Fehmarnbelt-Brücke wird gebaut

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Ny Hinnerk
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Re: Fehmarnbelt-Brücke wird gebaut

Beitrag von Ny Hinnerk »

Ein Beispiel dafür wie spitz der Bleistift ist mit dem Speditionen rechnen:
Da gibt es im Norden der Republik die aus dem Ruhrgebiet kommende Autobahn A 31, die in Höhe Leer (Ostfriesland) entweder nach Emden weiterführt oder als A 28 weiter nach Oldenburg und Delmenhorst/Bremen. Diese Route wurde seit der Fertigstellung des Abschnitts Leer-Oldenburg von den großen Speditionen und Schwerlastverkehr überwiegend genutzt. Zuvor mussten diese aus dem Ruhrgebiet und den westlichen Nachbarstaaten kommenden LKWs die unfallträchtige B 401 entlang des Küstenkanals nutzen um dann in Oldenburg wieder auf die A 28 zu gelangen.

Dann kam die LKW-Maut auf den Autobahnen. Die Folge: Ein großer Teil des LKW-Verkehrs wechselte wieder zur alten Route auf die B 401. Die Route ist zwar 25 km kürzer aber dafür wegen viel Verkehr, Ortsdurchfahrten und vielen Kreuzungen mit Ampeln zeitaufwändiger. Und trotzdem wird diese Route von aus dem Süden Deutschlands kommenden Speditionen, Holländern, Belgiern, Franzosen, Spaniern und anderen LKW-Nationen genutzt als würde es die A 28 nicht mehr geben. In Oldenburg geht es dann wieder auf die Autobahn. Und dies wegen Maut für 25 Kilometer!

Ich sage dies um Aufzuzeigen, wie die Köpfe in den Speditionen ticken. Zeit und Geld sind da die wichtigsten Faktoren. Und die werden gegenüber gestellt und dies mit Sicherheit auch beim Fehmarn-Belt-Tunnel.
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25örefan
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Re: Fehmarnbelt-Brücke wird gebaut

Beitrag von 25örefan »

Jørg hat geschrieben:
25örefan hat geschrieben:
So sehe ich das auch. Und auch auf dänischer Seite sieht es leider nicht besser aus auch was den Schienenverkehr anbelangt.
Hej,
die dänische Seite ist wesentlich weiter mit der Ertüchtigung ihrer Schienenstränge,
...
Man sollte also nur über etwas urteilen -lieber 25ørefan- zu dem man Kenntnisse beitragen kann.
Noch im Juni 2020 hieß es im Leitartikel des Nordschleswiger:
„Realistische Eisenbahnpolitik nötig“
Am Dienstag präsentierte die Zeitung „Jyllands-Posten“ Erkenntnisse aus der Durchleuchtung des Systems Eisenbahn in Dänemark, das in den Medien leider oft durch Negativschlagzeilen aufgefallen ist.

Im Bericht des Transportministeriums soll „Jyllands-Posten“ zur Erkenntnis gekommen sein, dass der Zug in Dänemark nicht mit dem Auto konkurrieren könne.

Außerdem hätten seit 2009 im Eisenbahnbereich in Dänemark investierte 132 Milliarden Kronen nicht die einst versprochenen Verbesserungen für die Bahnreisenden im Königreich gebracht. Während in Schweden, Norwegen und Deutschland seit 2010 zwischen 37 und 21 Prozent mehr Reisende im Personennah- und -fernverkehr auf den Schienen verzeichnet wurden, gab es in Dänemark ein Minus.
...

Transportminister Benny Engelbrecht erklärte gegenüber „Jyllands-Posten“, dass der neue Bericht auf eine schlechte Ausgangslage der Bahn in Dänemark hinweise.
...

Und er forderte die politischen Parteien auf, die Streitäxte zu begraben und auf breiter politischer Basis Beschlüsse zum Ausbau der Infrastruktur in Dänemark, einschließlich des Ausbaus der Bahn, zu treffen.

Solche Aussagen sind beim Thema Eisenbahn in Dänemark nicht neu. So wurde vor über 20 Jahren – auf breiter politischer Basis – beschlossen, die damals vereinbarte Streckenelektrifizierung u. a. von Fredericia nach Aarhus fallenzulassen und stattdessen angeblich wirtschaftlich günstigere Diesel-Schnelltriebwagen anzuschaffen. Bahnkenner wunderten sich bereits damals über neunmalkluge „Fachleute“ in Kopenhagen, denn europaweit setzte man auf zuverlässige, energiesparende elektrische Züge im schnellen Bahnverkehr.
Nachdem der Einsatz der IC4-Triebwagen in Dänemark sich als Fiasko erwiesen hatte, sollte ein supermodernes Signal- und Zugsteuerungssystem Abhilfe schaffen.

Auch dort bereits versenkte Milliarden erwiesen sich nicht als Retter des Bahnverkehrs.

Die Inbetriebnahme der modernsten Technik soll sich bis 2030 hinziehen.

Nach Aussagen des Branchenchefs des auch im Eisenbahnausbau tätigen Verbandes „Dansk Infrastruktur“, Henrik Friis, sei mit der Verzögerung bei der Signaltechnik auch die Verspätung bei der Elektrifizierung der Strecke nach Aarhus bis 2027 verbunden.

Man kann sich ausmalen, dass die in den kommenden Jahren bevorstehende Lieferung neuer elektrischer Lokomotiven und Triebwagen den dänischen Bahnbetrieb nicht grundlegend stabilisieren wird, wenn sie auf der wichtigsten Route Kopenhagen-Aarhus wegen fehlender Oberleitungen nicht fahren können.

Zur Verfügung stehen wird bis dahin voraussichtlich eine supermoderne Bahn zwischen Kopenhagen und Rødby. Allerdings steht in den Sternen, wann der Fehmarntunnel für den Verkehr nach Hamburg in Betrieb gehen kann.
Aber immerhin :wink: :
Der Bericht zeige aber auch, dass es nun vorwärtsgehe,
https://www.nordschleswiger.dk/de/meinu ... tik-noetig
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Hendrik77
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Re: Fehmarnbelt-Brücke wird gebaut

Beitrag von Hendrik77 »

Die Kläger und deren Anwälte haben dem Richter Parteilichkeit vorgeworfen. https://www.nordschleswiger.dk/de/deuts ... en-richter

Med venlig hilsen
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Re: Fehmarnbelt-Brücke wird gebaut

Beitrag von Hendrik77 »

Wenn eine Klage nach Leipzig noch vor dem EU-Gerichtshof verhandelt wird dann gibt es weitere Verzögerungen. https://sh-ugeavisen.dk/index.php/2020/ ... ampf-fort/

Med venlig hilsen
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Re: Fehmarnbelt-Brücke wird gebaut

Beitrag von Hendrik77 »

Morgen wird erstmal im Leipzig entschieden und je nachdem wie das Urteil ausfällt gibt es weitere Verzögerungen. https://www.nordschleswiger.dk/de/nords ... g-dienstag
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Dänischer_Hamburger
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Re: Fehmarnbelt-Brücke wird gebaut

Beitrag von Dänischer_Hamburger »

Hier dazu ein Bericht von NDR.

Ich finde aber die Berichterstattung schon sehr seltsam und alles anderes als Neutral. NABU ist ja keine neutrale Behörde, sondern ein Verein mit einem alles andere als neutrales Agenda.

Noch seltsamer fände ich es, wenn der dänische Bauherr den Tunnel baut, aber auf Deutsche Seite keine Anbindung besteht, weil alles sich(mal wieder) durch ewig andauernde Gerichtsverfahren hinauszieht. Ungeachtet dessen, was heute in Leipzig passiert wird wohl der ersten Spatentisch von Dänischer Seite am 2.1. 2021 gemacht werden.

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswi ... lt436.html
Dänischer_Hamburger
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Re: Fehmarnbelt-Brücke wird gebaut

Beitrag von Dänischer_Hamburger »

Update:

Der Tunnel darf gebaut werden!

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswi ... lt436.html

Jetzt stehen aber diverse Klagen über die Hinterlandanbindung auf Fehmarn aus...gar nicht mal so abwegig sich vorzustellen, dass der Tunnel fertig 2029 fertig ist, aber keine vernünftige Straße oder Eisenbahnstrecke auf deutscher Seite vorhanden ist, weil diese Klagen sich ewig ziehen.....
Küstenkind
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Re: Fehmarnbelt-Brücke wird gebaut

Beitrag von Küstenkind »

Moin,

ich bleibe bei meinem letzten Kommentar. Sollte der Tunnel 2029 fertig sein, steht in meinen Augen definitiv keine Hinterlandanbindung. Selbst eine Autobahn über Fehmarn hinweg hilft nur dann, wenn die Brücke über den Sund erneuert
wird. Dann fehlt noch ein kurzes Stück Autobahn auf dem Festland bis Heiligenhafen (sicher das kleinste Problem) und im Anschluss ein Lösung für Hamburg.

Ein Weiterbau der A20 zum Beispiel würde dem Ganzen eine neue Dimension eröffnen. Dann verteilt sich der Verkehr besser in die weiteren Richtungen südlich vom HH. Schaut man aber aktuell auf Hamburg, ergibt sich dort der neue Falschenhals. Die Staus auf der A1 liegen nicht nur im momentanen Brückenneubau in Billstedt begründet. Hier fehlt es grundsätzlich an Kapazität (vorsicht: Laienmeinung).

Auch die Bahnstrecke dürfte im jetzigen Zustand kaum von einem Tunnel profitieren. Einen reinen Eisenbahntunnel fände ich übrigens sexy. Das läßt sich aber wohl nur schwer schmackhaft machen und ist ja nun auch vom Tisch.

Vielleicht sorgt die neue Situation um den Tunnel aber auch für mehr Dynamik bei den notwendigen Entscheidungen in der Hinterlandanbindung.

Ein Fährromantiker werde ich aber immer bleiben.


Bleibt alle gesund
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Hendrik77
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Re: Fehmarnbelt-Brücke wird gebaut

Beitrag von Hendrik77 »

Vor dem Europäischen Gerichtshof sind weitere Klagen anhängig. Dabei geht es aber um die Staatsgarantien Dänemarks.
Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswi ... lt436.html

https://www.nordschleswiger.dk/de/daene ... querung-ab

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25örefan
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Re: Fehmarnbelt-Brücke wird gebaut

Beitrag von 25örefan »

Hier ist man optimistisch
Bald Baubeginn für Fehmarnbelt-Tunnel - Bundesverwaltungsgericht macht den Weg für das Riesenprojekt mit Dänemark frei

Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Fehmarnbeltquerung zwischen Deutschland und Dänemark hat die dänische Projektgesellschaft Femern A/S einen baldigen Baubeginn angekündigt. „Wir freuen uns ganz klar über die heutige Entscheidung, weil dadurch Klarheit über den Bau des Fehmarnbelttunnels auf deutscher Seite besteht“, sagte Sprecherin Denise Juchem am Dienstag in Leipzig. „Das Gericht hat alle Klagen abgewiesen, das heißt, wir dürfen sofort in Deutschland beginnen.“
Ab Januar 2021 werde eine Fabrik für die Tunnelelemente in Dänemark errichtet. Achteinhalb Jahre später solle der Tunnel fertig sein, sagte sie. Zu einzelnen noch zu lösenden Problemen sei Femern A/S „im guten Dialog“ mit den Behörden.
Worum es geht
Unter anderem hatten sich zwei Umweltverbände und mehrere Fährunternehmen gegen die Planungen gewandt. Sie zweifelten die Verkehrsprognosen für den Auto- und Eisenbahntunnel an und rügten, dass Umweltauswirkungen – etwa auf Schweinswale und Riffe – nicht korrekt eingeschätzt worden seien.
Die Fehmarnbeltquerung soll Fehmarn mit Lolland verbinden. Aber es geht um mehr: eine schnelle Verbindung zwischen Deutschland und Dänemark/Schweden. Die aktuelle Fährverbindung über Puttgarden kostet viel Zeit.
Dänemark ist das Projekt sehr wichtig. Der Staat wird den 18 Kilometer langen Tunnel auf eigene Kosten von geschätzt 7,1 Milliarden Euro bauen und betreiben. Auf dänischer Seite besteht schon seit 2015 Baurecht.
Auch auf deutscher Seite hoffen viele auf eine schnelle Umsetzung. Die Unternehmensverbände im Norden (UVNord) haben die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zum Bau des Ostseetunnels nach Dänemark begrüßt. „Endlich haben wir eine klare Entscheidung zur Realisierung des Jahrhundertbauwerks über den Fehmarnbelt, auf das die norddeutsche Wirtschaft seit Jahrzehnten sehnsüchtig wartet“, sagte UVNord-Präsident Uli Wachholtz.
Der Naturschutzbund Nabu reagierte hingegen mit Enttäuschung auf das Urteil. „Wir sind erst mal enttäuscht, dass das Gericht unseren Sorgen um den Schutz von Ostsee, von Schweinswalen und von Meeresenten nicht gefolgt ist“, sagte Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger in Leipzig. Erleichtert ist der Nabu darüber, dass die Planung in einem Punkt noch ergänzt werden muss: bei streng geschützten Riffen im Bereich der Tunneltrasse muss laut Gericht noch nachgebessert werden. Die Tunnelplaner haben bereits ein ergänzendes Verfahren zugesagt.
Die Entscheidung
Das Gericht in Leipzig wies am Dienstag alle Klagen gegen die Baupläne für den Ostseetunnel ab. Das Milliardenprojekt verstoße nicht gegen Naturschutzrecht und den Planern seien auch sonst keine Abwägungsfehler unterlaufen, urteilten die Bundesrichter (Az.: BVerwG 9 A 7.19 u.a.).
Die Leipziger Richter hatten über sechs Klagen zu entscheiden, eine weitere Klage eines Landwirts wurde kurz vor der Urteilsverkündung für erledigt erklärt. Zwei Naturschutzverbände, mehrere Fährunternehmen sowie die Stadt Fehmarn hatten sich gegen das Vorhaben gewandt. Sie zweifelten die Verkehrsprognosen für den Eisenbahn- und Autotunnel an und fürchteten gravierende Umweltauswirkungen.
Quelle: Nordwest Zeitung, 04.10.2020
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Hendrik77
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Re: Fehmarnbelt-Brücke wird gebaut

Beitrag von Hendrik77 »

Bezüglich Planstellungsverfahren ist der Weg frei, aber bezüglich Anbindung im Hinterland könnte der Streit vor dem Europäischen Gerichtshof noch weiter gehen. Siehe u.a. Link online gestellt am 11.10.2020.
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Dänischer_Hamburger
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Re: Fehmarnbelt-Brücke wird gebaut

Beitrag von Dänischer_Hamburger »

Küstenkind hat geschrieben:Moin,

ich bleibe bei meinem letzten Kommentar. Sollte der Tunnel 2029 fertig sein, steht in meinen Augen definitiv keine Hinterlandanbindung. Selbst eine Autobahn über Fehmarn hinweg hilft nur dann, wenn die Brücke über den Sund erneuert
wird. Dann fehlt noch ein kurzes Stück Autobahn auf dem Festland bis Heiligenhafen (sicher das kleinste Problem) und im Anschluss ein Lösung für Hamburg.

Ein Weiterbau der A20 zum Beispiel würde dem Ganzen eine neue Dimension eröffnen. Dann verteilt sich der Verkehr besser in die weiteren Richtungen südlich vom HH. Schaut man aber aktuell auf Hamburg, ergibt sich dort der neue Falschenhals. Die Staus auf der A1 liegen nicht nur im momentanen Brückenneubau in Billstedt begründet. Hier fehlt es grundsätzlich an Kapazität (vorsicht: Laienmeinung).

Auch die Bahnstrecke dürfte im jetzigen Zustand kaum von einem Tunnel profitieren. Einen reinen Eisenbahntunnel fände ich übrigens sexy. Das läßt sich aber wohl nur schwer schmackhaft machen und ist ja nun auch vom Tisch.

Vielleicht sorgt die neue Situation um den Tunnel aber auch für mehr Dynamik bei den notwendigen Entscheidungen in der Hinterlandanbindung.

Ein Fährromantiker werde ich aber immer bleiben.


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Ich bin absolut kein Fähromantiker, aber teile deine Einschätzung trotzdem :wink:

Ich bin seit über 10 Jahren 5-10 mal jährlich die Strecke Hamburg-Kopenhagen regelmäßig gereist mit Bahn, Auto oder Flug. Mit Auto fahre ich immer die Strecke über Jütland, wenn Scandlines nur die Wucherpreise von über 100 Euro/einfache Strecke anbietet. Mit Economy oder Economy Plus tickets bevorzuge ich doch lieber die Fähre. Leider fährt sie auch montan nur alle 40-45 Minuten, vor Corona war das eigentlich durchgehend alle 30 min.

Am liebsten fahre ich die Strecke mit Auto, vor allem seitdem die Bahn ja den Umweg über Jütland macht und Coronabedingte Maskenpflicht über 5 Stunden am Stück ist auch nicht wirklich reizvoll. Wenn irgendwann die der Tunnel steht(mit entsprechender Hinterlandanbindung) denke ich, dass die Zahl der Bahnreisende massiv steigen wird. Als Vergleich kann man die Bahnstrecke HH-Berlin nehmen. Wer auf kein Auto in Berlin angewiesen ist, fährt eigentlich immer Bahn. Preislich nicht immer attraktiv, aber eine Fahrzeit von 1,5 Stunden ist schon toll. Hoffentlich kann die Bahnverbindung auch einen zeitlichen Vorteil gegenüber das Autofahren auf die Strecke HH-Kopenhagen anbieten.

Die FehmarnsundBrücke bleibt ja ein Nadelohr für Bahn und Auto, in Dänemark ist man(auch hier) ein Stück weiter. Die Farö-Brücke ist ja noch zeitgemäß für Autos und für die Bahn wird gerade die neue Storstrømsbro gebaut und soll 2024 fertig stehen.
https://www.vejdirektoratet.dk/projekt/storstroemsbroen
Bis 2024 soll auch die marode Bahnstrecke auf Lolland und Falster flott gemacht werden und Doppelspurig sein. Also von dänischer Seite hat man ja sogar noch ein puffer drin.... :wink:

Mit Auto bleibt die mittlerweile 4 Spurige E20 von Køge nach Kopenhagen ein Nadelohr, aber "geht so" in Vergleich mit Hamburg

Hier sehe auch die A1 als Nadelohr, vor allem rund um Hamburg. Da steht man eigentlich immer. Und ich glaube nicht, dass das sich grundsätzlich verändert bis irgendwann mal die A20 von einchl. Elbtunnel bei Glückstadt und Anbindung an die A1/A27/A28/A29 in Niedersachsen fertig ist.
Kairos
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Re: Fehmarnbelt-Brücke wird gebaut

Beitrag von Kairos »

Was für eine schöne Nachricht, dass dieses wundervolle Infrastrukturprojekt jetzt endlich umgesetzt werden kann. Wir freuen uns darauf.
Hendrik77
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Re: Fehmarnbelt-Brücke wird gebaut

Beitrag von Hendrik77 »

Laut Ankündigung wird es wohl vor Gericht weiter gehen. https://www.mynewsdesk.com/de/scandline ... ng-3047886
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Hendrik77
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Re: Fehmarnbelt-Brücke wird gebaut

Beitrag von Ny Hinnerk »

Wenn Scandlines seinen Fährbetrieb zwischen Puttgarden und Rødby
nach Inbetriebnahme des Tunnels aufrecht erhält und in einen Konkurrenzkampf mit der Tunnelbetreibergesellschaft geht stellt sich die Frage, ob der Tunnel jemals schwarze Zahlen schreiben oder zu einem Steuerngrab wird. Im Güterverkehr wird Centgenau gegengerechnet, welche Transferstrecke unter dem Strich kostengünstiger ist. Und Schnelligkeit ist da nicht das Einzige was zählt.
Aber egal, für derartige Prestigeobjekte erbringt doch gern ein jeder Steuerzahler seinen Obolus. :mrgreen:

Das Projekt (Tunnel mit Hinterlandanbindung auf dänischer Seite) soll durch Kredite vorfinanziert und diese durch Mauteinnahmen über einen Zeitraum von rund 40 Jahren getilgt werden. Dann dürften allerdings die ersten sehr kostenaufwendigen Wartungs- und Reparaturarbeiten am Tunnelsystem anfallen.
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