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BeitragVerfasst: 26.08.2019, 21:25 
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Registriert: 26.08.2019, 21:04
Beiträge: 1
Hallo liebes Forum,

da wir unser absolutes Traumhaus hinter der Grenze gefunden haben, sind wir hin und hergerissen, ob wir die Auswanderung wagen sollen oder ob das doch zu verrückt ist wegen einem Haus das Land zu wechseln. Wir wohnen bereits im Grenzgebiet, sodass sich unser Wirkkreis wahrscheinlich wenig ändern wird.
Wir sind beide in Flensburg berufstätig und könnten unseren Jobs weiter nachgehen.
Sorge macht uns das gänzlich unbekannte System. Wir haben uns schon nach Möglichkeit informiert in der Grenzpendlerinfo und im Internet, einige Unsicherheiten bleiben, insbesondere die für uns zum Teil willkürlich erhobenen Abgaben und Einschränkungen.
Aktuell beschäftigen mich folgende Dinge

Nebenkosten, die Maklerin sagte uns, dass diese sehr vergleichbar mit denen in D sind, wenn wir die reinen Zahlen jedoch studieren, sind die laufenden Kosten doch sehr hoch inkl. Internet und co. Was wir für die KFZ Versicherung einplanen müssen, hab ich bisher noch gar nicht rausbekommen, vll habt ihr nen Tipp.

Sollen wir als Erstkäufer einen Käufermakler engagieren? Lassen wir uns vll abzocken, das Haus ist seit langem zu verkaufen...

Wie schätzt ihr generell das Hauskaufrisiko in Dänemark ein? Vor knapp 10 Jahren ist ja schonmal die Blase geplatzt, aktuell ains die Hauspreise auf einem neuen Hoch, vieles ist auf Pump finanziert.

Inwieweit ändert sich die Grundsteuer für Immobilien, wenn 2020/21 das neue Gesetz in Kraft tritt, was machen wir, wenn dann auf einmal 70.000DKK mehr fällig sind?

Ich möchte das hier etwas als Austausch nutzen und würde mich über eine Antwort sehr freuen. Wahrscheinlich treiben uns die normalen 'Vorhauskauf'-Sorgen um. Ich bin sehr an euren Erfahrungen, Ängsten und Sorgen interessiert.

Liebe Grüße


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BeitragVerfasst: 27.08.2019, 21:20 
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Registriert: 16.01.2016, 17:00
Beiträge: 306
Hallo Kaktus

wenn Ihr nur nach Dänemark ziehen wollt, weil Ihr dort eine passende Immobilie gefunden habt, dann: LASST ES SEIN! :D
Damit werdet Ihr wohl nicht glücklich.

Erstens mal müsst Ihr natürlich den Erwerb genehmigt bekommen. Setzen wir mal voraus, dass das geht:

- Eure Einkommen müsst Ihr dann in DK versteuern. Technisch läuft das so ab, dass wegen des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen D und DK die dänischen Steuerbehörden freundlicherweise die bereits in D gezahlten Steuern berücksichtigen und von der dänischen Steuerschuld abziehen. Es gibt hier übrigens kein Ehegatten-Splitting, jedenfalls nicht wie in D. Beispiel: Du verdienst in D 40.000 Euro, und zahlst hierfür 25%, also 10.000 Euro Steuern. In DK liegt der durchschnittliche Satz aber eher bei 42%. Also kassieren die Dänen dann noch mal 6.800. Dafür genießt Du die Teilnahme am dänischen Gesundheitswesen, was Dir aber wohl nichts bringt, weil Du ja weiterhin in D krankenversicherungspflichtig bist. Was bleibt ist der anteilige Anspruch auf die dänische Folkepension, je nach dem wie lange Du denn noch im Land lebst, bist Du in Rente gehst.
- der Immobilienmarkt in Grenznähe ist weiterhin eher mau. Viel weiter runter gehen die Preise aber wohl nicht mehr. Von einer Blase würde ich bestenfalls in Aarhus und Kopenhagen sprechen.
- Was Du mit "willkürlich erhobenen Abgaben" meinst, weiß ich nicht. Ist eben im Detail anders als in D
- Die Nebenkosten beim Kauf sind deutlich niedriger als in D. Die Makler-Courtage wird hier vom Verkäufer getragen, und eine Grunderwerbssteuer gibt es nicht
- Nebenkosten sind mit D vergleichbar - aber immer unter Berücksichtigung dass hier eben alles im Schnitt 10-15% teurer ist!
- Internet und Mobiltelefonie ist hingegen tatsächlich günstiger und besser
- Kfz-Versicherungen sind halbwegs vergleichbar. Nicht hingegen die Kaufpreise und die jährlichen Kfz-Steuern, die können einem schon mal die Schuhe ausziehen. Bringt man ein gebrauchtes Fahrzeug aus D mit, muss man auch die hohe Abgabe zahlen, vorher bekommt man es nicht registriert
- auf deutschen Kennzeichen rumfahren kann man nur (!) mit Firmenwagen. Das wird offenbar geduldet, aber natürlich nur solange man in D arbeitet. Dann darf man das Fahrzeug auch privat in DK nutzen, also zu mehr als nur dem Weg vom Wohnort über die Grenze.
- Summa summarum kann man jemandem, der nicht ohnehin in DK sein Einkommen versteuern muss, einen Umzug kaum raten. Jegliche Preisvorteile durch die etwas günstigeren Immobilien sind jedenfalls bei einer Gesamtrechnung schnell hinfällig.


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