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BeitragVerfasst: 12.12.2018, 12:08 
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Wohnort: Kopenhagen
Das Zusammenleben von Deutschen und Dänen im Grenzland ist beispielhaft, hat auch die deutsche UNESCO-Kommission jetzt befunden, und es deshalb als Kulturerbe aufgenommen. Wie schön!

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BeitragVerfasst: 12.12.2018, 14:53 
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Auf diese Anerkennung darf man stolz sein.
Was zwischen Dänen und Deutschen funktioniert, sollte beispielhaft und nachlebenswert auch für das Verhältnis zwischen Dänen und Deutschen und anderen Nationen sein. :idea:

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"Es sieht der Mensch die Welt fast immer durch die Brille des Gefühls, und je nach der Farbe des Glases erscheint sie ihm finster oder purpurhell."
H. C. Andersen
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BeitragVerfasst: 14.12.2018, 09:46 
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Registriert: 17.02.2018, 13:29
Beiträge: 114
Die Vorbildfunktion für Kontakte mit anderen Ländern sehe ich so nicht - unser Grenzverhältnis ist eine seltene Besonderheit:

Ich reise viel und fühle mich bei Besuchen in Dänemark vollkommen zuhause - ähnlich, aber mehr noch als z.B. in Kanada und Neuseeland: Die Menschen, die ich dort treffe, haben mehrheitlich meine Wertvorstellungen, mein Bildungsniveau, meine Interessen und meinen finanziellen Hintergrund, viele sprechen auch meine Sprache oder zumindest Englisch.
In Ländern mit hohem Anteil mittelalterlichen religösen Wahns, extremer Armut und Furcht vor Hexerei hingegen fühle ich mich fremd und empfinde fast ständig Unsicherheit und Stress.

Bei Dänemark kommt noch hinzu, dass es teilweise ebenfalls zu Deutschland gehört hat. Die besondere Leistung der Dänen besteht m.E. darin, dass die Verlierer der Abstimmung über die Staatszugehörigkeit freundlich angenommen und geschützt werden. Im Grenzbereich leben viele mit Wurzeln aus dem jeweils anderen Land. Sowas ist m.E. nicht so leicht anderswo möglich.

sea u in denmark


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BeitragVerfasst: 14.12.2018, 12:47 
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Registriert: 30.07.2013, 22:31
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Zitat:
Die Menschen, die ich dort treffe, haben mehrheitlich meine Wertvorstellungen, mein Bildungsniveau, meine Interessen und meinen finanziellen Hintergrund, viele sprechen auch meine Sprache oder zumindest Englisch.
Wenn das für jeden die Vorausetzungen für ein verständnisvolles und möglichst friedvolles Zusammenleben sind, dann wird es natürlich schwierig.

Zitat:
In Ländern mit hohem Anteil mittelalterlichen religösen Wahns, extremer Armut und Furcht vor Hexerei hingegen fühle ich mich fremd und empfinde fast ständig Unsicherheit und Stress.
Das ist durchaus nachvollziehbar.
Aber wir, die wir uns in einer aufgeklärten Welt zu leben wähnen, sollten nicht vergessen, dass das Mittelalter mit religiösem Wahn (Kreuzzüge, Aberglaube, Hexenverbrennung etc.) und extremer Armut weiter Bevölkerungsteile mit Leibeigenschaft inklusive herrschaftlicher Willkür auch ein Teil der europäischen Vergangenheit sind und dass erst die historische Entwicklung mit dem jahrhundertelangem „Kampf“ um gesellschaftliche Veränderungen/ Umwälzungen zu dem geführt hat, was wir heute in Europa und anderen europäisch geprägten Ländern ( ja auch USA, Kanada, Neuseeland) als vorwiegend wohltuend empfinden. Erziehung und Bildung ohne Aufdringlichkeit und mit der Akzeptanz kultureller Unterschiede wird auch weiterhin ein vorrangige Ziel beim Streben nach möglichst friedvollem Zusammenleben sein. Dabei dürfen, so wie hier von der UNESCO gewürdigt, ruhig auch Beispiele genannt werden, bei denen sowohl Unterschiede und Andersartigkeiten als auch Fehler aus der Vergangenheit überwunden wurden, bei denen vergleichsweise niedrigere Hürden zu überwinden waren.

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BeitragVerfasst: 14.12.2018, 16:06 
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Wohnort: Sønderjylland
Ich glaube hier besteht ein Missverständnis. Die Vorbildfunktion bezieht sich auf das Grenzverhältnis allgemein, nicht auf das deutsche Grenzverhältnis zu fundamentalistischen Entwicklungsländern (ist da Österreich gemeint? :mrgreen: ), oder zu Neuseeland.
Es könnte als Vorbild zu anderen Grenzregionen dienen. Gerade weil es zwischen D und DK diverse Grenzverschiebungen gab, war es eine Herausforderung. Und die damalige Abstimmung verlief zwar friedlich, aber freundlich verlief der Prozess und die Auswirkungen ganz sicher nicht. Das brauchte schon etwas Zeit und Anstrengung von beiden Seiten.


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BeitragVerfasst: 15.12.2018, 11:30 
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Beiträge: 272
Man hat manchmal den Eindruck, die deutsche Minderheit hadert immer noch mit ihrem Schicksal ("Eiderdänen" gibt es allerdings auch noch). Umgekehrt kommt man in kaum ein "urdänisches Gemeindeversammlungshaus" (das Aabenraa Folkehjem ist auch ein Beispiel), in dem nicht der dänischen Sprache und der Wiedervereinigung sehr offensichtlich gehuldigt würde - allerdings stammt das alles aus der sicherlich für alle Beteiligten als sehr aufwühlend empfundenen Zeit um die Wiedervereinigung herum.

Bald wird ja deren 100jähriges Jubiläum gefeiert. Ich hoffe natürlich darauf, dass man sich beiderseiten der Grenze der Besonderheit und insbesondere der Gemeinsamkeit dieses historischen Erbes bewusst wird - und zwar in einer etwas breiteren Bevölkerungsschicht. Es gibt übrigen auf beiden Bevölkerungsseiten Vorbehalte z.B. ggü Schulen und Kindergärten der "Gegenseite" - und das finde ich fast am bedauerlichsten. Zweisprachig aufzuwachsen ist ein Geschenk, das leider nur der jeweiligen Minderheit auf jeder Seite der Grenze wirklich zuteil wird.


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BeitragVerfasst: 20.12.2018, 19:34 
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Der Minderheitenbeauftragte freut sich natürlich. https://www.nordschleswiger.dk/de/nords ... g-un-es-co
Hendrik77


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BeitragVerfasst: 28.12.2018, 17:14 
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Zitat:
Das Zusammenleben von Deutschen und Dänen im Grenzland ist beispielhaft ...


Zitat:
Die besondere Leistung der Dänen besteht m.E. darin, dass die Verlierer der Abstimmung über die Staatszugehörigkeit freundlich angenommen und geschützt werden.


Wenn ich die Minderheiten diesseits und jenseits der deutsch-dänischen Grenze miteinander vergleiche, so habe ich den Eindruck, dass Deutschland die dänische Minderheit besser behandelt als Dänemark die deutsche Minderheit. Im Gegensatz zu Deutschland erlauben die Dänen keine zweisprachigen Ortsschilder. Ich erinnere mich, dass es in Haderslev mal gehörigen Terz gab, weil der dortige Bürgermeister zweisprachige Ortsschilder anbringen ließ. Auch dürfen Angehörige der deutschen Minderheit meines Wissens nicht die deutsche Flagge hissen.

Eine Gleichbehandlung der Minderheiten auf beiden Seiten der Grenze ist somit nicht gegeben.

Mir scheint außerdem, dass die dänische Minderheit in Südschleswig ihr Dänentum wesentlich deutlicher und offensiver "raushängen" lässt als die deutsche Minderheit in Nordschleswig.

Falls ich mich in meiner Einschätzung irre, bitte ich um Korrektur.


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BeitragVerfasst: 28.12.2018, 17:54 
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nightcabbie hat geschrieben:
Auch dürfen Angehörige der deutschen Minderheit meines Wissens nicht die deutsche Flagge hissen.

Meine Frau weiß davon nichts, traut aber dieser rechten Regierung ein derartiges Verbot durchaus zu. Wenn das tatsächlich so ist wäre das allerdings eine Schande die ihresgleichen suchrt.
Nun ja, das gelobte Land hat auch seine Schattenseiten...

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Besserwisser leben den absurden Versuch durch
die Abwertung anderer ihren eigenen Wert zu steigern.


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BeitragVerfasst: 28.12.2018, 18:26 
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Zum Verbot ausländischer Flaggen in DK siehe hier:

https://www.shz.de/deutschland-welt/us- ... 01351.html


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BeitragVerfasst: 28.12.2018, 18:57 
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In Bezug auf ihre Flagge sind Dänen in der Tat recht eigenwillig.
Zum einen hängen sie sie auch zu Gelegenheiten auf, zu denen die meisten Deutschen sie Woolwich nicht aufhängen würden, z.B. zu weniger ernsten Anlässen wie privaten Geburtstagen im Haus oder auf dem kalten Bufet oder gar wenn zum „udsalg“ über die Strassen und in den Schaufenstern geflaggt wird.
Zum anderen sehen sie es häufig sehr eng, wenn z.B. ein Deutscher die deutsche Flagge am Ferienhaus setzt.
Ich denke mir, lass den Dänen diesen „Spleen“ und kann auch verstehen, dass das Hissen der deutschen Flagge in Erinnerung an die deutsche Besatzungszeit nicht gern gesehen ist.
Letzteres gilt bestimmt auch eher für die ältere Generation.
Wenn jedoch laut nightcabbie
Zitat:
Angehörige der deutschen Minderheit meines Wissens nicht die deutsche Flagge hissen dürfen
dann habe ich dafür kein Verständis, zumal wenn es dagegen der dänischen Minderheit in Südschleswig ja erlaubt ist Flagge zu zeigen.
Da gibt es also im deutsch-dänischen Grenzgebiet trotz aller Errungenschaften doch noch was tun.
Das schmälert mMn die bisherigen Errungenschaften im Grenzgebiet nicht.

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BeitragVerfasst: 28.12.2018, 22:35 
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Herzlichen Glückwunsch an die Grenzregion für diese tolle Anerkennung :)


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BeitragVerfasst: 08.01.2019, 10:40 
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Ganz so idyllisch geht es im UNESCO-Kulturerbe deutsch-dänische Grenzregion wohl doch nicht zu.
Zumindest wenn es ums Geld geht:
Zitat:
Erweist sich die dänische Minderheit in Südschleswig als undankbar? Diesen Schluss zieht jedenfalls Dänemarks Kulturministerin offen in einem Leserbrief. Und die Vorsitzende des Kontaktausschusses schließt sich dieser Meinung an. Wie fordernd soll und darf eine Minderheit auftreten? „Der Nordschleswiger“ ist dieser Frage nachgegangen.

In einem Leserbrief wunderte sich Kulturministerin Mette Bock (Liberale Allianz) kürzlich über eine gewisse „Undankbarkeit” innerhalb der dänischen Minderheit. Diese muss sich der eigenen Aussage nach mit einer Fortschreibung der Finanzen in Höhe von nur 0,9 Prozent „begnügen”. Eine Formulierung, die nun auch eine für die Minderheit zuständige Politikerin, Anni Matthiesen, (Venstre) auf die Palme bringt.

Mehr dazu hier: https://www.nordschleswiger.dk/de/nordschleswig-suedschleswig/undankbare-minderheit-kritik

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