wenn du dich mit diesen Sätzen und dem Inhalt des Berichts vom Bayerischen Rundfunks wiederholst wird es nicht richtiger. Es ist absolut falsch, dass beim Bezahlen mit Karte oder MobilePay zurückverfolgt werden kann, was ich eingekauft habe. Ich quittiere einen Rechnungsbetrag und überweise diesen gleichzeitig. Wenige Augenblicke später ist mein Konto bereits entsprechend belastet.
Die einzige Möglichkeit des Handels besteht darin, meine Einkäufe im Hintergrund zu speichern und sie mit meiner Kontoverbindung zu verknüpfen beispielsweise um ein Kundenprofil zu erstellen. („Kunde xy der gern Wildlachs in Scheiben kauft bevorzugt auch die Aktionsunterwäsche von Aldi“). Hierbei bleibe ich aber immer noch anonym, weil Aldi und Co nicht wissen, wer sich hinter einer jeden Kontonummer verbirgt. Erst die kriminelle Form der „Zusammenarbeit“ von Handel und Banken schafft da gewisse Möglichkeiten. Die Betonung liegt da auf „kriminelle Zusammenarbeit“. Selbst die Verwertung der Bankverbindung von Kunden zu statistischen Zwecken muss von diesen abgesegnet werden.
Zitat:
[Frage:]In der Presse stand, für Ihre Kunden, die Probleme mit Kartenzahlung wegen des Tracking haben, wollen Sie ein Closed-Loop-Verfahren anbieten. Wie soll das realisiert werden? Kann der Kunde dann erst Bargeld auf eine Karte einzahlen? Das würde doch ihr eigentliches Modell konterkarieren.[Antwort:]Einige Gäste wollen nicht, dass jeder einzelne Kaffee auf ihrem Girokonto nachverfolgt werden kann. Dafür haben wir Verständnis. Es gibt zeitnah die Möglichkeit, einen größeren Betrag auf einmal auf eine Kundenkarte aufzuladen. Dann ist auch nicht mehr nachvollziehbar, wer, wann, wo, was getrunken hat.
https://www.it-finanzmagazin.de/es-ist- ... ers-55379/

Die große Ausnahme, wo nachvollzogen werden könnte, wofür 3x 2,80 Euro in einem Caffee ausgegeben sein könnte. Aber bei Aldi, Edeka und Co?
Diese angesprochene Möglichkeit des „Closed-Loop-Verfahren“ ist bei Bäckereien, die Kartenzahlung anbieten schon längst üblich.

Aber letztlich werden du und auch andere Skeptiker die weitere Entwicklung hin zu einer bargeldlosen Gesellschaft nicht verhindern können. Von daher ist es nur vernünftig, unsere Kinder und Enkel frühzeitig den Umgang mit der digitalen Währung beizubringen. Wahrscheinlich wird es aber so kommen, dass die Kinder ihren Eltern zeigen, wie man heute und in Zukunft bezahlt.
Wie ist es denn beim Umgang mit dem PC und Smartphone?


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BeitragVerfasst: 20.10.2019, 13:26 
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Hinnerk schrieb
Zitat:
1.Aber letztlich werden du und auch andere Skeptiker die weitere Entwicklung hin zu einer bargeldlosen Gesellschaft nicht verhindern können. Von daher ist es nur vernünftig, unsere Kinder und Enkel frühzeitig den Umgang mit der digitalen Währung beizubringen. 2)Wahrscheinlich wird es aber so kommen, dass die Kinder ihren Eltern zeigen, wie man heute und in Zukunft bezahlt.

Zu 1) Geht es um ein Verhindern?
Es geht darum um Sicherheiten zu schaffen und Gutgläubigkeiten wie der Deinen
Hinnerk hat geschrieben:
Hier besteht m.E. noch Aufklärungsbedarf. Ja, beim Bezahlen mit dem Smartphone erfährt der Finanzdienstleister (z.B. ApplePay, Google Pay) außer meiner Bankverbindung wie viel und wo ich mein Geld gelassen habe) aber nicht, was ich im Einzelnen eingekauft habe. Das ist aber auch schon alles. Der Kaufmann bei dem ich mit Karte bezahle erfährt lediglich meine Bankverbindung und den Rechnungsbetrag. Ansonsten bleibt der Kunde für ihn anonym.
entgegenzutreten wenn auch Datenschutzexperten vor solcher Gutgläubigkeit warnen.
Nochmal, da Du darüber ja anscheinend geflissentliche hinweggehst:
Zitat:
Aber was passiert mit unseren Daten? Seit Kurzem ist Apple Pay in Deutschland verfügbar, genauso wie auch Google Pay. Der Vorsitzende der Datenschutzkonferenz, Dieter Kugelmann, warnt: "Da mache ich mir große Sorgen. Das sind amerikanische Unternehmen, die wir als Europäer schwerer an die Datenschutzleine legen können."
Der Datenschutz: ein Versprechen
Wer sein Smartphone zur mobilen Geldbörse macht, der hinterlässt Spuren. Nämlich: Was er kauft, wie viel er dafür bezahlt, was ihm gefällt, wo er einkauft und so weiter. Google und Apple versprechen zwar, dass sie diese Daten nicht weitergeben. Datenschützer Kugelmann ist da skeptisch: "Wir haben schon viele Versprechungen gehört, die dann nach zwei, drei Jahren durch eine Änderung des Geschäftsmodells, durch andere handelnde Personen Schall und Rauch waren." Deshalb: So gemütlich Bezahlen mit dem Handy auch ist: Kunden sollten sich beim Kleingedruckten auf dem Laufenden halten. Vor allem mit Blick auf die Datenschutzerklärung.
https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/bezahlung-mit-dem-smartphone-bereitet-datenschuetzern-sorge,RGTegOO

Zu 2) Das „Gespenst“ ist wohl für unsere Generation mehr als unwahrscheinlich. :roll:

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BeitragVerfasst: 20.10.2019, 15:32 
3 x ist ja bekanntlich Oldenburger Recht. Aber eben nur in Oldenburg. :mrgreen:
Tatsache ist nun einmal, dass noch nicht ein einziger Fall bekannt geworden ist, wo einem Kunden in einem Geschäft (wo es nicht nur Kaffee gibt :wink: ) die Einkaufsliste nachgewiesen werden konnte.
Die "German assertiveness" oder deutsche Angst scheint auch dich gepackt zu haben. Die Bezeichnung stammt übrigens nicht von mir, siehe:
https://de.wikipedia.org/wiki/German_Angst
und ist ein echt deutsches Phänomen dessen Ursprung wohl in unserer jüngeren Geschichte zu suchen ist. Dieser übertriebenen, teils hysterischen Angst in Teilen der Bevölkerung ist es auch zu verdanken, dass Google bereits im Jahr 2011 seinen Dienst "Street View" in Deutschland einstellte und seitdem keine neuen Straßenansichten von Orten mehr online stellte oder um solche zu aktualisieren. Seit einem Jahr sind die Kamerawagen bei uns zwar wieder unterwegs, aber nur zwecks Aktualisierung von Stadt- und Straßenplänen. Das auch in Österreich ausgesprochene Verbot neuer Street View Aufnahmen wurde aufgehoben. Somit ist Deutschland das einzige Land weltweit (außer vielleiocht Nordkorea und von Kriegen geschüttelten Staaten) welches Google die Fortführung des Street View Dienstes aus Datenschutzgründen verweigert.

Letztlich geht es aber auch gar nicht in diesem Thread. Wie lautet noch das Thema? Richtig:
"Bargeld wird vielleicht bald nicht mehr überall angenommen"
Also sollten wir uns vielleicht mit den möglichen Auswirkungen beschäftigen anstatt Mutmaßungen über Szenarien anzustellen wo noch kein Mensch weiß, ob und wie solche überhaut umzusetzen sind. Ansonsten müsste ja auch jedes Küchenmesser verboten werden, weil man damit ja einen ungeliebten Menschen umbringen könnte. :wink:


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BeitragVerfasst: 20.10.2019, 17:34 
Ach ja, noch etwas abschließendes zum Thema German Angst::
25örefan hat geschrieben:
Es geht darum um Sicherheiten zu schaffen und Gutgläubigkeiten wie der Deinen.

Sicherheiten sind bereits geschaffen worden. Und man wird diesbezüglich mit Sicherheit noch mehr tun. Als Beispiel nenne ich nur mal die aktuelle doppelte Authentifizierung beim Online-Banking.
Nur gibt es eben keine hundertprozentige Sicherheit. Die gibt es nirgends. Wer die will darf keine Medikamente einnehmen, sich keiner Operation unterziehen und sich nicht impfen lassen. Ein Bankkonto? Niemals! Die Banken wissen schließlich am meisten von den Bürgern (jedenfalls mehr als Aldi und Edeka von ihren Kunden jemals in Erfahrung bringen könnten) und könnten von ihnen ein genaues Persönlichkeitsprofil erstellen.
Nur wenn ich mich all diesen Dingen verweigere wäre ich in dieser Welt wohl nicht mehr lange lebensfähig.


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BeitragVerfasst: 20.10.2019, 18:28 
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In Deutschland kennt das Gesetz nur die Erfüllung der Geldschulden durch Barzahlung. Sie ist nach traditionellem Verständnis die eigentlich geschuldete Leistung des Geldschuldners und führt daher durch Übereignung des Bargelds zur Erfüllung der Geldschuld.[1] Dem Schuldner ist die Tilgung einer Geldschuld mit anderen Zahlungsmitteln als dem gesetzlichen Zahlungsmittel (z. B. Zahlung in Fremdwährung oder mit Kreditkarte) nur dann gestattet, wenn dies zwischen den Parteien im Rahmen der Vertragsfreiheit vorher vereinbart worden ist. Durch die weite Verbreitung von Girokonten mit der Möglichkeit des unbaren Zahlungsverkehrs kann in Ausnahmefällen eine Barzahlung als Erfüllungsleistung auch ausgeschlossen werden. Das geschieht vertraglich in Arbeits- und Mietverträgen (Lohn/Gehalt und Mieten werden ganz überwiegend unbar gezahlt) und durch Gesetz, etwa in § 224 Abs. 3 Satz 1 AO, § 51 Abs. 1 BAföG, § 117 Abs. 1 Satz 2 ZVG.[2]

Das gilt auch für die EU-Staaten, ausgenommen die drei aus dem Morgenland... :wink:

Und ich hoffe, das bleibt auch so!

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Es gibt ja nicht nur Idioten auf dieser Welt.....
aber irgendwie schaffen sie es, sich strategisch so zu platzieren, das mir jeden Tag einer über den Weg läuft.


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