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BeitragVerfasst: 23.05.2019, 10:24 
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25örefan hat geschrieben:
Ausgerechnet laut vieler Tier- und Wolfschützer sollen Tiere/ Herdenschutzhunde zum Handlanger/ Waffe des Menschen dem Risiko an Leib und Leben zum Schutz anderer Tiere ausgesetzt werden.
Dabei stellt sich zusätzlich die Frage, warum der Mensch, dies nicht selbst in die Hand nehmen darf. Es macht doch keinen Unterschied im Resultat , ob die ( noch) streng geschützte Unversehrtheit des Wolfes im Konfliktfall durch einen Herdenschutzhund oder den Menschen mit der Waffe in der Hand in Mitleidenschaft gezogen wird.


Satz gelöscht MfG Buschchaot

Die Herdenschutzhunde verteidigen die Herde passiv. Sie schießen nicht aus purem Drang nach Machtgefühlen, sportlichem Wettbewerb und Statusgelüsten (siehe oben) grundlos einfach Wölfe ab. Der Mensch darf die passive Wolfsabwehr sehr gern in die Hand nehmen, nämlich mit vernünftigen Zäunen und/oder einer Behirtung. Der Herdenschutzhund hält in der Regel die Wölfe einfach nur fern, der Jäger will sie gleich abknallen.

Scheinbar hast Du immer noch nicht verstanden, wie Herdenschutzhunde funktionieren:

Herdenschutzhunde werden nicht zum Kampf mit Wölfen eingesetzt, sondern zur Abschreckung.

Zitat:
Herdenschutzhunde werden nicht zum Treiben eingesetzt. Sie müssen Angreifer melden und durch Imponiergehabe verscheuchen, sie jedoch nicht angreifen. Herdenschutzhunde verteidigen so ihre Nutztierherden gegen Gefahren eher passiv. [...]

Herdenschutzhunde haben ein typisches Spielverhalten (Kämpfe, Jagd, Unterwerfung, Dominanz). Sie besitzen aber kein ausgeprägtes Jagdverhalten. [...]

Große, schwere Hunde wie die Herdenschutzhunde haben im Allgemeinen eine sehr hohe Reizschwelle (beim Menschen »stoische Ruhe« genannt). Einen solchen Hund kann man als gelassen, ausgeglichen, geduldig, zurückhaltend, aber auch langsam, behäbig, faul und träge bezeichnen. [...] In Sachsen werden die Schafherden weitestgehend gekoppelt. Die Herdenschutzhunde sind dann in der eingezäunten Weide ohne Aufsicht des Schäfers tätig. Der Koppelzaun ist ihre Grenze. [...]

Schutzverhalten: Grundlage für diese Eigenschaft ist die Fähigkeit des Hundes, auf Abweichungen von der »Routine« zu reagieren. Folgerichtig wurde und wird bei der Selektion von Herdenschutzhunden darauf hingearbeitet, dass sie jede neue oder verdächtige Situation im Umfeld durch Alarmbellen anzeigen. Dabei ist es besonders wichtig, dass diese schützende, sichernde Verhaltensweise dem unmittelbaren Schutz und der Verteidigung der Herde dient. Sie sollte nicht primär auf eine offene Aggression gegenüber dem Störfaktor ausgerichtet sein.

Freistaat Sachsen, Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie: Herdenschutzhunde und sichere Einzäunung - Hinweise zum Schutz vor dem Wolf https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/22816


Das kann doch nicht so schwer verständlich sein. :roll:


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BeitragVerfasst: 23.05.2019, 11:36 
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25örefan hat geschrieben:
DjM schrieb
Zitat:
Wenn erstmal zur großen Wolfsjagd geblasen wird, werden noch unzählige Hunde mit Schrotladungen im Körper und Kugeln im Kopf als "Beifang" enden.
Zu solcher Panik besteht wohl kaum Anlass :roll:


Echt jetzt? Ohne Kommentar, hier nur die Spitze des Eisbergs:

- 26.03.2010: Jäger erschießt Hund Lea https://www.fr.de/rhein-main/main-taunu ... 92990.html
- 18.04.2010: An Brutalität kaum zu überbieten - Jäger erschießt zwei Hunde https://www.abendzeitung-muenchen.de/in ... 489c5.html
- 22.02.2011: Hund erschossen: Ermittlungen gegen Jäger https://www.wochenblatt.de/news-stream/ ... gen-jaeger
- 15.02.2012: Retriever statt Fuchs: Jäger erschießt Hund auf dem Friedhof https://www.shz.de/lokales/holsteinisch ... 14791.html
- 22.02.2012: Jäger erschießt Hund vor den Augen des Herrchens, https://www.tz.de/muenchen/stadt/jaeger ... 11600.html
- 08.08.2012: Neustadt: Hund erschossen - Jäger will wieder jagen und klagt https://www.morgenweb.de/newsticker_tic ... ,5076.html
- 16.08.2012: Verwechslung mit Hund - Jäger erschießt Wolf https://www.focus.de/panorama/welt/verw ... 01068.html
- 24.08.2012: Jäger erschießt Hund statt Wildschwein http://www.verwaltungspraxis.jurion.de/ ... 3f3e385966
- 08.02.2013: Jäger erschießt Bernhardiner https://www.ovb-online.de/muehldorf/wal ... 40477.html
- 08.05.2013: Jäger erschießt Hund in Oberstorf https://www.all-in.de/oberstdorf/c-loka ... d_a1339719
- 28.08.2013: Jäger erschießt Hund in Leverkusen https://www.ksta.de/region/leverkusen/s ... en-2297708
- 30.12.2013: Alkoholisierter Jäger erschießt nachts seine zwei Hunde https://www.wlz-online.de/landkreis/alk ... 77943.html
- 17.01.2014: Jäger erschießt kleine Hündin https://www.berchtesgadener-anzeiger.de ... 13482.html
- 02.02.2015: Jäger tötet Hund nur 3 m vom Herrchen entfernt https://www.oberhessen-live.de/2015/02/ ... -getoetet/
- 09.03.2015: Jäger erschießt Theapiehund im Wald https://www.wz.de/nrw/rhein-kreis-neuss ... d-29248671
- 11.02.2015: Holländische Jagdgäste erschießen zwei Hunde https://www.kreisjagdverein-hersfeld.de ... wei-hunde/
- 25.06.2015: Jäger erschießt Hündin: Warum musste "Strudel" sterben? https://www.nordkurier.de/mueritz/warum ... 50906.html
- 05.04.2016: Jäger erschießt Hund und wird zu Geldstrafe verurteilt https://www.wir-sind-mueritzer.de/allge ... erurteilt/
- 27.08.2016: Jäger erschießt seinen Hund - weil er nicht gehorchte https://www.shz.de/lokales/elmshorner-n ... 77681.html
- 03.11.2016: Hund erschossen - Jäger (CDU-Chef Witten!) zu Geldstrafe verurteilt https://www.ruhrnachrichten.de/nachrich ... 83568.html
- 05.01.2017: Betrunkener Jäger erschießt Hund https://www.br.de/nachrichten/bayern/be ... 3cd1h60t38
- 07.01.2017: Angetrunkener Jäger erschießt versehentlich Familienhund https://www.proplanta.de/Agrar-Nachrich ... 97980.html
- 08.09.2017: Schock: Jäger erschießt Hund - mit Absicht! https://intouch.wunderweib.de/schock-ja ... 74620.html
- 20.11.2017: Hund Ole von Jäger erschossen https://www.kreiszeitung.de/lokales/die ... 78662.html
- 17.12.2017: Jäger schießt versehentlich einen Hund http://www.holidogtimes.com/de/in-frank ... inen-hund/
- 11.01.2018: Jäger erschießt Hund https://www.wiesbadener-kurier.de/lokal ... s_18445170
- 22.03.2018: Hund in Hainichen offenbar von Jäger erschossen https://www.freiepresse.de/mittelsachse ... el10163744
- 02.08.2018: Vor Augen der Besitzerin getötet: Jäger erschießt Hund https://www.rpr1.de/magazin/leben-allta ... zwei-hunde
- 05.08.2018: Hund erschossen: Jäger zu Geldstrafe verurteilt https://www.radiolausitz.de/beitrag/hun ... lt-552425/
- 11.08.2018: Jäger erschießt zwei Hunde https://www.aichacher-zeitung.de/vorort ... t21,151907
- 27.11.2018: Waidmann erschießt Jagdhund statt Wildschwein https://www.volksfreund.de/region/mosel ... d-34751023
- 20.12.2018: 81jähriger Jäger erschießt Hund bei Jagd https://www.hna.de/lokales/witzenhausen ... 05623.html
- 09.01.2019: Jäger erschießt Hund - nur 100 m vom Haus seiner Halterin entfernt https://www.goettinger-tageblatt.de/Nac ... n-entfernt
- 07.02.2019: Meddox im Wald entsorgt - Ein Jäger schoss meinen geliebten Hund https://www.bild.de/regional/chemnitz/c ... .bild.html
- 19.02.2019: Jäger erschießt Hund in Kreuztal https://www1.wdr.de/nachrichten/westfal ... d-100.html
- 31.03.2019: Ausgebüxter Timmey zwischen Neunkirchen und Spiesen-Elversberg erschossen https://breaking-news-saarland.de/ausge ... rschossen/
- 02.04.2019: Hündin des Bürgermeisters von Jäger erschossen https://www.mainpost.de/regional/schwei ... sFbtVChIio
- 13.04.2019: Hobby-Jäger erschießt Hund vom Nachbarn https://wildbeimwild.com/justiz/oesterr ... arn/25807/
- 07.05.2019: Bei Cuxhaven: Hund erschossen und im Wald abgelegt https://www.nwzonline.de/blaulicht/cuxh ... 16995.html


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BeitragVerfasst: 23.05.2019, 12:17 
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Hier mal eine Kostprobe, welche Hunderassen schon so mit Wölfen verwechselt worden sind:

Zitat:
Ich durfte schon dreimal einen Hund einsammeln, einmal einen schwarzen Schäferhund, einmal einen Collie und einmal ein Pudelmischling. Es war immer kein Wolf. Aber das waren auch nicht immer Jäger, die das abgeliefert haben. Glauben Sie mir, hier haben wir noch ein Stück Arbeit vor uns.

Wolfsbeauftragter Robert Franck vom Kreisjagdverband Ostprignitz-Ruppin im Sächsischen Landtag am 26.06.2015, Stenografisches Protokoll der Anhörung durch den Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft am 26. Juni 2015 http://newsletter.jagdnetz.de/system/as ... _06_15.pdf


Man bemerke die Formulierung: "aber das waren auch nicht immer Jäger" - nicht immer, aber offensichtlich meistens.

Derselbe Wolfsbeauftragte empfahl in einem Interview zum Herdenschutz:

Zitat:
Ich würde empfehlen, die Tiere nachts einzusperren und den Zaun so zu sichern, dass er einen Wolf abschreckt. Natürlich gibt es keine absolute Sicherheit. Doch ein Untergrabeschutz und ein oder zwei Stromlitzen machen einen Zaun schon erheblich sicherer. Ein Jagdhund, der einmal einen Stromschlag bekommen hat, wird nie wieder mit einem stromgesicherten Zaun in Berührung kommen wollen. Und auch ein Wolf wird einen solchen Zaun meiden. Das lernt er sehr schnell.

Märkische Allgemeine, 18.10.2014: Interview mit dem in Rheinsberg lebenden Wolfsbeauftragten Robert Franck: "Er nimmt, was er kriegen kann" https://www.maz-online.de/Lokales/Ostpr ... iegen-kann


Alternativ kann man natürlich auch einfach nichts tun und stattdessen seitenlang die Medien vollweinen - und damit wertvolle Zeit vergeuden, die man besser in den Herdenschutz investieren könnte.

Der beliebige Wolfsabschuss aus dem Bauch heraus, wie er jetzt im Gesetzentwurf steht, nur um mal zu gucken, was passiert und ob es vielleicht mehr nützt als schadet, klingt da weitaus weniger vertrauenserweckend. Dieser Ansatz setzt ja voraus, dass erstmal eine bestimmte Anzahl Tiere gerissen werden muss, um Taten folgen zu lassen. Weil uns aber jedes einzelne unserer Tiere wertvoll (emotional, nicht einmal finanziell) ist, würden wir uns auf diese zweifelhafte Vorgehensweise nicht verlassen und gleich lieber selbst dafür Sorge tragen, dass der Wolf an unseren Zäunen bei jedem Versuch durch einen Stromaschlag abgeschreckt wird. Wenn man nicht mal für alle Tiere eine adäquate Unterkunft zum Einstallen (Witterung! Inektenschutz! Schatten! usw.) hat, könnte man ja wahlweise auch mal über eine Anpassung - sprich Verkleinerung - der Tierbestände nachdenken.

Anpacken statt öffentlich seitenweise Rumheulen ist für uns jedenfalls die bessere und wirksamere Alternative.


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BeitragVerfasst: 23.05.2019, 14:12 
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DjM schrieb
Zitat:
Die Herdenschutzhunde verteidigen die Herde passiv

Das musste ja kommen, ist ja die offizielle Lesart der kompromisslosen Wolfsbefürworter. Alles andere könnte ja zu kontroversen Diskussionen betreffs Tierschutz mit dem Vorwurf des Messens mit zweierlei Maß führen.
Das hättet Ihr gern, dass es immer so ist. Ist es aber nicht. Immer wieder gerne propagiert, stimmt aber nicht.
Weder in Deutschland noch in Ländern wo HSH ohne Zaun eingesetzt werden.
https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/barnstorf-ort49824/uebergriffe-schutzhunde-10113315.html
https://www.volksstimme.de/lokal/havelberg/schwer-verletzt-herdenschutzhund-kaempft-mit-wolf

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BeitragVerfasst: 23.05.2019, 15:00 
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Niemand hat von 100% Sicherheit geschrieben, wobei z. B. die Darstellung in der Kreiszeitung von der Rissliste Niedersachsens abweicht, nach der der Hund in Barnstorf gerade mal leicht am Ohr verletzt worden ist. Das Prinzip mit den Herdenschutzhunden ist und bleibt nicht der Kampf, sondern die Abschreckung. Wieviele normale Hunde beißen sich denn untereinander, wobei auch regelmäßig welche sogar von den eigenen Artgenossen getötet werden? Das kannst Du ja offensichtlich akzeptieren, denn sonst hättest Du ja nicht so heftig gegen das dänische Hundegesetz gewettert, das Beißereien untereinander mit dem Tode sanktioniert - Sprichwort skambid.

Noch befremdlicher ist Deine Ignoranz gegenüber den vielen von Jägern erschossenen Hunden. Auch das scheint in Ordnung und steht im krassen Widerspruch zu Deinen seitenlangen Argumenten gegen das dänische Hundegesetz, wo die Tötung zumindest - wenn auch leidlich - begründet wird. Wenn Jäger einen Hund absichtlich oder aus Versehen, aus Aggression heraus oder aufgrund von zu hohem Alkoholkonsums erschießen, steht überhaupt kein vernünftiger Grund dahinter.

Das von Dir geforderte Prinzip ist nicht Abschreckung, sondern Wölfe mit der Jagdwaffe zu erschießen, wodurch trotzdem weiter ungeschützte Nutztiere gerissen werden. Wenn Du dieselben Maßstäbe an 100% Sicherheit durch die Wolfsjagd anlegst, kannst Du das nur mit der kompletten Wiederausrottung der Wölfe erreichen. Alles anderes ist Augenwischerei. Es wäre nur ehrlich, dass beizeiten dann auch mal ganz klar zuzugeben.

Oder möchtest Du den Jägern ein nachhaltiges Kontingent einer bestimmten Anzahl wölfischer lebender Zielscheiben liefern? Dann bitte nicht vergessen, dass diese bis zu ihrem Abschuss auch keine ungeschützten Weidetiere verschmähen.

Flächendeckender Herdenschutz oder die komplette Ausrottung der Wölfe - dazwischen gibt es nichts, wenn man es ernst damit meint, Risse von Weidetieren weitestmöglich verhindern zu wollen. Hier mal ein paar Wölfe schießen und da mal ein paar, hilft den Weidetierhaltern gar nichts - und es wäre fair, sie nicht mit billigen Scheinlösungen hinters Licht zu führen.


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BeitragVerfasst: 23.05.2019, 16:18 
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Und auch hier gilt ab sofort: Wenn eine sachliche Diskussion ohne gegenseitige Beleidigungen und Anmachen nicht möglich ist, wird dieser Thread geschlossen und bei fehlender Einsicht einzelner User diese in einen Forenurlaub geschickt.

Administrative Grüße
Buschchaot


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BeitragVerfasst: 23.05.2019, 18:02 
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Die jungen Mitteleuropäer hat geschrieben:
25örefan hat geschrieben:
DjM schrieb
Zitat:
Wenn erstmal zur großen Wolfsjagd geblasen wird, werden noch unzählige Hunde mit Schrotladungen im Körper und Kugeln im Kopf als "Beifang" enden.
Zu solcher Panik besteht wohl kaum Anlass :roll:


[b]Echt jetzt? Ohne Kommentar

Vor Eifer kann man schon mal ünersehen, auf was anderes sich mein Kommentar „ keine Panik“ wohl anders als auf das fälsclich vermutete bezieht
Nämlich auf „ das Blasen zu großen Wofsjagd“, die Ihr befürchtet und schwarz an die Wand malt.
Dazu besteht erstmal nach den derzeitigen Gegebenheiten kein Anlass.

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BeitragVerfasst: 23.05.2019, 23:58 
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DjM schrieb
Zitat:
Flächendeckender Herdenschutz oder die komplette Ausrottung der Wölfe - dazwischen gibt es nichts, wenn man es ernst damit meint, Risse von Weidetieren weitestmöglich verhindern zu wollen. Hier mal ein paar Wölfe schießen und da mal ein paar, hilft den Weidetierhaltern gar nichts - und es wäre fair, sie nicht mit billigen Scheinlösungen hinters Licht zu führen.

Es ist Eure dogmatische Haltung, dass es zwischen Ausrottung und flächendeckendem Herdenschutz nichts gibt. Sowohl das Vorgehen in anderen europäischen Länder als auch der neuerliche vom Kabinett gebiligte Text zum einem Gesetzentwurf zum erleichterten Abschuss von Wölfen sprechen eine andere Sprache. Auch sind es nicht die Weidetierhalter und andere Betroffene, die mit angeblichen Scheinlösungen hinters Licht geführt (von wem überhaupt?) werden, sondern sie selbst sind es, die diese Lösungen von sich aus in ihrem eigenen Interesse fordern.
Wenn die bisher kompromißlosen Wolfsbefürworter mit der Übereinkunft
->Wolf ja, da wo in ertragbarer Zahl mit minimalem Schaden möglich, ansonsten mit defensiven UND offensive Maßnahmen, also einerseits zumutbarem Zaunbau, HSH etc. UND andererseits Abschreckung und Regulierung per Jagd in Schach gehalten sowie Ausweisung wolfsfreier Zonen<- einverstanden wären, wäre diese Diskussion im Grundsatz nicht nötig.
Ideologische Vorbehalte, naturromantische Vorstellungen und Sehnsüchte eines Großteils der nichtbetroffenen Bevölkerung im Schlepptau von nahezu konzernhaft agierenden Umweltverbänden verhindern dies momentan leider, weil die von Beeinträchtigungen Betroffenen (und das sind nicht nur Weidetierhalter ) in einer relativen Minderheit sind.
Dies gilt es zu korrigieren und nicht vor gesetzlichem Hintergrund schicksalhaft hinzunehmen.
Ein erster Schritt dazu ist mit der derzeitigen Kabinettsentscheidung, wenn auch noch nicht ausreichend und zunächst nur theoretisch, getan.
Wie es noch aussehen kann, zeigen gestützt auch durch die neuerliche Entscheidung des EU-Bundesanwalts bezüglich Finnlands andere europäische Länder. Ein Blick dorthin zeigt, wie wenig Wolf sich dort als „Luxus“ geleistet wird. „Luxus“ deshalb weil der Wolf europa- und weltweit nicht vom Aussterben bedroht ist und wie die letzten 150 Jahre zeigen, sein „Fehlen“ in unseren Kulturlandschaften keine derartigen ökologischen Nachteile mit sich gebracht hat , als dass in Deutschland und seinen dicht besiedelten Kulturlandschaften mit hohem finanziellen Aufwand und anderen Anstrengungen soviel mehr Wölfe nachteilig für Weidetierhalter und andere Betroffene geduldet/ erduldet werden müssen, als beispielsweise in wesentlich weniger dicht besiedelten Ländern wie Schweden, Norwegen, Finnland oder dem Baltikum.
Lange genug ist sich in Deutschland im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern hinter der Gesetzeslage (strengster Schutz) versteckt worden, die vom Wolf Betroffene zwingt, mit starken Beeinträchtigungen zu leben, ohne die Möglichkeiten bereits gesetzlich gegebenen Ausnahmeregelungen der Einschränkungen des strengsten Schutz frühzeitig und konsequent gesetzlich festzuschreiben und zu nutzen.
Es werden nicht inhaltliche Begründungen/ Argumente zitiert, warum es wert sein soll , dass Betroffene diese Beeinträchtigungen in unnötigem Übermaß hinzunehmen haben. Es wird einfach vorausgesetzt, dass es so sein muss, weil die Gesetzeslage so ist sie mal gedacht war, als die Folgen des Freilandexperiments Wolf nicht absehbar waren oder falsch eingeschätzt wurden.
Es ist gut, dass mittlerweile erste Schritte getan werden, dies zu ändern.
Es bedeutet dabei genauso wenig den Auftakt zu neuerlicher Ausrottung, wie Artenschutz den bedingungslosen Schutz des (Wolfs-) Individuums bedeutet.






, dass sie sein sollte oder wie es eine Moral ohne die Gesetzeslage zu hinterfragen. Und das trotz des Bewusstseins der vehementen Nachteile mit denen Weidetierhalter und andere Betroffene leben müssen und auch in Zukunft weiter leben sollen.
Und dass aufgrund von Gesetzen, denen in einer Vergangenheit zugestimmt wurde, in der das Ausmaß der Auswirkungen und Folgen nicht absehbar waren .



Immer wieder ist wird sich hinter der Gesetzeslage ( strengster Schutz) versteckt, die Betroffene zwingt, mit starken Beeinträchtigungen zu leben. Es werden nicht inhaltliche Begründungen/ Argumente zitiert, warum es wert sein soll , dass Betroffene diese Beeinträchtigungen hinzunehmen haben. Es wird einfach vorausgesetzt, dass es so sein muss, weil die Gesetzeslage so ist sie mal gedacht war, als die Folgen des Freilandexperiments Wolf nicht absehbar waren

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BeitragVerfasst: 24.05.2019, 07:08 
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Warum sollte das Zitat aus einem anderen Forum glaubhafter sein wie Aussagen von hier angemeldeten Usern z.B. was die Kostenübernahme angeht ?
Jemand zu erzählen was er für eine Haltung hat ist jetzt nicht gerade sachlich. :roll: Reicht es nicht Fakten online zu stellen und ggf. jedem selbst zu überlassen diese zu interpretieren, denn hier darf jeder seine eigene Meinung haben auch wenn diese nicht mit anderen übereinstimmt. Ûberzeugt zu sein von seiner Meinung und diese dar zu stellen ist ja ok, aber diese Art ständig andere zu belehren halte ich für nicht angebracht bzw. abschreckend. Traut man anderen Usern hier nicht zu selbst zu denken oder Fakten zu interpretieren?


Hendrik77


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BeitragVerfasst: 24.05.2019, 08:39 
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Hendrik77 hat geschrieben:
Warum sollte das Zitat aus einem anderen Forum glaubhafter sein wie Aussagen von hier angemeldeten Usern z.B. was die Kostenübernahme angeht ?
Jemand zu erzählen was er für eine Haltung hat ist jetzt nicht gerade sachlich. :roll: Reicht es nicht Fakten online zu stellen und ggf. jedem selbst zu überlassen diese zu interpretieren, denn hier darf jeder seine eigene Meinung haben auch wenn diese nicht mit anderen übereinstimmt. Ûberzeugt zu sein von seiner Meinung und diese dar zu stellen ist ja ok, aber diese Art ständig andere zu belehren halte ich für nicht angebracht bzw. abschreckend. Traut man anderen Usern hier nicht zu selbst zu denken oder Fakten zu interpretieren?


Hendrik77


Meinst du jetzt DjM??
Dann muss ich dir recht geben. 8)


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BeitragVerfasst: 24.05.2019, 08:46 
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Hendrik77 schrieb
Zitat:
Warum sollte das Zitat aus einem anderen Forum glaubhafter sein wie Aussagen von hier angemeldeten Usern z.B. was die Kostenübernahme angeht ?

Warum sollten umgekehrt Aussagen von hier angemeldeten Usern ( DjM) glaubhafter sein als Erfahrungsberichte aus einem anderen Forum?
Außerdem kann es jeder nachlesen.
Was die immer wieder ins Feld geführte 100% Förderung für Schutzmßnahmen anbelangt, werden eben nur Anschaffungskosten für Material übernommen und das auch nur für den einfachen Grundschutz und dies für Rinder und Pferde nur im Ausnahmefall.
So gilt für Niedersachsen:
Zitat:
Zuwendungen für Präventionsmaßnahmen zum Herdenschutz
Neben den vorgenannten Billigkeitsleistungen bei Nutztierrissen können Nutztierhalter unter nachfolgenden Voraussetzungen beim Land Niedersachsen Zuwendungen zum Herdenschutz beantragen. Ein Anspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht.

Was kann gefördert werden?
Gefördert werden können Aufrüstungen und einmalige Neuanschaffungen von Schutzzäunen nebst Zubehör zur Erreichung eines wolfsabweisenden Grundschutzes sowie die Anschaffung von Herdenschutzhunden.
Zuwendungen sind grundsätzlich zum Herdenschutz von Schafen, Ziegen und Gatterwild zur Erreichung des definierten Grundschutzes vorgesehen. In den in der Richtlinie benannten Ausnahmefällen können auch Schutzmaßnahmen für Rinder und Pferde gefördert werden.
Nicht förderfähig sind Folgekosten (einmalige oder laufende Personal- und Sachkosten) für Aufbau und Unterhaltung der vorgenannten Präventionsmaßnahmen sowie Futter, Hundesteuer, Versicherung, Tierarztkosten sowie für die Ausbildung der Hunde und deren Halterinnen und Halter.
https://www.umwelt.niedersachsen.de/themen/natur_landschaft/foerdermoeglichkeiten/richtlinie_wolf/richtlinie-wolf-129504.html
Insofern ist das Hervorheben der 100%- Förderung für viele, die sich nicht damit beschäftigen irreführend und führt daher vielerorts zu der irrigen Auffassung „Was wollen die (Weidetierhalter) denn, was regen die sich auf, die bekommen doch eh alles bezahlt“.

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BeitragVerfasst: 24.05.2019, 09:25 
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25örefan hat geschrieben:
Es ist Eure dogmatische Haltung, dass es zwischen Ausrottung und flächendeckendem Herdenschutz nichts gibt.


Wenn bereits gemeldet und gelöscht wird, dass wir eine Argumentation als "absurd" bezeichnen, möchten wir Dich bitten, solche radikalen Schwarz-Weiß-Unterstellungen, die Du uns zuschiebst und die wir nie getätigt haben, zukünftig zu unterlassen.

Wir haben ausführlich dargelegt, dass "ein paar Wölfe schießen hier und da" für die Tierhalter keine Sicherheit garantiert, da nicht die Zahl der Wölfe, sondern die Qualität des Herdenschutzes ausschlaggebend ist. Die sogenannte Goldenstedter Wölfin hat in Relation mehr Nutztierrisse verursacht als in Sachsen ganze Rudel - weil die betroffenen Weidetierbestände in den Landkreisen Diepholz/Vechta zu 98% ungeschützt waren.

Warum haben die Tierhalter ihre Tiere nicht geschützt? Weil von einschlägigen Kreisen immer wieder suggeriert wurde, dass man schon eine Bejagung durchsetzen würde und damit alle Probleme gelöst seien. Das wirft übrigens ein bemerkenswertes Licht auf das Demokratieverständnis so mancher Personengruppen.

Wer sich weigert, seine Weidetiere zu schützen, wird immer mit Rissvorfällen leben müssen. Daran ändert sich auch nichts, wenn hier und da ein paar Wölfe geschossen werden - die verbliebenen Wölfe werden die leichte Beute nicht verschmähen. Also kann nur der flächendeckende Herdenschutz die größtmögliche Sicherheit bieten, wenn die Wölfe nicht gleich wieder ganz ausgerottet werden sollen.

Der Herdenschutz wird zu 100% vom Steuerzahler bezahlt und Risse ebenfalls zu 100% entschädigt. Dazu kommen die offenbar als selbstverständlich empfundenen Leistungen wie knapp 7 Milliarden € Agrarsubventionen, Millionenzahlungen für Dürreschäden, Millionenzahlungen für die Milchkrise etc. So eine Vollkasko-Absicherung durch den Steuerzahler gibt es in keiner anderen Branche. Betriebsausgaben können steuerlich abgesetzt werden. Wolfsschutzgruppen bieten Schäfern zudem ehrenamtlich ihre Mithilfe beim Zaunbau an.

Das alles zu ignorieren und stattdessen gebetsmühlenartig zu wiederholen, dass die Tierhalter ja völlig allein gelassen wären und jeder Handschlag zum Schutz der eigenen Tiere einer Zumutung gleichkäme, ist doch allzu leicht zu durchschauen.

Einzelne Wölfe, die Probleme machen wie z. B. die dreiste Annäherung an Menschen oder das Überwinden der von Wissenschaftlern empfohlenen und und in der Regel als zuverlässig wolfsabweisend bewährten Herdenschutzmaßnahmen, können auch heute schon auf Anordnung der zuständigen Behörden getötet werden - dazu bedarf es keiner Jagd. Diese Maßnahmen werden von vielen Wolfs- und Naturschutzverbänden mitgetragen, weshalb auch hier der Vorwurf einer radikalen "dogmatischen Haltung" völlig unberechtigt und unangemessen ist.

Das Tierschutzgesetz fordert für das Töten von Tieren einen "vernünftigen Grund". Wahllos Wölfe zu schießen, selbst die völlig unauffälligen, ohne damit einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der zukünftigen Risszahlen zu erzielen, ist kein vernünftiger Grund, da der Effekt nicht vorhanden oder sogar negativ ist (Zunahme der Risszahlen durch Zerstörung von Rudelstrukturen).

Auch ist die Jagd nicht geeignet, um die sich einander gegenüberstehenden Meinungsgruppen zu einen oder gar mehr Akzeptanz bei den wolfsablehnenden Gruppen zu schaffen. So sind in Schweden die illegalen Wolfstötungen nach Einführung der Jagd sogar noch angestiegen.

In Norwegen, wo sich die Regierung dafür gelobt hat, so viele Wölfe wie noch nie zum Abschuss freigegeben zu haben, sind Nutztierrisse trotzdem weiterhin ein großes Problem. Obwohl immer mehr Wölfe geschossen werden, beklagen die Tierhalter fortlaufend, dass es immer zu wenig seien.

Zitat:
In einem Punkt sind sich die Befürworter und die Gegner der Wolfsjagd indes einig: Die Regierung tue zu wenig, und sie tue das Falsche. [...] Für Wissenschafter schiesst die heftig geführte Auseinandersetzung schon längst am Ziel vorbei; sie grenze inzwischen ans Groteske. Morten Tönnesen, ein von der nationalen Sendeanstalt NRK befragter Experte der Universität Stavanger, erklärte, mehr Gefahr für die Schafe gehe von Luchsen, Bärenmardern und anderen Raubtieren aus als von Wölfen. Der Wolf allein sei nun aber zum Bösewicht abgestempelt worden. Andere fügten bei, dass deutlich mehr Schafe durch Vernachlässigung durch ihre Besitzer das Leben verlören als wegen Raubtieren; etwa wenn sie weitab der Farm erkrankten, sich verletzten oder sich auch nur verliefen.

NZZ, 30.01.2019: Norwegen streitet über den Wolf https://www.nzz.ch/panorama/woelfe-in-n ... ld.1453901


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BeitragVerfasst: 24.05.2019, 09:50 
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OT zum Verständnis
Ich zumindest habe nichts gemeldet aber soweit ich es nachvollziehen kann, ging es wohl nicht um die Formulierung „absurd“, sondern die Bezeichnung „bullshit“, Ein Bezeichnung, die ich im Gegensatz zum Beschreibung „dogmatisch“ für sehrwohl problematisch und löschungswürdig halte.
Eure Haltung, bis auf minimalste Ausnahmen kompromisslos uneingeschränkter Wolfsschutz und die Aussage, es gäbe NICHTS zwischen Aussrottung des Wolfes und konsequentem Herdenschutz bezeichne ich weiterhin als Dogma:
Zitat:
Unter einem Dogma (altgr. δόγμα, dógma, „Meinung, Lehrsatz; Beschluss, Verordnung“[1]) versteht man eine feststehende Definition oder eine grundlegende, normative Lehraussage, deren Wahrheitsanspruch als unumstößlich festgestellt wird.
(Wikipedia)
Da man das Adjektiv „dogmatisch“ durchaus als pejorativ verstehen kann, bzw. es häufig pejorativ verwendet wird, nehme ich es hiermit gerne zurück.
Ich habe (nicht nur) meinen Kompromiss (Beitrag 24.05.2019, 00:58) erläutert, die Gesetzeslage ändert sich jetzt auch in Deutschland in diese Richtung und ich habe dem momentan nichts weiter hinzuzufügen.

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BeitragVerfasst: 24.05.2019, 10:21 
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Die jungen Mitteleuropäer hat geschrieben:
(...) da nicht die Zahl der Wölfe, sondern die Qualität des Herdenschutzes ausschlaggebend ist.

Wie kommt man nur zu so einer seltsamen Vermutung, denn mehr ist es ja nicht.
Natürlich steigt mit Anzahl der Wölfe auch die Anzahl der Risse.
Um es mal ganz simpel auszudrücken:
Als Deutschland noch "wolfsfrei" war, war die Anzahl der Wolfsrisse null. :idea:


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BeitragVerfasst: 24.05.2019, 10:40 
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Ronald hat geschrieben:
Meinst du jetzt DjM??
Dann muss ich dir recht geben. 8)
Wir haben aber nicht aus einem anderen Forum zitiert. :wink:

25örefan hat geschrieben:
Es werden nicht inhaltliche Begründungen/ Argumente zitiert, warum es wert sein soll , dass Betroffene diese Beeinträchtigungen hinzunehmen haben. Es wird einfach vorausgesetzt, dass es so sein muss, weil die Gesetzeslage so ist sie mal gedacht war, als die Folgen des Freilandexperiments Wolf nicht absehbar waren.
Also wenn Du behauptest, wir hätten keine inhaltlichen Argumente geliefert, dann empfehlen wir Dir die nochmalige Lektüre der letzten 76 Seiten. Das "Experiment" läuft seit mittlerweile rund zwei Jahrzehnten, ohne dass das Rotkäppchen gefressen worden wäre - allein die PR-Bemühungen der finanziell bestens ausgestatteten und in Politik und Medien gut vernetzten Jagd- und Agrarlobby sind massiv gesteigert worden, um ein im Vergleich zu den sonstigen Herausfordferungen - insbesondere für die Landbevölkerung - geringes Problem wie den Wolf künstlich aufzuplustern. Dabei geht es nur um die Eigeninteressen von Kleinstminderheiten, während das rasante Artensterben zum zunehmenden Problem der Gesamtbevölkerung wird.

Warum sind Bejagung und wolfsfreie Zonen keine Lösung?

Zitat:
Eine Bejagung ist grundsätzlich keine Lösung für den Herdenschutz, weil die verbleibenden Wölfe weiterhin ungeschützte Nutztiere angreifen werden. Außerdem würden bestehende Rudelstrukturen zerstört und es bestünde die Gefahr, dass zuwandernde Wölfe und elternlose Jungtiere noch eher auf schlecht geschützte Nutztiere zurückgreifen als auf Rehe oder Wildschweine.

Wolfsfreie Zonen könnten zudem nur durch permanenten Abschuss von allen neu ankommenden Wölfen realisiert werden. Diese Zonen würden damit als sogenannte "Senke" wirken und nachteilige Auswirkungen auf den Erhaltungszustand der gesamten Population Deutschlands haben. Hinzu kommt, dass mit dem Töten eines Rudels das Revier frei würde. Es ist davon auszugehen, dass sich sofort wieder andere Wölfen ansiedeln. Ein Rückgang von Übergriffen auf Nutztiere ist damit nicht zu erwarten, diese lassen sich nur durch die konsequente Anwendung der empfohlenen Herdenschutzmaßnahmen verhindern.

Bundesumweltministerium: Der Wolf in Deutschland, eine ehemals ausgerottete Art und ihre Rückkehr, FAQ: Kann man Wölfe nicht aus landwirtschaftlich geprägten Regionen vertreiben? https://www.bmu.de/themen/natur-biologi ... nd/#c22616


25örefan hat geschrieben:
Wolf ja, da wo in ertragbarer Zahl mit minimalem Schaden möglich, ansonsten mit defensiven UND offensive Maßnahmen, also einerseits zumutbarem Zaunbau, HSH etc. UND andererseits Abschreckung und Regulierung per Jagd in Schach gehalten sowie Ausweisung wolfsfreier Zonen<- einverstanden wären, wäre diese Diskussion im Grundsatz nicht nötig.
Wenn also die Jagd- und Agrarlobby ihre Eigennteressen zu 100% durchgesetzt bekommen hätte und Du Deine individuelle Meinung allen aufgezwängt hättest, wäre die Diskussion folglich unnötig gewesen? Dann tut es uns leid, aber wir sind nun mal eine Gesellschaft mit vielen Meinungen - das wirst Du wohl oder übel akzeptieren müssen. Andersherum wird ein Schuh draus:

Hätten die Tierhalter sich an die demokratisch beschlossenen Gesetze/Verordnungen/Richtlinien gehalten und das Thema "Artenschutz" entsprechend gewürdigt, zu dem alle Bevölkerungsgruppen einen Anteil leisten müssen, wenn er gelingen soll, dann wäre die Grundsatzdiskussion überflüssig gewesen. Hätten die Tierhalter die Hilfen angenommen und ihren Tieren von Anfang verantwortungsvoll zumindest die Mindestschutzmaßnahmen angedeihen lassen, wäre zu dem größten Teil der Risse gar nicht erst gekommen.

Da aber von den entsprechenden Lobbygruppen die Wolfsjagd in einer großen Medien-, PR- und Politikkampagne als Allheilmittel für sämtliche Probleme versprochen wurde, wurden die Weidetiere eben nicht zu 98% geschützt, sondern blieben zu 98% ungeschützt.
Auf diese Weise emotionalisierende Bilder von gerissenen Tieren zu produzieren, gehört übrigens zur Strategie, die auf einschlägigen Veranstaltungen unter der Formulierung von der Nutzung "der Macht der Bilder" so auch kommuniziert wurde.

Interessierten empfehle ich die Lektüre der Veröffentlichung einer Amtstierärztin aus Niedersachsen. Insbesondere das Bild des am Hochsitz abgelegten Schafskadavers auf Seite 6 wirft Fragen auf. Die Veterinärin erklärt deutlich:
Zitat:
Ein Verlust an Scheu innerhalb der Wolfspopulation in Deutschland durch mangelnde Bejagung kann [...] nicht angenommen werden. Den Wölfen in Deutschland allgemein kann weder durch Bejagung noch durch einzelne Vergrämungsaktionen Respekt vor dem Menschen und seinen Nutztieren „beigebracht“ werden und muss es auch nicht.

Birgit Mennerich-Bunge: Muss der Wolf Respekt lernen? Erfahrungen aus Niedersachsen, Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle
25. Jahrgang – 2 / 2018, Seite 6
https://www.elli-radinger.de/wp-content ... lernen.pdf
Eine Bejagung von Wölfen ist also nicht dazu geeignet, dem Wolf wieder "Scheu" beizubringen. Zum einen besteht für den Wolf als großem Beutegreifer kein Grund, vor dem Menschen "scheu" zu sein - er ignoriert Menschen in der Regel -, zum anderen kann ein Wolf einen Schuss vom Hochsitz nicht "dem Menschen" zuordnen, so er denn den Schuss überlebt. Ein toter Wolf kann einem anderen auch nichts mehr beibringen, und Wölfe durch Schussverletzungen schwerst zu verletzen und sie dann sich selbst zu überlassen, wird dem bereits völlig desolatem Image der Jagd nicht gerade förderlich und mit dem Tierschutzgsetz nicht vereinbar sein.

Zitat:
Für die immer wieder zu lesende und zu hörende Behauptung, dass Wölfe in Deutschland ihre Scheu verlieren und immer näher an den Menschen herankommen würden, gibt es in der wissenschaftlichen Literatur keinen Beleg. Dreiste Individuen können in jeder Population auftreten (Fritts et al. 2003, McNay 2002). Die wenigen aus Europa bekannten Fälle nach 1950, in denen nicht tollwütige wilde Wölfe Menschen getötet haben, geschahen übrigens ausschließlich in bejagten Populationen.

Bundesumweltministerium: Der Wolf in Deutschland, eine ehemals ausgerottete Art und ihre Rückkehr, FAQ: Verliert der Wolf seine Scheu, wenn er nicht gejagt wird? https://www.bmu.de/themen/natur-biologi ... nd/#c22616
Zitat:
Die wohl naheliegendste Ursache für das Sterben einer Tierart: Wir Menschen jagen sie. Wir wollen sie essen, ihr Fell oder ihre Knochen nutzen oder empfinden sie als Bedrohung. Oder wir schießen sie einfach nur gerne - so erging es lange Zeit den Elefanten Asiens. Manche Arten hat der Mensch auf diese Weise völlig ausgerottet, bei anderen soll ein Jagdverbot das Aussterben der Art verhindern.

Bayerischer Rundfunk, 09.03.2017: Ursachen des Artensterbens: Durch Jagd bedroht https://www.br.de/rote-liste/ursachen-g ... n-100.html
So eine mittelalterliche Rolle rückwärts um quasi fünf vor zwölf wird von der Gesellschaft zunehmend abgelehnt, wenn wir unseren Planeten und die sich darauf befindlichen Arten erhalten wollen.


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