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 Betreff des Beitrags: Schwanger nach Dänemark ziehen
BeitragVerfasst: 04.10.2016, 11:23 
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Registriert: 03.10.2016, 23:59
Beiträge: 1
Hallo,
Wie schön Euer Forum gefunden zu haben. Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen. Mein Freund ist Däne und wohnt in Kopenhagen. Er möchte die ganze Zeit, dass ich zu ihm nach Dänemark ziehe. Nun weiß ich seit kurzem dass ich schwanger bin. Hier in Deutschland habe ich einen Job, werde aber Berufsverbot bekommen, aber natürlich weiterhin Geld und Mutterschutz usw. Wie verhält sich dass, wenn ich vorher nach Dänemark ziehe. Bekomme ich dort staatliche Unterstützung? Und meine Bezüge aus Deutschland würde ich dann nicht mehr bekommen? Es ist alles so aufregend und verwirrend? Wie verhalte ich mich am besten? Was würdet ihr tun?
Würde es einen Unterschied machen, wenn wir vor der Geburt heiraten?
Vielen Dank für Eure Antworten und liebe Grüße.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwanger nach Dänemark ziehen
BeitragVerfasst: 04.10.2016, 11:36 
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Registriert: 24.05.2013, 07:11
Beiträge: 1040
Wohnort: Berlin
In Dänemark sollen ja auch schon Kinder gesund zur Welt gekommen sein.
Dennoch, wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich aufgrund der unkomplizierteren Gesundheitsversorgung, das Kind in Deutschland entbinden.

Gruß
-Ronny


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwanger nach Dänemark ziehen
BeitragVerfasst: 04.10.2016, 14:30 
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Registriert: 11.08.2014, 17:00
Beiträge: 1056
Wohnort: Midtjylland/Ammerland
Ronald hat geschrieben:
Dennoch, wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich aufgrund der unkomplizierteren Gesundheitsversorgung, das Kind in Deutschland entbinden.

Du Ronny, wirklich? :mrgreen:

Ich denke nicht, dass in Dänemark bei einer anstehenden Entbindung die Hebamme mit dem Fahrrad heraneilt und wie im wilden Westen bei Gary Cooper und Co. um eine Schale mit heißem Wasser bittet und drei Generationen vor der Tür angsterfüllt auf den ersten Schrei des Nachwuchses warten. Ja, und die meisten Menschen, die mir in Dänemark bisher begegneten machten bisher auf mich durchweg einen gesunden Eindruck.

Aber im ernst: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Gesundsversorgung in Dänemark nicht schlecht ist. Der Standard ist sicher nicht so hoch wie in Deutschland und für den normal Versicherten nach Hausarztmodell sicherlich etwas ungewohnt. So ist für den grundsätzlich der für seinen Wohnbezirk zuständige Hausarzt zuständig der auch über eine evtl. Überweisung zum Facharzt entscheidet (außer HNO, Augen, Zähne). Aber auch in Dänemark gibt es eine Kaste von etwa 2 Prozent der Bevölkerung, die einen ähnlichen Status wie in Deutschland die privat Versicherten genießen und den Hausarzt und seine Entscheidung übergehen können (Zusatzversicherung).

Ich spreche jetzt lediglich aus Erfahrung eines Deutschen, der bereits mit dem dänischen Gesundheitssystem Bekanntschaft aber dabei keine schlechten Erfahrungen gemacht hat. Dennoch wüßte ich, dass ich bei einer geplanten Operation oder bei bestimmten Untersuchungen (Herzkatheteruntersuchung, Bypass-OP, Gelenkersatz etc.) in eine deutsche Klinik gehen würde. Diese Wahlmöglichkeit haben aber nur sehr wenige. Ich würde einem deutschen Staatsbürger, der nach Dänemark geht um dort zu arbeiten immer empfehlen, in der deutschen KV zu verbleiben.
Von zwei mir bekannten Fällen beispielhaft nur einer: Verkehrsunfall des Freundes unserer Tochter mit dem Motorrad (Kollosion mit Wild). Die Folge: Eine Schultergelenksprengung mit Hochstand des Schlüsselbeins (Tossy 3 bzw. Rockwood V). Der junge Mann, den es betraf wurde ins Krankenhaus eingeliefert und auf weitere Unfallfolgen untersucht. Die wurden nicht gefunden. Zwei Tage später wurde er entlassen mit der Empfehlung, sich zwecks konservativer Weiterbehandlung in Deutschland weiterbehandeln zu lassen. Eine Operation sei bei derartigen Verletzungen unüblich.
Nach tel. Rücksprache und Empfehlung einer befreundeten Ärztin fuhr ich mit dem Patienten direkt von Dänemark aus nach Hamburg in die Unfallklinik der Berufsgenossenschaft. Der junge Mann wurde unverzüglich stationär aufgenommen und operiert. Kommentar des Oberarztes nach der OP: Eine OP ist ab Tossy 2 heute allgemein Standard. Wäre keine Operation erfolgt wäre es mit an Sicherheit grenzender Warscheinlichkeit zu einer lebenslangen Berufsunfähigkeit gekommen. Der Arzt war geradezu sprachlos über diese Form der ärztlichen Hilfeverweigerung in Dänemark. Was der noch über seine Standeskollegen im Nachbarland äußerte sage ich hier lieber nicht.
Dieses Beispiel soll nur zeigen, dass Dänemark und auch in anderen EU-Staaten in der Unfallchirurgie aber auch in der Herzchirurgie nicht den in Deutschland gewohnten Standard bieten. Da sind wir noch immer Spitze, allerdings wohl auch preislich.
Die Schulter verheilte ohne verbleibende Komplikationen.

_________________
Wer anderen eine Bratwurst brät der hat ein Bratwurstbratgerät.
(unbekannter Bratwurstdichter, einer Legende nach aus Thüringen stammend)


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwanger nach Dänemark ziehen
BeitragVerfasst: 04.10.2016, 17:24 
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Registriert: 07.06.2016, 09:48
Beiträge: 72
Wohnort: Region Hannover
Hallo Larume79,
zunächst mal wünsche ich Dir und Euch für den Rest der Schwangerschaft alles Gute.
Nach dem MuSchuG kannst Du bzw. Dein Arbeitgeber ein Beschäftigungsverbot (kein Berufsverbot) bei voller Gehaltsfortzahlung auferlegt bekommen, wenn die Gegebenheiten dafür sprechen. Weil es sich bei dem MuSchuG um ein deutsches Gesetz handelt, würde ich wegen der verschiedenen Schutzvorschriften schon in Deutschland bleiben. Außerdem solltest Du Dich bei Deiner Krankenkasse / -versicherung danach erkundigen, ob die auch die Kosten für die verschiedenen Vorsorgeuntersuchungen des Neugeborenen oder auch Spezialbehandlungen übernehmen, falls diese in Dänemark anfallen.
Und Du solltest Dich vielleicht auch noch hinsichtlich der in Dänemark üblichen Vor- und Nachsorgeuntersuchungen für Dich und das Kind informieren.

Natürlich werden auch in Dänemark Kinder geboren. Aber ich würde mir schon gut überlegen, ob ich in dieser Situation in ein anderes Land mit ggf. anderem Gesundheitssystem umziehen sollte.

Beste Grüße und nochmals alles Gute
Rollover

_________________
Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun (Oskar Wilde)


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwanger nach Dänemark ziehen
BeitragVerfasst: 05.10.2016, 06:53 
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Registriert: 24.05.2013, 07:11
Beiträge: 1040
Wohnort: Berlin
Hinnerk hat geschrieben:
Du Ronny, wirklich? :mrgreen:

Ich denke nicht, dass in Dänemark bei einer anstehenden Entbindung die Hebamme mit dem Fahrrad heraneilt und wie im wilden Westen bei Gary Cooper und Co. um eine Schale mit heißem Wasser bittet und drei Generationen vor der Tür angsterfüllt auf den ersten Schrei des Nachwuchses warten.


So hatte ich es mir auch nicht vorgestellt, halte es in einigen Gegenden Vendsyssels aber dennoch für durchaus möglich. :mrgreen:
(Und manche reden auch so als wären sie genau so entbunden worden...) 8)

Gruß
-Ronny


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwanger nach Dänemark ziehen
BeitragVerfasst: 05.10.2016, 08:23 
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Moderator

Registriert: 08.07.2010, 21:09
Beiträge: 3598
Wohnort: Odense
Hejsa !
Um in Dänemark eine permanente Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen musst Du nachweisen das Du finanziell unabhängig bist oder ein Partner hast der für Dich sorgt. https://www.borger.dk/Sider/default.aspx Unten auf der Seite sind verschiedene Rubriken zum anklicken und evtl. brauchbaren Informationen für Dich. Z.B. hier https://www.borger.dk/Sider/Skal-du-fly ... 065977b9ab
Bei evtl. Problemen bezüglich Übersetzung kannst ja dein Freund fragen oder eben hier im Thread bzw. via PN.
Die Gesundheitsversorgung ist hier in DK nicht schlechter nur anders geregelt. Dazu ggf. einfach im 1. Link weiter schauen.
Interessant wäre noch ob Du dänisch sprichst / schreibst und wenn ja wie gut. Könnte ja hilfreich sein um sich durch die bürokratischen Dschungel zu kämpfen bzw. um ggf. seine Rechte und Pflichten zu kennen.
Auf jeden Fall wünsche ich Dir alles Gute für die Schwangerschaft und Geburt des Kindes!
Venlig hilsen
Hendrik77


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwanger nach Dänemark ziehen
BeitragVerfasst: 19.01.2017, 10:06 
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Registriert: 10.01.2017, 15:16
Beiträge: 17
Ich habe meine 2. Tochter auch in Dänemark auf die Welt gesetzt. Also kein Grund zur Sorge!


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