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 Betreff des Beitrags: Auswandern nach DK?Niemals!
BeitragVerfasst: 22.03.2004, 15:42 
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Registriert: 22.05.2003, 14:47
Beiträge: 2047
Wohnort: NRW, Deutschland
Hallo, liebe Foris!
Ich habe mir, wie vielleicht schon viele andere hier auch, mal überlegt, ob wir nicht später mal nach DK auswandern sollen! Deshalb habe ich intensiv mit "meinem" Land und DK recht intensiv befasst und schlussendlich ein Fazit für mich gefunden! Nein, niemals würde ich auswandern! Dänemark ist und bleibt mein Lieblingsurland - und das soll es auch bleiben.
Ich sehe Dänemark durch meine rorsarote Urlaubsbrille und soll es auch bleiben. Der Alltag ist hier und Dänemark bleibt so immer was Besonders für mich. Ich lerne Dänisch und möchte weiterhin gerngesehener Gast in diesem Land sein. Denn jedes Land hat seine positiven und auch negativen Seiten. Von Deutschland kenne ich beide Seiten - von Dänemark nur die positiven. Logisch!
Könnte ich noch alles so geniessen, wie ich es jetzt mache, wenn man mir meine rosa Brille abzieht? Sicher nicht.
So bleibt Dänemark witerhin immer einzigartig für mich. Hier finde ich die Ruhe, Kraft und Erholung, die ich für meinen Alltag hier brauche. Und wenn ich wieder hier bin,dann kann ich träumen - bis zum nächsten Mal!
Liebe Grüsse
Silvia

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Liebe Grüße
Silvia


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.03.2004, 09:56 
Hallo liebe Silvia,

jetzt habe ich lange überlegt ob ich überhaupt antworten soll, da das hier wieder so eine durchaus emotionale und hitzige Diskussion werden kann, aber irgendwie hat mich Dein Beitrag berührt, da ich fast genauso denke.

Ich will Dir ein Beispiel aus meiner Erfahrung nennen: als in noch jünger war ;-) habe ich fünf Jahre in Kanada gelebt - für viele auch ein Traumziel und "Auswanderungsland Nr. 1". Zwar wusste ich von Anfang an, daß mein Aufenthalt dort begrenzt war, aber ich hätte auch durchaus nach dieser Zeit noch irgendwie bleiben können. Tja, und was soll ich sagen: ich hatte nach einem halben Jahr schon die Schnauze voll... Das einzige was mich in dieser Zeit so richtig fasziniert hat, waren die Urlaubsreisen in diesem Land. Um es etwas klarer zu machen: Kanada wird für mich immer ein Traumurlaubsziel bleiben und ich wünsche mir nichts sehnlicher als meiner Familie das Land zu zeigen dem ich irgendwo immer noch verbunden bin, aber dort wohnen...?? Niemals wieder!!! Denn irgendwann wird alles Alltag! Und es gibt für die Faszination nichts tödlicheres als den Alltag.

Naja - und genauso würde es sich wohl auch für Dänemark verhalten. Die "rosarote Brille", die Du so trefflich beschreibst, ist schneller weg als man denkt und der Alltag bringt eh nur die gleichen nervigen Problemchen die man auch hier hat. Wenn ich manchmal die Schnauze hier gestrichen voll habe (und das passiert in letzter Zeit immer öfter) und dann laut denke: "manchmal hätte ich Lust dieses Land für immer zu verlassen!", dann werde ich immer gefragt: "wohin denn...??!!" Wenn ich dann DK sage schlagen die Leute die Hände über dem Kopf zusammen und sagen, daß es dort ja noch viel schlimmer sei. Ist es wirklich so...?! Ich will es gar nicht wissen!!! Ich will nach wie vor dort hinfahren um meine Freiheit, Ruhe und Erholung zu genießen. So gestärkt kann ich es auch bei uns wieder eine Weile aushalten - denn soooo schlecht ist es hier ja schließlich auch nicht... :-)

Nein, meine "rosarote DK-Brille" werde ich nicht ablegen - in meine DK-Aufenthalte wird kein Alltag einziehen, nicht wenn ich es verhindern kann!

In diesem Sinne viele Grüße,
Mike


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BeitragVerfasst: 23.03.2004, 18:32 
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Registriert: 22.05.2003, 14:47
Beiträge: 2047
Wohnort: NRW, Deutschland
Hallo lieber Mike!
Was glaubst Du, wie lange ich vor dem Compi gesessen habe und überlegt, ob ich diesen Beitrag überhaupt schreiben soll! Aber dann dachte ich mir, dass viele Dänen uns sowieso "vorwerfen", Ihr Land eben durch diese berühmte "rosarote Brille" zu sehen und weisst Du was? Sie haben Recht!!!
Inspiriert wurde ich zu diesem Beitrag durch den Urlaubstreat:wann, was wo? und natürlich durch das Auswandern-Forum, wo ich von den vielen Problemen lesen konnte.
Ich stellte mir die Frage: Hm, wie sehen denn die Westjütländer IHREN Lebensraum? Geniessen sie alles auch so sehr, wie ich, wenn ich in dieser Ecke bin? Ich denke sicher nicht. Weil eben der Alltag alles frisst.
Und ich will mir "mein" DK so erhalten, wie ich es liebe und kenne! Als DAS Urlaubsland wo ich mich einfach sauwohl fühle.
Ich kann gut nachvollziehen, was Du über Kanada geschrieben hast!
Freue mich auf weitere Postings! Wie denkt ihr anderen darüber?
Liebe Grüsse
Silvia

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Liebe Grüße
Silvia


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.03.2004, 19:39 
Hej
Also als ich die Überschrift gelesen hab, dachte ich nur, was kommt jetzt.
Aber nach dem Lesen der beiden Beiträge muß ich sagen, da ist sehr viel Wahres drin.
Vor Jahren wäre ich auch am liebsten mit fliegenden Fahnen sofort übergesiedelt.
Inzwischen geht es mir wie euch, ich denke auch je mehr man hinter die Kulissen schaut, wozu ja auch dieses Forum beiträgt, desto mehr kommt die Rosarote Brille ins rutschen.
Im Urlaubsland leben ist dann wahrscheinlich wie jeden Tag Kaviar (oder ähnliches).
Der ist dann auch nichts besonderes mehr.
Darum will ich, solange ich das Geld dafür habe, auch weiterhin 3x im Jahr nach DK und mich hinterher auf zuhaus und den nächsten Urlaub freuen können.

Hilsen Andi, noch 4 Tage bis Vejers


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BeitragVerfasst: 24.03.2004, 09:08 
Hej Sausebraus !

Ich kann nur sagen : Auch nach fast 18 Jahren in Jütland (midtjylland - 30 Minuten nach legoland !!!) liebe und genieße ich die dänische Nordseeküste von Nord nach Süd und den Ringkøbing Fjord und auch "den Rest von DK" wie am ersten Tag oder noch viel mehr!
Klar haben wir hier auch unseren Alltag! Klar kann ich nur bestätigen, was im Auswanderforum steht.
Die rosarote Brille hab ich eigentlich nie richtig aufgehabt, weil ich nur 1x auf Fanö und 1x auf Bornholm gewesen war, bevor ich hier her zog. Naja, ein paar mal über die Landstraßen Richtung Hirtshals geflitzt, um
in Norwegen Urlaub zu machen.
Ich hab "mein Dänemark " erst richtig entdeckt, als ich wegen eines Jobs hier her kam.
Und neben dem Alltag haben wir ja auch ein Wochenende, und da ist es schön, immer schnell am Wasser zu sein. Wir wohnen hier mittendrin in Jütland, von Heidelandschaft umgeben, aber egal, ob wir nach Westen, Osten oder Norden fahren, so sind wir innerhalb einer Stunde am Wasser (Nordsee, Ostsee, Limfjord, aber zuallererst zum Ringkøbing Fjord, da wir unser Sommerhaus in Bork Havn haben).
Hier wegziehen ? Nie !! Obwohl es mich schon ab und zu nach Hamburg zieht...
@ Andi: Kan I hygge Jer i Vejers !!
Schöne Grüße von Annikki


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BeitragVerfasst: 24.03.2004, 09:43 
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Registriert: 22.02.2002, 11:23
Beiträge: 4050
Hej allesammen!
Das ist hier ein thread, wo wirklich jeder nachdenkt - schreib ich jetzt oder zünde ich damit wieder ein Riesenfeuer an? Smil.

Aber ich denke, hier verbindet sich alles, was wir in den Auswandererthreads versuchten zu erklären:
Natürlich ist Dk so schön, wie Touristen es erleben - wir haben ja auch mal frei!
Aber es ist nicht NUR so schön, es hat ebenso wie jedes andere Land seinen Alltag mit seinen manchmal nicht so ganz durchschaubaren oder vorhersehbaren) Schattenseiten.
Wer NUR aufgrund seiner schönen Ferienerlebnisse herzieht, der wird sicher enttäuscht werden. Der hat sich nämlich einer Täuschung hingegeben (die ihm in Spanien, Italien, in den Bergen - je nach Urlaubsvorliebe - halt auch hätte passieren können.)
Neulich dachte ich mal wieder über all dasnach und kam auf die idee, daß man alles mit der Liebe vergleichen kann:
was die Touristen erleben - und keiner will ihnen dies ja madig machen, smil - ist das, was man verliebtheit nennen kann. verliebtheit, die blind macht wie es ja im Sprichwort heißt; Verliebtheit, die nur die guten Seiten im Gegenüber sieht - und vielleicht auch hervorzaubert, und die die Augen zumacht vor dem, was nicht so schön ist - oder die gar nicht sehen kann, was es an Negativem gibt, weil die Zeit der Bekanntschaft zu kurz,die Verliebtheit noch zu flüchtig ist.
Was uns dann hier letztendlich hält,die wir aus welchen gründen auch immer hergekommen sind, entgegen der "netten" Aufforderung auch schon hier im Forum, dann doch bitte schön zurückzugehen, das ist das, was man mit der gewachsenen Liebe vergleichen kann. Das ist dann das Gefühl,was auch in einer Beziehung nach der Verliebtheit kommt, wenn man sich nicht aufgrund etlicher enttäushcungen trent, da es zusammen halt doch nicht geht: Das ist ie Liebe, die eben das Gegenüber nicht mehr nur mit allem Schönem sieht, sondern auch mit allden kleinen und großen Macken --- und die es trotzdem liebt und achtet und ohne die es dann auch nicht mehr leben kann.
Die Verliebtheit,das ist der idealismus, den alle wohl haben müssen, um überhaupt eine beziehung anzufangen - die Liebe, das ist dann der Realismus, der abwägt - nach genauerer Kenntnis des "Objekts der Liebe", ob man zusammen kann oder nicht.
Daß dannauch oft eine Menge Zweckoptimismus, Kompromisse, Gewohnheit sich einschleicht, das ist eben wie in jeder Ehe so --- solange man aufpaßt, daß alles nicht zuviel wird und man wie Annikki die Dinge nicht vergißt, weswegen man AUCH hier ist, solange geht es dann wohl immer.

Neulich traf ich im Internet ganz zufällig eine sehr junge Frau, die Zeit ihres Lebens dort gelebt hat, wo ich aufgewachsen bin, und die erzählte, nie würde sie von dort weggehen wollten! Es sei doch die schönste Gegend der Welt.
Sicher meinte sie nicht nur die schöne Landschaft, sondern auch das gefühl, dorthin zu gehören.

So, ich eile weiter - Ursel, gerne in DK

_________________
""Den virkelige opdagelsesrejse går ikke ud på at finde nye lande,
men at se med nye øjne."

---------------------------------------------------------Marcel Proust
...


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BeitragVerfasst: 24.03.2004, 11:12 
Wow - Ursel!!!! Super Vergleich!

"Verliebtheit" <-> Tourismus
"gewachsene Liebe" <-> Auswanderungsversuch
"Ehe" <-> Alltag und Leben im "fremden" Land

Sehr schön ausgedrückt!!!! Mensch, da haste aber echt drüber nachgedacht und wunderbar beschrieben.

Wie gesagt hatte ich ja schonmal das "Vergnügen" über längere Zeit in einem fremden Land zu leben und daß mich diese Zeit sehr geprägt hat kann sich sicher jeder vorstellen. Ich habe einen Höllenrespekt vor den Menschen, die sich "ins kalte Wasser" stürzen, ihre Brücken hinter sich mehr oder weniger abbauen und ihr Leben ganz neu beginnen. Bei manchen klappt´s, bei manchen nicht ... ganz wie das Leben selber!

Ich persönlich mag aber meine "rosarote Brille" gar nicht absetzen, bzw. meine "Verliebtheit ausbauen". Ich brauche sie um das zu finden, das ich dort am dringendsten brauche: meine Ruhe, Erholung, Spaß! Mal alles abschalten und hinter mir lassen. Ich weiss es würde bei mir nicht mehr funktionieren, wenn ich mich auf "mehr" einliesse... Aber wer es kann - umso besser für ihn/sie!

Gruß,
Mike


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BeitragVerfasst: 24.03.2004, 13:50 
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Registriert: 22.05.2003, 14:47
Beiträge: 2047
Wohnort: NRW, Deutschland
Hallo Ihr!
Der Vergleich von Ursel ist Klasse! Wenn es danach ginge, würde ich locker nach DK auswandern können, weil auch ich eigentlich alles geniessen kann, was auch der Alltag bringt und meinen Mann liebe ich auch noch nach über 20 Jahren *grins*. Aber natürlich hat man kein Herzklopfen mehr ;-) ! Sicherlich würde ich DK auch mit allen Macken lieben, aber - es wäre nichts Besonderes mehr. So freue ich mir ein Loch im Bauch, wenn es in den Urlaub geht und diese Zeit geniesse ich gaaaanz besonders. Man kann sagen, ich lebe dort jeden Tag, als wäre es mein letzer. ich sauge alles in mich auf, was die Westküste mir bietet. Sogar den Sturm und den Regen. Und nach dem Urlaub freue ich mich auch wieder auf zu Hause, denn hier sind meine Wurzeln, hier ist mir alles so sehr vertraut.
Und Dänemark bleibt weiterhin meine heimliche Liebe!
Liebe Grüsse
Silvia

_________________
Liebe Grüße
Silvia


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 24.03.2004, 14:44 
hallo ihr schärmer!
so schön wie ihr kann ich leider nicht schreiben .ich kann sowas schlecht in worte packen.aber es ist wunderschöööönnn!!!!!!!!!! wie ihr das ausdrücken könnt.genauso denke und fühle ich auch .ursel ihre gedanken über dieses thema hat sie ja schon an anderer im forum schon oft gesagt und ich musste ihr immer recht geben.urlaub in einen land machen und dort für immer leben ,da ist schon ein unterschied.
ich persöhnlich nehme immer soviel kraft und schöne dinge mit aus jeden urlaub nach hause.diese kraft lässt so manches hier im altag leichter ertragen und wenn ich glück habe reicht das bis zum nächsten urlaub.
bitte,bitte schreibt noch weiter so scön über dänemark(ich brauch das.... grins....)
nur noch 6 wochen bis dänemark!!!!!!!!
gruss an alle
mondstein


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BeitragVerfasst: 25.03.2004, 21:52 
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Registriert: 08.04.2003, 18:28
Beiträge: 303
Wohnort: Nordbayern / Oberfranken
Hej Ursel,

auch ich kann nur eines sagen:

Dein Bericht ist einfach wunderbar. Es ist nicht möglich, es besser zu beschreiben, als du es hier gemacht hast.

Auch für die anderen gilt, auch ihr habt ein herrliches Stimmungsbild gezeichnet. Dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen.

Durch dieses Forum habe auch ich viel über Dänemark gelernt, bzw. die Erfahrungen aus den Urlauben ergänzt. Eine Auswanderung käme für mich auch nur in Frage, wenn ich in D keine Zukunftsperspektive (Jobmäßig) hätte. Ob es dann allerdings DK wäre ? Ich möchte das jetzt und heute nicht beantworten, um nicht zu sagen, daß ich es nicht weiß.

Viele Grüße
Sharany

_________________
Urlaub in Dänemark & Reisen mit dem Wohnmobil:
www.sharanys-reisen.de


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BeitragVerfasst: 12.05.2004, 16:43 
Hej alle sammen,

dieses Forum verolge ich nun schon sooo lange, aber Silvias Beitrag hat mich jetzt doch dazu ermuntert, meine Erfahrungen Kund zu tun. ;-)

Ich habe selber zwei Jahre in Dänemark gelebt (bei Helsingör), weil ich mich von meinem damaligen Arbeitgeber hab' entsenden lassen. Was haben wir uns darauf gefreut. Und wie toll war das erste Jahr!

Wir lebten im wunderschönen Nordseeland, nahe des Öresunds, schnell am Kattegat - und arbeiteten beide (meine Frau und ich) in Kopenhagen. Sie an der St. Petri Skole und ich eben bei der Filiale meines Arbeitgebers. Dänisch habe ich recht schnell gelernt und so "freuten wir uns des Lebens" in Dänemark...

Nach ca. einem Jahr setzte allmählich Heimweh ein. (Vielleicht muss ich dazu sagen, dass ich Kölner bin und unsereins ja eine sehr enge Beziehung zu seiner Mutterstadt eigen hat ;-) ) Aber was war der Grund? Es stellte sich heraus, dass es kaum möglich war, mit Dänen privaten Kontakt zu bekommen. Im Büro nicht (wo ich auch noch der Jüngste war) und mit den Nachbarn erst recht nicht. Mehr als ein "Hej" kam nicht. Waren es "Berührungsängste" gegenüber uns Deutschen? Oder wollte man einfach mit "den Deutschen" nichts zu tun haben?

Ich muss vielleicht noch dazu sagen, dass wir in einer recht überschaubaren Wohnanlage wohnten, mit sogenanntem "guten" Publikum. Einer der negativen Höhepunkte geschah, als wir eines Morgens mit dem Auto los wollten und die Karre nicht ansprang. Es regnete in Strömen. Ein Nachbar, der wohl gerade vom Angeln kam, sieht, wie wir uns abmühen, die Kiste schiebenderweise ans Laufen zu bekommen - und geht grußlos vorbei. Das war SEHR desillusionierend.... Mit der Zeit fiel uns dann auch imemr häufiger auf, wie negativ Deutschland häufig in den dänischen Medien dargestellt wird. Kurz: Die Dänen gaben einem nicht unbedingt das Gefühl, als Deutscher willkommen zu sein. Vielleicht als Touri, aber bitte nicht als Mitbürger.

Tja, nun kann man sagen, wir hätten doch Kontakt über die St. Petri Skole bekommen können. Haben wir dann auch. Aber mit DEUTSCHEN Kollegen meiner Frau. Bei Veranstaltungen waren alle immer sehr nett. Und blieben dann trotzdem irgendwie immer für sich.

Natürlich gab es auch viel positives. Die tolle Landschaft, die tolle Stadt Kopenhagen, das Lebensgefühl der Dänen, das ich zwar mitbekommen habe, an dem ich aber nicht teilnehmen konnte und die Möglichkeit nach getaner Arbeit mal eben zum Strand zu gehen. Heute habe ich immerhin noch soviel Kontakt zu einem Ex-Kollegen, dass wir uns jedesmal treffen, wenn ich wieder in Kopenhagen bin (2 - 3 mal pro Jahr).

Inzwischen haben wir Kinder (eine Tochte ist "Made in Denmark") und ich habe den Arbeitgeber gewechselt. Und ich überlege ständig, ob wir nicht nochmal einen Versuch starten sollten, in DK Fuß zu fassen. Ihr haltet mich, nachdem was ich gerade geschrieben habe, sicher für "bescheuert". Aber ich bin sicher, ein Grund für die große "Ernüchterung", die nach ca. 1 Jahr einsetzte, war die große "Euphorie" zu Beginn. Und heute wüsste ich auch andere Möglichkeiten, in Kontakt mit Dänen zu kommen. Eben auch wegen der Kinder. Und ich habe ständig das Gefühl, ich habe eine Sache nicht durchgezogen (denn ich hätte nach Ablauf der Entsendung auch in DK bleiben können, wir sind also "freiwillig" zurück). Und zu guter letzt: Das Land fasziniert mich immer noch...

Schönen Gruß

Frank


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BeitragVerfasst: 13.05.2004, 20:25 
Hej
Also bescheuert, warum ?
Du bist mal einer der wenigen die mal aus dem Alltag erzählen können. Ich kann auch deine Entäuschung gut nachvollziehen.
Ich hatte mich schon für einen Sonderling gehalten, nachdem was andere hier ( als Urlauber ) in Dk erlebt haben.
Wir fahren nun schon seit ca 12 Jahren regelmäßig nach DK. Das waren ca 34 Urlaube.
Wir haben bisher in DK niemanden kennengelernt, uns mit keinem Dänen (zb Nachbarn) groß unterhalten oder irgendwie ausgetauscht.
Den einen Dänen den wir inzwischen recht gut kennen, haben wir über sein Gästebuch kennengelernt.
Die supernette Dänin, hier übers Forum.
Vielleicht sind wir nur ein zufälliger Einzelfall, aber diese Erfahrungen haben den Traum des Auswanderns immer wieder schnell gebremst.
Ich habe oft das Gefühl, wir sind zwar da, aber keiner merkts.
Wir werden auch weiterhin mit Begeisterung nach DK fahren, auch 5x im Jahr, aber schöner wäre es schon, hier und da mal ein Zeichen des Wiedererkennens zu sehen, wenn ich zb zum 10x an den selben Ort fahre.
Ich kann nur alle beneiden, die von ihren netten Kontakten berichten und darauf warten das auch wir nicht nur als zahlende Gäste wahrgenommen werden.

Hilsen Andi, der trotzdem zu Pfingsten wieder nach DK fährt. :-)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17.05.2004, 21:28 
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Registriert: 22.08.2003, 13:00
Beiträge: 225
Wohnort: Dänin in D. / HH.
åhh jaah..
Also, ich bin Dansk, habe ein deutschen freund. Er arbeitet 50/50 in DK. ich 100% in D. Er hat mittlerweile mehere Dk. freunde als ich.. Und das nicht nur oberflächlich. Waren bei sommerfesten, geburtstagen usw. mit. Ich bin schon sehr in die welt umher gekommen, habe aber weder auf Mallorca, Usa, Afrika oder Schweden landsleute kennengelernt, mit gesprochen mehr als hey oder sogar eine freundschaft aufgebaut. Meine eltern haben vor ein paar jahren noch ihr sommerhaus vermietet, viele deutsche kamen immer wieder und es wurden auch mal weihnachtsgrüsse ausgetauscht aber mehr dann auch nicht. Viele haben bedauert das meine eltern dann ihr sommerhaus nur zur selbst gebraucht haben wollte aber kontakt ist heute mit keinen mehr.
Ich denke das egal was für ein urlaubsland, die eingeborene wissen *die sehen wir ehe nie wieder, warum dann zeit für verschwenden* Vielleicht hapert es auch an der sprache..

Lise
-gerade eben aus DK. wieder gekommen, eine schöne Jylland weekend kurz urlaub- War 20gr. sonne satt und ganz toller blauer himmel, das wasser war wieder so schön wie immer... ;-) hihi

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18.05.2004, 12:41 
Hi @ all
die grundsätzliche Frage ist ja warum man in ein fremdes Land geht.
In Dänemark ist es halt üblich den "Anderen" so zu lassen wie er/sie ist, das ist ein sehr wichtiger und bedeutsamer Charakterzug der dänischen Art ! Wenn man das Bedürfnis hat als "Ausländer" ein Bestandteil Dänemarks zu sein, ist es unbedingt notwendig absolut selbständig zu sein, hier ist das Thema Individualität ein sehr wichtiges Thema. Sicherlich ist diese Aussage nicht allgemeingültig für DK aber sie hilft unheimlich die skandinavische Mentalität zu verstehen und zu leben um ein Bestandteil dessen zu werden, WENN wir wollen.
Das ist in D z.B. andersherum ! Hier wird kritisiert was das Zeug hält, alles was von einer bestimmten "Form" abweicht gehört nicht dazu und wird versucht zu verändern, ohne Rücksicht auf die Folgen.
Uns allen viel Erfolg bei dem was wir uns wünschen


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27.05.2004, 21:34 
Hej DK-Fans,

wenn man über so viele Jahre nach DK in den Urlaub fährt, um das Land, die Natur und überhaupt alles zu genießen, ist es nur natürlich, dass man irgendwann auch mal die Leute kennenlernen will ... und zwar nicht nur die Kassiererin im Supermarkt oder den Einlass des Museums. Beim Ferienhausurlaub - Fehlanzeige, Campingplatz - auch nix ...
Aber eine tolle Möglichkeit ist die Teilnahme an einem Højskolekursus. Die Schulen gibts verteilt über ganz DK. Die Themen der Kurse reichen von Natur über Kultur, Kunst, Hobbies ... Auf diese Weise trifft man Leute mit gleichen Interessen und lernt "nebenbei" ein wenig vom dänischen Leben kennen.
So habe ich vor acht Jahren (damals noch mit minimalen Sprachkenntnissen) einen mittlerweile guten Freund kennengelernt und bin inzwischen auch zu Familienfeiern mit eingeladen.
Jedesmal wenn ich dort bin, möchte ich am liebsten mein Ränzlein schnüren und auswandern. Aber: siehe rosarote Brille. Auch ich gehöre zu denen, die sie sich gerne bewahren möchten. (Das letzte Wort ist zu dem Thema aber noch nicht gesprochen ...)

Hilsen fra Uta


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