Mohammed-Zeichnungen

Sonstiges. Dänemarkbezogene Themen, die in keine andere Kategorie passen.
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Lars J. Helbo
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Mohammed-Zeichnungen

Beitrag von Lars J. Helbo »

Wenn man regelmäßig die Nachrichten aus mehrere Länder verolgt, ist es manchmal erstaunlich zu sehen, welche Unterschiede es in der Berichterstattung und Wertung von Themen geben kann.

So ist es auch im Moment. In den medien in DK gibt es in diesen Tagen fast nur ein Thema: Die 12 Zeichnungen vom Profethen Muhammed, die vor 3 Monaten im Jyllands-Posten gedruckt wurden. In den Deutschen Medien habe ich davon kaum etwas finden können. Nur im Spiegel Online weit, weit unten:

[url=http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,397999,00.html]www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,397999,00.html[/url]
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reimund1012

Beitrag von reimund1012 »

Hej Lars,

hier in Deutschland käme wohl kein verantwortungsbewußter Redakteur auf den Gedanken eine Karikatur zu publizieren die sich auch nur andeutungsweise auf Mohammed bezieht.

Wieviele Moslems derzeit tatsächlich in Deutschland wohnen kann wohl nur geschätzt werden, da viele schon in der dritten oder vierten Generation hier leben, die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen und deshalb statistisch nicht mehr ohne weiteres als Moslems erkennbar sind.
(Ich würde den Anteil mittlerweile auf mindestens 10 % schätzen)

Da wir also den Umgang mit Moslems gewohnt sind, kennen wir auch die Empfindsamkeiten dieser Bevölkerungsgruppe in Bezug auf deren Religion sehr gut.
Über alles darf man mit diesen Leuten diskutieren, ausser über Religion, überholte Ehrvorstellungen und Kopftücher.

Ansosnten haben Deutsche und Moslems gelernt einigermaßen reibungslos miteinander auszukommen.
(Was aber keneswegs daran liegt das wir in Deutschland in religiösen Dingen besonders tolerant sind, sondern ganz einfach religiös desinteressiert.)

Wie aus dem Spiegel-Artikel hervorgeht, haben die Redakteure der Jyllands-Posten Dänemark aus Gedankenlosigkeit einen schlechten Dienst erwiesen.
Die Amerikaner haben durch den Irak-Krieg, der von den meisten islamischen Staaten als schändliche Besetzung durch die ungläubigen Imperialisten betrachtet wird, die gesamte Region destabilisiert.
Besonders die ultrareaktionären Kreise in Saudi-Arabien (die übrigens die El-Qaida und diverse andere Terrorgruppen massiv finanziell unterstützen, nutzen gerne jeden Anlass den Hass auf die "Ungläubigen " zu schüren und die Massen weiter zu fanatisieren.
(Das Dänemark zur "Allianz der Willigen" gehörte macht die Sache für Euch nicht gerade leichter)
Die Anschläge in Spanien und England haben ausserdem ja deutlich gezeigt, dass sich die Ziele der Terroristen (und ihrer Unterstützer) von den übermächtigen USA auf die "imperialistischen Satelitenstaaten" verlagert haben.

So gesehen sollte Dänemark eigentlich noch froh sein, dass es bisher neben wirtschaftlichen Sanktionen nur zu diplomatischen Drohgebärden gekommen ist.

Bleibt zu hoffen das unsere neue Bundesregierung sich nicht zu weit vom bisherigen aussenpolitischen Kurs entfernt, und sich nicht bei G.W.Bush anbiedert.
Dann wäre Deutschland nämlich auf einmal ebenfalls ein potenzielles Ziel für Anschläge radikalislamischer Terrorgruppen.
Was das angesichts der Fußball-WM bedeuten könnte, haben wir ja 1972 alle hautnah erleben dürfen.
Damals waren es nur eine Handvoll schlecht organisierter Palästinenser die auf die Misere in den israelisch besetzten Gebieten aufmerkam machen wollten, heute sind das professionelle , fanatische Killer die um des Tötens Willens morden.

Auch wenn es schwer fällt, sollte die dänische Regierung überlegen ob sie sich nicht besser formell für die "Affäre" entschuldigen sollte.
Auch wenn die dänische Bevölkerung nicht vestehen wird, warum aus einer vermeintlichen "Mücke" in "Elefant" gemacht worden ist.


LG
Reimund
Sarabonn
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Beitrag von Sarabonn »

Hej !!

Schade finde ich , dass obwohl der hohen Anzahl an islamischen Mitbürgern in Europa, die wenigsten tatsächlich über den Islam Bescheid wissen. Die Medien geben immer nur das Bild des fundamentalistischen Islam wieder. Dabei bedeutet Islam übersetzt Frieden. Die meisten Moslems sind friedlische Mitmenschen und auch gerne bereit über ihre Religion offen zu diskutieren, solange man dabei respektvoll miteinander umgeht, ja der Quran fordert sogar auf mit anders Gläubigen zu diskutieren, wohl auf eine schöne Art und Weise.
Das der Prophet Mohammed nicht gezeichnet werden soll liegt daran, dass man verhindern will, dass dem Islam das zustößt was den Christen zugestoßen ist, nämlich sich Bilder von Gott oder Heiligen zu machen.Geeehrt soll der Mensch an sich und nicht sein Bild, was nach Auffassung des Islams dem Götterkult gleich kommt.
Ich denke und hoffe sehr, dass wir die Menschen es lernen werden jede Religion zu respektieren und sich erst eine Meinung über etwas bilden werden nachdem sie sich wirklich informiert haben.
Man sollte auch vielleicht nicht den Ursprung eines Menschen mit seiner Religion gleichsetzen. Alleine in Deutschland konvertieren über 1000 Christen zum Islam. Ein berühmtes Beispiel ist Youssef Islam ehemaliger C. Stevens oder Mohammed Ali.

Hej hej Sara B.
Sarabonn
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Beitrag von Sarabonn »

Hej!
Eine Ergänzung habe ich noch :gerade mal 20% der Moslems weltweit sind Araber. Die Religion sollte nun wirklich nicht mit der Nationalität gleichgesetzt werden.
hej hej
Sara
joe100
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Beitrag von joe100 »

Hej,

man sollte nun wirklich nicht aus jeder Mücke einen Elefanten machne.
Gott sein Dank leben wir in der Pressefreiheit, unmd wenn dann mal
ein Redakteur über das Ziel hinausschiesst, kann man als "Strafe" ja einfach die Zeitung nicht kaufen.
Gut, dass diese Geschicht nicht zu uns hinübergeschwappt ist.

Einen positiven Effekt hat die Sache. In der Schule meines Sohne in DK ist die Geschichte thematisiert worden, und es ist immer gut, wenn sich die Jugend mit Internatinalität & Kulturkreisen auseinandersetzt.

Hils
Dieter.
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Lars J. Helbo
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Beitrag von Lars J. Helbo »

reimund1012 hat geschrieben: Wie aus dem Spiegel-Artikel hervorgeht, haben die Redakteure der Jyllands-Posten Dänemark aus Gedankenlosigkeit einen schlechten Dienst erwiesen.
Nur, so stimmt das eigentlich nicht.

Es hat damit angefangen, daß jemanden hier eine historische Biographie über Mohammed geschrieben hat. Der Verlag hat jemanden gesucht, der diesen Buch illustrieren sollte. Ein paar Illustratoren haben aber diesen Auftrag aus Angst vor Repressalien abgelehnt.

Jyllands-Posten wollte nun diese Problematik aufgreifen. Es ging also um die Frage, ob die Angst vor Repressalien von Islamistischer Extremisten zur Selbstzensur führen kann. In Verbindung mit dieser Reportage oder journalistischer Untersuchung hat die Zeitung dann 12 Illustratoren gefragt, ob sie bereit wären eine Zeichnung zu machen. Es hat also mit Gedankenlosigkeit nichts zu tun.

Wenn Du schreibst, daß:
reimund1012 hat geschrieben:in Deutschland käme wohl kein verantwortungsbewußter Redakteur auf den Gedanken eine Karikatur zu publizieren die sich auch nur andeutungsweise auf Mohammed bezieht
dann bestätigt dies ja auch, daß eine solche Selbstzensur eine reale Frage ist.

Dazu muß man dann allerdings auch verstehen, daß die Presse- und Meinungsfreiheit in DK absolut unantastbar ist - viel mehr als in D. Z.B. haben Neonazis in DK auch Meinungsfreiheit und dürfen ihr eigener Radiosender betreiben.
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sv

Beitrag von sv »

Hejsa

Fakt ist aber nun mal, daß Abbilder von Mohammed gedruckt worden sind, selbst wenn der Hintergedanke aus christlicher Sicht keineswegs verwerflich ist.

Und jetzt treffen 2 Weltanschauungen aufeinander: Presse- und Meinungsfreiheit sowie bedingungsloser Glaube, der solche Freiheiten nicht vorsieht.

Was nun ? Eine Entschuldigung von dänischer Seite und seitens der Redakteure oder JP wäre meiner Ansicht nach nicht zu viel verlangt. Tritt man jemand anderen auf der Jagd nach Schnäppchen zwischen Karstadts Wühltischen versehentlich auf den Fuß, entschuldigt man sich dafür doch, obwohl der Fußtritt eigentlich einem anderen Zweck dienen sollte. Ich verstehe da die Haltung von JP und Regierung nicht ganz. Eine Entschuldigung ist doch kein Eingriff in die Pressefreiheit. Und letztenendlich hört die Freiheit des Einen erst dort auf, wo die Freiheit des Nächsten beginnt ... bspw. beim Glauben anderer.

Mittlerweile werden dänische Produkte in Saudi-Arabien boykottiert, so daß z.B. Arla tägliche Verluste von 10 Mio DKK hinnehmen muß. Siehe auch Artikel in [url=http://www.berlingske.dk/business/artikel:aid=688836/]Berlingske[/url]. Ist das denn der Sinn von Pressefreiheit :?:

@Lars, um auf deine anfängliche Frage zurückzukommen: Ich finde es nicht so erstaunlich, daß es in diesem Fall kaum Berichte in den deutschen Medien gegeben hat. Es ist ein hausgemachtes dänisches Problem, daß bisher keinen europäischen Einfluß hat. Oder hast du in DK was von Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall (darüber gibt es sogar schon einen Wikipedia-Eintrag :shock: ) oder jetzt in Kattowitz gehört ? Das ist zur Zeit ein großes Thema in DE ...

Hilsner
Stefan
Kaellepot
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Beitrag von Kaellepot »

So, jetzt gehts zur Sache in DK's Politik.
:roll:

http://www.jp.dk
http://www.jp.dk/udland/artikel:aid=3525944/

Zur Info: der Chefredakteur hat sich inzwische entschuldigt. Wohl zähneknirschend....
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Lars J. Helbo
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Beitrag von Lars J. Helbo »

sv hat geschrieben: Und jetzt treffen 2 Weltanschauungen aufeinander: Presse- und Meinungsfreiheit sowie bedingungsloser Glaube, der solche Freiheiten nicht vorsieht.

Was nun ? Eine Entschuldigung von dänischer Seite und seitens der Redakteure oder JP wäre meiner Ansicht nach nicht zu viel verlangt.
Und hier treffen auch 2 Weltanschauungen aufeinander: Dänischer und Deutscher Haltung zur Presse- und Meinungsfreiheit :wink:

Die Presse- und Meinungsfreiheit ist in DK absolut unantastbar. Als die Geschichte vor 3 Monate anfing, haben 12 arabische Botschafter um ein Treffen mit Anders Fogh Rasmussen gebeten (der Ministerpräsident ist auch Minister für Presse und Medien). Er hat es abgelehnt sich mit ihnen zu treffen, weil: 1. Die Presse- und Meinungsfreiheit kann nicht diskutiert (und dadurch relativiert) werden und 2. Misbrauch der Presse- und Meinungsfreiheit muß vor Gericht behandelt werden. Wenn die Regierung sich dazu äußern würde, wäre es daher ein Verstoß gegen die Gewaltenteilung.

Jyllands-Posten sagt, es war nicht die Absicht jemanden zu verletzen. Man bedauert, wenn dies geschehen ist. Weil es nicht die Absicht gewesen ist, sei es aber kein schuldhaftes Verhalten und deshalb könne von eine Entschuldigung keine Rede sein.

Diese Meinung wird von eine große Mehrheit (70 bis 80%) der bevölkerung geteilt.
Zuletzt geändert von Lars J. Helbo am 30.01.2006, 09:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Lars J. Helbo
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Beitrag von Lars J. Helbo »

Kaellepot hat geschrieben: Zur Info: der Chefredakteur hat sich inzwische entschuldigt. Wohl zähneknirschend....
Das stimmt nicht - er bedauert, falls jemanden unabsichtlich verletzt wurde. Eine Entschuldigung gibt es aber mit Sicherheit nicht.

[url=http://www.jp.dk/meninger/artikel:aid=3316864/]www.jp.dk/meninger/artikel:aid=3316864/[/url]:
Rent bortset fra at det ikke lader sig gøre at trække noget tilbage, som én gang er offentliggjort, ligger det os fjernt at undskylde en handling, som er en naturlig del af det at drive medievirksomhed.

Tegningerne blev bragt sammen med en artikel om den selvcensur, der breder sig blandt mediefolk og kunstnere, og som kan føre til en utålelig og ødelæggende handlingslammelse til skade for det frie udtryk.

Mange har følt sig krænket over tegningerne, men det var ikke hensigten med initiativet at krænke folk. Nogle føler endda, at selve debatten er en krænkelse i sig selv.

Det er ikke en reaktion, som repræsentanter for islam har monopol på.

Vi har i tidens løb også set kraftige reaktioner fra folk, der har følt deres kristne barnetro krænket, når avisen efter deres opfattelse har trådt kristne tabuer for nær.

Det ligger i avisens og i den frie debats natur, at der altid kan være nogle, der føler sig krænkede over de emner, der drøftes, men religion og tro er ikke magiske ord, der sætter den demokratiske debat ud af kraft.

Derfor kan der hverken blive tale om at undskylde eller "trække tilbage"
Zuletzt geändert von Lars J. Helbo am 30.01.2006, 09:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Kaellepot
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Beitrag von Kaellepot »

ok - er "bedauert", aber ich finde das ist in dieser schwierigen
Situation auch schon ein sehr grosser Schritt und der hat ihm
bestimmt auch ein Stückchen Stolz gekostet.

Er kann ja schliesslich nicht seinen kompletten
Report über den Haufen schmeissen. Er muss ja auch
ein bisschen zu seiner Reportage stehen.

Ich suche übrigens immernoch Info oder einen Link
zu dem damaligen Artikel. Hat den jemand?

Danke paa forhand!
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Lars J. Helbo
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Beitrag von Lars J. Helbo »

Nein, es gibt hier ein sehr großer Unterschied zwischen bedauern und entschuldigen. Es geht dabei um die Frage, ob die veröffentlichung der Zeichnungen richtig oder falsch war - und auch, ob man es wieder tun würde.
[url=http://www.helbo.org]www.helbo.org[/url] - [url=http://www.sallnet.dk]www.sallnet.dk[/url] - [url=http://www.salldata.dk]www.salldata.dk[/url] - [url=http://friskole.netau.net]www.frijsendal.dk[/url]
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sv

Beitrag von sv »

Weil es nicht die Absicht gewesen ist, sei es aber kein schuldhaftes Verhalten und deshalb könne von eine Entschuldigung keine Rede sein.
Die Jungs sollen sich nicht dafür entschuldigen, daß sie Zeichnungen gedruckt haben und damit ihrem Job nachgegangen sind, sondern dafür, daß sie andere beleidigt haben. Da gibt es doch einen kleinen, aber feinen Unterschied. Wie gesagt, tritt man einem anderen aus Versehen auf den Fuß, entschuldigt man sich doch auch, oder ? Und der Fogh soll den Redakteuren von JP nicht den Griffel führen, sondern politische Schwierigkeiten von DK anwenden. Ein bißchen "fingerspidsgefühl" ist hier gefragt, nicht die Aufhebung der Gewaltenteilung.

Ich finde aus dem mir anerzogenen christlichen Verständnis der Dinge auch nicht weiter schlimm, Zeichnungen von Mohammed zu erstellen oder zu veröffentlichen. Allerdings muß man dabei im Auge behalten, daß es eben einen andere Religion gibt, für die dies ein Vergehen ist. Das ist zu respektieren, auch wenn ein armer Redakteur dafür gegen seine Auffassung handeln muß.

Hilsner
Stefan
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Lars J. Helbo
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Beitrag von Lars J. Helbo »

Die Haltung zeigt sich auch deutlich hier:

[url=http://www.jp.dk/meninger/ncartikel:aid=3525216]www.jp.dk/meninger/ncartikel:aid=3525216[/url]

Das ist ein Artikel geschrieben vom Asger Nørgaard Larsen, er ist Vorsitzender der Stiftung der Jylllands-Posten gehört - also der alleroberste Chef. In den letzten Tagen haben einige führende Vertreter der Großwirtschaft (darunter Hans Skov Christensen, vorsitzender des Industriverbandes und Poul Due-Jensen, Grundfos) verlagt, Jyllands-Posten solle sich entschuldigen. Als Reaktion auf diese Forderung schreibt er hier:
Ytringsfriheden har sin pris i kroner og øre. Det har vi prøvet før - blandt andet under den nazistiske besættelse af Danmark (1940-45), da mange valgte økonomi frem for frihed.
D.h. diese führende Vertreter der Wrtschaft werden direkt mit den Kollaborateuren im zweiten Welkrieg verglichen. Deutlicher kann es wohl kaum gesagt werden.....
[url=http://www.helbo.org]www.helbo.org[/url] - [url=http://www.sallnet.dk]www.sallnet.dk[/url] - [url=http://www.salldata.dk]www.salldata.dk[/url] - [url=http://friskole.netau.net]www.frijsendal.dk[/url]
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Beitrag von Lars J. Helbo »

sv hat geschrieben: Die Jungs sollen sich nicht dafür entschuldigen, daß sie Zeichnungen gedruckt haben und damit ihrem Job nachgegangen sind, sondern dafür, daß sie andere beleidigt haben.
Nur, wenn die sich dafür entschuldigen würden (und nicht nur bedauern, daß es geschehen ist), dann würden sie ja auch indirekt versprechen, es nicht wieder zu tun - und ein solches versprechen will man eben nicht abgeben.
sv hat geschrieben:Und der Fogh soll den Redakteuren von JP nicht den Griffel führen, sondern politische Schwierigkeiten von DK anwenden. Ein bißchen "fingerspidsgefühl" ist hier gefragt, nicht die Aufhebung der Gewaltenteilung.
Aus DK Sicht geht es aber hier um so grundlegende Prinzipien, daß jede Diskussion und Kompromis ausgeschloßen ist. Es gibt einfach kein Spielraum für "fingerspidsgefühl".

Ich glaube es hat mit der Rolle der Presse in DK zu tun. Wir haben ja kein Verfassungsgericht. Deshalb ist die Presse oft der einzige Instanz, der die Politik kontrollieren kann. D.h. die pressefreiheit in DK ist auf ene Art mit der Unabhängigkeit des Bundesverfassungsgerichts vergleichbar. Stell Dir nun vor, Vertreter der Deutsche Großwirtschaft würden verlangen der Bundesverfassungsgericht sollte ein Urteil zurücknehmen, um ein Saudi-Arabischer Handelsboykot abzuwenden.

Ich glaube in einem solchen Fall, gäbe es in D auch wenig "fingerspidsgefühl"?
[url=http://www.helbo.org]www.helbo.org[/url] - [url=http://www.sallnet.dk]www.sallnet.dk[/url] - [url=http://www.salldata.dk]www.salldata.dk[/url] - [url=http://friskole.netau.net]www.frijsendal.dk[/url]
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