Deutschland digital nur Mittelmaß

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Küstenkind
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Re: Deutschland digital nur Mittelmaß

Beitrag von Küstenkind »

Moin,

meine Impftermine gingen in D schnell und unkompliziert. 5 min für anmelden, warten und impfen plus 15 min Akzeptanz-zeit. Eintrag in meinen Impfpass und fertig.

Natürlich habe auch ich die CovPass-App auf dem Smart-Phone und nutze ausschließlich diese. Ebenso die Luca-App bei Restaurants oder Veranstaltungen. Die Vorteile der digitalen Lösung sind mir schon klar und werden auch von mir geschätzt.

Trotzdem finde ich den Impfausweis sinnvoll. Meine Mutter besitzt kein Smart-Phone und wünscht auch keines. Somit hat sie auch keine App. Mit dieser Einstellung ist sie ziemlich sicher nicht allein. Insofern hat der Eintrag in den Impfpass aus meiner Sicht durchaus seine Berechtigung.

Über alle anderen Bereiche der Digitalisierung läßt sich trefflich streiten. Da reicht 1 Flasche Wein sicher nicht aus ;-).

Allen einen schönen Montag
Dat Kind
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Ny Hinnerk
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Re: Deutschland digital nur Mittelmaß

Beitrag von Ny Hinnerk »

Dänischer_Hamburger hat geschrieben: 11.10.2021, 15:27
Das waren ja auch keine "Spezialisten" für Reisemedizin, die dort gearbeitet haben. Also kein Wunder, dass sie den Pass nicht kannten. Sowie die meisten Dänen, ein solcher Pass aus Pappe nicht kennen, da sie eben NICHT nach Papua-Guinea oder den Osterinseln fahren, wo man sowas brauchen würde. Für das alltägliche Leben(vor Corona, und auch danach) reicht es eben wenn alles digital ist. Für Sonderfälle und exotische Reisen gibt es ja in Dänemark dann auch den gelben pass. Nur würde niemand auf die Kommen, damit die Impfung für Restaurant, Kino, etc, nachzuweisen.

Ich erlebe es häufig in Deutschland, dass die Menschen mit der Pappe sich ausweisen. Meistens zeigen dann sich dann ALLE Ihre Impfungen an einer Kellnerin....oft die selben Menschen, die aus "Datenschutzgründen" den digitalen Pass nicht haben :mrgreen:
Mit Reisen nach Papua Neu-Guinea oder der Osterinsel war auch eher ironisch gemeint. Und dennoch ist der gelbe internationale Impfausweis der auch in DK auf Wunsch ausgegeben wird für viele Länder unabdingbar, weil nicht überall auf der Welt Impfungen (außer Covid-19) digital erfasst und dokumentiert werden. Zudem können Ärzte und Kliniken den Impfpass lesen weil dort das Vakzin in Klarschrift erfasst ist. Es mag ja sein, dass der Däne beispielsweise seine Gelbfieberimpfung dort wo sie erforderlich ist mit seiner App auf dem Handy nachweisen kann. Aber ob das der Arzt in Nirgendwo auch lesen kann? Der gelbe Impfausweis sollte aber auch im allerletzten Winkel der Erde bekannt sein.
Übrigens erlebe ich es nur äußerst selten, dass in Deutschland die Gäste z.B. eines Restaurants ihren Testnachweis oder Impfstatus bei z.B. dem Besuch eines Restaurants in Papierform Nachweisen. Meist befindet sich im Eingangsbereich ein QR-Code, den die Gäste mit iher Smartphone-App scannen sollen aber oft nicht tun. :shock: Der Schnelltest wird von Senioren ohne Handy auch per Ausdruck vom Testzentrum nachgewiesen.

Ich erledige alles was nur möglich ist digital. Das Rathaus habe ich seit Jahren nicht mehr betreten. Und dies, obwohl ich zum älteren Semester gehöre. :D
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Ny Hinnerk
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Re: Deutschland digital nur Mittelmaß

Beitrag von Ny Hinnerk »

Hendrik77 hat geschrieben: 11.10.2021, 16:38 Das stimmt nicht in jedem Fall .z.B. ist meine Dankort auch eine Visakarte und da fallen nicht mehr Gebühren an wie bei anderen Kunden die nur eine Visakarte haben.
Ja, da gibt es Unterschiede wie in Deutschland, die ich schon mal beschrieb. So ist die VISA-Karte nicht = Visa-Karte. Da kommt es darauf an, welche Bank die Karte ausgibt und was die mit VISA für Konditionen vereinbart hat. So berechnet z.B. die xy-Bank bei Nutzung ihrer VISA-Karte außerhalb der Eurozone keine Gebühren, die xyz-Bank aber schon.
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NTC
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Re: Deutschland digital nur Mittelmaß

Beitrag von NTC »

Wie schlecht die Digitalisierung in Deutschland ist, zeigt doch gerade aktuell wieder die Diskussion der Impfquote. Wie kann es sein, dass das RKI oder das Gesundheitsministerium nicht genau weiß, wie viele Menschen in Deutschland geimpft sind? Jeder Arzt oder die Impfzentren, haben doch die Daten erheben müssen, um Termine zu vereinbaren und die Abrechnungen zu erstellen. Irgendjemand muss doch die Abrechnungen erhalten und die Zahlungen veranlassen.
Die Namen im Zuge der Impfungen wurden ebenfalls erfasst. Wo sind denn diese Daten geblieben?

Und das RKI versucht die Daten anhand repräsentative Umfragen zu ermitteln? Was für ein Witz ist das denn?

Es ist einfach nur peinlich, wie Deutschland im Vergleich zu anderen Länder abschneidet. Die Pandemie hat das schonungslos aufgedeckt. Und wenn es um gelbe Impfausweise geht, da wurde auch viel manipuliert. Wenn jemand keine App als Nachweis möchte, dann ist das ja völlig legitim, aber die Daten müssen doch trotzdem irgendwo digital festgehalten werden.
Hendrik77
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Re: Deutschland digital nur Mittelmaß

Beitrag von Hendrik77 »

https://digst.dk/tal-og-statistik/ Für z.B. ältere Mitbürger in Dänemark gibt es auch Alternativen für die NEMID / MitID und ihnen wird wie in Deutschland alles per Brief zugesendet. https://www.aeldresagen.dk/viden-og-raa ... gital-post Auch da zeigen sich gesellschaftlichen Unterschiede.
Wie schon geschrieben kann sich hier (fast) jeder eine Impfbescheinigungen auch in Papierform besorgen, falls der Nachweis einer App aus dem digitalen Gesundheitsjournal nicht ausreichend sein sollte. Außerdem kann sich jeder ggf. auch online informieren welche Impfungen beim gewünschten Reiseziel nötig sind.
Keine Empfehlung und strafbar, aber in Deutschland kann man sich auch ohne Impfung gegen Corona einen Impfpass kaufen und dann ggf. digitalisieren lassen.
Ny Hinnerk hat geschrieben: 11.10.2021, 14:31 Ok, die Dänen haben da ihre "lokale" Lösung wie auch mit der Dancord die im Ausland nicht ohne weiteres verwendet werden kann (muss extra beantragt werden und kostet).
Ny Hinnerk hat geschrieben: 11.10.2021, 18:01 So berechnet z.B. die xy-Bank bei Nutzung ihrer VISA-Karte außerhalb der Eurozone keine Gebühren, die xyz-Bank aber schon.
Im 1. Zitat schreibst Du was von Ausland = Kosten und im 2. Zitat was von außerhalb der Eurozone = evtl Gebühren, das ist doch etwas widersprüchlich. Tatsache ist das ich mit meiner Dankort die gleichzeitig eine Visakarte ist außerhalb Dänemarks, also im europäischen Ausland ohne Mehrkosten Geld abheben kann. Somit ist das 1. Zitat undifferenziert bzw. pauschal nicht zutreffend.

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Re: Deutschland digital nur Mittelmaß

Beitrag von Ny Hinnerk »

Da war ich dann wohl etwas unverständlich. Mein erstes Zitat bezog sich auf die dänische "Dankort". Die klassische Form ist die, die mit der deutschen Girokarte vergleichbar ist aber im Ausland nicht eingesetzt werden kann. Ich habe noch so eine Karte, die ich aber nicht nutze. Jetzt ist es aber wohl so, dass die dänischen Banken überwiegend eine Debitkarte ausgeben die gleichzeitig eine Visa-Karte ist und somit auch im Ausland einsetzbar ist. Du sagtest das ja bereits.

Das zweite Zitat bezog sich auf die deutsche Karte. Da gibt es zum einen die reine Girokarte (früher EC-Karte) die mit der Dankort ohne VISA-Funktionalität vergleichbar aber in Dänemark nutzbat ist (mit Auslandseinsatzgebühr).
Und es gibt die Debitkarte, die die Girokarte mit der VISA-Karte vereinigt. Und da gibt es die besagten Unterschiede. Eine die Karten herausgebende Bank berechnet keine Auslandseinsatzgebühr in Ländern außerhalb der Eurozone wie Dänemark, die andere schon. Für Leute die häufig von Deutschland aus in Dänemark unterwegs sind könnte das eine interessante Information sein.
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Re: Deutschland digital nur Mittelmaß

Beitrag von Hendrik77 »

Deutschland ist in Sachen Digitalisierung im Vergleich zu den Besten eher zurück gefallen. https://www.iwkoeln.de/studien/hans-pet ... eed-1.html
In Sachen digitale Lebensqualität hat man sich allerdings verbessert. https://de.statista.com/infografik/2243 ... x-ranking/
Seit Jahren steht das voran treiben der Digitalisierung u.a. in den Regierungsplänen, aber das wenigste wurde erfolgreich umgesetzt. https://www.handelsblatt.com/politik/de ... frQMCp-ap6

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Re: Deutschland digital nur Mittelmaß

Beitrag von Ny Hinnerk »

Was mich in Deutschland ärgert ist die Tatsache, dass immer nur Versprechungen gemacht, diese aber nicht gehalten werden. So wird das 5G Mobilfunknetz mit aller Gewalt in den Ballungsgebieten vorangetrieben aber Funklöcher in denen gar kein Mobilfunk möglich ist nicht geschlossen. Genau so sieht es mit dem Festnetz aus. Die Städte und größeren Orte erhalten schnelles Glasfasernetz, die Bewohner auf dem flachen Land können mitunter froh sein, 2 MBits/s durch ihre Überlandleitung zu erhalten. Da kann sich mancher Landbewohner erst mal einen Kaffee aufgießen, bevor sich eine Webseite öffnet. Die Leitungen Im Ammerland gleich hinter Ortschaften und teils gut ausgebauten Festnetz bestehen da noch häufig aus Überlandleitungen auf Holzpfählen die im nahen Bodenbereich verfault sind und nur noch von einem Stahlseil aufrecht gehalten werden.

Eindeutiger Grund für diese Mißstände ist die Tatsache, dass da die deutsche Politik gepennt hat und das gesamte Telekommunikationswesen ausgesourst bzw. privatisiert und den Profitgeiern keine Auflagen dahingehend gemacht hat auch dem Landwirt jenseits größerer Siedlungen schnelles Internet und Funknetz zu garantieren. Und wenn ich dann sehe, dass beim Handynetz vier Anbieter gegenseitig antreten und sich gegenseitig das Leben schwer machen... was könnten da Kräfte gebündelt werden! Aber nein, da werden dann unnötigerweise in wenigen hundert Meter Abstand voneinander bis zu drei Funkmasten der miteinander konkurrierenden Anbieter errichtet. Was für ein Wahnsinn!

Wann werden Deutschlands Kommunen und Behörden komplett privatisiert? Dann heißt der Bürgermeister vielleicht Elon Musk (Beispiel) und der Rat setzt sich aus Leuten der Vorstandsetagen internationaler Großkonzermne zusammen. Nicht möglich? Doch, in Deutschland. :shock:
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Re: Deutschland digital nur Mittelmaß

Beitrag von Ny Hinnerk »

Nachdem ich mich zuletzt über den stockenden digitalen Fortschritt in Deutschland etwas negativ ausgelassen habe jetzt aber mal etwas positives: An anderer Stelle hatte ich bereits über den Easy Shopper berichtet, den Edeka in den größeren Märkten bereits einführt hat und den ich wenn ich zuhause bin gerne nutze. Ein echter Fortschritt in der digitalen Welt der den Einkauf erleichtert und eine Zeitersparnis bringt. Leider habe ich in Dänemark etwas ähnliches wie den Easy Shopper noch nicht gesehen.

Die Funktionsweise dieses neuen Einkaufswagens und seine Vorteile in Kurzform:
Der Kunde packt seine Taschen oder wie ich meine Klappkiste(n) auf den Easy Shopper. Dann kurz den Barcode der Easy Shopper App auf dem Handy vom Scanner am Easy Shopper scannen lassen (alternativ die Deutschlandcard) und los gehts. Jeden Artikel den ich in meine Klappkiste lege scanne ich an dem am Einkaufswagen fest installierten Scanner. Das geht genau so schnell wie bei der Kasse. Anschließend erscheint der im Wagen beförderte Artikel mit Bild und Preis auf dem Tablet am Einkaufwagen. Während des Einkaufens habe ich stets die momentane Kaufsumme auf dem Display. Das finde ich sehr nützlich. Bin ich mit meinem Einkauf fertig geht es zur Kasse. Da brauche ich die Waren nicht auf das Band legen. Ich muss mich nur entscheiden, wie ich bezahle, entweder bar oder mit Karte. Die neueste Option ist die Bezahlung mit der Smartphone-App direkt am Easy Shopper. Vorteil: Man geht einfach an den Kassenschlangen vorbei und verlässt den Laden. Meinen Kassenbon mit jedem Artikel habe ich in der App, kann mir diesen aber auch im Markt selber ausdrucken.

Was ich aktuell erst erfahren habe: Evtl. Diebstahl wird durch gelegentliche Kontrollen im Kassenbereich entgegen gewirkt aber auch durch eine Gewichtsüberprüfung der Einkäufe. Jeder Artikel hat ein festes Bruttogewicht, der beim Einkauf erfasst wird. Der Einkaufswagen besitzt eine integrierte Waage und weiß also ziemlich genau, was der gesamte Einkauf maximal wiegen darf. „Vergesse“ ich beim Einkauf die Flasche guten französischen Rotwein zu scannen gibts peinliche Fragen im Kassenbereich.

Und noch ein Schmankerl: Meinen Einkaufszettel mit sämtlichen Waren kann ich bequem auf dem heimischen Sofa in die App tippen. Der wird dann beim Einchecken im Supermarkt automatisch vom Easy Shopper übernommen. So wird auch nichts vergessen, weil ich erinnert werde wenn ich bezahlen will aber die Leberwurst auf dem Einkaufszettel noch offen ist.

Der Easy Shopper ist nicht nur bei uns im Ort gut angekommen. Es ist wohl damit zu rechnen, dass weitere Edeka-Märkte damit ausgestattet werden. Und die Konkurrenz schläft auch nicht.

Kann da Dänemark mithalten?

Ich weiß, easy shoppen ist nicht alles, zeigt aber doch, dass die Deutschen nicht völlig hinter dem Mond leben und in der analogen Welt kleben geblieben sind. :D
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Re: Deutschland digital nur Mittelmaß

Beitrag von Hendrik77 »

Ny Hinnerk hat geschrieben: 19.10.2021, 00:34 Kann da Dänemark mithalten?
Gibt es auch in Dänemark und in welchem Umfang usw. kann man sich auf der Webseite easyshopper.dk informieren.

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Re: Deutschland digital nur Mittelmaß

Beitrag von Ny Hinnerk »

Jetzt muss ich aber wirklich lachen Hendrik! Du hast meinen Beitrag nicht richtig gelesen. Der namensgleiche Easy Shopper in Dänemark hat überhaupt nichts mit seinem deutschen Namensvetter gemeinsam. Der dänische Easy Shopper ist lediglich ein höhenverstellbarer Einkaufswagen der es dem Kunden erleichtert die eingekauften Waren aus dem Wagen aufs Kassenband und anschließend wieder in den Wagen zu befördern und hat wohl kaum etwas mit Digitalisierung zu tun. Siehe hier:
https://easyshopper.dk/om-easy-shopper/

Der von mir beschriebene EasyShopper ist etwas völlig anderes:

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Re: Deutschland digital nur Mittelmaß

Beitrag von NTC »

Sowas ähnliches wie den deutschen Easy Shopper habe ich 2017 schon in Schweden gesehen. Dort in einem ICA Supermarkt. Dort nimmt man zusammen mit dem Einkaufswagen ein Handscanner, der bei den Wagen hängt, mit in den Supermarkt. Dann scannt man mit dem Handscanner alle Waren selbst und an der Kasse muss dann der Scanner nur kurz die Daten an eine Selbstbedienungsstation übertragen werden, ca. 1 Sekunde, und dann zahlt man den Betrag mit Mobil Pay mit dem Smartphone. Und wer jetzt denkt, wie sollen das denn die älteren Menschen bewältigen, die können das alle in Schweden. Ist letztlich alles nur eine Sache der Kommunikation und Schulung der Gesellschaft.
Natürlich kann man auch selbst alles an der Kasse scannen, aber das dauert natürlich länger und man verursacht eine längere Schlange und entlarvt sich als Touri 😉.
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Re: Deutschland digital nur Mittelmaß

Beitrag von Ny Hinnerk »

NTC hat geschrieben: 20.10.2021, 22:13 Und wer jetzt denkt, wie sollen das denn die älteren Menschen bewältigen, die können das alle in Schweden. Ist letztlich alles nur eine Sache der Kommunikation und Schulung der Gesellschaft.
Das stimmt. Aber ältere Menschen werden da häufig unterschätzt was ihr Technikverständnis betrifft. In unseren heimischen Edeka-Markt sehe ich immer häufiger Senioren mit dem Easy-Shopper. Und ich als Rentner nutze ihn ja auch. :D Nun muss ich allerdings sagen, dass das Einkaufen mit dem Easy-Shopper recht einfach ist wenn man erst einmal einen Einkauf damit getätigt hat. In unserem Markt steht immer eine Mitarbeiterin bzw. ein Mitarbeiter parat, die/der mit viel Geduld interessierten Kunden den neuen Einkaufswagen erklärt und auf Wunsch sogar den unsicheren Kunden bei seinem ersten Einkauf damit begleitet. Übrigens besitzt der Easy-Shopper am Tablet eine Taste, mit der man per Funk im Bedarfsfall Hilfe herbeirufen kann. Der gerade zuständige Mitarbeiter weiß dann genau wo er den Rat suchenden Kunden zwischen den Regalen finden kann.

In unserem Supermarkt stehen knapp 50 Easy-Shopper zur Verfügung. Zu den Haupteinkaufszeiten sind die häufig alle unterwegs.
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Re: Deutschland digital nur Mittelmaß

Beitrag von Hendrik77 »

@Hinnerk
Nächstes Mal mache ich ein Smilie an den Beitrag damit Du merkst das dieser nicht ganz ernst gemeint war. Ganz ernst nehmen konnte ich deine Frage ob Dänemark da mithalten kann allerdings auch nicht. Easy Shopper wird Deutschland sicher nicht aus dem Mittelmaß der Digitalisierung heraus holen, zumal es sich nicht um ein staatliches Angebot an seine Bürger handelt. Die Zeit und Nerven die ich mit NEM ID einspare sind mir jedenfalls lieber als das von Dir angepriesende einkaufen mit dem Smartphone.
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Re: Deutschland digital nur Mittelmaß

Beitrag von Dänischer_Hamburger »

Das ist ja auch mein Lieblingsthema:-)

Meine persönliche Meinung ist, dass es in Deutschland einen sehr großen Unterschied zwischen dem privaten und dem öffentlichen Bereich gibt.

Im privaten sind viele(auch wenn weniger als in Dänemark) in Deutschland digital unterwegs. Sie nutzen Anbieter wie Netflix, online-banking, Aktien-Handel per app. Machen Videokonferenzen, zahlen mit Karte, shoppen online, zahlen mit Paypal, kaufen Bahntickets online, haben Boardingpass für den Flug auf dem Handy etc etc. etc.

Die Dänen erwarten einfach alle diese Tolle Angebot auch von der öffentlichen Verwaltung - die es aber kaum gibt oder sind so (absichtlich?) schlecht programmiert, dass die Anwendung verwzeifeln lässt.

Ich wollte zum Beispiel auch den digitalen Führerschein in Deutschland haben, aaaaber: war dann voll schlecht.
https://www.autobild.de/artikel/digital ... 13107.html

Stand heute kann die App immer noch nicht mein Ausweis auslesen. Da es ja kein einheitlicher BürgerID gibt, brauche ich neben dem Ausweis ein "WalletPin", den Personalausweis sowie die Ausweis- bzw Transport Pin.


Aber ich konnte wenigstens digital mein Punktestand in Flensburg abfragen. Der Punktestand wird mir dann aber Per Post zugestellt...wenn ich sowas in Dänemark erzähle, lachen sich meine Familie und Freunde tot... :mrgreen:

In Dänemark brauch ich nur die NEM-ID app. Fertig.

Es wird aber ewig dauern, dass Mindset bei Behörden in Deutschland zu verändern. Als Beispiel: Bei uns dauert es eine Ewigkeit Termin in Führerscheinstelle(Umtausch, Neuausstellung, etc) zu bekommen, gerne mal 4 Monate Wartezeit. Es wird begründet mit Krankheit, überraschende Kündigungen und dass jemand in Rente ging...

Statt zu überlegen, WARUM der Bürger im Jahr 2021 überhaupt "ins Amt" muss, wird denn händedringend Fachkräfte gesucht, die Führerschein-Anträge bearbeiten müssen. Warum gibt es kein Register? Online neuer Führerschein beantragen, zentral ausstellen, in die App bereitstellen. Zack. Es könnte alles so viel einfacher sein, wenn man wirklich wollte....

Das hat Gerhard Schröder schon 2001(vor 20 Jahren!!!) auch festgestellt, seitdem herzlich wenig passiert.
https://www.spiegel.de/netzwelt/web/ger ... 33931.html

Ein neues Digitalministerium ist ein Schritt in die Richtung. "Nie gab es mehr zu tun".... :mrgreen: